Viele von uns kennen das Gefühl: Man steht vor der Kamera und weiß einfach nicht, wohin mit den Armen und Beinen. Das Ergebnis sind oft steife, unvorteilhafte Bilder, die man am liebsten sofort wieder löschen möchte. Ging es dir auch schon so, dass du Fotos von dir jahrelang vermieden hast, weil die Ergebnisse einfach nur enttäuschend waren? Vom gefürchteten Doppelkinn über geschlossene Augen bis hin zu Posen, die einfach nicht schmeicheln – all das kann die Freude am Fotografiertwerden verderben.

Doch die gute Nachricht ist: Gut aussehen auf Fotos ist keine Frage des Aussehens allein, sondern ganz oft eine Frage des Wissens um die richtigen Tricks und Kniffe. Mit ein paar einfachen Techniken bei Posing, Winkel, Outfit und sogar Make-up kannst du deine Bildergebnisse drastisch verbessern. Ich habe selbst eine lange Reise vom „unfotogensten Menschen“ zu jemandem hinter mir, der mittlerweile Spaß daran hat, vor der Kamera zu stehen und weiß, wie man sich vorteilhaft in Szene setzt. Diese Erfahrungen und die gesammelten Tipps möchte ich heute mit dir teilen, damit auch du dich auf deinen Fotos wohlfühlst und sie gerne herzeigst.
Selfie-Tipps: Dein bestes Selbstporträt
Selfies sind allgegenwärtig und eine tolle Möglichkeit, Momente festzuhalten, besonders wenn niemand anderes da ist, um ein Foto zu machen. Aber wie gelingt ein gutes Selfie, das nicht peinlich wirkt?
Der richtige Winkel ist entscheidend
Der vielleicht wichtigste Tipp für ein gutes Selfie ist der Winkel. Halte die Kamera in der Regel leicht oberhalb von dir. Das lässt deine Augen größer wirken, da du leicht nach oben schaust, und hilft gleichzeitig, einem Doppelkinn vorzubeugen. Achte darauf, den Winkel nicht zu übertreiben, sonst wirkt dein Kopf riesig im Vergleich zum Körper. Eine Alternative, die man ausprobieren kann, ist, die Kamera leicht von unten zu halten – das kann die Lippen voller und die Nase kleiner erscheinen lassen. Drehe deinen Kopf zudem leicht zur Seite, anstatt ihn frontal in die Kamera zu halten; das kann dein Gesicht schmaler wirken lassen.
Vorsicht bei Spiegel-Selfies
Spiegel-Selfies können cool sein, erfordern aber Aufmerksamkeit. Achte unbedingt auf einen aufgeräumten Hintergrund. Nichts ruiniert ein Spiegel-Selfie schneller als ein chaotisches Zimmer oder ein unschöner Badezimmerhintergrund. Der Trick ist oft, nicht direkt in den Spiegel zu schauen, sondern auf das Display deines Handys im Spiegelbild. Tageslicht ist ideal für Spiegel-Selfies, aber auch ungewöhnliche Orte wie Aufzüge oder Umkleidekabinen können interessante Hintergründe bieten.
Sei kreativ: Probiere andere Posen
Selfies müssen nicht immer stehend gemacht werden. Probiere doch mal ein Selfie im Liegen. Lege dich hin und fotografiere dich möglichst frontal von oben. Das lässt dein Gesicht entspannt und die Haut straffer wirken, und die Gesichtskonturen kommen gut zur Geltung.
Schlank auf Fotos: Optische Tricks für eine tolle Figur
Viele Menschen fühlen sich auf Fotos dicker, als sie sind. Die gute Nachricht: Oft ist es nur eine Frage der Pose und des Winkels, um optisch ein paar Kilos wegzumogeln. Es geht nicht darum, sich zu verstellen, sondern darum, die Kamera aus einem vorteilhaften Blickwinkel aufzunehmen.
