Der Besuch beim Urologen ist für viele Menschen ein wichtiger Schritt, um ihre Gesundheit im Bereich der Harnwege und der männlichen Geschlechtsorgane zu gewährleisten. Es gibt zahlreiche Gründe, warum man einen Urologen aufsuchen sollte, von der Abklärung von Inkontinenzproblemen über die Behandlung wiederkehrender Harnwegsinfekte bis hin zur Vorsorge und Therapie spezifischer Erkrankungen.

Häufige Gründe für einen Besuch beim Urologen
Urologen bieten eine breite Palette von Dienstleistungen an, die Männer, Frauen und Kinder betreffen können. Sie nutzen modernste diagnostische Verfahren und therapeutische Strategien zur Früherkennung, effektiven Behandlung und Vorbeugung urologischer Erkrankungen. Die Gründe für einen Termin können vielfältig sein und reichen von Routineuntersuchungen zur Vorsorge bis hin zur Abklärung spezifischer Beschwerden.
Urologische Eingriffe und Verfahren im Überblick
In der Urologie kommen verschiedene ambulante und stationäre Verfahren zum Einsatz, um Diagnosen zu stellen und Behandlungen durchzuführen. Die Art des Eingriffs hängt von der spezifischen Fragestellung oder Erkrankung ab. Einige der gängigsten ambulanten Verfahren, die ein Urologe empfehlen könnte, werden im Folgenden näher erläutert.
Verfahren im Bereich der männlichen Fortpflanzung und Sexualität
Ein bedeutender Teil der urologischen Praxis widmet sich spezifisch den Belangen des Mannes, insbesondere in Bezug auf Fortpflanzung, Verhütung und sexuelle Gesundheit.
Vasektomie
Eine der populärsten urologischen Operationen ist die Vasektomie. Hierbei handelt es sich um eine chirurgische Technik zur langfristigen Empfängnisverhütung beim Mann. Schätzungen zufolge unterziehen sich allein in den USA jährlich etwa 500.000 Männer diesem Eingriff. Bei der Vasektomie werden die Samenleiter, die den Samen von den Hoden transportieren, durchtrennt und versiegelt. Dies verhindert effektiv, dass Spermien in die Samenflüssigkeit gelangen. Es ist ein kurzer, minimalinvasiver ambulanter Eingriff, der in der Regel innerhalb von 30 Minuten abgeschlossen ist.
Vasektomie-Reversal (Refertilisierung)
Wenn ein Mann, der zuvor eine Vasektomie hatte, sich entscheidet, erneut Kinder haben zu wollen, kann eine Refertilisierung versucht werden. Dabei wird die Vasektomie rückgängig gemacht. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass der Mann nach einem solchen Eingriff wieder zeugungsfähig ist, da der Erfolg des Reversals von mehreren Faktoren abhängt. Bei diesem Verfahren werden die Samenleiter mittels Mikrochirurgie wiederhergestellt, um den Transport der Spermien in die Samenflüssigkeit erneut zu ermöglichen.
Penile Plication
Penile Plication ist ein chirurgisches urologisches Verfahren, das zur Behandlung der Peniskrümmung eingesetzt wird, die häufig mit der Peyronie-Krankheit in Verbindung gebracht wird. Bei dieser ambulanten Behandlung werden permanente Nähte auf der Seite der Vernarbung gesetzt, die die Krümmung verursacht. Ziel ist es, den Penis zu begradigen.
Penisimplantate und Prothesen
Männer mit erektiler Dysfunktion (ED) können durch Penisimplantate oder -prothesen, die chirurgisch in den Penis eingesetzt werden, eine Erektion erreichen. Diese Hilfsmittel werden typischerweise nur als letzte Option bei ED empfohlen. Beispielsweise kann Männern mit schwerer Peyronie-Krankheit, die aufgrund der Krümmung des Penis keine Erektion entwickeln können, die Verwendung einer Penisimplantat-Prothese angeraten werden.
Beschneidung (Zirkumzision)
Bei der Beschneidung wird die Vorhaut, die Haut, die die Spitze des Penis bedeckt, entfernt. Es ist ein Verfahren, das weltweit, auch in den USA, häufig bei neugeborenen Jungen durchgeführt wird. Es kann aber auch aus medizinischen oder anderen Gründen im späteren Leben erfolgen.
