Was kostet ein Fotovertrag?

Nutzungsrechte in der Fotografie verstehen

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Wenn es um Nutzungsrechte in der Fotografie geht, kommt es meiner Erfahrung nach immer wieder zu einem falschen Verständnis. Leider gibt es dafür keine universell geltende Formel, was die Anwendung oft unklar macht. Es ist wichtig, sich einige Parameter vor Augen zu führen, die ich nachfolgend erklären möchte, damit die Kalkulation besser gelingt. Dieser Artikel richtet sich primär an Fotografen, aber auch an deren Kunden, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen. Er basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen der letzten 10 Jahre.

Welche Nutzungsrechte gibt es in der Fotografie?
Nutzungsrecht in der Fotografie, ist die Erlaubnis (seitens des Fotografen), die festlegt, wie ein Foto verwendet werden darf. Diese Rechte können (je nach Vereinbarung) die Möglichkeit beinhalten, Fotos zu vervielfältigen, verbreiten, öffentlich auszustellen und davon abgeleitete Werke (verändern) zu erstellen.3. Feb. 2023

Die Grundlagen der Nutzungsrechte in der Fotografie

Was sind Nutzungsrechte?

Fangen wir ganz vorne an. Nutzungsrecht in der Fotografie ist die Erlaubnis des Fotografen, die festlegt, wie ein Foto verwendet werden darf. Diese Rechte können – je nach Vereinbarung – die Möglichkeit beinhalten, Fotos zu vervielfältigen, zu verbreiten, öffentlich auszustellen und davon abgeleitete Werke (Veränderungen) zu erstellen. Sobald ein Foto aufgenommen wurde, besitzt der Urheber automatisch das Urheberrecht an diesem Foto. Das bedeutet, dass er das ausschließliche Recht hat, die Fotos zu nutzen, zu verbreiten und zu lizenzieren. Der Urheber kann jedoch einige oder alle dieser Rechte an eine andere Partei übertragen, z. B. durch eine Lizenzvereinbarung. Das wird insbesondere bei kommerziellen Arbeiten genutzt.

Warum brauchen wir Nutzungsrechte?

Neben der rechtlichen Erlaubnis, ein Foto zu verwenden, definieren Nutzungsrechte auch den Verwendungszweck. Ohne die richtigen Nutzungsrechte können Fotos auf eine Weise verwendet werden, die vom Urheberrechtsinhaber nicht genehmigt wurde, oder für Zwecke, die über die ursprüngliche Lizenz hinausgehen. Darüber hinaus können sich die Nutzungsrechte auf den Geldwert der Fotos auswirken. Fotografien gelten als geistiges Eigentum, und der Urheber hat das Recht zu bestimmen, wie und von wem sein Werk verwendet wird. Wenn Sie ein Foto für einen bestimmten Zweck verwenden möchten, müssen Sie eine Lizenz vom Urheber erwerben, und diese Lizenz kostet in der Regel Geld. Diese Gebühr ist ein Entgelt für die Nutzung des geistigen Eigentums und entschädigt den Fotografen für die Zeit, das Fachwissen, die Ausrüstung und den Aufwand, der mit der Erstellung des Fotos verbunden ist. Darüber hinaus verlangen einige Nutzungsrechte ein höheres Honorar, weil sie dem Käufer mehr Kontrolle über das Foto geben und andere an der Nutzung hindern. Wie beim Kauf von Filmen oder Musik auf iTunes werden auch bei Fotonutzungsrechten die Rechte zur Nutzung des Inhalts in einer bestimmten Weise erworben. Es ist wichtig, die Bedingungen des Kaufs zu verstehen, um sicherzustellen, dass Sie die Inhalte legal nutzen können.