Posen im Stehen
Wenn du im Stehen fotografiert wirst, stelle deine Beine leicht auseinander oder knicke ein Bein ab. Halte deine Schultern gerade, Brust raus und atme tief ein. Spanne kurz den Bauch und Po an. Das macht sofort einen Unterschied. Ein Profi-Tipp ist, den Oberkörper leicht nach vorn zu kippen, aber hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit es natürlich aussieht.
Posen im Sitzen
Auch im Sitzen ist Körperspannung wichtig. Setze dich gerade hin, Schultern zurück, schieb den Po nach hinten und rutsche so weit wie möglich ins Hohlkreuz. Spanne den Bauch an und hebe die Beine leicht an. Der Effekt kann erstaunlich sein.
Den Bauch kaschieren
Ein einfacher Trick, um den Bauch optisch zu verstecken, ist, die schmalste Stelle deines Körpers zu betonen. Das gelingt gut mit Kleidung mit hohem Bund, wie High-Waist-Jeans oder -Röcken. Wenn du im Moment des Auslösens zusätzlich den Bauch einziehst und anspannst, wirkst du sofort schlanker.
Kurven vorteilhaft betonen
Du möchtest deine Kurven zeigen, aber nicht wie ein Walross aussehen? Lege dich zum Beispiel auf den Rücken, gehe ins Hohlkreuz, sodass nur Po, Füße und Kopf den Boden berühren. Winkle die Beine an. Im Stehen stelle ein Bein lässig nach vorne, ohne es ganz abzusetzen; das Gewicht liegt auf dem hinteren Bein. Ziehe die Hüfte zu der Seite, auf der das Gewicht lastet. Halte die Arme leicht vom Körper ab, damit sie schlanker wirken und die Taille betont wird.
Posing-Ideen: Schluss mit dem „Legomännchen“-Look
Das Gefühl, steif wie ein Legomännchen vor der Kamera zu stehen und nicht zu wissen, wohin mit den Gliedmaßen, kennen viele. Hier sind ein paar Ideen, um natürlichere und dynamischere Posen zu finden.
Die Kamera „ignorieren“
Oft wirken Fotos am natürlichsten, wenn du nicht direkt in die Kamera schaust. Laufe stattdessen am Fotografen vorbei, schaue zur Seite oder in die Ferne. Versuche dabei, dein Gesicht zu entspannen und freundlich zu schauen. Diese Art von Bildern wirkt oft ungestellt und authentisch.
Posen im Sitzen
Sitzen kann schwierig sein. Probiere, die Beine hochzulegen, zum Beispiel auf ein Geländer, oder sie auf Knöchelhöhe zu kreuzen. Winkle dabei das vordere Bein an, um breite Oberschenkel zu vermeiden. Eine andere lässige Pose ist, leicht nach vorne gebeugt zu sitzen, die Beine leicht gespreizt und dich mit den Händen oder Ellbogen auf den Oberschenkeln abzustützen.
Wohin mit den Armen?
Wenn du nicht weißt, was du mit deinen Armen machen sollst, lehne dich entspannt an etwas an. Oder setze deine Hände provokant in die Hüften, um Selbstbewusstsein auszustrahlen. Halte die Arme immer leicht vom Körper ab, um sie schlanker wirken zu lassen.
Posing für schlanke Beine
Es gibt stehende Posen, die die Beine besonders gut zur Geltung bringen. Stehe seitlich zur Kamera und winkle das vordere Bein an, wie es oft Models und Stars tun. Alternativ stelle ein Bein leicht zur Seite und hebe die Hüfte auf der anderen Seite an. Oder lehne dich an etwas an und mache das vordere Bein lang.
Der perfekte Hintergrund: Mehr als nur Beiwerk
Der Hintergrund kann ein Foto enorm beeinflussen. Er setzt die Stimmung und kann dein Motiv hervorheben oder ablenken. Sei kreativ bei der Wahl!
Natur und Architektur
Als Reisebloggerin liebe ich natürlich Hintergründe in der Natur oder vor historischen Gebäuden. Ob du dich präsenter im Vordergrund zeigst oder unauffälliger im Hintergrund, hängt vom gewünschten Effekt ab. Die Mischung machts.
