Was sind Lichtflecken auf Fotos?

Lichtflecken auf Fotos: Flare & Orbs erklärt

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Licht ist das Fundament der Fotografie. Ohne Licht gäbe es keine Bilder. Doch manchmal spielt uns das Licht einen Streich und hinterlässt unerwartete Spuren auf unseren Aufnahmen. Diese Spuren können als helle Flecken, Streifen oder diffuse Scheiben erscheinen und sind unter den Begriffen Lens Flare und Orbs (oder Geisterflecke) bekannt. Während sie in manchen Situationen als störende Artefakte gelten, werden sie von anderen Fotografen gezielt als Stilmittel eingesetzt.

Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Lichtfleck auf einem Foto dasselbe ist. Lens Flare und Orbs haben unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsformen. In diesem Artikel beleuchten wir beide Phänomene im Detail, erklären ihre Entstehung und geben Tipps, wie man mit ihnen umgeht.

Was tun gegen Lens Flare?
Lens Flare ist kein Qualitätsproblem, sondern ein physikalischer Effekt, der durch Lichtreflexionen in der Linse entsteht. Stört Dich der Effekt, kannst Du ihn mit Apps wie Snapseed, Lightroom oder der Fotos-App entfernen.

Was ist Lens Flare (Blendenflecken)?

Lens Flare, oft auch als Blendenflecken bezeichnet, tritt auf, wenn sehr helles Licht, typischerweise die Sonne oder eine starke künstliche Lichtquelle, direkt oder in einem flachen Winkel in das Objektiv scheint. Dieses Licht prallt von den inneren Oberflächen der Linsenelemente ab und streut unkontrolliert im Objektiv. Das Ergebnis sind helle, oft farbige Flecken, Streifen oder Polygone auf dem Bild. Die Form der polygonalen Blendenflecken wird dabei von der Form der Blendenlamellen im Objektiv bestimmt.

Wie entsteht Lens Flare?

Die Entstehung von Lens Flare ist ein komplexes optisches Phänomen, das auf der Reflexion und Streuung von Licht innerhalb des Objektivs basiert. Jede Oberfläche eines Linsenelements reflektiert einen kleinen Teil des einfallenden Lichts. Bei einem Objektiv mit vielen Elementen und starken Lichtquellen addieren sich diese Reflexionen. Moderne Objektive verfügen über spezielle Beschichtungen (Vergütungen) auf den Linsenoberflächen, die diese Reflexionen minimieren sollen. Trotzdem können bei extremen Lichtverhältnissen, insbesondere bei Gegenlicht, nicht alle internen Reflexionen vollständig eliminiert werden.

Bestimmte Objektivtypen sind anfälliger für Lens Flare als andere. Dazu gehören:

  • Weitwinkelobjektive: Aufgrund ihres großen Bildwinkels fangen sie leichter Streulicht ein.
  • Unvergütete oder ältere Objektive: Ohne moderne Antireflexbeschichtungen sind interne Reflexionen stärker ausgeprägt.
  • Objektive mit vielen Linsenelementen: Mehr Oberflächen bedeuten mehr potenzielle Reflexionsquellen.

Selbst moderne Smartphone-Kameras, wie die des iPhones, können anfällig für Lens Flare sein. Dies liegt oft an der nicht vergüteten Objektivabdeckung und der Tatsache, dass die verbauten Linsen optisch betrachtet häufig Weitwinkelcharakter haben, was sie generell anfälliger macht. Die Flares auf Smartphone-Fotos können manchmal weniger attraktiv erscheinen, oft nur als punktförmige Spiegelungen der Lichtquelle.

Lens Flare gezielt als Stilmittel einsetzen

Was für den einen ein störender Makel ist, kann für den anderen ein kreatives Element sein. Viele Fotografen nutzen Blendenflecken bewusst, um ihren Bildern einen bestimmten Look zu verleihen. Flare kann eine Szene dramatischer, verträumter oder retro wirken lassen. Es kann die Präsenz einer starken Lichtquelle betonen und dem Bild Tiefe verleihen.

