Die Naturkosmetikmarke Susanne Kaufmann, tief verwurzelt im idyllischen Bregenzerwald, steht weltweit für Reinheit, Natürlichkeit und die transformative Kraft alpiner Pflanzen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 hat sich die Marke einen exklusiven Namen im Premium- und Luxussegment der Hautpflege erarbeitet und wird von Kennern geschätzt. Doch während die sorgfältig formulierten Produkte in Spas und Boutiquen rund um den Globus zu finden sind, blieb eine wesentliche Entwicklung in der Unternehmensstruktur lange Zeit weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit: Ein bedeutender Eigentümerwechsel, der die strategische Ausrichtung und das zukünftige Wachstum des Unternehmens maßgeblich beeinflussen dürfte.

Solche diskreten Transaktionen sind in der Geschäftswelt, insbesondere bei mittelständischen Unternehmen mit starkem Nischenfokus, nicht ungewöhnlich. Sie ermöglichen es den Beteiligten oft, in Ruhe die Weichen für die Zukunft zu stellen, bevor sie an die Öffentlichkeit treten. Im Falle von Susanne Kaufmann war es ein Deal, der die Mehrheit am Unternehmen in neue Hände legte und die Marke auf einen beschleunigten globalen Expansionskurs bringen soll.
Der Stille Deal im Bregenzerwald
Manchmal geschehen in der Wirtschaft des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg, abseits der großen Schlagzeilen der Finanzzentren, bedeutende Unternehmensverkäufe, deren Details und Auswirkungen erst nach einiger Zeit vollständig erfasst werden. Ein sehr prominenter und zugleich lange Zeit diskreter Fall ist jener des mittlerweile international agierenden Naturkosmetikherstellers Susanne Kaufmann mit Sitz in Bezau. Denn wie sich herausstellte, hat das Unternehmen bereits seit mehreren Jahren einen neuen, mehrheitlichen Eigentümer, ohne dass dies hierzulande in breiteren Kreisen bekannt geworden wäre.
Bereits im September 2019 übernahm der britische Private Equity-Investor Manzanita Capital mit Sitz in London drei Viertel, also 75 Prozent, der Anteile an der Susanne Kaufmann GmbH. Dieser Schritt markiert einen fundamentalen Wandel in der Eigentümerstruktur. Die Unternehmensgründerin und Namensgeberin, Susanne Kaufmann selbst, behält nach diesem Verkauf lediglich noch ein Viertel, sprich 25 Prozent, der Unternehmensanteile.
Manzanita Capital führt die Marke Susanne Kaufmann seitdem offiziell in seinem Beteiligungsportfolio auf. Dies signalisiert die strategische Bedeutung, die der Investor der Marke beimisst. Die Investmentgesellschaft hat sich nach eigenen Angaben auf internationale Investments in der Schönheitsbranche spezialisiert. Dabei liegt ihr Fokus speziell auf Nischenanbietern im Premium- und Luxusbereich. Diese Spezialisierung passt perfekt zur Positionierung der Marke Susanne Kaufmann auf dem globalen Markt für hochwertige Naturkosmetik.
Wer ist Manzanita Capital und was ist ihre Strategie?
Manzanita Capital ist keine unbekannte Größe im Sektor der Luxus- und Nischenkosmetik. Die Gesellschaft hat in der Vergangenheit bereits in andere bekannte und erfolgreiche Marken investiert und verfügt über umfassende Erfahrung im Aufbau und der globalen Skalierung von Beauty-Unternehmen. Ihr Geschäftsmodell als Private Equity-Investor besteht darin, sich an Unternehmen zu beteiligen, die ein starkes Wachstumspotenzial aufweisen, und dieses Potenzial durch Kapitalzufuhr, strategisches Know-how und den Zugang zu Netzwerken zu realisieren.

Im Falle von Susanne Kaufmann ist das erklärte Ziel der Investition die Beschleunigung des globalen Wachstums. Dies bedeutet in der Regel eine Expansion in neue geografische Märkte, den Ausbau digitaler Vertriebskanäle, die Stärkung der Marke international und möglicherweise auch Investitionen in neue Produktlinien oder Technologien. Die Partnerschaft mit einem finanzstarken und branchenkundigen Investor wie Manzanita Capital kann einem Unternehmen wie Susanne Kaufmann die notwendigen Ressourcen und Expertise bieten, um diesen ambitionierten Wachstumspfad einzuschlagen.
Die Struktur der Übernahme zeigt ebenfalls die langfristige Ausrichtung. Ein Blick ins Firmenbuch der österreichischen Gesellschaft offenbart, dass die Susanne Kaufmann Kosmetik GmbH mit Sitz in Bezau seit Herbst 2019 zu 100 Prozent der Susanne Kaufmann Limited in London gehört. Diese Limited agiert als Holdinggesellschaft unter dem Dach von Manzanita Capital. Eine solche Struktur ist bei internationalen Übernahmen gängig und dient oft dazu, die globale Steuerung und Markenrechte zu zentralisieren.
