Wann kam die Canon 2000D raus?

Das Ende einer Ära: Canons letzte DSLR

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Wir versammeln uns heute, um das Andenken an die Canon DSLR-Kameras zu ehren. Sie haben das Leben vieler Filmemacher für immer verändert und kinoreife Bilder für jene zugänglich gemacht, die nicht über riesige Budgets verfügten. Auch wenn das Ende der DSLR-Ära nicht über Nacht kam und von vielen in der Branche schon seit Jahren erwartet wurde, so markiert doch eine jüngste Aussage von Canon-CEO Fujio Mitarai einen entscheidenden Moment. Die Verschiebung des Marktes hin zu spiegellosen Kameras beschleunigt sich zusehends, und dies hat weitreichende Konsequenzen für die Zukunft der Kameratechnologie.

Wann kam die Canon 2000D raus?
Die Canon EOS 2000D (in Japan EOS Kiss X90, in den USA EOS Rebel T7) ist eine digitale Spiegelreflex-Kamera des japanischen Herstellers Canon. Sie wurde in Deutschland im April 2018 auf den Markt gebracht.

Schon im vergangenen Jahr wurde deutlich, wohin die Reise geht, als bekannt wurde, dass Canon die Produktion zahlreicher EF-Objektive eingestellt hatte – ein klares Indiz für die sich wandelnde Priorität. Doch die offizielle Bestätigung auf höchster Ebene gibt dem Ganzen nun ein besonderes Gewicht. In einem Interview mit der japanischen Zeitung Yomiuri Shimbun im Dezember machte Fujio Mitarai eine bemerkenswerte Aussage zur Zukunft der EOS-1-Serie, Canons Flaggschiff-SLR-Linie.

Canons letzte Flaggschiff-DSLR

Die EOS-1-Serie, Canons Top-Linie für professionelle Spiegelreflexkameras, hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1989 zurückreicht. Fujio Mitarai bestätigte in besagtem Interview, dass das neueste Modell dieser Serie, die im Jahr 2020 veröffentlichte EOS-1D X Mark III, tatsächlich das letzte Modell sein wird. Diese Aussage sorgte für Aufsehen und wurde von vielen Medien zunächst als das definitive Ende der Canon DSLR interpretiert.

Allerdings relativierte ein Canon-Sprecher später in Stellungnahmen gegenüber Publikationen wie PetaPixel und DPReview die Aussage leicht. Während die Kernaussage von Herrn Mitarai korrekt sei, seien genaue Daten für die Einstellung der Entwicklung oder Produktion einer Flaggschiff-DSLR noch nicht bestätigt, auch wenn dies „innerhalb weniger Jahre“ geschehen werde. Im Wesentlichen bedeutet dies: Es wird keine weitere Flaggschiff-DSLR geben, und Canon konzentriert sich voll und ganz auf spiegellose Kameras. Das Ende der DSLR-Ära bei Canon steht unmittelbar bevor, auch wenn der offizielle Stecker noch nicht endgültig gezogen wurde.

Die Einstellung der 1D-Linie ist ein starkes Signal. Für viele Fotografen und Filmemacher, insbesondere jene, die ihre Karriere mit Canon DSLRs begonnen haben, ist dies ein Moment der Wehmut. Die Canon DSLRs, allen voran die EOS 5D Mark II und die EOS 550D (Rebel T2i / Kiss X4) sowie die EOS 7D, waren nicht nur Werkzeuge – sie waren Wegbereiter.

Die Revolution der DSLR für Filmemacher

Die Einführung von DSLRs mit Videofunktion war ein Wendepunkt in der Geschichte des Filmschaffens. Plötzlich konnten Filmemacher mit geringem Budget Bilder erzeugen, die zuvor nur mit deutlich teureren Kameras möglich waren. Die Canon EOS 5D Mark II, die 2008 auf den Markt kam, war hierbei ein Game Changer. Sie bot Vollformat-Sensor und die Möglichkeit, in 24 Bildern pro Sekunde aufzunehmen – damals eine Sensation in dieser Preisklasse. Kurz darauf folgte die Canon EOS 7D mit einem APS-C-Sensor (Super 35-Äquivalent), die noch erschwinglicher war und ebenfalls kinoreife Aufnahmen ermöglichte.

Vor dieser Zeit mussten Filmemacher mit kleinem Budget oft auf teure Adapter wie den „Letus35“ zurückgreifen, um an ihren Videokameras Wechselobjektive verwenden zu können und eine geringe Schärfentiefe zu erzielen. Diese Adapter waren schwer und unhandlich. Mit den Canon DSLRs wurde dies obsolet. Man erhielt ein leichtes, vielseitiges System, das nicht nur gestochen scharfe Fotos, sondern auch hochwertiges Video liefern konnte.

