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Die St. Galler Methode: Wert & System im Fokus

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In der Welt der Persönlichkeitsentwicklung und des Coachings gibt es zahlreiche Ansätze und Modelle, die Menschen auf ihrem Weg unterstützen sollen. Eines, das sich durch seinen besonderen Fokus auszeichnet, ist die St. Galler Methode, oder genauer gesagt, das St.Galler Coaching Modell®. Es unterscheidet sich signifikant von rein zielorientierten Methoden und bietet einen tiefgreifenderen, nachhaltigeren Weg zur Veränderung.

Der Kern dieses Modells liegt in zwei mächtigen Prinzipien: der Wertorientierung und dem systemischen Denken. Diese beiden Säulen bilden das Fundament für einen Ansatz, der nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern tief in die Strukturen und Antriebe eines Menschen oder Systems eindringt.

Was ist die St. Galler Methode?
Das St. Galler Coaching Modell® zeichnet sich durch eine ganzheitliche Herangehensweise aus, bei der alle relevanten Aspekte eines Coaching-Themas berücksichtigt werden. Ein solcher Ansatz ermöglicht es, alle für das Thema relevanten Dynamiken bezüglich des Wertes, Ziels und Problems in die Entwicklung einzubeziehen.

Wertorientierung – Der innere Kompass

Das vielleicht prägnanteste Merkmal der St. Galler Methode ist ihre tiefe Verankerung in der Wertorientierung. Im Gegensatz zu Modellen, die primär auf das Erreichen externer Ziele ausgerichtet sind, geht das St.Galler Coaching Modell® davon aus, dass unsere Entscheidungen und Handlungen fundamental von unseren tief in der Persönlichkeit verankerten Werten gesteuert werden. Werte sind hier nicht nur nette Zusatzkonzepte, sondern der eigentliche Motor und Kompass für unser Handeln und unsere Entwicklung.

Ziele dienen in diesem Verständnis lediglich dazu, diese Werte zu mehren oder Wertverletzungen zu vermeiden. Stellen Sie sich Ihre Werte wie einen inneren Kompass vor: Sie geben die Ausrichtung vor. In Entscheidungssituationen dienen sie als unfehlbarer Bewertungsmaßstab. Ist eine Handlung oder ein Ziel im Einklang mit meinen Kernwerten, fühlt es sich richtig an und wird mit innerer Zustimmung verfolgt. Kollidiert es jedoch mit wichtigen Werten, entstehen innere Widerstände, selbst wenn das Ziel auf den ersten Blick attraktiv erscheint.

Die Klarheit und das Bewusstsein über diese persönlichen Werte sind entscheidend. Je klarer uns ist, was uns wirklich wichtig ist, desto effektiver können wir Veränderungsprozesse gestalten. Eine nachhaltige Entwicklung entsteht laut der St. Galler Methode nur dann, wenn sie im Einklang mit den eigenen Werten steht und von diesen getragen wird.

Wertorientiertes Coaching nach diesem Modell bedeutet daher:

  • Den zentralen Wert zu identifizieren, der die gewünschte Entwicklung im Inneren vorantreibt. Dies ist oft ein tieferes Bedürfnis oder Streben als ein konkretes Ziel.
  • Diesen Wert aktiv zu mehren oder zu schützen. Das konkrete Ziel wird als der aktive Beitrag definiert und geleistet, um die Erfüllung oder Stärkung des identifizierten Wertes zu erreichen.
  • Innere Widerstände und Blockaden, die als „Problem“ wahrgenommen werden, nicht nur zu umgehen, sondern bewusst wahrzunehmen und aufzulösen. Diese Widerstände sind oft Hinweise auf tiefer liegende Wertkonflikte oder systemische Dynamiken.
  • So entsteht die gewünschte Wert-Entwicklung „aus sich heraus“. Sie wird nicht von außen aufgesetzt, sondern wächst organisch aus dem Inneren des Klienten, getragen von seinen tiefsten Überzeugungen und Werten.

