Was bedeutet EOS bei Canon?

Canon EOS 500N: Alter, Specs & EOS-System

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In einer Zeit, in der digitale Fotografie den Markt dominiert, erfreuen sich analoge Kameras wieder wachsender Beliebtheit. Viele Fotografen, ob Anfänger oder Profis, entdecken den Charme und die einzigartige Ästhetik des Films neu. Eine Kamera, die oft im Zusammenhang mit dem Einstieg in die analoge Welt oder als zuverlässiges Werkzeug genannt wird, ist die Canon EOS 500N. Doch wie alt ist diese Kamera eigentlich und was macht sie auch heute noch interessant?

Die Canon EOS 500N - Ein Rückblick auf ihre Zeit

Die Canon EOS 500N, international auch bekannt als New EOS Kiss in Japan oder EOS Rebel G in Nordamerika, ist ein Kind der späten 90er Jahre. Sie kam im Jahr 1996 auf den Markt und wurde bis 1999 produziert. Damit ist sie, je nach dem genauen Produktionsdatum, heute rund 25 bis 28 Jahre alt. Sie trat die Nachfolge der ursprünglichen Canon EOS 500 an und wurde ihrerseits später von der erfolgreichen Canon EOS 300 abgelöst.

Canon positionierte die EOS 500N im unteren Segment der beliebten EOS-Reihe. Dies bedeutete, dass sie als erschwingliche und zugängliche Option für Hobbyfotografen und Einsteiger konzipiert war, die eine moderne Spiegelreflexkamera mit Autofokus suchten, ohne die Komplexität oder die Kosten der professionellen Modelle. Trotz ihrer Positionierung bot sie jedoch eine solide Ausstattung und war kompatibel mit dem umfangreichen Canon EF-Bajonett, was sie zu einer attraktiven Wahl machte.

Wie alt ist die Canon EOS 500?
Die EOS 500N (New EOS Kiss in Japan, EOS Rebel G in Nordamerika) kam 1996 auf den Markt und wurde bis 1999 produziert.

Technische Daten der Canon EOS 500N

Um die Canon EOS 500N besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf ihre Spezifikationen. Als einäugige Kleinbild-Spiegelreflexkamera nutzte sie den damals weit verbreiteten 35-mm-Film für das klassische 24 × 36 mm Kleinbildformat. Hier sind einige ihrer wichtigsten Merkmale:

  • Typ: Einäugige Kleinbild-Spiegelreflexkamera
  • Produktionszeitraum: 1996–1999
  • Objektivanschluss: Canon EF-Bajonett
  • Filmformat: 35 mm (Kleinbild), 24 × 36 mm Aufnahmeformat
  • Sucher: Pentaspiegel, 90 % Bildfeldabdeckung, 0,7-fache Vergrößerung (bei 50 mm auf ∞)
  • Betriebsarten: Programmautomatik, Blendenautomatik (Av), Zeitautomatik (Tv), Vollautomatik (Green Zone), Manuell (M), Langzeitbelichtung (Bulb), Schärfentiefenautomatik (A-DEP)
  • Filmtransport: Motorisch, bis zu 1 Bild pro Sekunde
  • Autofokus (AF): TTL-SIR mit Multi-BASIS, 3 AF-Messfelder, AF-Messbereich EV 2–18 (bei 100 ISO), AF-Betriebsarten: One-Shot AF, AI Focus AF, Manuelle Fokussierung möglich
  • Belichtungsmessung: TTL-Offenblendmessung mit EF-Objektiven, Messbereich EV 2 - 20 (bei 100 ISO – bei Blende 1,4), Belichtungskorrektur: ± 2 Stufen in ½ Stufen
  • Verschluss: Elektronisch gesteuerter Schlitzverschluss mit elektromagnetischem Sanftauslöser, Verschlusszeiten: 1/2000 bis 30 Sekunden in ½ Stufen, sowie Bulb
  • Blitz: AF-verknüpfte Dreizonen-Blitzautomatik, Leitzahl 12 (eingebaut), Blitzsteuerung: E-TTL-, A-TTL-, TTL-Blitzautomatik, Blitzanschluss: Standard-ISO-Normkontakt Blitzschuh (Mittenkontakt) sowie 5-Kontakt-Anschluss-Buchse
  • Stromversorgung: 2 × CR123A Lithiumbatterien
  • Abmessungen: ca. 145 × 92 × 62 mm
  • Gewicht: 350 g (ohne Batterien und Film)

Diese Daten zeigen, dass die EOS 500N für ihre Zeit eine moderne und funktionsreiche Kamera war. Sie bot alle wichtigen Belichtungsmodi, einen zuverlässigen Autofokus mit mehreren Messfeldern und die Kompatibilität mit dem damals schon etablierten EF-Objektivsystem.

