In der Ära des Übergangs von der analogen zur digitalen Fotografie spielten bestimmte Kameramodelle eine entscheidende Rolle, indem sie fortschrittliche Technologie einem breiteren Publikum zugänglich machten. Die Nikon D70 und ihre Nachfolgerin, die D70s, gehören zweifellos zu diesen Kameras. Sie etablierten sich schnell als beliebte Werkzeuge für ambitionierte Fotografen und setzten Maßstäbe in ihrer Klasse.

Die Nikon D70 trat in den Ring und wurde oft als überlegen gegenüber ihrem Vorgängermodell, der D100, angesehen, obwohl die D100 zu diesem Zeitpunkt einen höheren Preis hatte. Dies zeigte, dass Nikon mit der D70 eine bemerkenswerte Balance aus Leistung und Wert gefunden hatte, die bei Fotografen großen Anklang fand.

Objektivkompatibilität der D70
Ein wichtiger Aspekt bei der Wahl einer Kamera ist die Verfügbarkeit und Kompatibilität von Objektiven. Die D70 bot hier eine hohe Flexibilität. Sie war rückwärtskompatibel mit den meisten älteren Nikkor-Objektiven, was für viele Fotografen, die bereits in das Nikon-System investiert hatten, ein großer Vorteil war. Neben Nikkor gab es auch eine breite Palette von Objektiven von Drittherstellern wie Sigma, Tokina und Tamron, die mit dem Nikon F-Mount kompatibel waren und den Benutzern weitere Optionen und Preispunkte boten.
Der Hybrid-Shutter und schnelle Blitzsynchronisation
Eine bemerkenswerte technische Besonderheit der D70 und D70s war ihr hybrider elektronisch/mechanischer Verschluss. Diese Konstruktion ermöglichte eine Fähigkeit, die damals nicht selbstverständlich war: die Blitzsynchronisation über die offiziell angegebene maximale Synchronisationsgeschwindigkeit von 1/500 Sekunde hinaus. Tatsächlich war es möglich, den Blitz sogar bei der maximalen Verschlusszeit von 1/8000 Sekunde zu synchronisieren. Diese Fähigkeit zur Hochgeschwindigkeits-Blitzsynchronisation war besonders nützlich, um bei hellem Umgebungslicht mit Blitz aufhellen oder Bewegungen einfrieren zu können, was kreative Möglichkeiten eröffnete, die mit vielen anderen Kameras dieser Zeit nicht ohne Weiteres realisierbar waren.
Die Evolution zur Nikon D70s
Anfang 2005 kündigte Nikon die D70s an. Dieses Modell war im Wesentlichen ein Update der ursprünglichen D70, das einige Verbesserungen mit sich brachte, aber die Kernfunktionen und die Bildqualität beibehielt. Die Einführung der D70s markierte Nikons Bestreben, ein erfolgreiches Modell weiter zu verfeinern und auf das Feedback der Benutzer zu reagieren.

Verbesserungen der D70s gegenüber der D70
Die bemerkenswertesten Unterschiede betrafen:
- Das LCD-Display: Die D70s erhielt einen größeren LCD-Bildschirm (2,0 Zoll bzw. 51 Millimeter im Vergleich zu 1,8 Zoll bzw. 46 Millimeter bei der D70). Obwohl die Auflösung mit 130.000 Pixeln gleich blieb, machte die größere Fläche die Bildbetrachtung und Menünavigation angenehmer.
- Der Akku: Die D70s wurde mit dem neueren Akku EN-EL3a ausgeliefert, der eine leicht höhere Kapazität als der EN-EL3 der D70 besaß. Dies führte zu einer verbesserten Akkulaufzeit, was für längere Shootings oder Reisen von Vorteil war.
- Blitzabdeckung: Der eingebaute Blitz der D70s bot einen erweiterten Abdeckungswinkel von 18 mm, während der Blitz der D70 nur für Objektive ab 20 mm Weitwinkel geeignet war. Diese kleine, aber feine Anpassung machte den integrierten Blitz mit etwas weitwinkligeren Objektiven nutzbar.
- Fernauslöseranschluss: Die D70s war mit einem Anschluss für ein proprietäres Fernauslösekabel (MC-DC1) ausgestattet, was die Verwendung eines drahtgebundenen Fernauslösers erleichterte.
Wegfall eines Features bei der D70s
Interessanterweise ließ die D70s den zuvor bei der D70 enthaltenen MS-D70 Batteriehalter weg. Dieser Halter ermöglichte es Benutzern, drei CR2-Batterien in die Kamera einzulegen, falls der Hauptakku leer war. Eine nützliche Notfalloption, die bei der D70s entfiel (wobei der Adapter nicht mit CR123A Batterien kompatibel war).
Firmware-Updates für die D70
Nikon bot für die D70 ein Firmware-Update an, das viele der anderen Aktualisierungen der D70s auf das ältere Modell übertrug. Dazu gehörten eine verbesserte Autofokus-Leistung, ein aktualisiertes Menüdesign und eine verbesserte Unterstützung für den direkten Kameradruck. Dies zeigte Nikons Engagement, auch bestehenden Kunden Verbesserungen zukommen zu lassen und die Lücke zwischen den beiden Modellen zu verkleinern.
Sensorformat: DX und der Crop-Faktor
Die Nikon D70 und D70s verwenden beide das DX-Format, welches Nikons Implementierung des APS-C-Formats ist. Dies bedeutet, dass der Sensor kleiner ist als ein Vollformatsensor (Kleinbildformat). Bei der D70 und D70s ergibt sich daraus ein Crop-Faktor von 1,5x. Der Crop-Faktor beeinflusst die effektive Brennweite eines Objektivs. Ein 200-mm-Objektiv, das an einer D70 oder D70s verwendet wird, hat aufgrund des 1,5-fachen Crops eine effektive Brennweite von 300 mm. Dies hat den Vorteil, dass Teleobjektive eine größere Reichweite erzielen, was besonders nützlich für Sport- oder Tierfotografie sein kann. Gleichzeitig bedeutet es, dass Weitwinkelobjektive weniger weitwinklig wirken und man für extreme Weitwinkelaufnahmen entsprechend kürzere Brennweiten benötigt.
Marktumfeld und Konkurrenz
Als die D70s vorgestellt wurde, sah sie sich im Markt der digitalen Spiegelreflexkameras der Konkurrenz gegenüber. Ein prominenter Wettbewerber war die Canon EOS 350D (bekannt als Digital Rebel XT in den USA). Diese Konkurrenz trieb die Innovation voran und bot den Verbrauchern eine größere Auswahl.

