Die DJI Phantom 4 Pro war über Jahre hinweg ein Favorit unter Fotografen und Videografen, bekannt für ihre robuste Bauweise, zuverlässige Leistung und exzellente Bildqualität. Doch wie bei vielen elektronischen Geräten hat auch die Zeit der Phantom 4 Pro ein Ende gefunden. DJI, der Weltmarktführer für Drohnen, hat angekündigt, den Support für dieses Modell einzustellen. Aber was sind die genauen Gründe für diesen Schritt und was bedeutet das für die Drohnen-Community?

Warum stellt DJI Produkte ein? Die offizielle Begründung
DJI selbst liefert eine klare, wenn auch allgemeine Erklärung für die Einstellung von Produkten. Das Unternehmen erklärt, dass elektronische Produkte aufgrund technologischer Fortschritte und sich ändernder Nutzungsanforderungen einen festen Lebenszyklus haben. Um kontinuierlich erstklassige Produkte und Dienstleistungen anzubieten, optimiert DJI regelmäßig die Ressourcenzuweisung. Dies dient dazu, die Entwicklung und Anwendung neuer Produkte und Technologien zu fördern.
Diese strategische Neuausrichtung führt dazu, dass DJI nach regelmäßigen Überprüfungen den Support für bestimmte Produkte und deren Zubehör einstellt. Ab dem Datum der Service-Einstellung bietet DJI keine Dienstleistungen mehr für die betroffenen Produkte an, wozu Produktanfragen, technischer Support und Produktwartung gehören.

DJI empfiehlt Nutzern, auf ein alternatives Produkt eines neueren Modells aufzurüsten. Dies soll sicherstellen, dass Kunden von den neueren, verbesserten Technologien profitieren und DJI weiterhin effizienten Kundenservice bieten kann.
Der Aufstieg der Mavic-Serie und der Wandel des Marktes
Ein wesentlicher Faktor, der zur Einstellung der Phantom-Serie beigetragen hat, ist der immense Erfolg und die wachsende Popularität der DJI Mavic-Serie. Die Mavic-Drohnen, die erstmals 2016 vorgestellt wurden, revolutionierten den Markt mit ihrem faltbaren Design und ihrer außergewöhnlichen Portabilität.
Im Vergleich zur sperrigeren und größeren Phantom-Serie boten die Mavic-Modelle einen riesigen Vorteil für die Mehrheit der Drohnen-Nutzer, die Wert auf einfache Mitnahme und schnelle Einsatzbereitschaft legten. Dieser Trend verstärkte sich noch durch die Einführung noch kleinerer Modelle wie der DJI Mini-Serie, die die Portabilität auf ein neues Level hoben.
Während die Phantom-Serie oft als das Arbeitspferd für professionelle Luftaufnahmen galt, das robuste Stabilität und leistungsstarke Kameras bot, suchte der Massenmarkt zunehmend nach kompakten und reisefreundlichen Lösungen. DJI hat sich in den letzten Jahren stark auf die Entwicklung und Verfeinerung der Mavic- und Air-Produktlinien konzentriert, anstatt eine Phantom 5 zu entwickeln.

Die Phantom-Serie: Ein Blick zurück
Die Phantom-Serie gilt als Wegbereiter für den kommerziellen Erfolg von Fotodrohnen. Sie machte Drohnen für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich und etablierte DJI als führenden Hersteller in diesem Bereich.
Die erste Generation der Phantom kam bereits 2012 auf den Markt, zunächst ohne integrierte Kamera. Mit der Zeit entwickelte sich die Serie rasant. Die Phantom 2 Vision+ (2014) führte eine integrierte Full-HD-Kamera mit Gimbal-Stabilisierung ein. Die Phantom 3-Varianten (2015-2017) brachten 4K-Auflösung (Professional). Die Phantom 4 (2016) verbesserte das Design, die Flugzeit und führte Hinderniserkennung ein.
Die DJI Phantom 4 Pro (2016) und die spätere Phantom 4 Pro V2.0 (2018) waren die technologischen Höhepunkte der Serie für den breiten Markt. Sie zeichneten sich durch eine herausragende Kamera mit einem 1-Zoll-CMOS-Sensor und 20 Megapixeln aus, die qualitativ hochwertige Bilder und Videos lieferte. Der mechanische Verschluss minimierte Rolling-Shutter-Effekte, was besonders bei schnellen Bewegungen oder für Kartierungszwecke wichtig war. Hinzu kam eine umfassendere Hinderniserkennung (vorne, hinten, unten bei der Pro/V2.0) und verbesserte Reichweiten durch Systeme wie OcuSync.