Verschiedene Arten von Nutzungsrechten

Wie ein Foto verwendet wird, kann seinen Wert für den Käufer stark beeinflussen. Fotos, die für Großflächenwerbung verwendet werden, sind viel mehr wert als Fotos für kleine Online-Anzeigen. Im Folgenden eine Übersicht über verschiedene Modelle für die Bildlizenzierung:

  • Exklusiv: Der Fotograf räumt dem Käufer das ausschließliche Recht ein, die Fotos zu nutzen. Das bedeutet, dass niemand sonst die Fotos während der Laufzeit der Lizenz für denselben Zweck verwenden kann. Dies bietet dem Kunden maximale Kontrolle und Einzigartigkeit, ist aber in der Regel die teuerste Form der Lizenzierung.
  • Nicht-exklusiv: Der Fotograf räumt dem Käufer nicht-exklusive Nutzungsrechte ein. Das heißt, der Fotograf kann das Foto an mehrere Parteien für unterschiedliche oder sogar gleiche Zwecke lizenzieren. Dies ist oft kostengünstiger für den Kunden, da die Rechte nicht exklusiv sind und der Fotograf das Bild weiterhin anderweitig lizenzieren kann.
  • Rights-managed (RM): Bei dieser Art von Lizenz legt der Fotograf bestimmte, sehr spezifische Bedingungen für die Nutzung des Fotos fest. Dazu gehören beispielsweise die Dauer der Lizenz, der Umfang der Verbreitung, die geografischen Gebiete, in denen die Fotos verwendet werden dürfen, und die Art der Medien (Print, Online, TV etc.), in denen die Bilder gezeigt werden sollen. Jede Nutzung muss den genauen Parametern der Lizenz entsprechen. Abweichungen erfordern eine neue Lizenz, oft zu zusätzlichen Kosten. RM-Lizenzen ermöglichen eine sehr präzise Steuerung und Abrechnung der Nutzung.
  • Royalty-free (RF): Bei dieser Art von Lizenz zahlt der Käufer eine einmalige Gebühr für das Foto und kann es mehrfach verwenden, ohne zusätzliche Lizenzgebühren pro Nutzung zu zahlen. Es gibt in der Regel weniger Einschränkungen hinsichtlich Dauer, Medium oder geografischer Region im Vergleich zu RM-Lizenzen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass „Royalty-free“ nicht „kostenlos“ bedeutet und auch nicht zwingend exklusiv ist – das Foto kann auch an andere Kunden lizenziert werden.
  • Creative Commons (CC): Eine Creative Commons Lizenz ist eine öffentliche Lizenz, die Urheber nutzen, um der Öffentlichkeit unter bestimmten Bedingungen (z. B. Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung) die Nutzung ihrer Werke zu erlauben. CC-Lizenzen können von sehr offen bis restriktiver reichen und ermöglichen oft die kostenlose Nutzung unter Einhaltung der Bedingungen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Bedingungen für die Nutzungsrechte je nach Vertrag und Gerichtsbarkeit variieren können. Es ist daher unerlässlich, den Lizenzvertrag sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls rechtlichen Rat einzuholen.

Redaktionell oder kommerziell?

Zusammengefasst sind Nutzungsrechte für Werbung in der Regel teurer als für die redaktionelle Nutzung, da Zweck und Verbreitung des Fotos sehr unterschiedlich sind. Werbung dient der kommerziellen Nutzung – Sie verwenden Fotos, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben und zu verkaufen. Daher sollen die in der Werbung verwendeten Fotos oft eine Vielzahl von Menschen erreichen und eine große Wirkung erzielen. Aufgrund des kommerziellen Charakters der Werbung können die Nutzungsrechte höher vergütet werden.

Die redaktionelle Nutzung bezieht sich auf die Verwendung von Fotos in Nachrichten, Berichten oder Lehrmaterialien und dient nicht der Werbung für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Redaktionelle Fotos dienen in der Regel zur Illustration eines Artikels oder einer Geschichte und werden nicht zur Erzielung von Einnahmen verwendet. Daher sind die Nutzungsrechte für Fotos in einem redaktionellen Kontext in der Regel weniger kostspielig als für Werbung.

Auch hier ist zu beachten, dass Lizenzvereinbarungen und spezifische Nutzungsbedingungen je nach Vereinbarung variieren können. Prüfen Sie die Lizenzvereinbarung und holen Sie gegebenenfalls Rat ein.

Wie lizenziere ich meine Fotos richtig?