Die neue Führungsstruktur unter britischer Beteiligung
Mit dem Einstieg eines neuen Mehrheitseigentümers gehen üblicherweise auch Veränderungen auf Managementebene einher. Das Firmenbuch der Susanne Kaufmann Kosmetik GmbH listet neben der Gründerin Susanne Kaufmann auch zwei weitere gemeinsam zeichnungsberechtigte Geschäftsführer: Paula Levitan und Christopher Garek. Sowohl Paula Levitan als auch Christopher Garek sind führende Persönlichkeiten innerhalb von Manzanita Capital. Ihre Berufung in die Geschäftsführung unterstreicht die aktive Rolle, die der neue Mehrheitseigentümer bei der strategischen und operativen Führung des Unternehmens spielt.
Diese Konstellation ermöglicht es Susanne Kaufmann, weiterhin ihre Vision, ihre Expertise in der Entwicklung von Naturkosmetikprodukten und ihre tiefe Verbindung zur Marke einzubringen. Gleichzeitig bringen Levitan und Garek das finanzielle und strategische Know-how von Manzanita Capital ein, das für die geplante globale Expansion entscheidend ist. Es handelt sich um eine Aufteilung der Verantwortlichkeiten, die darauf abzielt, die Stärken beider Seiten optimal zu nutzen – die Authentizität und Produktkompetenz der Gründerin und die globale Geschäftserfahrung des Investors.
Ein Deal im Millionenbereich
Obwohl die genauen finanziellen Details des Deals nicht öffentlich bekannt gegeben wurden, geben Berichte in Fachmedien eine Indikation für die Größenordnung der Transaktion. Das englische Online-Portal Lexology, das sich auf die Dokumentation und Analyse von Wirtschaftsdeals spezialisiert, listete die Mehrheitsübernahme von Susanne Kaufmann durch Manzanita Capital in einem Bericht vom Sommer 2020 im sogenannten „mid-cap“-Segment auf. Dieses Segment umfasst nach der Definition von Lexology Transaktionen mit einem wahrscheinlichen Unternehmenswert oder Verkaufspreis zwischen 10 und 100 Millionen Euro.

Diese Einordnung im mid-cap-Segment unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung, die der Marke Susanne Kaufmann im internationalen Kontext zugemessen wird, und das Vertrauen, das ein spezialisierter Investor wie Manzanita Capital in ihr zukünftiges Potenzial für weiteres Wachstum und Wertsteigerung setzt. Solche Investitionen sind typisch für Private Equity-Gesellschaften, die attraktive Nischenmärkte mit starkem Markenwert und hohem Wachstumspotenzial identifizieren.
Medienberichte und weitere Hintergrunddetails
Obwohl der Deal in der breiten österreichischen Öffentlichkeit kaum Beachtung fand, wurde er in spezialisierten deutschen und englischen Fachmedien sehr wohl registriert. Der JUVE-Verlag mit Sitz in Köln, der sich auf Nachrichten für Juristen, Patentanwälte und Steuerberater spezialisiert, berichtete bereits im Herbst 2019, kurz nach dem Abschluss der Transaktion, über den Deal. In diesem Bericht fanden sich auch Informationen zur Übernahme des 75-prozentigen Firmenanteils durch Manzanita Capital und einem damit verbundenen Share Swap mit einer englischen Holding-Gesellschaft – Details, die die Komplexität und internationale Ausrichtung der Transaktion verdeutlichen.
Darüber hinaus enthielt der JUVE-Bericht die interessante Information, dass vor dem Einstieg des neuen Investors Manzanita Capital eine Minderheitsbeteiligung an Susanne Kaufmann durch Beatrice von Thurn und Taxis bestand. Diese Beteiligung wurde im Zuge der Mehrheitsübernahme ebenfalls veräußert. Solche Veränderungen im Gesellschafterkreis sind bei strategischen Neuausrichtungen eines Unternehmens und der Vorbereitung auf eine neue Wachstumsphase unter einem neuen Mehrheitseigentümer nicht ungewöhnlich.
Die Wurzeln im Bregenzerwald: Das Herz der Marke
Die Identität der Marke Susanne Kaufmann ist untrennbar mit ihrer Herkunft und den Werten der Gründerin verbunden. Der Bregenzerwald, eine malerische Region in den österreichischen Alpen, ist seit Generationen die Heimat von Susanne Kaufmann und ihrer Familie. Die umliegende Landschaft, geprägt von sanften Hügeln neben schroffen Gipfeln, weiten Wiesen und einer vielfältigen, oft seltenen Pflanzenwelt, eingerahmt von kultiviertem Land und dem Duft heimischer Kräuter und bunter Flora, bildet das Fundament und die ständige Inspirationsquelle der Marke.
Susanne Kaufmann wuchs in dieser Umgebung auf und entwickelte ein tiefes Verständnis für lokale Traditionen und das überlieferte Wissen um die Schönheit und das Wohlbefinden, das in den Pflanzen der Region zu finden ist. Dieses Wissen um die reichlich vorhandenen natürlichen Ressourcen diente seit der Gründung der Marke im Jahr 2003 als kreativer Motor. Heute verbindet die Marke dieses Erbe der natürlichen Inhaltsstoffe und eine fundierte Hautpflegephilosophie mit modernen Werten wie Innovation und nachhaltigem Leben. Diese Authentizität und die starke regionale Verankerung sind zweifellos entscheidende Faktoren für den Erfolg und die globale Anziehungskraft der Marke, die sie für Investoren wie Manzanita Capital so attraktiv machen.