Urbane Kulissen
In Städten sorgen Farbe und Muster für tolle Effekte. Türen und Tore mit interessanten Designs oder Farben sind oft ein Hingucker. Auch Backsteinwände, industrielle Umgebungen oder farbenfrohe Graffitis können fantastische Hintergründe bieten. Versuche, Orte zu finden, die nicht von Touristen überlaufen sind, um einzigartige Bilder zu schaffen.
Outfit-Tipps: Kleidung, die auf Fotos wirkt
Das richtige Outfit kann ein Foto komplett verändern. Du musst nicht deine ganze Garderobe umstellen, aber ein paar Tricks helfen, das Beste herauszuholen.
Farbe bekennen (oder auch nicht)
Bei schlechtem Wetter und grauem Himmel sind Farben dein Freund. Eine knallige Jacke oder bunte Accessoires können ein düsteres Foto sofort aufhellen. Bei sonnigem Wetter mit blauem Himmel kann ein schlichtes, minimalistisches Outfit in Schwarz, Weiß oder Grau eleganter wirken, da der Hintergrund bereits genug Farbe bietet.
Hingucker schaffen
Für ein Foto darf es ruhig mal etwas Besonderes sein. Maxikleider mit Mustern, lange Röcke, Tüll, weite Hosen, Kimonos oder Ponchos können dem Bild eine besondere Note verleihen. Auch Accessoires wie große Tücher, Strohhüte, auffälliger Schmuck, Sonnenbrillen oder ausgefallene Handtaschen können das Outfit und somit das Foto aufwerten. Manchmal sind es auch einfache Dinge wie ein Eis oder eine Tüte Pommes, die als Accessoire dienen.
Beauty-Tipps: Make-up für die Kamera
Make-up kann auf Fotos anders wirken als im Spiegel. Die Kamera „schluckt“ oft Farbe, daher darf es für ein Fotoshooting ruhig etwas mehr sein als im Alltag.
Mehr ist mehr (für Fotos)
Bei Foundation, Wimperntusche, Lippenstift und Rouge kannst du für Fotos ruhig etwas mehr auftragen. Puder ist wichtig, um Glanz auf der Haut zu vermeiden; transparentes Puder verhindert einen Maskeneffekt. Kleine Unregelmäßigkeiten lassen sich gut mit Concealer abdecken. Auch ohne professionelle Kenntnisse im Contouring kannst du mit Bronzer und Blush tolle Effekte erzielen.
Augen und Lippen betonen
Wähle Lidschatten in Komplementärfarben zu deiner Augenfarbe, um sie zum Strahlen zu bringen. Definierte Augenbrauen sind ebenfalls wichtig. Für die Lippen ziehe die Konturen mit Lipliner nach, betone das Lippenherz mit etwas Highlighter und fülle die Lippen mit farbigem Lipgloss aus. Obwohl Lippenstift im Alltag praktischer ist, sieht Gloss auf Fotos oft unschlagbar aus.
Foto-Apps und Gadgets für bessere Bilder
Auch die Technik spielt eine Rolle. Ob Smartphone oder Kamera, ein paar Hilfsmittel und Apps können deine Ergebnisse verbessern.
Apps zur Bildbearbeitung
Es gibt viele gute Apps, sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig, um Fotos zu bearbeiten und das Beste aus ihnen herauszuholen.
| App | Kosten | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Adobe Lightroom CC | Kostenpflichtig (Abo) | Professionelle Bearbeitung, Presets, Cloud-Synchronisation |
| Affinity Photo | Kostenpflichtig (Einmalzahlung) | Leistungsstarke Bildbearbeitung, gute Alternative zu Photoshop/Lightroom |
| Snapseed | Kostenlos | Umfangreiche Bearbeitungstools für das Smartphone, intuitiv |
| VSCO | Kostenlos (mit In-App Käufen) | Schöne Filter für natürliche Looks, Community |
| Afterlight | Kostenlos (mit In-App Käufen) | Gute Auswahl an Filtern und Bearbeitungsoptionen für Mobilgeräte |
| LightZone | Kostenlos | Desktop-Software, Raw-Bearbeitung |
| darktable | Kostenlos | Desktop-Software, Raw-Entwicklung, Open Source |
Nützliche Gadgets
Ein Smartphone ist oft alles, was man braucht. Wasserdichte Hüllen schützen das Handy bei Aufnahmen im oder am Wasser. Ein Handy-Strap gibt zusätzliche Sicherheit beim Halten. Flexible Smartphone-Stative ermöglichen Aufnahmen aus ungewöhnlichen Winkeln oder Gruppenfotos, auch auf unebenem Untergrund.