Hier ist ein Auszug aus den Spezifikationen der späten Phantom-Modelle im Vergleich, basierend auf den bereitgestellten Daten:
| Modell | Einführungsjahr | Gewicht | max. Flugzeit | Bildsensor | max. Fotoauflösung | max. Videoauflösung | Hindernisvermeidung | Übertragungssystem |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| DJI Phantom 4 | 2016 | 1380 g | 28 min | 1/2.3” CMOS | 12 MP | 4096x2160, 4K 30fps | vorne, unten | DJI Lightbridge |
| DJI Phantom 4 Pro | 2016 | 1388 g | 30 min | 1’’ CMOS | 20 MP | 4096x2160, 4K 50fps | vorne, hinten, unten | DJI Lightbridge 2 |
| DJI Phantom 4 Pro V2.0 | 2018 | 1388 g | 30 min | 1’’ CMOS | 20 MP | 4096x2160, 4K 50fps | vorne, hinten, unten | OcuSync 2.0 |
Diese Tabelle zeigt die kontinuierliche Verbesserung innerhalb der Phantom-Linie, insbesondere den Sprung bei Sensorgröße und Video-Framerate von der Phantom 4 zur Phantom 4 Pro. Die V2.0 brachte vor allem das verbesserte OcuSync 2.0 Übertragungssystem.

Die Phantom 4 RTK: Ein spezialisierter Ableger
Es ist erwähnenswert, dass die Phantom-Formfaktor in spezialisierten Anwendungen weiterhin eine Rolle spielt, wie die Existenz der Phantom 4 RTK zeigt. Dieses Modell wurde speziell für hochpräzise Vermessungs- und Kartierungsflüge entwickelt. Es ist mit einem zusätzlichen RTK-Modul ausgestattet, das zentimetergenaue Positionierung ermöglicht.
Die Phantom 4 RTK verfügt über dieselbe präzise Kamera wie die Pro-Modelle (1 Zoll CMOS, 20 Megapixel, mechanischer Verschluss) und nutzt das TimeSync-System, um die Daten von Flugregler, Kamera und RTK-Modul abzugleichen und genaue Positionsdaten jeder Aufnahme zu speichern. Mit der speziellen DJI GS RTK App können komplexe Flugrouten geplant werden. Dieses Modell nutzt ebenfalls das OcuSync-System für die Bildübertragung und ist mit RTK-Bodenstationen oder Online-Diensten kompatibel. Die Phantom 4 RTK zeigt, dass die grundlegende Designphilosophie der Phantom für bestimmte professionelle Nischen weiterhin relevant war, auch wenn die breitere Consumer-Linie eingestellt wurde.
Was das Ende des Supports für Besitzer bedeutet
Die offizielle Einstellung des Supports für die Phantom 4 und Phantom 4 Pro bedeutet, dass DJI ab dem Stichtag (Juli 2023 für Phantom 4/Pro Obsidian, Juli 2023 für Phantom 4) keine offiziellen Dienstleistungen mehr anbietet. Dazu gehören:
- Kein technischer Support mehr bei Problemen.
- Keine Reparaturen oder Wartung mehr durch DJI.
- Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzteilen und Zubehör über offizielle Kanäle.
- Keine weiteren Firmware-Updates zur Behebung von Fehlern oder zur Verbesserung der Leistung (abgesehen von kritischen Sicherheitsupdates, die aber unwahrscheinlich sind).
Für Besitzer bedeutet dies, dass sie sich bei Problemen auf Drittanbieter-Reparaturdienste oder Do-it-yourself-Lösungen verlassen müssen. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen auf dem Drittmarkt könnte mit der Zeit abnehmen. Softwareseitig bleibt die Drohne auf dem letzten Stand der verfügbaren Firmware.