Die Berechnung der Nutzungsrechte hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Art der Lizenz, dem Medium, in dem das Foto verwendet wird, der Laufzeit und der geografischen Region. Für eine internationale Veröffentlichung fallen beispielsweise höhere Gebühren an als für eine nationale Veröffentlichung. Die Nutzungsrechte werden durch Verhandlungen mit dem Kunden festgelegt, wobei ein Honorar auf der Grundlage der beabsichtigten Verwendung des Fotos vereinbart wird. Üblich ist es, verschiedene Stufen von Nutzungsrechten anzubieten, z. B. exklusiv oder nicht-exklusiv, und entsprechend abzurechnen.

Die Nutzungsrechte können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, die sich auf die Preisgestaltung auswirken:

  • Art der Lizenz: Wie oben beschrieben (exklusiv, nicht-exklusiv, RM, RF, CC). Jede Art hat andere Bedingungen und damit andere Preispunkte.
  • Medium der Nutzung: Die Nutzungsrechte variieren je nach Medium, in dem die Fotos verwendet werden, z. B. Print (Plakate, Broschüren, Magazine), Digital (Websites, Social Media, Online-Werbung), Rundfunk (TV, Kino) etc. Die Reichweite und Wirkung des Mediums sind hier entscheidend.
  • Dauer der Lizenz: Auch die Dauer der Nutzung der Fotos durch den Kunden wirkt sich auf das Honorar aus. Eine kürzere Lizenzdauer führt in der Regel zu einem niedrigeren Honorar, während eine längere oder unbegrenzte Dauer ein höheres Honorar zur Folge hat.
  • Geografische Region: Die Region, in der die Fotos verwendet werden sollen (lokal, national, regional, weltweit), beeinflusst ebenfalls das Honorar. Eine weltweite Nutzung hat die größte Reichweite und ist entsprechend teurer.
  • Umfang der Nutzung: Wie intensiv oder in wie vielen verschiedenen Anwendungen das Bild genutzt wird. Wird es einmalig in einer Broschüre verwendet oder in einer umfassenden Kampagne über mehrere Kanäle und Zeiträume hinweg?
  • B2B oder B2C: Für diese beiden Bereiche kann man überlegen, ob man die Nutzungsrechte anders kalkulieren sollte, da oft mit einer anderen und eventuell deutlich kleineren Zielgruppe zu rechnen ist.

Schlüssel zur Kalkulationshilfe: Die mfm-Bildhonorar Übersichten

Viele Fotografen nutzen den Schlüssel aus den mfm-Bildhonorar Übersichten als Hilfe für die Kalkulation von Nutzungsrechten. Dieser Schlüssel bietet eine praktische Richtlinie für die Preisgestaltung und hilft sicherzustellen, dass Sie für Ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Er basiert auf der Multiplikation eines Basiswerts (oft das Tageshonorar oder Produktionskosten) mit Faktoren, die sich aus den oben genannten Nutzungsparametern ergeben.

Anwendung des Schlüssels (Beispiel):

Als Basis nehmen wir ein theoretisches Tageshonorar für einen Advertising Shoot in Höhe von 2.000,00 EUR. Angenommen, der Kunde möchte das Bildmaterial exklusiv (Faktor z.B. 1,0), in einer weltweiten (Faktor z.B. 2,5) Kampagne mit unbegrenzter Nutzungsdauer (Faktor z.B. 1,5) und einem umfangreichen Nutzungsumfang (Faktor z.B. 1,0) verwenden. Die Faktoren sind hier beispielhaft gewählt und können in den mfm-Übersichten anders sein.

Wir addieren die Nutzungsfaktoren: 1,0 + 2,5 + 1,5 + 1,0 = 6.

Was sind Nutzungsrechte in einem Vertrag?
Nutzungsrechte sind im Allgemeinen die von Urheberrechtsinhabern festgelegten Genehmigungen oder Einschränkungen für die Nutzung ihrer kreativen Werke , auch als geistiges Eigentum bezeichnet. Diese Rechte bestimmen, wie Unternehmen diese Inhalte nutzen dürfen.

Die Kosten für die Nutzungsrechte kalkulieren wir, indem wir unseren Tagessatz mit der Summe der Faktoren multiplizieren: 2.000,00 EUR * 6 = 12.000,00 EUR.

