Warum haben sie aufgehört, den Großen Helm zu verwenden?

Motorradhelm Lebensdauer: Wann ist er alt?

Rating: 4.72 (2124 votes)

Ein Motorradhelm ist weit mehr als nur ein modisches Accessoire oder ein Schutz vor Wind und Wetter. Er ist Ihre wichtigste Lebensversicherung auf zwei Rädern. Im Ernstfall trennt nur diese dünne Schicht Ihren Kopf vom harten Asphalt. Doch wie bei jeder Versicherungspolice gibt es auch beim Helm ein „Ablaufdatum“. Materialien altern, die Schutzfunktion lässt nach. Deshalb ist es entscheidend zu wissen, wann ein Helm ausgedient hat und ersetzt werden muss.

Wie lange hält ein Töffhelm?
Die Experten des ADAC schätzen die normale Lebensdauer bei Duroplast-Helmen bei guter Pflege auf mindestens acht Jahre. Helme aus Thermoplasten besitzen keine zusätzliche Lackschicht und sind daher empfindlicher gegen UV-Strahlung. Sie sollten spätestens nach fünf Jahren getauscht werden.

Die Frage „Wie lange hält ein Motorradhelm?“ lässt sich nicht pauschal mit einer genauen Jahreszahl beantworten, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Experten und Hersteller geben jedoch Richtlinien, die Ihnen helfen, die Sicherheit Ihres Kopfschutzes einzuschätzen.

Warum altert ein Motorradhelm überhaupt?

Ein Motorradhelm besteht aus verschiedenen Schichten und Materialien, die alle im Laufe der Zeit altern. Die äußere Schale, oft aus Kunststoff oder Verbundwerkstoffen, kann durch UV-Strahlung, Umwelteinflüsse und kleine Stöße (z.B. beim Abstellen) spröde werden. Entscheidend ist aber vor allem die innere Dämpfungsschicht, meist aus Hartschaum (EPS - expandiertes Polystyrol). Dieser Schaum ist dafür konzipiert, bei einem Aufprall Energie zu absorbieren, indem er sich irreversibel verformt. Auch ohne offensichtlichen Sturz kann dieser Schaum durch alltägliche Belastungen, Temperaturschwankungen und einfach durch die Zeit an Elastizität und damit an Dämpfungsfähigkeit verlieren.

Hinzu kommt die Abnutzung des Innenfutters. Ein gut sitzender Helm ist essenziell für seine Schutzwirkung. Wenn das Futter verschlissen ist, passt der Helm möglicherweise nicht mehr fest genug, was bei einem Unfall dazu führen kann, dass er verrutscht oder die Aufprallenergie nicht optimal verteilt wird.

Die empfohlene Lebensdauer: Material ist entscheidend

Die Haltbarkeit eines Motorradhelms hängt stark vom verwendeten Material der Außenschale ab:

  • Helme aus Duroplast (z.B. Fiberglas, Carbon, Aramid): Diese Materialien sind sehr widerstandsfähig und weniger empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Bei guter Pflege schätzen Experten wie der ADAC die Lebensdauer auf mindestens acht Jahre.
  • Helme aus Thermoplast (z.B. Polycarbonat, ABS): Diese Kunststoffe sind einfacher zu verarbeiten, aber auch empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und Lösungsmitteln (Vorsicht bei Lacken und Aufklebern!). Da sie keine zusätzliche schützende Lackschicht benötigen, altern sie unter Sonneneinstrahlung schneller. Thermoplast-Helme sollten spätestens nach fünf Jahren ausgetauscht werden.

Diese Zeitangaben sind Richtwerte bei normaler Nutzung und guter Pflege. Ein Helm, der täglich bei jedem Wetter genutzt wird, wird wahrscheinlich schneller verschleißen als ein Helm, der nur gelegentlich für Sonntagsausflüge zum Einsatz kommt.