Gleichzeitig positionierte Nikon mit der Ankündigung der D70s am 20. April 2005 auch die neue, günstigere und sehr ähnliche D50. Zusammen mit neuen, preiswerten 18-55-mm- und 55-200-mm-Objektiven rundete Nikon sein Angebot im Einsteiger- und ambitionierten Hobbybereich ab.
Vergleich: D70 vs. D70s
Obwohl die D70s ein Update der D70 war, waren die Unterschiede, insbesondere nach dem Firmware-Update für die D70, relativ gering. Der einzige signifikante physische Unterschied, der nicht per Firmware nachgerüstet werden konnte, war das größere LCD-Display der D70s. Die Wahl zwischen einer gebrauchten D70 und einer neuen D70s hing oft von Preis und Verfügbarkeit ab, wobei die D70s die leicht verbesserte Ergonomie und Batterieleistung bot.
| Merkmal | Nikon D70 | Nikon D70s |
|---|---|---|
| LCD-Größe | 1,8 Zoll (46 mm) | 2,0 Zoll (51 mm) |
| Akku | EN-EL3 | EN-EL3a (höhere Kapazität) |
| Blitzabdeckung | Ab 20 mm | Ab 18 mm |
| Fernauslöseranschluss | Nein | Ja (für MC-DC1) |
| MS-D70 Batteriehalter | Ja (für 3x CR2) | Nein |
| Autofokus, Menü, Druckerunterstützung | Verbesserbar per Firmware | Verbessert (out-of-the-box) |
Fragen und Antworten zur Nikon D70 / D70s
- Wann kam die Nikon D70s heraus?
- Die Nikon D70s wurde am 20. April 2005 angekündigt.
- Wie alt ist die Nikon D70?
- Der genaue Veröffentlichungstermin der ursprünglichen Nikon D70 wird in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Sie ist das Vorgängermodell der D70s, die im April 2005 herauskam, und wurde davor veröffentlicht.
- Ist die Nikon D70 Vollformat?
- Nein, die Nikon D70 verwendet einen DX-Sensor, was Nikons Version des APS-C-Formats ist. Sie hat einen Crop-Faktor von 1,5x.
- Was bedeutet der Crop-Faktor von 1,5x?
- Der Crop-Faktor bedeutet, dass die effektive Brennweite eines Objektivs um das 1,5-fache verlängert wird. Ein 50-mm-Objektiv wirkt an der D70 wie ein 75-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera, und ein 200-mm-Objektiv wirkt wie ein 300-mm-Objektiv.
- Was ist der Hauptunterschied zwischen der D70 und der D70s?
- Der auffälligste Unterschied ist das größere 2,0-Zoll-LCD-Display der D70s im Vergleich zum 1,8-Zoll-Display der D70. Weitere Unterschiede betreffen den Akku, die Blitzabdeckung und den Fernauslöseranschluss, obwohl viele Verbesserungen der D70s per Firmware-Update auch für die D70 verfügbar gemacht wurden.
Die Nikon D70 und D70s bleiben wichtige Modelle in der Geschichte der digitalen Fotografie. Sie boten fortschrittliche Funktionen wie die schnelle Blitzsynchronisation und gute Leistung in einem zugänglichen Paket und trugen dazu bei, die digitale Spiegelreflextechnologie für eine breitere Masse von Fotografen attraktiv zu machen. Auch heute noch sind sie bei einigen Enthusiasten als solide Kameras für den Einstieg oder als Zweitkamera geschätzt.
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