Ist das jetzt realistisch? Da antworte ich mit einem klaren: vielleicht. In der Praxis bekommt man solch eine Forderung selten 1:1 durch, da es noch andere weiche Faktoren für die Kalkulation gibt. Diese sind z.B.:

  • Unternehmensgröße des Kunden (Coca-Cola vs. Metzgerei Müller)
  • Finanzielle Aufstellung des Kunden
  • Wer sieht die Werbung (Zielgruppe)
  • Kosten/Risiko des Shootings für das Unternehmen und den Fotografen
  • Aufwand der Produktion
  • Und viele mehr...

Würden wir diese Kampagne jetzt für Nike umsetzen, dann könnte man diesen Preis ansetzen. Schießen wir für ein international operierendes, aber deutlich kleineres Unternehmen mit einer eingeschränkten Zielgruppe, dann wäre es eher unwahrscheinlich, und wir müssten nachjustieren. Dafür gibt es keine starre Formel. Die Preisgestaltung erfordert Fingerspitzengefühl. Es gilt auch, den Kunden vorsichtig zu den für ihn passenden Nutzungsrechten zu navigieren. Es muss nicht immer weltweit, unbegrenzt und ausschließlich sein, zumal es immer möglich ist, im späteren Verlauf eine Erweiterung der Lizenz zu beauftragen.

Einzelbilder, schwierig zu berechnen

Gestaltet sich die Berechnung über einen Tagessatz noch relativ einfach, so wird es kompliziert, wenn es darum geht, den Preis für die Lizenz von einzelnen Bildern zu bestimmen. Das kann teils noch Jahre nach einem Shooting der Fall sein und muss auch gar nicht für den ursprünglichen Kunden sein. Um die anfänglichen Kosten zu berechnen, addieren Sie alle Ausgaben, die mit dem Shooting verbunden waren, einschließlich Equipment (eventuell Miete), Studiomiete, Honorare für Assistenten/Crew, Reise- und Unterbringungskosten sowie alle anderen anfallenden Kosten (eventuell Bildretusche). Fügen Sie ein Honorar für Ihre Zeit und Ihr Fachwissen hinzu, das je nach Erfahrung und Art der Fotografie variieren kann. Jetzt haben Sie einen Basiswert für das einzelne Bild. Ab hier ist es wieder möglich, mit den Faktoren aus der Tabelle zu arbeiten. Jetzt müssen Sie noch bedenken, ob es um redaktionelle oder kommerzielle Nutzung geht und die weichen Faktoren mit einbeziehen. Klingt kompliziert? Ist es leider auch. Mit der Zeit entwickelt man aber ein Gefühl dafür.

Das Problem beim Pitch

Eine weitere Herausforderung ist es, wenn Sie mit anderen Fotografen in einer Pitchsituation um einen Job konkurrieren. Es geht dann neben der Tagesgage eben auch um die Nutzungsrechte. Wenn sich alle Beteiligten an unser Tabellenmodell halten würden, dann wäre es zwar immer noch kompliziert, zu einem Ergebnis zu gelangen, aber zumindest fair. Kunden würden nicht nur über den Preis entscheiden, sondern über die Qualität der Arbeiten, des Pitches oder den Sympathiefaktor des Fotografen. Leider ist das in der Realität selten der Fall.

Im Allgemeinen ist es für Fotografen nicht ratsam, sich schon zu Beginn des Pitches auf einen Preiskampf einzulassen, da dies zu mehreren negativen Folgen führen kann:

  • Geringere Rentabilität: Wenn Fotografen ihre Preise senken, sinken die Gewinnspannen für jedes Projekt, was es schwierig macht, das Business und die Qualität langfristig aufrechtzuerhalten.
  • Geringere Wertwahrnehmung: Niedrigere Preise können dazu führen, dass die eigene Arbeit als von geringerer Qualität wahrgenommen wird als die der Konkurrenz.
  • Geringeres Vertrauen: Häufiges Senken der Preise während eines Pitches kann als nicht vertrauenswürdig wahrgenommen werden und den Ruf schädigen.