Material der AußenschaleEmpfohlene LebensdauerEmpfindlichkeit (insb. UV)
Duroplast (Fiberglas, Carbon etc.)Mindestens 8 JahreGeringer
Thermoplast (Polycarbonat, ABS etc.)Spätestens 5 JahreHöher

Wann ein Helm SOFORT getauscht werden muss

Es gibt Situationen, in denen die empfohlene Lebensdauer keine Rolle mehr spielt und ein Helm umgehend ersetzt werden muss:

  • Nach einem Sturz oder Unfall: Dies ist der wichtigste und unumgänglichste Grund für einen Helmaustausch. Selbst wenn der Helm äußerlich unbeschädigt aussieht, kann die innere Hartschaumschale durch den Aufprall irreversibel gestaucht oder verformt sein. Diese Dämpfung ist dann bei einem zweiten Aufprall an derselben Stelle nicht mehr oder nur noch eingeschränkt vorhanden. Ein Helm ist ein einmaliger Energieabsorber. Vertrauen Sie niemals einem Helm, der in einen Unfall verwickelt war, auch wenn es nur ein vermeintlich harmloser Rutscher war.
  • Bei sichtbaren Beschädigungen: Risse, Dellen oder Verformungen an der Außenschale, beschädigte Visiermechanismen oder ein lose sitzendes Innenfutter sind klare Anzeichen dafür, dass der Helm seine Schutzfunktion verloren hat.
  • Bei starker Abnutzung des Innenfutters: Wenn das Futter so verschlissen ist, dass der Helm nicht mehr fest und sicher auf dem Kopf sitzt, bietet er keinen ausreichenden Schutz mehr und muss ersetzt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Helm sollte nach einem Sturz oder bei deutlichen Beschädigungen sofort ersetzt werden, unabhängig von seinem Alter. Ohne solche Ereignisse sollte er je nach Material (Theromplast vs. Duroplast) nach 5 bis 8 Jahren ausgetauscht werden.

Den passenden neuen Helm finden: Mehr als nur die Größe

Die Wahl des richtigen Helms ist entscheidend für Sicherheit und Komfort. Dabei geht es um mehr als nur den Kopfumfang.

Welcher Motorradhelm ist der sicherste?
Welche Motorradhelm Marken führen 2022/23 die sichersten Motorradhelme? Der sicherste Motorradhelmhersteller 2022/2023 ist laut SHARP Helmtestdaten die Marke AGV, gefolgt von Shoei, Shark und Arai. Auch die Motorradhelm Marken Caberg, HJC und Bell haben in den Tests gut bis sehr gut abgeschnitten.

Die richtige Größe und Passform: Messen Sie Ihren Kopfumfang (Stirn, über den Ohren, Hinterkopf). Dies ist ein erster Anhaltspunkt, aber kein Garant für perfekten Sitz. Probieren Sie den Helm unbedingt an! Er muss fest sitzen, ohne unangenehm zu drücken. Er darf sich bei geschlossenem Kinnriemen weder nach vorne/hinten noch zur Seite verschieben lassen. Wackeln Sie mit dem Kopf – der Helm sollte dabei kaum verrutschen. Bei Integralhelmen sollte idealerweise noch Platz für etwa zwei Finger zwischen Kinn und Helm sein.

Eine Testfahrt oder Geräuschkabine: Wenn möglich, machen Sie eine kurze Probefahrt. So spüren Sie, wie sich der Helm bei Fahrtwind verhält, ob er drückt oder ob die Belüftung ausreicht. Achten Sie auch auf die Geräuschkulisse. Manche Händler bieten spezielle Kabinen an, um Windgeräusche zu simulieren.

Sichtbarkeit und Ausstattung: Helle und auffällige Farben erhöhen Ihre Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Achten Sie auch auf eine gute Belüftung, ein beschlagfreies Visier und eventuell eine integrierte Sonnenblende (praktisch für wechselnde Lichtverhältnisse).

Sicherheitsnormen: Was bedeuten ECE R 22/05 und ECE R 22/06?

Ein wichtiger Indikator für die Sicherheit eines Helms ist seine Zulassung nach der europäischen Norm ECE (Economic Commission for Europe). Achten Sie beim Kauf immer auf das entsprechende Label, meist am Kinnriemen eingenäht oder am Helm angebracht.