Verfahren an Blase und Prostata
Erkrankungen der Blase und der Prostata gehören zu den häufigsten urologischen Problemen, für deren Diagnose und Behandlung spezielle Verfahren nötig sind.
Zystoskopie
Ein Urologe kann die Schleimhaut der Blase und der Harnröhre durch eine Zystoskopie untersuchen, ein weiteres gängiges urologisches Verfahren. Bei einer Zystoskopie wird ein Zystoskop über die Harnröhre eingeführt und zur Blase geführt. Ein Zystoskop ist ein langes, dünnes Rohr mit Licht und Kamera am Ende. Diese Methode wird häufig eingesetzt, um Blasenprobleme zu identifizieren und zu behandeln. Sie kann auch verwendet werden, um festzustellen, ob die Prostata vergrößert ist.
Prostataverfahren
Zur Behandlung von Problemen mit der Prostata kann ein Urologe eine Reihe von Verfahren empfehlen. Dazu gehören:
- Prostatabiopsie: Ein Verfahren zur Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata zur Untersuchung im Labor. Dies ist oft notwendig, um Prostatakrebs zu diagnostizieren oder auszuschließen.
- UroLift: Ein minimalinvasives Verfahren, das ambulant durchgeführt wird, um eine leichte bis mittelschwere Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH) zu behandeln. Dieses Verfahren zielt darauf ab, den Druck auf die Harnröhre zu reduzieren und den Harnfluss zu verbessern.
Umgang mit Nieren- und Harnleitersteinen
Nieren- und Harnleitersteine können erhebliche Beschwerden verursachen. Die Urologie bietet verschiedene Methoden zur Diagnose und Behandlung dieser Steine.

Ureteroskopie
Nierensteine werden mittels Ureteroskopie diagnostiziert und behandelt. Ein Ureteroskop ist ein spezielles Instrument, das über die Harnröhre, die Blase und den Harnleiter bis zum Ort des Nierensteins geführt wird. Es handelt sich ebenfalls um ein langes, dünnes Rohr mit Licht und Kamera. Kleinere Steine können möglicherweise ganz entnommen werden, während größere Steine zertrümmert werden müssen, bevor sie entfernt oder ausgeschieden werden können.
Lithotripsie
Ein urologisches Verfahren namens Lithotripsie verwendet Stoßwellen oder einen Laser, um Nieren-, Blasen- oder Harnleitersteine aufzulösen. Große Steine werden durch die Anwendung eines Lasers oder von Stoßwellen in kleinere Fragmente zerbrochen, damit sie leichter durch das Harnsystem passieren und ausgeschieden werden können. Dieses Verfahren kann je nach Art und Lage des Steins extern (Stoßwellentherapie von außen) oder intern (mittels Endoskop) erfolgen.
Vergleich der Verfahren bei Harnsteinen:
| Verfahren | Zweck | Methode | Zugangswege |
|---|---|---|---|
| Ureteroskopie | Diagnose & Behandlung von Steinen | Dünnes Rohr mit Licht/Kamera | Harnröhre, Blase, Harnleiter bis zum Stein |
| Lithotripsie | Zertrümmerung von Steinen | Stoßwellen oder Laser | Extern (durch die Haut) oder Intern (mittels Endoskop) |
Beim Urologen: Was Sie erwartet
Ein Besuch beim Urologen kann mitunter Unsicherheiten hervorrufen, insbesondere im Hinblick auf die Untersuchung. Ein häufiges Thema, das Patienten beschäftigt, betrifft ungewollte körperliche Reaktionen.
Die Untersuchung und das Thema Erektion
Viele Männer sind besorgt, beim Urologen eine Erektion zu bekommen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Erektionen der Patienten dabei völlig normal sind und für den Arzt kein Problem darstellen. Es handelt sich um eine natürliche, oft unwillkürliche Reaktion des Körpers, die durch Nervenstimulation oder einfach durch Aufregung oder Angst ausgelöst werden kann. Urologen sind hochprofessionell und an solche Situationen gewöhnt. Sie konzentrieren sich voll und ganz auf die medizinische Untersuchung. Im Anschluss an bestimmte Untersuchungen, insbesondere wenn die Prostata untersucht werden muss, legt sich der Patient oft auf die Seite und nimmt eine embryonale Stellung ein. Auf diese Weise kann der Arzt die Prostata gut erreichen und untersuchen.