Um Lens Flare gezielt zu erzeugen, richtet man die Kamera direkt in die Sonne oder auf eine andere starke Lichtquelle. Die Fotografin Martha Galvan rät dazu: „Das Beste, was du tun kannst, ist, aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu fotografieren, sodass du, selbst wenn einige verwackelt sind, sehen kannst, was funktioniert und was nicht.“ Es erfordert oft einige Versuche und Experimente mit dem Winkel zur Lichtquelle, der Blende und der Brennweite, da die Art und Intensität der Blendenflecken von einer Vielzahl von Faktoren abhängt.

Was tun gegen unerwünschten Lens Flare?

Wenn Lens Flare nicht erwünscht ist, gibt es verschiedene Methoden, um ihn zu minimieren:

  • Gegenlichtblende verwenden: Dies ist das gängigste Hilfsmittel. Eine passende Gegenlichtblende schirmt das Objektiv seitlich vor direkt einfallendem Streulicht ab.
  • Kamerawinkel ändern: Verändere den Winkel der Kamera zur Lichtquelle, bis der Flare verschwindet oder akzeptabel wird. Manchmal genügt eine kleine Verschiebung.
  • Objektiv abschatten: Nutze deine Hand, einen Hut oder ein Stück Karton, um die Lichtquelle abzuschirmen, ohne dass diese Abschattung selbst im Bild zu sehen ist.
  • Qualitativ hochwertige, gut vergütete Objektive verwenden: Diese sind von vornherein weniger anfällig für Flare.
  • Nachbearbeitung: In der digitalen Nachbearbeitung können störende Flares oft reduziert oder ganz entfernt werden, auch wenn dies je nach Intensität und Komplexität des Flares aufwendig sein kann.

Was sind Orbs (Geisterflecke)?

Während Lens Flare ein Abbildungsfehler ist, der durch Lichtstreuung *innerhalb* des Objektivs verursacht wird, sind Orbs, im deutschen Sprachraum oft als Geisterflecke bezeichnet, etwas anderes. Sie erscheinen als diffuse, leuchtende, mehr oder weniger kreisrunde Scheiben in fotografischen Aufnahmen. Es handelt sich dabei nicht um einen Fehler des optischen Systems im eigentlichen Sinne, sondern um ein Unschärfen-Artefakt, das meist bei Aufnahmen mit Blitzlicht auftritt.

Wie entstehen Orbs?

Die Entstehung von Orbs ist physikalisch gut erklärt. Das Licht des Blitzes wird von winzigen Teilchen gestreut und teilweise zurückgeworfen, die sich in sehr geringem Abstand zwischen dem Bildmotiv (dem eigentlich fokussierten Objekt) und der Kamera befinden. Da diese Teilchen sehr nah an der Kamera und weit außerhalb des Schärfebereichs liegen, werden sie extrem unscharf abgebildet. Infolge dieser durch die Nähe und den Fokus bedingten Unschärfe entstehen grob scheibenförmige Lichtbilder – die Orbs. Die Abbildung eines Teilchens ist dabei um ein Vielfaches größer als das Teilchen selbst. Die Form der abgebildeten Scheiben orientiert sich an der Form der Blendenöffnung des Objektivs.

Was sind Orbs auf Fotos?
Geisterflecke sind diffus erscheinende, leuchtende, mehr oder weniger kreisrunde Scheiben in fotografischen Aufnahmen. Im englischsprachigen Raum werden diese Flecke häufig als Orbs bezeichnet.

Die eigentliche Ursache für diese Streuzentren sind häufig:

  • Staubpartikel
  • Regentropfen
  • Schneeflocken
  • Insekten
  • Andere Kleinstobjekte in unmittelbarer Nähe der Kamera.

Das Blitzlicht beleuchtet diese Partikel, die sonst unsichtbar wären, intensiv, und das von ihnen gestreute Licht wird vom Objektiv aufgefangen und als unscharfes Scheibchen auf den Sensor projiziert.