Die Philosophie, die sich auf die Nutzung regionaler, hochwertiger Pflanzenextrakte und eine nachhaltige Produktion konzentriert, ist mehr als nur Marketing – sie ist das Herzstück der Marke. Diese Prinzipien haben eine treue Kundenbasis geschaffen, die Wert auf Wirksamkeit, Natürlichkeit und verantwortungsbewusste Herkunft legt. Manzanita Capital hat offensichtlich das Potenzial dieser authentischen Identität erkannt und plant, diese Stärken zu nutzen, um die Marke international zu skalieren, ohne ihre Kernwerte zu verwässern.
Zukunftsperspektiven unter neuer Eigentümerschaft
Die Partnerschaft mit Manzanita Capital signalisiert klar die Ambition, die Marke Susanne Kaufmann auf die nächste Stufe ihrer Entwicklung zu heben. Das Ziel der Beschleunigung des globalen Wachstums bedeutet eine strategische Offensive auf mehreren Ebenen. Dazu gehört wahrscheinlich eine verstärkte Expansion in Schlüsselmärkte in Nordamerika, Asien und dem Nahen Osten, wo das Potenzial für Luxus-Naturkosmetik erheblich ist. Der Ausbau der digitalen Präsenz und des E-Commerce wird ebenso eine Rolle spielen wie die Stärkung der Präsenz in exklusiven Boutiquen, Spas und Department Stores weltweit.
Für die Kunden bedeutet dies potenziell eine bessere Verfügbarkeit der Produkte und vielleicht auch eine Erweiterung des Sortiments, basierend auf der fortlaufenden Forschung und Entwicklung, die durch das zusätzliche Kapital unterstützt werden kann. Für Susanne Kaufmann als Gründerin und Minderheitsgesellschafterin ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen globalen Partner die Realisierung von Wachstumszielen, die allein schwerer zu erreichen wären. Sie kann sich weiterhin auf die kreative Seite und die Produktentwicklung konzentrieren, während Manzanita Capital die Infrastruktur und das Netzwerk für die globale Expansion bereitstellt.
Die Herausforderung wird darin bestehen, das schnelle Wachstum mit der Bewahrung der Markenidentität und der Werte, die im Bregenzerwald verwurzelt sind, in Einklang zu bringen. Die Konzentration auf das Premium- und Luxussegment wird voraussichtlich beibehalten, um die Exklusivität und den hohen Qualitätsanspruch der Marke zu sichern. Der Einstieg von Manzanita Capital ist somit ein strategischer Schritt, der das Erbe der Marke ehrt und gleichzeitig ihren Horizont signifikant erweitert.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Hier beantworten wir einige häufige Fragen zur Eigentümerstruktur der Marke Susanne Kaufmann, basierend auf den verfügbaren Informationen:
- Wem gehört die Mehrheit an Susanne Kaufmann?
Die Mehrheit von 75 Prozent der Anteile an der Susanne Kaufmann GmbH gehört dem britischen Private Equity-Investor Manzanita Capital mit Sitz in London. - Wie viele Anteile hält Susanne Kaufmann noch?
Susanne Kaufmann, die Gründerin der Marke, hält weiterhin 25 Prozent der Anteile am Unternehmen. - Wann fand der Eigentümerwechsel statt?
Der Mehrheitsverkauf an Manzanita Capital erfolgte im September 2019. - Was ist das Hauptziel der neuen Eigentümerstruktur?
Das Hauptziel der Partnerschaft mit Manzanita Capital ist die Beschleunigung des globalen Wachstums der Marke Susanne Kaufmann. - Wer sind die aktuellen Geschäftsführer?
Aktuell sind Susanne Kaufmann, Paula Levitan und Christopher Garek als gemeinsam zeichnungsberechtigte Geschäftsführer der Susanne Kaufmann Kosmetik GmbH eingetragen. Paula Levitan und Christopher Garek sind Führungskräfte von Manzanita Capital. - Ist Manzanita Capital auf Kosmetik spezialisiert?
Ja, Manzanita Capital ist eine Investmentgesellschaft, die sich auf internationale Investments in der Schönheitsbranche spezialisiert hat, insbesondere bei Nischenanbietern im Premium- und Luxussegment. - Wurde über den Deal öffentlich berichtet?
Der Deal wurde in spezialisierten deutschen (JUVE) und englischen (Lexology) Fachmedien thematisiert, fand aber in der breiten österreichischen Öffentlichkeit weniger Beachtung. - Hat sich die Herkunft der Produkte geändert?
Die Marke ist weiterhin tief im Bregenzerwald verwurzelt und betont die Nutzung lokaler Pflanzen und Traditionen, auch wenn das Unternehmen nun mehrheitlich britische Eigentümer hat. Die Philosophie der Marke bleibt erhalten.
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