Die EOS 500N in der Praxis und ihre Varianten

Als Kamera für Einsteiger und Hobbyfotografen wurde die EOS 500N oft im Kit mit einem Standard-Zoomobjektiv verkauft. Gängige Kit-Objektive waren das Canon EF 28–90 mm f/4–5.6 oder das EF 35–80 mm f/4–5.6. Es gab auch Kits mit dem Tamron 28–80 mm. Diese Objektive deckten einen vielseitigen Brennweitenbereich ab und waren für den alltäglichen Gebrauch gut geeignet.

Die EOS 500N war nicht das einzige Modell, das auf dieser Plattform basierte. Sie ist technisch baugleich mit der Canon EOS 3000N, einer weiteren Kamera im Einsteigersegment. Beide Modelle waren in der Regel in zwei Farbvarianten erhältlich: mit einem klassischen schwarzen Gehäuse oder einem silberfarbenen Gehäuse, was dem Zeitgeschmack entsprach.

Die Benennung der Kamera (EOS 500N, New EOS Kiss, EOS Rebel G) zeigt auch Canons Strategie, spezifische Namen für verschiedene Märkte zu verwenden, um die Zielgruppen besser anzusprechen. Die Bezeichnung "Rebel" im nordamerikanischen Markt war oft für die Einsteigermodelle reserviert.

Was bedeutet EOS bei Canon?

Das Kürzel EOS steht für Electro-Optical System. Unter diesem Namen führt der japanische Hersteller Canon seit 1987 seine Systemkameras. Die Einführung des EOS-Systems war ein bedeutender Schritt für Canon, da sie gleichzeitig ein neues Objektivbajonett einführten: das EF-Bajonett (Electro-Focus). Dieser Systemwechsel war notwendig, um die Autofokus-Technologie vollständig in die Spiegelreflexkameras integrieren zu können. Ältere Canon-Objektive mit dem FD-Bajonett waren mit den neuen EOS-Kameras nicht mehr direkt kompatibel – eine Entscheidung, die damals für Diskussionen sorgte, aber technologisch den Weg für moderne Kameras ebnete. Während Konkurrenten wie Nikon und Pentax ihre alten Bajonette behielten und technische Kompromisse eingehen mussten, wagte Canon den Bruch, ähnlich wie Minolta zwei Jahre zuvor.

Die Entwicklung des Canon EOS Systems

Seit 1987 hat sich das Canon EOS System stetig weiterentwickelt und umfasst heute eine breite Palette von Kameras für unterschiedlichste Anforderungen. Man kann die Entwicklung in verschiedene Hauptreihen gliedern:

Historische und aktuelle EOS-Reihen im Überblick

Das EOS-System hat sich über die Jahre stark diversifiziert:

SerieTypZeitraumBajonettSensor/Film
EOSAnaloge Spiegelreflexkameras (SLR)1987–2004EFKleinbild (35mm), APS
EOS-DDigitale Spiegelreflexkameras (DSLR)1995–2020EFKleinbild (Vollformat), APS-H, APS-C
EOS-MDigitale spiegellose Systemkameras (Mirrorless)2012–2020EF-MAPS-C
EOS-RDigitale spiegellose Systemkameras (Mirrorless)seit 2018RFKleinbild (Vollformat), APS-C
EOS-CDigitale Filmkameras (Cinema)seit 2012PL, EF, RFVariiert (Super 35, Vollformat)

Die Canon-EOS-Reihe (1987–2004) umfasst die ursprünglichen analogen SLR-Kameras, wie die EOS 620, EOS 650 und eben auch die EOS 500N. Eine Besonderheit war die Canon EF-M von 1991, eine SLR mit EF-Bajonett, aber ohne Autofokus (M für Manual Focus), die jedoch nicht mit den späteren spiegellosen EF-M Kameras zu verwechseln ist.

Mit der Canon-EOS-D-Reihe (1995–2020) stieg Canon in die digitale Fotografie ein. Diese digitalen Spiegelreflexkameras nutzten ebenfalls das EF-Bajonett, was einen einfachen Umstieg für viele Canon-Nutzer ermöglichte, die bereits EF-Objektive besaßen. Diese Reihe beinhaltete Kameras mit verschiedenen Sensorgrößen.

Die Canon-EOS-M-Reihe (2012–2020) markierte Canons ersten ernsthaften Schritt in den Markt der spiegellosen Systemkameras mit APS-C-Sensor. Wegen ihrer kompakteren Bauweise wurde ein neues Bajonett, das EF-M-Bajonett, eingeführt.

Die Canon-EOS-R-Reihe (seit 2018) ist Canons aktuelle Hauptlinie für spiegellose Systemkameras, die zunächst auf Vollformat-Sensoren und später auch auf APS-C-Sensoren setzt. Sie führte das neue RF-Bajonett ein, bietet aber über Adapter volle Kompatibilität mit den älteren EF-Objektiven.