Warum treten Orbs häufiger bei kleinen Digitalkameras auf?

Ein interessantes Phänomen ist, dass Orbs bei digitalen Kompaktkameras mit kleinem Sensor und eingebautem Blitz besonders häufig und auffällig sind. Dies hat mehrere Gründe:

  • Kleine Sensoren und kurze Brennweiten: Kameras mit kleinen Sensoren (im Vergleich zum analogen Kleinbildformat) verwenden sehr kurze Brennweiten, um einen bestimmten Bildwinkel zu erreichen. Kürzere Brennweiten führen bei gleicher Blendenzahl zu einer größeren Schärfentiefe.
  • Größere Schärfentiefe: Die größere Schärfentiefe bei kleinen Kameras bedeutet, dass Partikel, die zwar unscharf, aber noch mit einem hinreichend kleinen Zerstreuungskreis abgebildet werden, immer noch hell genug sind, um sichtbar zu sein.
  • Naher Blitz: Bei Kompaktkameras befindet sich der eingebaute Blitz oft sehr nah am Objektiv, was die Partikel in unmittelbarer Nähe der Linse stark beleuchtet.

Bei Kameras mit größeren Sensoren (Vollformat, Mittelformat) ist die Schärfentiefe bei gleicher Blendenzahl und äquivalentem Bildwinkel deutlich geringer. Die Abbildungen der Streuzentren (Partikel) werden aufgrund der geringeren Schärfentiefe oft so groß, dass das Licht auf eine viel größere Fläche verteilt wird. Dadurch wird die Helligkeit pro Fläche (die Leuchtdichte) so gering, dass sie im Bild kaum noch erkennbar sind. Die Orbs sind zwar physisch da, aber zu dunkel, um aufzufallen.

Charakteristische Merkmale von Orbs (Geisterflecken)

Mehrere Beobachtungen sind typisch für das Auftreten von Geisterflecken:

  • Größe und Abstand: Je näher sich die Streuzentren (Partikel) vor der Kamera befinden, desto größer werden die unscharfen Scheiben (Orbs). Die Größe des Zerstreuungskreises ist umgekehrt proportional zum Abstand des Partikels von der Linse.
  • Größe und Blende/Brennweite: Die Geisterflecke werden umso kleiner, je kleiner die Blende (größere Blendenzahl) oder je kürzer die Brennweite der Kamera eingestellt wird. Beides erhöht die Schärfentiefe.
  • Helligkeit und Abstand: Die Helligkeit der Geisterflecke ist bei quasi-punktförmigen Streuzentren weitgehend unabhängig vom Abstand. Das hellere Streulicht von näheren Streuzentren wird auf eine größere, unscharf abgebildete Fläche verteilt. Dieser Effekt kompensiert sich mit der Abnahme der Beleuchtungsstärke des Blitzes mit der Entfernung.
  • Größe und Brennweite (quantitativ): Bei einer Verdopplung der Brennweite werden bei gleichem Abstand des Streuzentrums und bei gleicher Blende die Durchmesser der Geisterflecke viermal so groß.
  • Abwesenheit ohne Blitz: Bei Aufnahmen ohne Blitzlicht sind die Streuzentren in der Regel nicht erkennbar, da Blitzlicht die häufigste Ursache darstellt. Andere Lichtquellen wie Lampen oder die Sonne können zwar theoretisch auch Orbs verursachen, sind aber seltener die primäre Ursache, insbesondere bei kurzen Belichtungszeiten. Längere Belichtungszeiten ohne künstliche Beleuchtung reduzieren die Wahrscheinlichkeit.
  • Keine Wirkung von Gegenlichtblenden: Das Auftreten von Geisterflecken kann durch die Verwendung von Streulichtblenden (Gegenlichtblenden) nicht vermindert werden, da diese nur Licht von außerhalb des Bildwinkels abhalten, nicht aber Partikel, die sich *vor* der Frontlinse im Bildpfad befinden.
  • Sensorgröße und Erscheinung: Je kleiner der Bildsensor einer Kamera ist, desto kleiner und heller wird das Bild eines Geisterflecks bei gleichem Bildwinkel und gleicher Blendenzahl. Dies erklärt, warum Orbs auf Handyfotos oder Kompaktkamera-Bildern so auffällig sein können.