Dieser Fokus auf Werte ermöglicht eine nachhaltige Veränderung, da sie auf dem inneren Fundament der Person aufbaut und nicht nur auf kurzfristigen Zielerreichungen basiert, die möglicherweise nicht im Einklang mit dem stehen, was langfristig glücklich macht oder erfüllt.

Systemisches Denken – Das Ganze verstehen

Neben der Wertorientierung ist das systemische Denken die zweite tragende Säule des St.Galler Coaching Modells®. Es zeichnet sich durch eine ganzheitliche Herangehensweise aus. Bei jedem Coaching-Thema werden nicht nur isolierte Probleme oder Ziele betrachtet, sondern alle relevanten Aspekte und deren Zusammenspiel berücksichtigt.

Ein systemischer Ansatz erkennt an, dass ein Mensch oder eine Situation Teil eines komplexen Systems ist – sei es das innere System der Persönlichkeit, das Familiensystem, das berufliche Umfeld oder andere soziale Kontexte. Veränderungen an einer Stelle im System beeinflussen immer auch andere Teile.

Im Kontext der St. Galler Methode bedeutet dies, dass alle für das Thema relevanten Dynamiken bezüglich des Wertes, des Ziels und des Problems in die Entwicklung einbezogen werden. Es wird nicht nur gefragt: „Welches Ziel möchten Sie erreichen?“ oder „Welches Problem möchten Sie lösen?“, sondern auch: „Welchen Wert möchten Sie stärken?“, „Welche unbewussten Vorteile hat das Problem?“ oder „Welche Nachteile könnte die Zielerreichung mit sich bringen?“

Gerade das Erfassen von meist unbewusst gegen die Veränderung wirkenden Elementen ist für eine tiefgreifende und nachhaltige Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Oft gibt es „versteckte Gewinne“ durch das Problem oder „versteckte Kosten“ bei der Zielerreichung, die auf unbewusster Ebene wirken und Veränderungsversuche sabotieren können. Ein systemischer Blick deckt diese Dynamiken auf und ermöglicht es, sie zu integrieren oder aufzulösen.

Absolventinnen und Absolventen, die in der St. Galler Methode ausgebildet werden, lernen:

  • Einen ganzheitlichen Blick für das System des Klienten zu entwickeln. Sie sehen nicht nur den Einzelnen, sondern auch die Beziehungen, Muster und Dynamiken, die ihn beeinflussen.
  • Ein feines Gespür dafür zu entwickeln, um was es im Kern der gewünschten Veränderung wirklich geht – oft liegt die Wurzel tiefer als das anfänglich formulierte Problem oder Ziel vermuten lässt.
  • Komplexe Strukturen und Zusammenhänge abzubilden und für den Klienten bewusst machbar zu machen. Dies kann durch verschiedene systemische Fragetechniken oder Aufstellungsformate geschehen (obwohl Details hierzu im bereitgestellten Text nicht ausgeführt sind, ist dies eine typische Anwendung).
  • Für das Klienten-System stimmige Veränderungen zu initiieren und diese Entwicklungen nachhaltig zu begleiten. Veränderung muss zum System passen, um Bestand zu haben.

Die systemische Perspektive stellt sicher, dass Veränderungen nicht nur oberflächlich sind, sondern tiefgreifend und im Einklang mit der gesamten Persönlichkeit und ihrem Umfeld stehen.

Kontextunabhängigkeit – Ein Modell für viele Lebenslagen

Eine weitere Stärke des St.Galler Coaching Modells® liegt in seiner Kontextunabhängigkeit. Das bedeutet, dass die Prinzipien und Werkzeuge der Methode nicht auf einen spezifischen Bereich beschränkt sind, sondern in vielfältigen Kontexten angewendet werden können. Egal, ob es sich um Themen aus dem beruflichen Umfeld, dem privaten Leben oder sehr persönlichen Fragestellungen handelt – der Ansatz funktioniert.

Diese universelle Anwendbarkeit rührt daher, dass sich das Modell auf die fundamentalen menschlichen Treiber (Werte) und die universellen Prinzipien von Systemen konzentriert, anstatt auf spezifische Problemkategorien. Die Dynamiken von Werten, Zielen und Problemen sowie die Wechselwirkungen im System sind in den meisten menschlichen Kontexten relevant.

