In der weiten und vielfältigen Welt der Fotografie gibt es Organisationen, die sich der Förderung und Anerkennung dieser Kunstform auf globaler Ebene widmen. Eine der prominentesten unter ihnen ist die FIAP. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Abkürzung, welche Ziele verfolgt sie und welche Rolle spielt sie für Fotografen weltweit?
Die Internationale Föderation der Fotografischen Kunst
FIAP steht für Fédération Internationale de l'Art Photographique, was auf Deutsch Internationale Föderation der Fotografischen Kunst bedeutet. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die fotografische Kunst in all ihren Aspekten zu unterstützen und durch verschiedene Veranstaltungen zu fördern. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1946, als Dr. M. Van de Wijer begann, Verbindungen zwischen nationalen Fotoverbänden auf der ganzen Welt zu knüpfen. Die offizielle Gründung der FIAP fand mit dem ersten Kongress im Jahr 1950 in Bern, Schweiz, statt. An diesem historischen Treffen nahmen Delegierte aus zehn Ländern teil, darunter frühe Mitglieder wie Belgien, die Niederlande, Italien, Portugal und die Schweiz. Später folgten weitere Länder wie Dänemark, Finnland, Ungarn, Österreich, Brasilien, Kuba, Spanien, Frankreich, Irland, Luxemburg, Schweden und Jugoslawien.

Die FIAP ist als internationaler Verband strukturiert, der als operationelle Mitglieder nationale Fotografieverbände affiliiert. Diese Struktur ermöglicht es der FIAP, eine breite Basis von Fotografen zu erreichen und zu vertreten. Mit mehr als 85, nach anderen Angaben sogar 91 nationalen Verbänden auf fünf Kontinenten repräsentiert die FIAP die Interessen von annähernd einer Million individuellen Fotografen weltweit. Seit September 2004 ist es unter bestimmten Bedingungen auch Kameraclubs und regionalen Clubgruppen möglich, der FIAP beizutreten, was die Reichweite und Vielfalt der Organisation weiter erhöht.
Die offiziellen Sprachen der FIAP sind Französisch und Englisch. Offizielle Texte werden zusätzlich ins Deutsche und Spanische übersetzt, was die internationale Zugänglichkeit und Kommunikation innerhalb des Verbands erleichtert.
FIAP-Fotowettbewerbe: Die Biennalen
Ein Kernstück der Aktivitäten der FIAP sind die Biennalen. Dies sind bedeutende Wettbewerbe, die alle zwei Jahre stattfinden und bei denen die repräsentativen, der FIAP angeschlossenen Fotoverbände aus Ländern der ganzen Welt gegeneinander antreten. Jedes Land wählt Bilder von Fotografen aus seinen Mitgliedern aus, um das eigene Land zu repräsentieren. Die Biennalen sind thematisch ausgerichtet, und jedes Land muss einen thematisch kohärenten Satz von Bildern einreichen.
Die Bewertung bei den Biennalen erfolgt zweistufig. Einzelne Bilder im Wettbewerb erhalten Punkte, und der gesamte Satz von Bildern eines Landes wird zusätzlich für seine Kohärenz bewertet. Es gibt Auszeichnungen und Platzierungen für die erfolgreichsten Länder sowie individuelle Auszeichnungen für herausragende Einzelbilder. Die Teilnahme an diesen Wettbewerben ist für die Fotografen von großer Bedeutung.