Ein Blick auf den theoretischen Hintergrund (Zerstreuungskreis)

Die Größe eines Geisterflecks kann theoretisch abgeschätzt werden. Ein punktförmiges Teilchen in einem Abstand x vor dem Objektiv wird als leuchtende Scheibe abgebildet, deren Durchmesser Z vom Objektiv und den Einstellungen abhängt. Die Näherungsformel für den Durchmesser Z eines unscharf abgebildeten Punktes (für hinreichend große Abstände x) lautet:

Z ≈ f² / (k ⋅ x)

Wobei f die Brennweite, k die Blendenzahl und x der Abstand des Partikels ist. Aus dieser Formel ergeben sich die oben genannten Beobachtungen:

  • Z ist umgekehrt proportional zu x (größerer Abstand -> kleinerer Orb).
  • Z ist proportional zu f² (doppelte Brennweite -> vierfacher Durchmesser).
  • Z ist umgekehrt proportional zu k (kleinere Blendenzahl -> größerer Orb, da D proportional zu f/k ist und Z proportional zu D*(b-f)/b, was sich zu Z proportional zu f/k * (x-f)/x vereinfacht, und für große x näherungsweise Z proportional zu f/k. Sorry, die Formel im Text ist Z = f² / (k * (x-f)), was für große x zu Z ≈ f²/kx wird. Die ursprüngliche Formel im Text scheint einen Fehler zu haben oder bezieht sich auf etwas Spezifisches, da Z proportional zu f/k sein sollte. Die Beobachtungen im Text widersprechen teilweise der gegebenen Formel Z ≈ f²/kx. Die Beobachtung "linear mit sich vergrößernder Blende (kleinere Blendenzahl)" impliziert Z proportional zu 1/k. Die Beobachtung "quadratisch mit der verwendeten Brennweite" impliziert Z proportional zu f². Kombiniert Z proportional zu f²/k. Das passt zur Näherungsformel. Lassen wir es dabei.)

Das Abstandsgesetz und die Helligkeit von Orbs

Die scheinbar konstante Helligkeit von Orbs unabhängig vom Abstand der Partikel ist ein faszinierendes Zusammenspiel zweier physikalischer Gesetze. Nach dem Abstandsgesetz nimmt die Beleuchtungsstärke einer Lichtquelle (hier: des Blitzes am Ort des Partikels) quadratisch mit dem Abstand ab. Ein Partikel, das doppelt so weit entfernt ist, wird also nur mit einem Viertel der Intensität beleuchtet.

Gleichzeitig nimmt der Durchmesser des abgebildeten Orbs umgekehrt proportional zum Abstand des Partikels ab. Ein Partikel, das doppelt so weit entfernt ist, wird als Orb mit halbem Durchmesser abgebildet. Die Fläche dieses Orbs ist dann nur ein Viertel der Fläche eines Orbs, der von einem halb so weit entfernten Partikel verursacht wird (Fläche proportional zum Durchmesser im Quadrat).

Diese beiden Effekte kompensieren sich: Das weniger stark beleuchtete, weiter entfernte Partikel streut weniger Licht, aber dieses Licht wird auf eine proportional kleinere Fläche verteilt. Das stärker beleuchtete, nähere Partikel streut mehr Licht, aber dieses Licht wird auf eine proportional größere Fläche verteilt. Das Ergebnis ist, dass alle Orbs, die von Partikeln gleicher Größe und Reflexionsfähigkeit verursacht werden, in der Bildebene eine ähnliche Helligkeit pro Fläche (Leuchtdichte) aufweisen, unabhängig von ihrem Abstand zur Kamera.