So kann die St. Galler Methode gleichermaßen hilfreich sein, wenn jemand beruflich eine neue Richtung sucht, private Beziehungsthemen klären möchte, persönliche Blockaden überwinden will oder Führungskräfte in ihrer Rolle unterstützt werden sollen. Der Fokus bleibt immer auf dem Wert, der gestärkt werden soll, dem Ziel als Beitrag dazu und der Auflösung von systemischen Widerständen, die dem im Wege stehen.

Warum dieser Ansatz so wirkungsvoll ist

Die Kombination aus Wertorientierung und systemischem Denken verleiht der St. Galler Methode eine besondere Tiefe und Wirksamkeit. Sie geht über das reine „Problem lösen“ oder „Ziel erreichen“ hinaus und zielt auf eine fundamentale Stärkung der Person und ihrer Fähigkeit zur selbstgesteuerten, wertekonformen Entwicklung ab. Indem sie unbewusste Dynamiken und Wertkonflikte aufdeckt und bearbeitet, ermöglicht sie Veränderungen, die Bestand haben und sich nicht nach kurzer Zeit wieder umkehren.

Das Modell hilft Klienten, sich selbst besser zu verstehen, ihre tiefsten Antriebe zu erkennen und ihre Handlungen danach auszurichten. Es befähigt sie, nicht nur auf äußere Umstände zu reagieren, sondern aktiv und bewusst ihr Leben im Einklang mit dem zu gestalten, was ihnen wirklich wichtig ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

F: Was ist der Hauptunterschied der St. Galler Methode zu anderen Coaching-Ansätzen?

A: Der Hauptunterschied liegt im starken Fokus auf die Wertorientierung. Während viele andere Ansätze primär zielorientiert sind, betrachtet die St. Galler Methode Werte als den eigentlichen Motor der Veränderung. Ziele dienen hier der Verwirklichung oder Stärkung von Werten.

F: Warum ist die systemische Sichtweise so wichtig?

A: Die systemische Sichtweise erkennt an, dass Probleme und Ziele Teil eines größeren Systems sind (innerlich und äußerlich). Sie hilft, unbewusste Dynamiken und Widerstände (wie Vorteile des Problems oder Nachteile des Ziels) zu erkennen und zu bearbeiten, die reine Zielarbeit oft blockieren. Dies führt zu nachhaltigeren Lösungen.

F: In welchen Bereichen kann die St. Galler Methode angewendet werden?

A: Die Methode ist kontextunabhängig anwendbar, d.h., sie eignet sich für berufliche, private und persönliche Themen gleichermaßen. Ihr Fokus auf Werte und Systemdynamiken macht sie universell einsetzbar.

F: Was lerne ich als Absolvent dieses Modells?

A: Absolventen lernen, einen ganzheitlichen Blick auf das Klientensystem zu entwickeln, die Kernanliegen hinter oberflächlichen Problemen zu erkennen, komplexe Strukturen abzubilden und werte- sowie systemkonforme Veränderungen zu initiieren und zu begleiten.

F: Geht es bei der Methode nur um das Finden von Werten?

A: Nein, das Finden von Werten ist ein wichtiger erster Schritt. Es geht aber auch darum, wie diese Werte durch Ziele aktiv gelebt und gemehrt werden können und wie innere und systemische Widerstände aufgelöst werden, damit die wertebasierte Entwicklung natürlich erfolgen kann.

Schlussfolgerung

Die St. Galler Methode bietet einen fundierten und umfassenden Rahmen für die Begleitung von Veränderungsprozessen. Durch ihre konsequente Ausrichtung an den tiefen Werten eines Menschen und ihre ganzheitliche, systemische Perspektive ermöglicht sie Entwicklungen, die nicht nur wirksam, sondern vor allem nachhaltig sind. Sie ist ein Modell für diejenigen, die verstehen möchten, was sie wirklich antreibt, und die ihr Leben im Einklang mit ihren innersten Überzeugungen gestalten wollen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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