Kosten urologischer Behandlungen und Vorsorge
Die Kosten für urologische Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen können je nach Praxis, Art der Versicherung und Umfang der Leistungen variieren. Die hier bereitgestellten Informationen beziehen sich auf eine Privatpraxis und deren Abrechnungsgrundlagen.
In einer Privatpraxis erfolgt die Rechnungserstellung nach der aktuell gültigen amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Dies bedeutet, dass die Kosten transparent auf Basis der erbrachten Leistungen abgerechnet werden.
Für Privatversicherte (einschließlich beihilfeberechtigter Beamte/Postbeamten B/KVB) werden die Kosten in der Regel im gewohnten Umfang erstattet. Eine wichtige Ausnahme stellen die sogenannten BASISTARIF-Privatversicherten dar. Diese müssen grundsätzlich zu einem Kassenarzt gehen, da sie ansonsten keinen Erstattungsanspruch haben.
Auch Patienten mit Freier Heilfürsorge fallen unter diese Regelung und müssen Kassenärzte aufsuchen, um Erstattung zu erhalten. STANDARDTARIF-Privatversicherte hingegen haben in der Regel keine Probleme mit der Erstattung in einer Privatpraxis.
Gesetzlich versicherte Patienten können in einer reinen Privatpraxis grundsätzlich nicht behandelt werden, da keine Verträge mit den gesetzlichen Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung bestehen. Dies führt in der Vergangenheit bei Selbstzahlern, die gesetzlich versichert sind, regelmäßig zu Problemen mit der Akzeptanz von Rezepten, Krankschreibungen, Überweisungen, Laborrechnungen und Krankenhauseinweisungen durch ihre Krankenkasse.
Für Selbstzahler, die eigenverantwortlich in ihre Gesundheit investieren möchten, bieten Privatpraxen oft umfassende Vorsorgeuntersuchungen und allgemeine Check-ups an. Als Selbstzahler profitieren Sie von zeitnahen Terminen ohne lange Wartezeiten und einer Behandlung, die nicht an die Vorgaben der Krankenkassen gebunden ist. Ihre Gesundheit steht im Mittelpunkt, mit umfassender Diagnostik, individueller Beratung und maßgeschneiderten Behandlungskonzepten in diskreter Umgebung.
Der Leistungsumfang der Krebsvorsorge und des Check-Ups in einer Privatpraxis entspricht dem von Privatpatienten und umfasst typischerweise eine detaillierte Anamnese sowie ausführliche körperliche, sonographische und laborchemische Untersuchungen. Solche Vorsorgeangebote sind ideal für Männer und Frauen, die regelmäßige Vorsorge wünschen, Risiken für urologische Erkrankungen und Krebserkrankungen minimieren möchten, Beschwerden frühzeitig erkennen und behandeln wollen und Wert auf individuelle Betreuung legen.

Die Kosten für solche Selbstzahler-Vorsorgeuntersuchungen orientieren sich an der GOÄ und richten sich nach den vereinbarten Leistungen. Je nach Untersuchungsergebnis und eventuell notwendiger weiterführender Diagnostik (z.B. Urinuntersuchungen bei Verdacht auf Harnwegsinfektion) beziffern sich die Kosten in der Regel zwischen 300 und 500 Euro.
Wichtig ist der Hinweis zu weiterführenden Untersuchungen und Leistungen: Im Rahmen einer urologischen Komplettvorsorge kann es vorkommen, dass zusätzliche Untersuchungen (z.B. CT oder MRT) oder Medikamente (z.B. Antibiotika) empfohlen werden. Da eine reine Privatpraxis ausschließlich auf Selbstzahlerleistungen ausgerichtet ist, erfolgt keine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen. Rezepte oder Überweisungen für gesetzlich versicherte Patienten müssen von einem Kassenarzt ausgestellt werden, wenn eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung gewünscht ist. Eine gute Privatpraxis wird Sie umfassend über alle notwendigen Schritte beraten und Sie bei Bedarf mit einer detaillierten Dokumentation unterstützen, die Sie für Ihren Haus- oder Kassenarzt verwenden können. Diese Transparenz ermöglicht fundierte Entscheidungen über die eigene Gesundheit.