Wer mehr möchte, kann über eine Systemkamera nachdenken. Sie bieten mehr Flexibilität und Qualität, besonders bei schwierigen Lichtverhältnissen oder für spezielle Aufnahmen wie Makros oder Porträts mit unscharfem Hintergrund (Bokeh). Eine lichtstarke Festbrennweite ist hierfür ein empfehlenswertes Objektiv.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Frage: Wie vermeide ich ein Doppelkinn auf Fotos?
Antwort: Halte die Kamera leicht oberhalb deines Gesichts und schaue leicht nach oben. Strecke das Kinn leicht nach vorne und drücke die Zunge gegen den Gaumen. Dies strafft den Halsbereich optisch.
Frage: Welche Pose lässt mich im Stehen schlanker aussehen?
Antwort: Stelle deine Beine leicht auseinander oder knicke ein Bein ab. Verlagere das Gewicht auf ein Bein und schiebe die Hüfte leicht zur Seite. Halte den Oberkörper gerade, Brust raus und spanne den Bauch an. Halte die Arme leicht vom Körper ab.
Frage: Was mache ich mit meinen Armen auf Fotos?
Antwort: Vermeide es, die Arme einfach hängen zu lassen oder eng am Körper anzulegen. Lehne dich an etwas an, stecke die Hände lässig in die Hosen- oder Rocktaschen, lege sie auf die Hüften oder spiele mit einem Accessoire. Halte sie immer leicht vom Körper ab.
Frage: Brauche ich viel Make-up, um auf Fotos gut auszusehen?
Antwort: Für Fotos darf es ruhig etwas mehr Make-up sein als im Alltag, da die Kamera Farbe „schluckt“. Besonders wichtig sind eine gute Grundierung, Puder gegen Glanz und betonte Augen und Lippen. Du musst keine Maske tragen, aber ein bisschen mehr Definition hilft.
Frage: Sollte ich direkt in die Kamera schauen?
Antwort: Das hängt vom gewünschten Effekt ab. Direkter Blickkontakt kann sehr intensiv sein. Oft wirken Fotos aber natürlicher und entspannter, wenn du leicht an der Kamera vorbeischaust, in die Ferne blickst oder mit dem Hintergrund oder Requisiten interagierst, als ob du nicht bemerkst, dass du fotografiert wirst.
Frage: Wie bekomme ich schöne Haut auf Fotos?
Antwort: Achte auf ausreichend Puder, um Glanz zu vermeiden. Transparente Puder sind hier gut geeignet. Kleine Makel können mit Concealer abgedeckt werden. Ein bisschen Bronzer oder Blush kann dem Gesicht Kontur verleihen und einen gesunden Teint zaubern.
Fazit
Auf Fotos gut auszusehen ist kein Geheimnis, sondern eine Fähigkeit, die man lernen kann. Mit den richtigen Posen, Winkeln, der passenden Kleidung und ein paar Beauty-Tricks kannst du deine Bildergebnisse deutlich verbessern. Sei kreativ, probiere verschiedene Dinge aus und hab Spaß dabei! Das Wichtigste ist, dass du dich wohlfühlst. Mit ein bisschen Übung wirst auch du bald tolle Fotos von dir haben, die du gerne zeigst. Der nächste Urlaub oder das nächste besondere Ereignis kommen bestimmt – und dann bist du bereit, im besten Licht zu strahlen.
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