Was geschah mit der Band Dead or Alive?

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Die britische Band Dead or Alive ist untrennbar mit den Achtzigern verbunden, vor allem dank ihres globalen Superhits "You Spin Me Round (Like a Record)". Mit ihrem einzigartigen Sound, der New Wave und Pop vereinte, und dem unverwechselbaren Auftreten ihres Frontmanns Pete Burns prägten sie eine Ära. Doch was geschah nach diesem kometenhaften Aufstieg? Wie entwickelte sich die Band, welche Herausforderungen musste sie meistern, und was führte letztlich zu ihrem Ende?

Von den Anfängen in Liverpool zum Plattenvertrag

Die Wurzeln von Dead or Alive reichen zurück ins Jahr 1977, als Pete Burns in Liverpool eine Punkband namens Mystery Girls gründete. Diese Gruppe hatte nur einen einzigen Auftritt, bevor sie sich auflöste. Burns, dessen Auftreten schon damals von der Transgender-Punk-Künstlerin Wayne County beeinflusst war, machte jedoch weiter.

Was ist mit der Band Dead or Alive passiert?
Burns starb 2016; mit dem Tod von Coy im Jahr 2018 endete die Band . Dead or Alive, 1984. Von links nach rechts: Mike Percy, Steve Coy, Pete Burns und Tim Lever.

Anfang 1979 formierte er eine neue Band namens Nightmares in Wax (ursprünglich Rainbows Over Nagasaki), die einen Gothic-Post-Punk-Sound verfolgte. Die Besetzung wechselte mehrfach. 1980, nach weiteren Umbesetzungen, benannte Burns die Band schließlich in Dead or Alive um. Die Gruppe begann, Singles zu veröffentlichen, die in den britischen Indie-Charts erfolgreich waren. Die Single "The Stranger" erreichte 1982 Platz 7 und erregte die Aufmerksamkeit größerer Labels.

Dies führte 1983 zur Unterzeichnung eines Vertrags mit Epic Records. Ihre erste Veröffentlichung für Epic war die Single "Misty Circles", die es gerade so in die Top 100 der britischen Charts schaffte. Zwei weitere Singles folgten, doch der Mainstream-Erfolg ließ zunächst auf sich warten.

Der Durchbruch mit "Sophisticated Boom Boom" und "Youthquake"

Das Debütalbum "Sophisticated Boom Boom" erschien im Mai 1984. Es enthielt ihre erste Top-40-Single in Großbritannien, eine Coverversion des KC and the Sunshine Band Hits "That's the Way (I Like It)". Dieser Song sowie "Misty Circles" waren auch in den US Hot Dance Music/Club Play Charts erfolgreich. Das Album selbst war ein Achtungserfolg und erreichte Platz 29 in Großbritannien.

Zu dieser Zeit erregte Pete Burns mit seinem exzentrischen und androgynen Erscheinungsbild große Medienaufmerksamkeit, was oft zu Vergleichen mit Boy George von Culture Club führte. Burns beschrieb die Produktion des ersten Albums später als "die freudigste Erfahrung meines Lebens", da kein kommerzieller Druck bestanden habe.

Der eigentliche Durchbruch kam mit dem zweiten Album "Youthquake", das im Mai 1985 veröffentlicht wurde. Produziert wurde es von dem aufstrebenden Team Stock Aitken Waterman (SAW). Die Single "You Spin Me Round (Like a Record)" wurde zum weltweiten Hit und erreichte nach über zwei Monaten außerhalb der Top 40 schließlich Platz 1 der britischen Single-Charts. Der Song war auch in den USA (Platz 11) und Kanada (Platz 1) sehr erfolgreich.

Interessanterweise war die Plattenfirma von der Single zunächst wenig begeistert. Burns musste sogar einen Kredit von 2.500 Pfund aufnehmen, um sie aufzunehmen. Die Plattenfirma hielt den Song für "schrecklich", und die Band musste das Video selbst finanzieren. Burns berichtete auch von Schwierigkeiten, Tantiemen für die 12-Zoll-Singles zu erhalten, die einen Großteil der ursprünglichen Verkäufe ausmachten, da sie von der Plattenfirma als Werbemittel und nicht als Verkäufe betrachtet wurden.

Trotz des internationalen Erfolgs von "Youthquake" äußerte Burns, dass er mit diesem Album am unzufriedensten gewesen sei. Er empfand den Tag, an dem "You Spin Me Round" Platz 1 erreichte, sogar als einen der "unglücklichsten Tage" seines Lebens, da er wusste, dass es von da an bergab gehen würde. Burns hatte eine gewisse Angst vor dem Erfolg und hoffte, dass seine Singles nicht zu hoch charten würden, um sein Leben nicht zu verlieren.

Weitere Singles aus dem Album wie "Lover Come Back To Me" (Platz 11), "In Too Deep" (Platz 14) und "My Heart Goes Bang (Get Me to the Doctor)" (Platz 23) waren ebenfalls in den britischen Top 30 erfolgreich.