Dies führte zu einer Explosion der Kreativität. Viele heutige professionelle Filmemacher haben ihre Anfänge mit diesen Kameras gemacht. Sie ermöglichten einen komplett digitalen Postproduktions-Workflow, bei dem Filmmaterial einfach auf einen Laptop übertragen und sofort bearbeitet werden konnte, ohne auf zeitraubende Tape-Transfers angewiesen zu sein.

Persönliche Einflüsse und Meilensteine

Zahlreiche Kreative teilen ihre Geschichten darüber, wie Canon DSLRs ihre Karrieren geprägt haben:

Mike Maher

Mike Maher betont, dass er ohne den DSLR-Video-Boom keine Karriere hätte. Er begann in den späten 90ern mit Bandmaterial, aber als er seine eigene Canon 7D und später 5D Mark II besaß, konnte er ernsthafte Kunden gewinnen und Projekte liefern, die weit über sein Budget hinaus aussahen. Die Verfügbarkeit dieser Kameras machte Videoproduktion für jedermann zugänglich und legte das Fundament für die heutige Industrie.

Todd Blankenship

Für Todd Blankenship änderte sich alles mit der Canon 5D Mark II und später der 7D. Die Möglichkeit, kinoreifes Material mit 24 fps auf einer leichten, erschwinglichen Kamera mit Wechselobjektiven aufzunehmen, war revolutionär. Er verkaufte seine alte EX1-Ausrüstung und investierte in eine 7D und L-Objektive, die er noch heute nutzt. Dies war der Beginn der Ära modularer Kamera-Rigs, bei denen der Kamerabody nur das „Gehirn“ war und Zubehör wie Schulterstützen, Filter und Monitore hinzugefügt wurden.

Jourdan Aldridge

Jourdan Aldridge erinnert sich an seine erste eigene Kamera, eine gebrauchte Canon 7D. Er lernte die Kameras wie die 7D, 5D Mark II und später die C300 in- und auswendig und nutzte seine 7D über sieben oder acht Jahre für über tausend Projekte. Er beschreibt die Kameras als einfach zu erlernen, aber dennoch anspruchsvoll genug, um das bestmögliche Material in nahezu jeder Umgebung zu erzielen. Auch wenn er nicht übermäßig nostalgisch ist, da es heute bessere Optionen gibt, so hält die Bildqualität vieler früherer Projekte immer noch stand.

Julian Mitchell

Julian Mitchell hebt die schnelle und disruptive Wirkung der Canon 5D Mark II auf das Filmschaffen hervor. Ihre Ästhetik und geringe Schärfentiefe faszinierten sofort, stießen aber zunächst auf technische Hürden wie das Fehlen von Timecode, was die Synchronisation erschwerte. Dennoch drängten Filmemacher darauf, sie einzusetzen, sogar in Bereichen wie Fernsehproduktionen. Er schildert die Schwierigkeiten, die ein Regisseur bei der BBC hatte, die 5D Mark II für ein Drama einzusetzen, da Ingenieure Bedenken wegen Aliasing und Moiré äußerten und die Kamera zunächst auf die nicht genehmigte Liste setzten. Trotzdem wurde sie heimlich für den Großteil der Produktion verwendet, was zeigt, wie stark der Wunsch nach ihrem einzigartigen Look war. Das betreffende Drama gewann später sogar einen BAFTA Award.

Logan Baker

Logan Baker kaufte seine erste „richtige“ Kamera, eine Canon 60D, während seines ersten Studienjahrs an der Filmschule. Obwohl er anfangs wenig über Belichtung wusste, ermöglichte ihm die Kamera, Kurzfilme und Herzensprojekte mit einer Bildqualität zu realisieren, die seinen bisherigen Kameras weit überlegen war. Er nennt die DSLR-Revolution einen „Quantensprung“ für angehende Filmemacher und schreibt ihr einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg von YouTube Anfang der 2010er Jahre zu.

Technische Entwicklungen und ihr Erbe

Die Canon DSLRs waren nicht nur wegen ihrer Bildqualität und ihres Preises revolutionär. Sie förderten auch das Wachstum eines ganzen Ökosystems an Zubehör. Da die Kameras primär für Fotografie konzipiert waren, fehlten oft Features, die für Video essenziell waren, wie gute Audioeingänge, Monitoring-Optionen oder ergonomische Handhabung für längere Aufnahmen. Dies führte zur Entwicklung von externen Recordern, besseren Mikrofonadaptern, Follow Focus Systemen, Mattenboxen und den bereits erwähnten modularen Rigs. Die Kameras wurden zum Kernstück eines Systems, das der Filmemacher nach Bedarf aufbauen konnte.