Lange Zeit war die Norm ECE R 22/05 maßgeblich. Helme mit dieser Zulassung erfüllen grundlegende Sicherheitsanforderungen und dürfen weiterhin verwendet werden. Es gibt keine Austauschpflicht für Helme nach dieser Norm.

Seit Juni 2022 werden neu entwickelte Helme nach der verschärften Norm ECE R 22/06 zugelassen. Ab Juni 2023 durften keine Helme nach ECE R 22/05 mehr produziert und ab Anfang 2024 nicht mehr verkauft werden. Die neue Norm ECE R 22/06 beinhaltet strengere Testverfahren:

  • Mehr Aufprallpunkte: Getestet werden nicht nur wenige definierte Punkte, sondern eine größere Anzahl von Stellen am Helm.
  • Mehr Aufprallgeschwindigkeiten: Es wird nicht nur mit einer Geschwindigkeit getestet, sondern mit verschiedenen Geschwindigkeiten zwischen 20 und 30 km/h, um unterschiedliche Unfallszenarien zu simulieren.
  • Schrägaufpralltests: Erstmals werden auch Rotationskräfte getestet, die bei einem schrägen Aufprall entstehen und für Gehirnverletzungen relevant sind.
  • Zusätzliche Tests für Zubehör: Visiere, Sonnenblenden und andere Anbauteile werden ebenfalls strenger geprüft.

Ein Helm nach ECE R 22/06 bietet also auf dem Papier einen nochmals verbesserten Schutz, insbesondere im Hinblick auf Rotationskräfte und die Abdeckung verschiedener Aufprallszenarien. Helme nach der älteren Norm sind aber weiterhin sicher im Sinne der damaligen Standards und dürfen wie erwähnt weiterhin getragen werden.

Wie lange hält ein Töffhelm?
Die Experten des ADAC schätzen die normale Lebensdauer bei Duroplast-Helmen bei guter Pflege auf mindestens acht Jahre. Helme aus Thermoplasten besitzen keine zusätzliche Lackschicht und sind daher empfindlicher gegen UV-Strahlung. Sie sollten spätestens nach fünf Jahren getauscht werden.

Richtige Pflege verlängert die Haltbarkeit

Die Lebensdauer Ihres Helms können Sie durch richtige Pflege positiv beeinflussen:

  • Reinigung: Verwenden Sie milde Seifenlauge und Wasser zur Reinigung der Außenschale. Vermeiden Sie aggressive Reiniger oder Lösungsmittel, da diese das Material angreifen können.
  • Innenfutter: Viele Helme haben herausnehmbare und waschbare Innenfutter. Reinigen Sie es regelmäßig gemäß den Herstellerangaben. Ein sauberes Futter verbessert den Komfort und die Hygiene. Ist das Futter verschlissen, kann es bei vielen Modellen ersetzt werden.
  • Trocknen: Lassen Sie den Helm nach Regenfahrten oder dem Waschen langsam an der Luft trocknen. Stellen Sie ihn nicht auf die Heizung oder in direkte Sonneneinstrahlung, da Hitze das Material beschädigen kann.
  • Visier: Reinigen Sie das Visier vorsichtig mit Wasser und einem Mikrofasertuch, um Kratzer zu vermeiden. Insektenreste lassen sich oft gut mit einem feuchten Tuch einweichen und dann abspülen. Ein zerkratztes Visier schränkt die Sicht ein und sollte ausgetauscht werden.
  • Vermeiden Sie Aufkleber und Lackierungen: Viele Lacke und Klebstoffe enthalten Lösungsmittel, die die Helmschale (insbesondere bei Thermoplasten) chemisch angreifen und ihre Stabilität beeinträchtigen können. Halten Sie sich hier unbedingt an die Herstellerangaben.

Eine regelmäßige Inspektion des Helms auf sichtbare Schäden gehört ebenfalls zur Pflege.

Finger weg von Gebraucht-Helmen!