Herausforderungen, Besetzungswechsel und späte Alben

Ende 1986 veröffentlichten Dead or Alive ihr drittes Album, "Mad, Bad and Dangerous to Know". Die Produktion war von weiteren Konflikten zwischen der Band und Stock Aitken Waterman geprägt.

Die Leadsingle "Brand New Lover" war ein moderater Hit in Großbritannien (Platz 31), aber deutlich erfolgreicher in den USA, wo sie Platz 15 der Hot 100 und Platz 1 der Billboard Dance Charts erreichte.

Drei weitere Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt. Die erfolgreichste in Großbritannien war "Something in My House" (Platz 12), die mit ihrem Artwork, das Burns vor einem scheinbar satanischen Altar mit einem umgedrehten Kreuz zeigte, für Aufsehen sorgte. Auch das Musikvideo sorgte für Konflikte mit Epic Records, die angeblich Einwände gegen eine "mild suggestive" Sequenz hatten, in der Burns eine Banane schälte. Burns sah dies als Ausdruck seines Humors, aber die Plattenfirma schien dies anders zu bewerten.

Bei der Aufnahme des Songs gab es ebenfalls Schwierigkeiten. Burns behauptete, Produzent Mike Stock habe seine ursprüngliche Gesangsaufnahme gelöscht, da er Einwände gegen die Verwendung der Phrase "wicked queen" hatte, die als Anspielung auf eine homosexuelle Beziehung interpretiert werden konnte. Trotz der Bedenken des Labels und der Produzenten wurde der Song der größte Hit von Dead or Alive in Großbritannien seit "Lover Come Back to Me" und ihre letzte Top-40-Single mit einer Originalveröffentlichung in Großbritannien.

1987 veröffentlichten Dead or Alive ein Greatest-Hits-Album namens "Rip It Up" und absolvierten eine Tournee gleichen Namens in Europa, den USA und Japan. Konzertaufnahmen aus Tokio und Osaka wurden als Videokassette und Laserdisc veröffentlicht.

Mitte 1988 veröffentlichten Dead or Alive, nun auf das Duo Pete Burns und Steve Coy reduziert, das selbstproduzierte Album "Nude". Tim Lever (Keyboards) und Mike Percy (Bass) hatten die Band verlassen. Burns erklärte später, dass sie entlassen wurden, nachdem er und Coy herausfanden, dass sie heimlich ein eigenes Studio bauten und sich auf die Produktion konzentrieren wollten, da sie keine Lust mehr auf Tourneen hatten. Burns und Coy wollten niemanden, der nur halbherzig dabei war, und entschieden sich, sie sofort zu entlassen.

"Nude" war in Japan sehr erfolgreich und verbrachte rekordverdächtige siebzehn Wochen auf Platz 1 der japanischen Charts. Auch in den US Hot Dance Club Songs Charts waren die Singles erfolgreich, darunter "Turn Around and Count 2 Ten" (Platz 2), "Baby Don't Say Goodbye" (Platz 6) und "Come Home with Me Baby" (dreizehn Wochen auf Platz 1). Letzterer Song hatte in Großbritannien Schwierigkeiten, was auf die Liedtexte zurückgeführt wurde, die während der AIDS-Epidemie zu Casual Sex ermutigten. Die US-Plattenfirma weigerte sich zudem, "Come Home with Me Baby" als reguläre Single zu veröffentlichen, da sie angeblich Einwände gegen die männlichen Tänzer im Musikvideo hatte, was verhinderte, dass der Song ein großer Hit in den Billboard Hot 100 wurde.

1989 tourte Burns zur Unterstützung von "Nude" und dem Remix-Album "Nude – Remade Remodelled" mit anderen Stock Aitken Waterman-Künstlern wie Kylie Minogue in Asien und Europa im Rahmen der "Disco in Dream"-Konzerttournee. Ein Auftritt im Tokyo Dome wurde sogar im japanischen Fernsehen übertragen.

Was ist aus Dead or Alive geworden?
Sänger von „Dead or Alive“ Popmusiker Pete Burns gestorben Pete Burns war Sänger der Popband „Dead or Alive“. In den achtziger Jahren landete er einen großen Hit. Jetzt ist der Musiker im Alter von 57 Jahren gestorben. Der Popsänger Pete Burns ist am Sonntag im Alter von 57 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Die 90er und 2000er Jahre

In den 1990er Jahren produzierte die Band ihr nächstes Studioalbum, "Fan the Flame (Part 1)", das jedoch nur in Japan erfolgreich war (Platz 27 der Album-Charts). Die Arbeiten an "Fan the Flame (Part 2)" begannen, das Album wurde aber erst 2021 fertiggestellt. Ein Akustikalbum namens "Love, Pete" wurde 1992 während einer US-Tournee erhältlich, aber weit verbreitet illegal unter dem Titel "Fan the Flame (Part 2): The Acoustic Sessions" verbreitet, was Pete Burns stark kritisierte.