Für diejenigen, deren Werke ausgewählt werden, um ihr Land in diesem internationalen Wettbewerb zu vertreten, kann das ausgewählte Bild auf nationale Ehrungen angerechnet werden (basierend auf der Quelle, die APS-Ehrungen erwähnt). Wenn ein Bild in der Biennalen-Jury eine Punktzahl von mindestens 8 erreicht, kann es zudem für Anträge auf FIAP-Auszeichnungen (Distinctions) angerechnet werden. Dies unterstreicht den hohen Standard und die Anerkennung, die eine Auswahl für die Biennalen mit sich bringt.
Die Ausrichtung der Biennalen wechselt jährlich. Wie der Name schon sagt, finden sie alle zwei Jahre statt, in alternierenden Jahren:
| Jahr | Biennale | Sektionen |
|---|---|---|
| Gerade Jahre | Schwarz-Weiß | Print Sektion |
| Gerade Jahre | Natur | Print Sektion & Projizierte Bilder |
| Ungerade Jahre | Farbe | Print Sektion & Projizierte Bilder |
Die Organisation der Teilnahme an den Biennalen auf nationaler Ebene liegt bei den jeweiligen nationalen Verbänden. Diese legen oft ein Thema für die nationale Einreichung fest und rufen ihre Mitglieder zur Teilnahme auf. Die Einreichung ist in der Regel kostenlos, und die nationalen Verbände übernehmen oft das Drucken der Fotos und den Versand der ausgewählten Bilder für die Print-Sektionen.
Aktuelle Informationen zu den Biennalen (basierend auf den vorliegenden Daten)
Die FIAP hat kürzlich die Ergebnisse der Biennalen aus geraden Jahren bekannt gegeben:
Schwarz-Weiß Print Biennale 2024
Die Jurierung ist abgeschlossen. Die Gesamtergebnisse zwischen den Nationen wurden veröffentlicht. Das nächste Mal wird diese Veranstaltung im Jahr 2026 stattfinden.
Natur Biennale 2024 – Print und Digital
Die Gesamtergebnisse der FIAP für diese Veranstaltung mussten überarbeitet werden. Der Grund dafür war, dass viele Fotos aus vielen Ländern nicht den Naturregeln entsprachen oder dass bei Aufforderung keine Original-/Rohkameradateien gesendet wurden. Die überarbeitete Ergebnisliste nennt nur die Top-10-Länder in jeder Sektion sowie die überarbeiteten individuellen Auszeichnungen. Eine weitergehende Rangliste hätte die Überprüfung der Dateien jedes Landes erfordert. Die endgültigen Ergebnisse und eine Liste der Fotos, die für FIAP-Auszeichnungen (mit 8 oder mehr Punkten bewertet) angerechnet werden können, sind verfügbar. Diese Veranstaltung wird ebenfalls das nächste Mal im Jahr 2026 stattfinden.
Farbe Biennale
Diese Biennale, die sowohl Print- als auch Digital-Sektionen umfasst, wird das nächste Mal im Jahr 2025 stattfinden, da sie in ungeraden Jahren abgehalten wird.

Häufig gestellte Fragen zur FIAP
Wofür steht die Abkürzung FIAP?
FIAP steht für Fédération Internationale de l'Art Photographique, auf Deutsch Internationale Föderation der Fotografischen Kunst, und auf Englisch The International Federation of Photographic Art.
Wann wurde die FIAP gegründet?
Die Verbindungen zwischen nationalen Verbänden wurden seit 1946 von Dr. M. Van de Wijer aufgebaut. Der offizielle Gründungsakt war der erste Kongress im Jahr 1950 in Bern, Schweiz.
Wer hat die FIAP gegründet?
Die FIAP wurde von Dr. M. Van de Wijer aus Belgien gegründet, der bis 1976 auch Präsident war.
Wie viele Länder und Fotografen repräsentiert die FIAP?
Die FIAP zählt über 85, nach anderen Angaben 91 nationale Verbände in den fünf Kontinenten und repräsentiert die Interessen von nahezu einer Million individuellen Fotografen.
Welche Sprachen sind bei der FIAP offiziell?
Die offiziellen Sprachen der FIAP sind Französisch und Englisch. Offizielle Texte werden zudem ins Deutsche und Spanische übersetzt.

Was sind die FIAP Biennalen?
Die Biennalen sind internationale Wettbewerbe, die alle zwei Jahre stattfinden und bei denen nationale Fotoverbände mit ausgewählten Bildern ihrer Mitglieder gegeneinander antreten.
Wie oft finden die Biennalen statt?
Die Biennalen finden alle zwei Jahre statt, wobei in geraden Jahren die Schwarz-Weiß- und Natur-Biennale und in ungeraden Jahren die Farb-Biennale ausgetragen wird.
Können einzelne Fotografen direkt Mitglied der FIAP werden?
Die FIAP affiliiert als operationelle Mitglieder nationale Verbände. Seit 2004 können unter bestimmten Bedingungen auch Kameraclubs und regionale Clubgruppen beitreten. Individuelle Fotografen sind typischerweise Mitglieder über ihren nationalen Verband.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Internationale Föderation der Fotografischen Kunst eine zentrale Rolle in der weltweiten Fotografie-Szene spielt. Sie bietet eine Plattform für den Austausch, fördert die fotografische Kunst durch Wettbewerbe wie die prestigeträchtigen Biennalen und verbindet Fotografen über ihre nationalen Nationale Verbände hinweg. Ihre lange Geschichte und globale Reichweite machen sie zu einer wichtigen Institution für jeden ambitionierten Fotografen.
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