Für viele Besitzer einer Fujifilm Kamera war die kostenlose Capture One Express Fujifilm Software lange Zeit eine attraktive Option zur Bearbeitung ihrer Bilder. Doch diese Ära ist nun vorbei. Seit März 2024 hat Capture One die kostenlose Express-Version für Fujifilm eingestellt. Das bedeutet für Fotografen mit einer neuen Fujifilm Kamera, dass sie sich nach kostenpflichtigen Programmen oder Freeware umsehen müssen. Während andere Hersteller wie Canon, Nikon und Sony oft eine eigene, kostenlose Software mitliefern, fehlt eine solche umfassende Lösung von Fujifilm selbst – abgesehen von spezialisierten Tools. Die Suche nach dem besten Bildbearbeitungsprogramm für Fujifilm RAW-Dateien ist damit aktueller denn je.
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Die Einstellung der kostenlosen Capture One Express Software für Fujifilm erfolgte anscheinend ohne großes Aufsehen. Fujifilm-Besitzer, die auf diese Option setzten, stehen nun vor der Wahl. Die offizielle Fujifilm-Webseite leitet Interessenten zwar immer noch zu Capture One weiter, allerdings nur zu einer zeitlich begrenzten Testversion, die nach drei Monaten kostenpflichtig wird und bereits bei der Anmeldung Zahlungsdaten abfragt. Dieses Vorgehen, insbesondere die Notwendigkeit der Angabe von Zahlungsdaten schon für den Test, wird von einigen Nutzern als irritierend empfunden. Das angebotene Modell scheint ein Abo zu sein, dessen Kosten pro Monat oder Jahr für viele Fotoamateure, im Gegensatz zu Profis oder Agenturen, zu hoch sein dürften. Das Verschwinden der kostenlosen Option ist eine signifikante Veränderung in der Landschaft der Bildbearbeitung für Fujifilm.

Kostenlose Alternativen für Fujifilm-Fotografen
Obwohl eine umfassende, kostenlose Bildbearbeitungssoftware von Fujifilm fehlt, gibt es dennoch zwei Optionen, die zumindest einen Teil der Bedürfnisse abdecken:
Fujifilm X RAW Studio
Fujifilm X RAW Studio ist eine kostenlose Software, die jedoch eine erhebliche Einschränkung aufweist: Sie funktioniert nur, wenn die Kamera, mit der die RAW-Fotos aufgenommen wurden, per USB an den Computer angeschlossen ist. Dies bedeutet, dass die Software die Rechenleistung des Kameraprozessors nutzt, um die RAW-Entwicklung durchzuführen. Diese Abhängigkeit von der physisch angeschlossenen Kamera macht die Software unflexibel. Wer beispielsweise vor längerer Zeit Fotos mit einem älteren Modell wie einer X-T2 aufgenommen hat und diese Kamera nicht mehr besitzt, kann X RAW Studio für diese Dateien nicht nutzen. Es ist keine vollwertige Bildverwaltungs- oder Bearbeitungssoftware im klassischen Sinne, sondern eher ein Konverter, der die Kamera-Engine nutzt.
RAW FILE CONVERTER EX powered by SILKYPIX
Eine weitere kostenlose Software, die von Fujifilm bereitgestellt, aber erstaunlich wenig beworben wird, ist der RAW FILE CONVERTER EX von SILKYPIX. Diese Software ist bemerkenswert, da sie als einzige kostenlose Fujifilm-Software das nachträgliche Ändern der Filmsimulationen im RAW-Format ermöglicht. Filmsimulationen sind ein Kernmerkmal vieler Fujifilm-Kameras und ermöglichen es Fotografen, den Look analoger Filme nachzuahmen. SILKYPIX kann Fujifilm-RAWs in TIFF (8 BIT oder 16 BIT) oder JPG konvertieren und dabei die Filmsimulation anpassen. Die Software bietet eine gute Bildqualität und ist auf Deutsch verfügbar. Allerdings hat sie auch klare Grenzen: Sie bietet keine Funktionen zur Fotoverwaltung oder Verschlagwortung. Im Vergleich zu moderneren Programmen fehlen viele Bearbeitungswerkzeuge. Es gibt auch professionellere, kostenpflichtige Versionen von Silkypix, die nicht auf Fujifilm RAWs beschränkt sind.