Vergleich: Orb-Größe bei kleiner vs. großer Kamera (Beispielrechnung)

Um den Effekt der Sensorgröße auf die Sichtbarkeit von Orbs zu verdeutlichen, betrachten wir die im Quelltext genannten Beispiele:

MerkmalKleine KameraGroße Kamera (Kleinbild)
Sensorgröße (Diagonal)ca. 12,7 mm (1/2 Zoll)43,3 mm
Eingestellte Brennweite7 mm24 mm
Eingestellte Blendenzahl (k)2,42,4
Partikelabstand (x)40 mm40 mm
Orb-Durchmesser (Z) nach Näherung Z ≈ f² / (k ⋅ x)(7 mm)² / (2,4 ⋅ 40 mm) = 49 / 96 ≈ 0,51 mm(24 mm)² / (2,4 ⋅ 40 mm) = 576 / 96 ≈ 6 mm
Relativer Orb-Durchmesser (Z / Sensordiagonale)0,51 mm / 12,7 mm ≈ 4 %6 mm / 43,3 mm ≈ 14 %
Relative Orb-Fläche (Proportional zu Z_rel²)(4 %)² = 0,0016(14 %)² = 0,0196
Verhältnis der relativen Flächen (Klein / Groß)0,0016 / 0,0196 ≈ 0,08 oder 8 %

Obwohl der Orb bei der großen Kamera absolut gesehen viel größer ist (6 mm vs. 0,51 mm), nimmt er relativ zur Sensorgröße nur 14 % der Diagonalen ein, verglichen mit 4 % bei der kleinen Kamera. Das Wichtigste ist jedoch die relative Fläche. Die relative Fläche des Orbs bei der kleinen Kamera ist nur etwa 8 % der relativen Fläche bei der großen Kamera. Da die gesamte Lichtmenge, die vom Partikel kommt, in beiden Fällen gleich ist (siehe Abstandsgesetz), verteilt sich dieses Licht bei der großen Kamera auf eine relativ viel größere Fläche.

Die Helligkeit innerhalb des Zerstreuungskreises bei der großen Kamera beträgt somit nur etwa 8 % der Helligkeit bei der kleinen Digitalkamera. Dieser Unterschied in der Leuchtdichte erklärt, warum der Orb bei der kleinen Kamera viel deutlicher und heller erscheint und oft störend wirkt, während er bei der großen Kamera aufgrund seiner geringeren Helligkeit pro Fläche kaum oder gar nicht erkennbar ist.

Was sind Lichtflecken auf Fotos?
Blendenflecken erscheinen auf Fotos oft als Kreise oder Ringe, die von der Lichtquelle ausgehen. Diese sichtbaren Flecken, oder Artefakte, werden Ghosting genannt. Verwechsle dies nicht mit dem Bokeh, was ein Unschärfeeffekt im Hintergrund ist, der durch dein Objektiv erzeugt wird.

Wie vermeidet man Orbs?

Da Orbs meist durch Blitzlicht in Anwesenheit von Partikeln verursacht werden, sind die effektivsten Methoden zur Vermeidung:

  • Blitz vermeiden: Versuche, ohne Blitz zu fotografieren, indem du die ISO-Empfindlichkeit erhöhst oder eine längere Belichtungszeit wählst (sofern das Motiv stillsteht).
  • Externen Blitz verwenden: Wenn ein Blitz benötigt wird, nutze einen externen Blitz, der nicht direkt neben dem Objektiv sitzt. Richte den Blitz nach oben oder zur Seite (indirektes Blitzen), um die Partikel vor der Linse nicht frontal anzustrahlen.
  • Umgebung wechseln: Wenn möglich, wechsle den Aufnahmeort, um Bereiche mit viel Staub, starkem Regen oder Schneefall zu meiden.
  • Reinigung: Stelle sicher, dass die Frontlinse deines Objektivs sauber ist, auch wenn Orbs von Partikeln *vor* der Linse verursacht werden, nicht auf der Linse selbst.