Im Jahr 2000 veröffentlichten Dead or Alive "Fragile", eine Sammlung von Neuaufnahmen mit einigen neuen Tracks und Coverversionen. Die erste Single des Albums, "Hit and Run Lover", war ein Hit in Japan (Platz 2). Ein neues Remix-Album, "Unbreakable: The Fragile Remixes", folgte 2001. 2003 erschien ein weiteres Greatest-Hits-Album namens "Evolution: the Hits", begleitet von einer Video-Kompilation. "You Spin Me Round (Like a Record)" wurde zur Promotion des Albums erneut als Single veröffentlicht und erreichte Platz 23 der britischen Charts.

Pete Burns' Solo-Karriere und das Ende der Band

Abseits der Band verfolgte Pete Burns in den Neunzigern auch eine Solokarriere, die jedoch nicht von großem Erfolg gekrönt war. Sein äußeres Erscheinungsbild veränderte sich durch mehrere kosmetische Operationen merklich, was ihm sowohl Aufmerksamkeit als auch Anfeindungen einbrachte. 2006 nahm er an der britischen Ausgabe von "Promi Big Brother" teil, es folgten weitere Fernsehauftritte, darunter eine eigene Reality-TV-Sendung.

Obwohl Pete Burns 2011 erklärte, Dead or Alive existiere nicht mehr, beteuerte Steve Coy später, dass der Name noch aktiv sei und die Band nicht am Ende. 2012 traten Burns und Coy gemeinsam beim Pete Waterman Konzert "Hit Factory Live" in London auf.

Am 23. Oktober 2016 starb Pete Burns im Alter von 57 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein Management würdigte ihn als "einen besonderen Star", "einen echten Visionär, eine schöne, begabte Seele". Der Tod von Burns bedeutete de facto das Ende der Band.

Am 28. Oktober 2016 wurde ein umfangreiches 19-Disc-Boxset namens "Sophisticated Boom Box MMXVI" veröffentlicht, das von Burns und Coy persönlich zusammengestellt worden war und eine Fülle von Raritäten, Live-Aufnahmen und unveröffentlichten Mixen enthielt.

Das endgültige Ende der Band wurde mit dem Tod von Steve Coy am 4. Mai 2018 im Alter von 56 Jahren besiegelt. Coy starb in Italien nach einer elfmonatigen Krebserkrankung, während er an einem neuen Studioalbum arbeitete.

Vermächtnis

Obwohl Dead or Alive vor allem für ihren Megahit "You Spin Me Round (Like a Record)" in Erinnerung bleiben, hinterließen sie ein Werk, das über diesen einen Song hinausgeht. Sie waren Pioniere im Dance-Pop der 80er Jahre und ihr Einfluss, insbesondere der visuelle Stil und die kompromisslose Persönlichkeit von Pete Burns, hallen bis heute nach. Die Band, die durch die kreative Partnerschaft von Burns und Steve Coy geprägt war, fand ihr Ende erst mit dem Tod ihrer beiden zentralen Figuren.

Häufig gestellte Fragen zu Dead or Alive

Wann wurde Dead or Alive gegründet?

Die Band wurde offiziell 1980 gegründet, nachdem Pete Burns frühere Projekte wie Mystery Girls und Nightmares in Wax durchlaufen hatte.

Wer waren die wichtigsten Mitglieder?

Die zentralen und über die längste Zeit aktiven Mitglieder waren Frontmann Pete Burns (Gesang) und Steve Coy (Schlagzeug). Andere wichtige Mitglieder während der erfolgreichsten Phase waren Mike Percy (Bass) und Tim Lever (Keyboards).

Was war ihr größter Hit?

Ihr unbestreitbar größter und bekanntester Hit war "You Spin Me Round (Like a Record)" aus dem Jahr 1985.

Warum haben sich Dead or Alive aufgelöst?

Die Band löste sich nicht offiziell auf, sondern fand ihr Ende durch den Tod ihrer beiden verbliebenen Hauptmitglieder. Pete Burns starb 2016 und Steve Coy 2018.

Was machte Pete Burns nach der Band?

Pete Burns veröffentlichte Solo-Musik, verfolgte eine Solokarriere, die aber weniger erfolgreich war als die Band. Er erlangte durch seine zahlreichen kosmetischen Operationen und seine Teilnahmen an Reality-TV-Shows, insbesondere "Promi Big Brother" in Großbritannien, weitere Bekanntheit.

Wann und wie starb Pete Burns?

Pete Burns starb am 23. Oktober 2016 im Alter von 57 Jahren an einem Herzinfarkt.

Was geschah mit Steve Coy?

Steve Coy, der Schlagzeuger und langjährige Partner von Pete Burns in der Band, starb am 4. Mai 2018 im Alter von 56 Jahren nach einer Krebserkrankung.

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Andenmatten Soltermann

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