Auch wenn es verlockend erscheint, Geld zu sparen: Der Kauf eines gebrauchten Motorradhelms ist nicht ratsam und birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Sie wissen nie, was der Helm in seiner Vergangenheit erlebt hat. Selbst haarfeine Risse oder eine Stauchung der inneren Dämpfungsschale nach einem unbemerkten Sturz können mit bloßem Auge unsichtbar sein, die Schutzfunktion aber massiv beeinträchtigen. Ein gebrauchter Helm kann eine tickende Zeitbombe sein.

Zudem können Sie bei einem gebrauchten Helm oft nicht die genaue Geschichte (Alter, Pflege, Stürze) nachvollziehen. Im Falle eines Unfalls könnten Sie mit einem gebrauchten Helm auch Probleme mit Ihrer Versicherung bei der Schadensregulierung bekommen.

Was macht einen sicheren Helm aus?

Neben dem richtigen Alter und der Einhaltung der Normen spielen auch Konstruktion und Material eine Rolle für die Sicherheit eines Helms. Hochwertige Helme nutzen oft Fasern wie Carbon oder Aramid für eine sehr feste und leichte Schale. Die innere Dämpfungsschale ist in Zonen mit unterschiedlicher Dichte aufgeteilt, um bei verschiedenen Aufprallgeschwindigkeiten optimal zu dämpfen. Tests wie der unabhängige SHARP-Test in Großbritannien gehen über die ECE-Norm hinaus und geben zusätzliche Hinweise auf die Leistungsfähigkeit eines Helms bei verschiedenen Aufprallarten. Eine gute Passform, ein sicherer Kinnriemen und ein weites Sichtfeld tragen ebenfalls zur aktiven und passiven Sicherheit bei.

Häufig gestellte Fragen zur Helm-Lebensdauer

Hier beantworten wir einige häufige Fragen zum Thema Motorradhelm-Haltbarkeit:

  • Wie lange hält ein Motorradhelm im Durchschnitt?
    Je nach Material (Thermoplast oder Duroplast) und Pflege liegt die empfohlene Lebensdauer bei 5 bis 8 Jahren. Nach einem Sturz muss er sofort ersetzt werden.
  • Muss ich meinen Helm nach einem kleinen Rutscher ersetzen, auch wenn er unbeschädigt aussieht?
    Ja, unbedingt. Die innere Dämpfungsschale kann bereits bei geringen Aufprallenergien gestaucht werden, auch wenn äußerlich nichts zu sehen ist. Diese Stauchung ist permanent und reduziert den Schutz bei einem weiteren Aufprall.
  • Darf ich meinen Helm bekleben oder lackieren?
    In der Regel nein. Viele Klebstoffe und Lacke enthalten Lösungsmittel, die das Material der Helmschale chemisch angreifen und schwächen können. Halten Sie sich strikt an die Herstellerangaben.
  • Ist ein gebrauchter Motorradhelm sicher?
    Nein, der Kauf eines gebrauchten Helms wird dringend abgeraten. Verdeckte Schäden sind nicht erkennbar und die Sicherheit kann nicht gewährleistet werden.
  • Darf ich meinen alten Helm nach ECE R 22/05 noch verwenden?
    Ja, Helme, die nach der Norm ECE R 22/05 zugelassen sind, dürfen weiterhin getragen werden. Es gibt keine gesetzliche Austauschpflicht. Neue Helme müssen jedoch die aktuellere Norm ECE R 22/06 erfüllen.
  • Wie erkenne ich, dass mein Helm alt ist?
    Neben dem Alter (Herstellungsdatum oft innen vermerkt) sind Anzeichen: spröde oder verfärbte Außenschale, lockeres oder verschlissenes Innenfutter, schwergängige oder defekte Visiermechanik, sichtbare Risse oder Verformungen.

Die Investition in einen neuen, passenden und unbeschädigten Helm ist eine Investition in Ihre eigene Sicherheit. Zögern Sie nicht, Ihren Helm rechtzeitig zu ersetzen, um auf jeder Fahrt optimal geschützt zu sein.

Hat dich der Artikel Motorradhelm Lebensdauer: Wann ist er alt? interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar photo

Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

Go up