Ein Experte auf dem Gebiet: PD Dr. med. Jörn Kamradt
Im Bereich der Urologie gibt es Spezialisten, die sich auf bestimmte Verfahren und Forschungsgebiete konzentrieren. Ein Beispiel hierfür ist PD Dr. med. Jörn Kamradt. Er ist Facharzt für Urologie mit einem besonderen Schwerpunkt auf operativer Urologie und minimalinvasiver roboter-assistierter Chirurgie.
Seine beruflichen Qualifikationen umfassen den Facharzt für Urologie (seit 2006), die Zusatzbezeichnung Andrologie (seit 2008) und die Zusatzbezeichnung medikamentöse Tumortherapie (ebenfalls seit 2008). Seit 2015 ist er auch im Schwerpunkt Operative Urologie ausgewiesen. Seine akademische Laufbahn umfasst die Promotion (2001) und die Habilitation für das Fach Urologie (2011) an der Universität des Saarlandes.
PD Dr. Kamradt bringt umfangreiche Erfahrung aus verschiedenen führenden Positionen in der Urologie mit. Von 2008 bis 2013 war er Leitender Oberarzt und ständiger Vertreter des Direktors der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS). Gleichzeitig leitete er von 2007 bis 2013 das klinische Forschungslabor für experimentelle Urologie. Seine Expertise in der roboter-assistierten Chirurgie unterstreicht die Durchführung von Operationen mit dem DaVinci-System seit 2008. Zudem absolvierte er von 2003 bis 2004 ein Visiting Research Fellowship am National Human Genome Research Institute, NIH, in Bethesda, USA.
Seit 2013 ist er als Belegarzt an mehreren renommierten Kliniken tätig, darunter die Klinik Beau-Site, das Salem-Spital und die Hirslanden Klinik Linde Biel. Er besitzt eine aktive Berufsausübungsbewilligung und ist Mitglied in zahlreichen wichtigen Fachgesellschaften, darunter die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU), das Deutsche Prostatakarzinomkonsortium (DPKK), die American Association of Cancer Research (AACR), die European Association of Urology (EAU), die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Arbeitsgemeinschaft urologische Onkologie (AUO), die Saarländische Krebsgesellschaft, das Kompetenzzentrum Molekulare Medizin (KOMM) und die Deutsche Gesellschaft für roboter-assistierte Urologie (DGRU). Dies unterstreicht seine weitreichende Vernetzung und sein Engagement in Forschung und klinischer Praxis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist eine Erektion beim Urologen schlimm?
Nein, eine Erektion während der Untersuchung beim Urologen ist völlig normal und kein Grund zur Besorgnis. Es handelt sich um eine natürliche Reaktion, die unbeabsichtigt auftreten kann. Urologen sind professionell und an solche Situationen gewöhnt.
Welche sind die häufigsten urologischen Eingriffe?
Zu den häufigsten urologischen Eingriffen gehören laut vorliegender Informationen Vasektomien, Zystoskopien, verschiedene Prostataverfahren (wie Biopsien oder UroLift), Ureteroskopien zur Behandlung von Nierensteinen, Lithotripsie zur Steinzertrümmerung, Penile Plication bei Peniskrümmung, das Einsetzen von Penisimplantaten bei erektiler Dysfunktion sowie die Beschneidung.
Wer ist PD Dr. med. Jörn Kamradt?
PD Dr. med. Jörn Kamradt ist ein deutscher Facharzt für Urologie. Er ist spezialisiert auf operative Urologie und roboter-assistierte Chirurgie. Er hat umfangreiche Erfahrung aus führenden Positionen an Universitätskliniken und ist als Belegarzt an mehreren Kliniken tätig. Er ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften.
Wie viel kostet ein Besuch oder eine Vorsorge beim Urologen?
In einer Privatpraxis richten sich die Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Für Privatversicherte werden die Kosten meist erstattet (Ausnahmen sind Basis-Tarife und Freie Heilfürsorge). Gesetzlich Versicherte können in reinen Privatpraxen nicht behandelt werden. Eine umfassende Selbstzahler-Vorsorge kann je nach Umfang der Leistungen in der Regel zwischen 300 und 500 Euro kosten, wobei zusätzliche Kosten für weiterführende Diagnostik oder Medikamente anfallen können, die dann ebenfalls privat zu tragen sind.
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