Vergleich: Phantom 4 Pro V2.0 vs. ein modernes Mavic-Modell (Beispiel Mavic Air 2)
Um den Wandel zu verdeutlichen, vergleichen wir die Phantom 4 Pro V2.0 mit einem beliebten, moderneren Mavic-Modell wie der Mavic Air 2 (eingeführt 2020), basierend auf den bereitgestellten Tabellen:
| Merkmal | DJI Phantom 4 Pro V2.0 | DJI Mavic Air 2 |
|---|---|---|
| Einführungsjahr | 2018 | 2020 |
| Gewicht | 1388 g | 570 g |
| Maße (gefaltet) | 350mm (Diagonal, nicht faltbar) | 180 × 97 × 84 mm |
| max. Flugzeit | 30 min | 34 min |
| Bildsensor | 1’’ CMOS | 1/2'' CMOS |
| max. Fotoauflösung | 20 MP | 48 MP |
| max. Videoauflösung | 4096x2160, 4K 50fps | 4K/60fps – 3840×2160 |
| Hindernisvermeidung | vorne, hinten, unten | Vorwärts, rückwärts, abwärts |
| max. Reichweite (CE) | 3,5 km | 6 km |
| Übertragungssystem | OcuSync 2.0 | OcuSync 2.0 |
Der Vergleich zeigt deutlich den Unterschied in Größe und Gewicht. Die Mavic Air 2 ist signifikant leichter und vor allem faltbar, was ihre Portabilität revolutioniert. Obwohl der Sensor der Phantom 4 Pro V2.0 größer ist (1 Zoll vs. 1/2 Zoll), bietet die Mavic Air 2 eine höhere Fotoauflösung (48 MP vs. 20 MP, oft durch Pixel Binning) und eine vergleichbare Videoqualität, gepaart mit längerer Flugzeit und größerer Reichweite (zumindest nach CE-Standards). Dieser Vergleich illustriert die Richtung, in die sich der Markt bewegt hat und warum die Mavic-Serie die Phantom-Serie in der Beliebtheit überholt hat.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Meine Drohnenkamera funktioniert nicht, was kann ich tun?
Wenn Ihre Drohnenkamera Probleme macht, gibt es einige allgemeine Schritte, die Sie unternehmen können:
- Reinigen Sie die Linse: Verwenden Sie ein weiches Tuch oder einen speziellen Linsenreiniger, um Staub, Schmutz oder Feuchtigkeit von der Kamera und der Linse zu entfernen. Vermeiden Sie es, die Linse mit den Fingern zu berühren.
- Vermeiden Sie extreme Bedingungen: Fliegen Sie nicht bei extremen Wetterbedingungen (starker Wind, Regen, Schnee) oder in der Nähe von starken Störquellen (Mobilfunkmasten, Hochspannungsleitungen), da dies die Kamera oder ihre Leistung beeinträchtigen kann.
- Schützen Sie die Kamera: Verwenden Sie eine Schutzhülle oder einen Gimbal-Schutz beim Lagern und Transportieren Ihrer Drohne, um Kratzer, Dellen oder Risse zu vermeiden.
- Vorsichtig starten und landen: Nutzen Sie ein Landepad oder eine ebene Fläche für Start und Landung, um Schäden an der Kamera oder dem Gimbal durch Bodenkontakt zu verhindern.
- Prüfen Sie die Software: Stellen Sie sicher, dass die Firmware der Drohne und der App auf dem neuesten Stand sind (beachten Sie jedoch, dass es für die Phantom 4 Pro wahrscheinlich keine neuen Updates mehr geben wird).
- Lesen Sie das Handbuch: Befolgen Sie die Richtlinien und Empfehlungen des Herstellers für die Verwendung und Wartung Ihrer Drohne und Kamera.
- Kontaktieren Sie den Support (eingeschränkt): Für eingestellte Modelle wie die Phantom 4 Pro ist der offizielle DJI-Support nicht mehr verfügbar. Suchen Sie nach Hilfe in Online-Foren, Communitys oder bei Drittanbietern für Reparaturen.
Fazit: Das Ende einer Ära
Die Einstellung der DJI Phantom 4 Pro markiert das Ende einer wichtigen Ära in der Geschichte der Consumer-Drohnen. Sie war ein Höhepunkt der klassischen Drohnen-Bauweise, bevor die faltbaren Modelle den Markt dominierten.
Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig, aber die wichtigsten sind die natürliche Lebensdauer elektronischer Produkte, die Notwendigkeit, Ressourcen für die Entwicklung neuer, innovativer Technologien zu optimieren, und vor allem die Marktverschiebung hin zu portableren und reisefreundlicheren Drohnen, angeführt von der äußerst erfolgreichen Mavic-Serie.
Für Besitzer einer Phantom 4 Pro bedeutet das Ende des Supports, dass sie sich auf die bestehende Funktionalität verlassen und alternative Wege für Wartung und Reparatur finden müssen. Die Drohne bleibt zwar ein leistungsfähiges Werkzeug für Luftaufnahmen, aber ihre Zeit im offiziellen DJI-Ökosystem ist vorbei.
Der Fokus von DJI liegt nun klar auf den kompakteren und vielseitigeren Mavic- und Air-Linien, die den aktuellen Anforderungen des Marktes besser entsprechen und die Zukunft der Drohnenfotografie und -videografie für die breite Masse definieren.
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