Für Fotografen, die primär eine kostenlose Lösung suchen, um ihre Fujifilm RAW-Dateien zu entwickeln und insbesondere die Filmsimulationen nachträglich anzupassen, ist der RAW FILE CONVERTER EX von SILKYPIX eine empfehlenswerte Option, solange keine umfassende Bildverwaltung benötigt wird.
Kostenpflichtige Bildbearbeitungssoftware für Fujifilm
Für umfassendere Bearbeitungs- und Verwaltungsfunktionen ist in der Regel kostenpflichtige Software erforderlich. Der Markt bietet verschiedene Optionen, die sich in Preismodell, Funktionsumfang und Unterstützung von Fujifilm-spezifischen Features unterscheiden:
Adobe Lightroom (Classic oder Online) mit Photoshop
Adobe Lightroom ist eine der populärsten Bildbearbeitungs- und Verwaltungssoftware weltweit. Sie ist ausschließlich im Abonnement erhältlich, was für manche Fotografen ein Nachteil sein mag, während andere die kontinuierlichen Updates und den Zugriff auf Photoshop schätzen. Lightroom ist zwar nicht speziell für die Sensoren von Fujifilm maßgeschneidert, liefert aber in der Regel hervorragende Ergebnisse bei der Entwicklung von Fujifilm RAW-Dateien. Ein wichtiger Punkt für Fujifilm-Nutzer ist die Unterstützung der Filmsimulationen. Lightroom (Classic oder Online) ermöglicht das nachträgliche Ändern aller Filmsimulationen im RAW, was ein großer Vorteil ist, wenn man beispielsweise zwischen Schwarz-Weiß- und Farbversionen wechseln oder eine Filmsimulation korrigieren möchte, die falsch in der Kamera eingestellt war.
DxO PhotoLab Elite
DxO PhotoLab Elite wird als einmalige Lizenz angeboten, was eine attraktive Alternative zum Abo-Modell darstellt. Der Preis liegt im höheren Segment, kann aber durch Kombipakete mit Viewpoint und Filmpack attraktiver werden. DxO PhotoLab Elite zeigt das RAW-Foto standardmäßig mit der in der Kamera gewählten Filmsimulation an. In Kombination mit der zusätzlichen, kostenpflichtigen Software Filmpack wird DxO PhotoLab Elite besonders interessant für Fujifilm-Fotografen, da Filmpack ermöglicht, eine Vielzahl weiterer analoger Filmlooks, darunter auch viele von Fujifilm, auf die Fotos anzuwenden. Dies macht die Kombination zu einer der kreativsten Optionen für die Bearbeitung von Fujifilm-Aufnahmen mit einer Einmallizenz. Ein kleiner Nachteil ist, dass DxO keine HEIF-Fotos bearbeiten kann.

Capture One
Obwohl die kostenlose Express-Version eingestellt wurde, existiert Capture One weiterhin als kostenpflichtige Software. Sie wird als teures Abo oder als einmalige Lizenz ohne zukünftige Updates angeboten. Capture One kann gute Bildqualität liefern und ist bekannt für seine hervorragende Tethering-Funktion, die besonders für Studiofotografen relevant ist. Allerdings wird die Software oft als komplex zu erlernen beschrieben. Im Vergleich zu Lightroom fehlt es Capture One laut Text an Funktionsumfang, insbesondere bei Maskierungsfunktionen und der KI-unterstützten Rauschentfernung. Angesichts des hohen Preises und der Einschränkungen im Funktionsumfang (im Vergleich zu Lightroom) sowie der unklaren Lizenzpolitik nach dem Ende der Express-Version, wird Capture One im vorliegenden Text aktuell nicht mehr vorbehaltlos empfohlen.