Meiner Erfahrung nach geht es speziell in Deutschland (leider) häufig nur über den Preis, noch dazu wird wenig oder gar nicht verhandelt, was viele Fotografen dazu veranlasst, direkt mit einem niedrigen Angebot zu starten. Ich habe schon Pitches wegen 50,00 EUR verloren, mit einem Creative Director, der sich im Nachgang bei mir entschuldigte. Sorry, wenn ich hier etwas angesäuert klinge. It is what it is.

Speziell im englischsprachigen Ausland ist häufig eine andere Wahrnehmung für Qualität vorhanden. Hier ist man bereit, zur Not etwas mehr zu investieren. Zusätzlich werden bei Pitches häufig Cost Consultants eingesetzt, die die Angebote der Fotografen bewerten und beraten.

Nutzungsrechte verhandeln

Jetzt geht es um die Wurst. Das Aushandeln von Nutzungsrechten und Honoraren kann leider ein komplizierter Prozess sein, aber mit guter Vorbereitung, klarer Kommunikation und Kompromissbereitschaft können häufig Vereinbarungen erzielt werden, die für beide Parteien funktionieren.

  • Legen Sie die Nutzungsrechte fest: Bevor Sie an den Kunden herantreten, sollten Sie sich über die verschiedenen Arten von Lizenzen, Nutzungsmedien und Laufzeiten im Klaren sein, damit Sie die Nutzungsrechte, die Sie anbieten, genau definieren können.
  • Legen Sie einen Preis fest: Bevor Sie mit Ihrem Kunden verhandeln, sollten Sie eine klare Vorstellung davon haben, was Ihre Arbeit wert ist. Recherchieren Sie Fotografen mit einem ähnlichen Fokus am Markt, um zu sehen, was sie verlangen, und verwenden Sie dies als Ausgangspunkt für Ihre Kalkulation. Klar, nicht jeder Fotograf wird offen über seine Preise sprechen, deswegen ist es relativ wichtig, sich von Anfang an ein Netzwerk an Berufskollegen aufzubauen, mit denen man offen über so etwas sprechen kann.
  • Netzwerken und Weiterbildung: Zusätzlich empfiehlt es sich, für eine Zeit Mitglied in einem Berufsverband zu sein. Ich kann den BFF empfehlen, wo ich selbst knapp 7 Jahre Mitglied war. Andere Kollegen sind Mitglied bei PIC. Hier kann man sich zum einen austauschen, zum anderen gibt es öfters Trainings oder Seminare zum Thema Nutzungsrechte und Kalkulation.
  • Seien Sie bereit zu verhandeln: Seien Sie offen für Verhandlungen und bereit, Kompromisse einzugehen, um eine Vereinbarung zu erzielen, die für beide Seiten zufriedenstellend ist. Überlegen Sie sich im Vorfeld, wie weit Sie gehen können und möchten.
  • Seien Sie flexibel: Bleiben Sie offen und flexibel für alternative Lösungen, die sowohl Ihren Bedürfnissen als auch denen Ihres Kunden gerecht werden. Dies kann bedeuten, dass Sie Ihre Gebühren anpassen oder Ihre Lizenzoptionen ändern. Beispielsweise können Sie die Laufzeit reduzieren, um den Einstiegspreis zu senken, mit der Option auf Verlängerung.

Urheberrecht vs. Nutzungsrechte: Ein wichtiger Unterschied

Ein häufiges Missverständnis besteht in der Verwechslung von Urheberrecht und Nutzungsrechten. Wie eingangs erwähnt, entsteht das Urheberrecht an einem Foto in dem Moment, in dem es geschaffen wird, und gehört dem Fotografen. Dieses Recht ist nicht übertragbar (mit sehr wenigen Ausnahmen wie „Works for Hire“, die in Deutschland aber selten vorkommen und vertraglich explizit geregelt sein müssen). Was der Fotograf überträgt oder lizenziert, sind die Nutzungsrechte – die Erlaubnis, das Werk auf bestimmte Weise zu verwenden.