Auch die Community spielte eine große Rolle. Projekte wie die Magic Lantern Firmware für Canon DSLRs erweiterten die Funktionen der Kameras massiv, indem sie zusätzliche Codecs, Monitoring-Tools, Fokus-Peaking und vieles mehr hinzufügten, was den professionellen Einsatz weiter verbesserte. Dies zeigte das enorme Potenzial, das in der Hardware steckte, und wie sehr sich die Nutzer professionellere Features wünschten.

Das Erbe der Canon DSLRs ist unbestreitbar. Sie haben eine ganze Generation von Kreativen geprägt und die Art und Weise, wie Video produziert wird, grundlegend verändert. Sie haben die Kluft zwischen Fotografie und Videografie geschlossen und die Tür für Hybridkameras geöffnet, die heute Standard sind.

Der Blick in die Zukunft

Auch wenn der Abschied von der DSLR-Ära bei Canon Wehmut hervorruft, so ist die Entwicklung hin zu spiegellosen Kameras ein logischer Schritt. Spiegellose Systeme bieten zahlreiche Vorteile: schnellere und präzisere Autofokussysteme, elektronische Sucher, die eine direkte Vorschau des fertigen Bildes liefern, kompaktere Bauweise und oft verbesserte Videofunktionen wie interne Log-Aufnahme oder höhere Bildraten.

Heutige spiegellose Kameras von Canon und anderen Herstellern wie Sony, Nikon, Panasonic oder Blackmagic bieten eine unglaubliche Leistung in kompakten Gehäusen. Die Innovationsgeschwindigkeit ist hoch, und Kameras, die man vor einigen Jahren als Top-Modelle betrachtete, werden schnell von neuen, leistungsstärkeren Systemen überholt. Dies macht es vielleicht schwieriger, eine so tiefe, langjährige Bindung zu einer einzelnen Kamera aufzubauen, wie es bei den prägenden DSLRs der Fall war.

Dennoch profitieren neue Filmemacher und Fotografen enorm von dieser Entwicklung. Sie haben Zugang zu Werkzeugen, die leistungsfähiger und vielseitiger sind als je zuvor. Die „Demokratisierung“ der Bildproduktion, die Canon mit seinen DSLRs einleitete, setzt sich mit den spiegellosen Systemen fort.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche war die letzte Flaggschiff-DSLR von Canon?
Laut Canon-CEO Fujio Mitarai wird die Canon EOS-1D X Mark III, die 2020 veröffentlicht wurde, das letzte Modell der EOS-1-Serie sein.
Ist das das Ende aller Canon DSLRs?
Canon hat klargestellt, dass zwar keine weitere Flaggschiff-DSLR geplant ist, aber das genaue Datum für die Einstellung der Entwicklung/Produktion aller DSLR-Modelle noch nicht feststeht. Der Fokus verschiebt sich jedoch eindeutig auf spiegellose Kameras.
Warum sterben DSLRs aus?
Der Markt verschiebt sich rapide zu spiegellosen Kameras, die oft schnellere Autofokussysteme, kompaktere Gehäuse, bessere Videofunktionen und fortschrittlichere elektronische Sucher bieten. Die Vorteile der Spiegellosen haben sie zur bevorzugten Technologie gemacht.
Welchen Einfluss hatten Canon DSLRs auf die Videografie?
Kameras wie die Canon EOS 5D Mark II und 7D revolutionierten die Videografie, indem sie kinoreife Bilder, geringe Schärfentiefe und Wechselobjektive zu einem erschwinglichen Preis zugänglich machten. Sie ermöglichten es einer neuen Generation von Filmemachern, hochwertige Videos zu produzieren und trugen zur Entstehung und zum Wachstum der Online-Video-Plattformen bei.
Was hat die Canon 5D Mark II so besonders gemacht?
Die 5D Mark II war eine der ersten DSLRs, die Full-HD-Video aufnahm, insbesondere mit einem Vollformatsensor. Dies ermöglichte eine geringe Schärfentiefe und einen „Look“, der zuvor nur mit teuren Kinokameras oder Adaptersystemen erreichbar war. Sie wurde schnell zum Standardwerkzeug für unabhängige Filmemacher, Musikvideos und sogar einige Fernsehproduktionen.

Während wir uns von der Ära der Canon DSLRs verabschieden, blicken wir zurück auf ihren immensen Beitrag zur Welt der visuellen Künste. Sie waren Werkzeuge, die Träume ermöglichten und die Landschaft der Fotografie und des Films für immer veränderten. Die EOS-1D X Mark III mag die letzte ihrer Art sein, aber das Erbe der Canon DSLRs wird noch lange fortleben.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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