On1 Photo RAW
On1 Photo RAW ist eine weitere Option, die gut mit Fujifilm RAW-Dateien umgehen kann. Seit April 2024 soll die Software auch bei der Rauschentfernung mithalten können. Allerdings unterstützt On1 Photo RAW nur eine begrenzte Anzahl von Fujifilm Filmsimulationen im RAW-Format. Zu den unterstützten Simulationen gehören Astia, Classic Chrome, Eterna-Cinema, Pro Neg Hi, Pro Neg Std, Provia und Velvia. Wer viele verschiedene Filmsimulationen nutzt oder Wert auf die volle Kompatibilität legt, sollte dies bei der Wahl berücksichtigen.
Weitere Genannte Software
Zwei weitere Programme wurden im Kontext der Bildbearbeitung erwähnt, aber mit Einschränkungen für Fujifilm-Nutzer: ACDSee Ultimate (Windows-Software) kann die Fujifilm Filmsimulationen nicht verarbeiten. Luminar NEO (Abonnement-Modell) kann ebenfalls nicht mit den Fujifilm Filmsimulationen umgehen. Diese Einschränkung bei den Filmsimulationen macht sie für viele Fujifilm-Fotografen, die dieses Feature schätzen, weniger attraktiv.
Vergleich der Fujifilm Bildbearbeitungssoftware Optionen
Um die Entscheidung zu erleichtern, hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten genannten Optionen:
| Software | Preismodell | Filmsimulationen (RAW) | Fotoverwaltung | Stärken laut Text | Schwächen laut Text |
|---|---|---|---|---|---|
| RAW FILE CONVERTER EX (SILKYPIX) | Kostenlos | Ja (Ändern möglich) | Nein | Kostenlos, Filmsimulationen änderbar, gute Bildqualität | Keine Verwaltung, eingeschränkter Funktionsumfang |
| Fujifilm X RAW Studio | Kostenlos | Ja (Kameraabhängig) | Nein | Kostenlos, nutzt Kamera-Engine | Nur mit angeschlossener Kamera nutzbar, unflexibel |
| Adobe Lightroom (Classic/Online) | Abonnement | Ja (Alle änderbar) | Ja | Umfassend, hervorragende Ergebnisse, volle Filmsimulationsunterstützung, inkl. Photoshop | Nur Abo-Modell |
| DxO PhotoLab Elite (+ Filmpack) | Einmalige Lizenz (+ Zusatzsoftware) | Ja (Anzeige, viele weitere mit Filmpack) | Ja | Einmalige Lizenz, kreativ (mit Filmpack), gute Bildqualität | Bearbeitet keine HEIFs, Filmpack/Viewpoint extra kostenpflichtig |
| Capture One | Abo oder teure Einmallizenz (ohne Updates) | Ja (REALA?) | Ja | Gute Bildqualität, beste Tethering-Funktion | Sehr teuer (Abo/Lizenz), komplex, Funktionsumfang (Maskieren/Entrauschen) hinter Lightroom |
| On1 Photo RAW | ? | Ja (Begrenzte Auswahl) | Ja | Gute RAW-Entwicklung, seit Apr 2024 gute Rauschentfernung | Nur wenige Filmsimulationen unterstützt |
| ACDSee Ultimate | Kostenpflichtig (Windows) | Nein | Ja | ? | Keine Filmsimulationen |
| Luminar NEO | Abonnement | Nein | ? | ? | Keine Filmsimulationen |
Fazit: Die beste Software für Ihre Fujifilm-Fotos
Die Landschaft der Bildbearbeitungssoftware für Fujifilm-Kameras hat sich mit dem Wegfall der kostenlosen Capture One Express-Version verändert. Die Wahl der besten Software hängt stark von Ihren individuellen Bedürfnissen und Ihrem Budget ab.