Beispiel 1: Der Songkauf

Wenn Sie einen Musiktitel oder ein Album kaufen, kaufen Sie nicht das Urheberrecht an der Musik. Der Musiker behält das Urheberrecht, aber Sie erhalten eine Lizenz, um die Musik selbst anzuhören. Sie besitzen die Musik nicht uneingeschränkt, sodass Sie keine Kopien erstellen und weitergeben oder verkaufen dürfen. Und Sie dürfen die Musik nicht für einen anderen Zweck verwenden, als sie anzuhören (z. B. als Soundtrack in einem Film). Sie dürfen sie auch nicht bearbeiten und wiederverwenden (ein abgeleitetes Werk erstellen). Der Musiker besitzt die Musik, aber Sie zahlen eine kleine Gebühr für das Recht, sie anzuhören. Alles darüber hinaus würde zusätzliche Genehmigung/Lizenzierung erfordern und Kosten verursachen.

Beispiel 2: Weitergabe an Dritte

Ein kommerzieller Kunde engagiert einen Fotografen für ein Event. Der Kunde erhält vertraglich festgelegte Nutzungsrechte für die entstandenen Bilder (z. B. für interne Kommunikation und die eigene Website). Nun möchte der Eventplaner, der das Event organisiert hat, ebenfalls Bilder für seine Marketingmaterialien nutzen, ebenso wie der Caterer oder die Band. Darf der Kunde die Bilder einfach an diese Dritten weitergeben? Nein. Der Kunde hat die Nutzungsrechte für SICH erworben, nicht für Dritte. Wenn der Eventplaner oder andere Dienstleister die Bilder nutzen möchten, müssen sie eine eigene Lizenz vom Urheber, dem Fotografen, erwerben. Das stellt sicher, dass der Fotograf für die Nutzung seiner Arbeit durch weitere Parteien vergütet wird und dass eventuelle Vereinbarungen zur Exklusivität oder zum Datenschutz eingehalten werden.

Welche Nutzungsrechte gelten für Fotografen?
Da der Fotograf das Urheberrecht besitzt, erteilt er Ihnen die Erlaubnis, die Bilder zu verwenden . Diese Erlaubnisse sind Nutzungsrechte, und in Ihrem Vertrag wird genau festgelegt, was Sie mit den Bildern tun dürfen und was nicht. Möglicherweise finden Sie Begriffe wie „Eingeschränkte Nutzung“ und „Unbegrenzte Nutzung“.

Exklusivität und Datenschutz

Da der Fotograf das Urheberrecht besitzt, kann er Bilder auf Social Media teilen, auf seiner Website (oder anderen Websites zur Eigenwerbung) veröffentlichen und sogar Lizenzen an Dritte vergeben (z. B. über Stock-Agenturen), sofern keine entgegenstehenden Vereinbarungen getroffen wurden. Kunden freuen sich oft, ihre Bilder im Portfolio des Fotografen zu sehen. Was aber, wenn der Fotograf die Bilder über eine Stock-Agentur verkauft und das Gesicht des Kunden plötzlich auf einer Werbetafel für ein Produkt erscheint, mit dem der Kunde nicht in Verbindung gebracht werden möchte?

Sofern vertraglich nichts anderes geregelt ist, hat der Fotograf das Recht, die Bilder zu verwenden und zu lizenzieren. Professionelle Fotografen klären dies jedoch in der Regel im Voraus und nutzen Kundenbilder primär zur Präsentation ihrer Arbeit. Wenn Sie Bedenken haben, wie Ihre Bilder verwendet werden könnten, können Sie eine Vereinbarung über eingeschränkte Nutzungsrechte für den Fotografen (nur Eigenwerbung, keine Weiterlizenzierung ohne Zustimmung) oder sogar exklusive Rechte zugunsten des Kunden vereinbaren. Letzteres bedeutet, dass der Fotograf die Bilder ohne Ihre Zustimmung nicht nutzen oder an Dritte lizenzieren darf. Solche Einschränkungen zugunsten des Kunden führen oft zu höheren Honoraren, da der Fotograf auf potenzielle Einnahmen aus der Weiterverwertung verzichtet.