Die Canon-EOS-C-Reihe (seit 2012) bedient den professionellen Videomarkt mit digitalen Filmkameras, die je nach Modell unterschiedliche Bajonette nutzen können.

Wie alt ist die Canon EOS 500?
Die EOS 500N (New EOS Kiss in Japan, EOS Rebel G in Nordamerika) kam 1996 auf den Markt und wurde bis 1999 produziert.

Die EOS 500N gehört also zu den frühen Modellen der ersten Generation des EOS-Systems, den analogen Spiegelreflexkameras, die den Grundstein für Canons modernen Erfolg legten.

Warum ist die EOS 500N heute noch interessant?

Auch wenn die Produktionszeitraum der EOS 500N lange zurückliegt, erfreut sie sich immer noch einer gewissen Beliebtheit. Dafür gibt es mehrere Gründe:

  1. Einstieg in die analoge Fotografie: Die EOS 500N ist eine relativ moderne Analogkamera mit allen Annehmlichkeiten wie Autofokus, Belichtungsmessung und verschiedenen Automatikprogrammen. Das macht den Einstieg in die analoge Welt deutlich einfacher als mit rein mechanischen Kameras.
  2. Kompatibilität mit EF-Objektiven: Wer bereits digitale Canon-Kameras mit EF-Objektiven besitzt, kann diese Objektive ohne Adapter an der EOS 500N nutzen. Das spart Kosten und eröffnet eine große Auswahl an verfügbaren Objektiven.
  3. Lernwerkzeug: Mit den manuellen Modi kann man die Grundlagen der Belichtung (Blende, Verschlusszeit, ISO – wobei ISO hier durch den Film vorgegeben ist) hervorragend lernen. Die Automatikmodi helfen, wenn man sich auf das Motiv konzentrieren möchte.
  4. Preis: Gebrauchte EOS 500N Kameras sind oft sehr günstig erhältlich, was sie zu einer attraktiven Option für Experimente mit Film macht.
  5. Die Ästhetik des Films: Unabhängig von der Kamera bietet das Fotografieren auf Film eine einzigartige Ästhetik, die sich digital nur schwer reproduzieren lässt.

Natürlich gibt es auch Nachteile. Die Kamera ist auf Film angewiesen, dessen Entwicklung und Scannen zusätzliche Kosten verursacht. Die Handhabung ist langsamer als bei Digitalkameras, und man sieht das Ergebnis nicht sofort. Dennoch überwiegen für viele die Vorteile, insbesondere wenn man den Charme des Analogen sucht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Canon EOS 500N

Hier beantworten wir einige gängige Fragen zur Canon EOS 500N:

Wie alt ist die Canon EOS 500N?

Die Canon EOS 500N kam 1996 auf den Markt und wurde bis 1999 produziert. Sie ist also heute zwischen 25 und 28 Jahre alt.

Welchen Film benötigt die EOS 500N?

Die Kamera verwendet standardmäßigen 35mm Kleinbildfilm.

Kann ich moderne Canon EF-Objektive an der EOS 500N verwenden?

Ja, die EOS 500N verfügt über das Canon EF-Bajonett und ist daher mit allen Canon EF-Objektiven kompatibel (nicht aber mit den neueren EF-S, EF-M oder RF Objektiven).

Ist die EOS 500N für Anfänger geeignet?

Ja, aufgrund ihrer Automatikprogramme, des zuverlässigen Autofokus und der einfachen Bedienung ist sie sehr gut für Einsteiger in die analoge Fotografie geeignet.

Welche Batterien benötigt die Canon EOS 500N?

Die Kamera wird mit zwei CR123A Lithiumbatterien betrieben.

Was ist der Unterschied zwischen der EOS 500 und der EOS 500N?

Die EOS 500N ist das Nachfolgemodell der ursprünglichen EOS 500 und brachte einige Verbesserungen mit sich, wie z.B. einen verbesserten Autofokus und zusätzliche Betriebsarten. Die EOS 500N war auch als New EOS Kiss und EOS Rebel G bekannt.

Fazit

Die Canon EOS 500N ist eine robuste und funktionsreiche Analogkamera aus den späten 90er Jahren. Sie gehört zur ersten Generation des erfolgreichen Canon EOS Systems und nutzte bereits das moderne EF-Bajonett. Mit ihrem Produktionszeitraum von 1996 bis 1999 ist sie heute ein Stück Kamerageschichte, das aber dank seiner Benutzerfreundlichkeit, Kompatibilität mit EF-Objektiven und des erschwinglichen Preises immer noch eine exzellente Wahl für alle darstellt, die in die Welt der analogen Fotografie eintauchen möchten oder einfach den Charme einer klassischen Kamera erleben wollen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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