Wer eine kostenlose Lösung sucht und hauptsächlich RAW-Dateien entwickeln sowie die Fujifilm Filmsimulationen nutzen möchte, ist mit dem RAW FILE CONVERTER EX von SILKYPIX gut bedient. Man muss jedoch auf Bildverwaltungsfunktionen verzichten.

Wenn Sie bereit sind, für eine umfassende Lösung zu bezahlen und ein Abonnement in Kauf nehmen, bietet Adobe Lightroom eine sehr leistungsfähige Option mit voller Unterstützung aller Filmsimulationen und integrierter Bildverwaltung sowie Photoshop für tiefgehende Bearbeitungen.
Als Alternative zum Abo, mit dem Wunsch nach einer einmaligen Lizenz, ist DxO PhotoLab Elite eine starke Wahl, insbesondere wenn Sie an kreativen Filmlooks interessiert sind (dann idealerweise in Kombination mit Filmpack). Capture One ist eine Option für Profis, die spezifische Features wie Tethering benötigen und das hohe Preismodell akzeptieren.
On1 Photo RAW ist eine weitere gute kostenpflichtige Alternative, bei der man jedoch die eingeschränkte Unterstützung der Filmsimulationen beachten muss. ACDSee und Luminar werden im Kontext der Fujifilm Filmsimulationen als weniger geeignet beschrieben.
Letztendlich sollten Sie überlegen, welche Funktionen Ihnen am wichtigsten sind: Kostenfreiheit, volle Unterstützung der Filmsimulationen, Bildverwaltung, spezifische Bearbeitungswerkzeuge oder das Preismodell (Abo vs. Einmallizenz). Der Wechsel von einer kostenlosen Software erfordert nun für viele Fujifilm-Nutzer eine sorgfältige Abwägung der verfügbaren Bezahloptionen.
Häufig gestellte Fragen zur Fujifilm Bildbearbeitungssoftware
Warum gibt es keine kostenlose Capture One Express Software mehr für Fujifilm?
Die kostenlose Capture One Express Fujifilm Software wurde vom Hersteller Capture One eingestellt. Die Gründe wurden im bereitgestellten Text nicht detailliert genannt, aber es wird vermutet, dass der Fokus nun auf den kostenpflichtigen Abo- und Lizenzmodellen liegt.

Gibt es eine kostenlose Bildbearbeitungssoftware direkt von Fujifilm?
Fujifilm bietet den kostenlosen RAW FILE CONVERTER EX von SILKYPIX an, der RAW-Entwicklung und das Ändern von Filmsimulationen ermöglicht, jedoch keine Bildverwaltung bietet. Außerdem gibt es Fujifilm X RAW Studio, das aber nur mit der angeschlossenen Kamera funktioniert, mit der die Fotos aufgenommen wurden.
Welche kostenpflichtige Software unterstützt Fujifilm Filmsimulationen?
Adobe Lightroom (Classic und Online) unterstützt die nachträgliche Änderung aller Filmsimulationen im RAW. DxO PhotoLab Elite zeigt die in der Kamera gewählte Filmsimulation an und kann mit dem Zusatz Filmpack viele weitere analoge Filmlooks, auch von Fujifilm, anwenden. On1 Photo RAW unterstützt eine begrenzte Auswahl von Filmsimulationen.
Ist Capture One noch eine gute Option für Fujifilm?
Laut dem bereitgestellten Text liefert Capture One zwar gute Bildqualität und hat eine starke Tethering-Funktion, wird aber aufgrund des hohen Preises (Abo oder teure Lizenz ohne Updates), der Komplexität und des im Vergleich zu Lightroom geringeren Funktionsumfangs (Maskieren, Rauschen) nicht mehr vorbehaltlos empfohlen.
Welche Software ist für Fujifilm-Fotografen, die kein Abo möchten, empfehlenswert?
Für Fotografen, die eine einmalige Lizenz bevorzugen, ist DxO PhotoLab Elite eine sehr gute Option, insbesondere in Kombination mit Filmpack für kreative Filmsimulationen. Die kostenlose SILKYPIX-Software ist eine Basisoption ohne Verwaltung.
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