Es ist daher essenziell, dass die Nutzungsrechte und alle Einschränkungen für den Fotografen klar im Vertrag festgehalten werden. Ein Model Release (oder Property Release) ist ebenfalls wichtig, um die abgebildeten Personen oder Eigentümer für die beabsichtigte Nutzung abzusichern.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Wer besitzt das Urheberrecht an meinen Fotos?
Das Urheberrecht gehört in Deutschland immer dem Fotografen, der das Bild geschaffen hat, sobald es entstanden ist. Es kann nicht verkauft oder übertragen werden, nur die Nutzungsrechte können lizenziert werden.

Kann ich Fotos für alles verwenden, wenn ich den Fotografen bezahlt habe?
Nein. Sie haben für die Dienstleistung des Fotografen und die Erstellung der Bilder bezahlt. Die Nutzung der Bilder ist jedoch durch die im Vertrag vereinbarten Nutzungsrechte geregelt. Diese legen fest, wie, wo und wie lange Sie die Fotos verwenden dürfen.

Was ist der Unterschied zwischen Royalty-free und Rights-managed Lizenzen?
Royalty-free (RF) bedeutet, Sie zahlen eine einmalige Gebühr für die Lizenz und können das Bild dann unter bestimmten Bedingungen (oft sehr breit gefasst) mehrfach nutzen, ohne weitere Gebühren pro Nutzung zu zahlen. Rights-managed (RM) bedeutet, die Nutzung ist sehr spezifisch (Medium, Dauer, Region etc.) lizenziert, und jede Nutzung außerhalb dieser Parameter erfordert eine neue Lizenz und zusätzliche Kosten.

Muss ich den Fotografen nennen, wenn ich ein Bild verwende?
Das hängt von der Lizenzvereinbarung ab. In Deutschland schreibt das Urheberrecht grundsätzlich das Recht auf Namensnennung vor (§ 13 UrhG). Eine Lizenzvereinbarung kann jedoch abweichende Regelungen treffen. Bei redaktioneller Nutzung ist die Nennung fast immer üblich und oft vertraglich oder gesetzlich vorgeschrieben. Bei kommerzieller Nutzung kann vertraglich auf die Nennung verzichtet werden, was sich aber oft im Preis niederschlägt.

Kann ich ein gekauftes Bild bearbeiten?
Das Recht, ein Werk zu bearbeiten oder umzugestalten, liegt grundsätzlich beim Urheber (§ 23 UrhG). Die Lizenzvereinbarung muss Ihnen explizit das Recht zur Bearbeitung einräumen (z. B. Retusche, Farbkorrektur, Zuschnitt). Ohne diese Erlaubnis ist eine Bearbeitung nicht gestattet.

Fazit

Eigentlich wollte ich ursprünglich nur ein paar Zeilen zu diesem Thema schreiben. Jetzt ist es doch ein Aufsatz geworden, bei dem ich noch endlos weiterschreiben könnte. Es gibt noch so viele Themen: Wie fordere ich meine Rechte ein? Wie verfolge ich Lizenzen? Wie schütze ich meine Bilder? Usw. usw.

Zusammengefasst bleibt es ein schwieriges Thema, bei dem man einiges an Fingerspitzengefühl und Erfahrung braucht. Häufig müssen Kunden auch erst auf dieses Thema sensibilisiert werden. Je größer der Kunde aufgestellt ist, desto einfacher ist das Thema in der Regel zu kommunizieren. Oft wissen die Kolleginnen und Kollegen aus dem Marketing dann auch schon ganz genau, welche Lizenz es sein soll.

Eine Anschaffung des Booklets mfm-Bildhonorar Übersichten lohnt auf jeden Fall. Nicht nur, weil hier der oben erwähnte Schlüssel noch mal zu finden ist, sondern auch, weil einige andere Tabellen zu finden sind, mit unterschiedlichen Lizenzmodellen und Basishonoraren. Speziell für die Verwendung im redaktionellen Bereich ist die Übersicht extrem hilfreich. Das Verständnis und die korrekte Handhabung von Nutzungsrechten sind entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg als Fotograf und für eine faire Beziehung zwischen Fotograf und Kunde.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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