Gegenlichtblenden oder spezielle Objektivbeschichtungen helfen, wie erwähnt, nicht gegen Orbs.

Zusammenfassung und Vergleich

Lens Flare und Orbs sind beides unerwünschte Lichtartefakte, die auf Fotos erscheinen können, haben aber sehr unterschiedliche Ursachen und Eigenschaften:

MerkmalLens Flare (Blendenflecken)Orbs (Geisterflecke)
UrsacheDirektes Licht (Sonne, Lampe) trifft Linse; interne Reflexionen im Objektiv.Blitzlicht (meist) trifft Partikel (Staub, Regen, etc.) vor der Linse; unscharfe Abbildung dieser Partikel.
Art des PhänomensAbbildungsfehler (Streulicht).Unschärfe-Artefakt.
ErscheinungHelle Flecken, Streifen, Polygone (oft Blendenform); kann farbig sein.Diffuse, leuchtende, kreisrunde Scheiben (oft Blendenform); meist weiß oder farblos, kann Farbe des Partikels/Lichts annehmen.
VermeidungGegenlichtblende, Abschatten der Linse, Kamerawinkel ändern, hochwertige Objektive.Blitz vermeiden/entkoppeln, partikelfreie Umgebung wählen.
Kreative NutzungHäufig zur Bildgestaltung eingesetzt.Selten, meist als störend empfunden.
AnfälligkeitWeitwinkelobjektive, unvergütete/ältere Linsen, starke Lichtquellen, Gegenlichtsituationen.Kameras mit eingebautem Blitz, kleine Sensoren, staubige/feuchte/schneereiche Umgebungen.
Form bestimmt durchForm der Blendenlamellen.Form der Blendenlamellen (da unscharfe Abbildung der Blende).

Häufig gestellte Fragen

Sind Orbs Geister?
Nein, Orbs sind keine paranormalen Erscheinungen, sondern optische Artefakte, die durch die Reflexion von Blitzlicht an Partikeln wie Staub oder Feuchtigkeit in der Luft verursacht werden. Ihre Entstehung ist physikalisch erklärbar.

Kann ich Lens Flare immer vermeiden?
Mit den richtigen Techniken (Gegenlichtblende, Abschatten, Winkel) kann Lens Flare oft minimiert oder ganz vermieden werden. Bei extremen Lichtverhältnissen oder bestimmten Objektivkonstruktionen kann es jedoch schwierig sein, ihn komplett zu eliminieren.

Helfen Objektivbeschichtungen gegen Orbs?
Nein, Objektivbeschichtungen reduzieren interne Reflexionen innerhalb der Linse (wirksam gegen Lens Flare), haben aber keinen Einfluss auf die Abbildung von Partikeln, die sich vor der Linse befinden und vom Blitz angestrahlt werden.

Warum sehe ich Orbs oft auf Fotos von Partys oder in der Nacht?
Bei Partys oder Nachtaufnahmen wird oft ein Blitz verwendet. In geschlossenen Räumen oder an Orten mit viel Bewegung können Staubpartikel in der Luft aufgewirbelt werden. Die Kombination aus Blitz und Partikeln führt dann leicht zur Entstehung von Orbs.

Kann ich Orbs in der Nachbearbeitung entfernen?
Es ist oft möglich, Orbs in der Bildbearbeitungssoftware zu reduzieren oder zu entfernen, besonders wenn sie nicht zu groß oder zu dominant sind. Techniken wie Klonen oder Ausbessern können dabei hilfreich sein, können aber bei großen oder überlappenden Orbs aufwendig sein und Artefakte hinterlassen.

Das Verständnis von Lens Flare und Orbs ermöglicht es Fotografen, diese Lichtphänomene entweder bewusst zu gestalten oder sie effektiv zu vermeiden, um die gewünschten Bildergebnisse zu erzielen. Beide sind faszinierende Beispiele dafür, wie Licht mit der Optik und unserer Umgebung interagiert.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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