Als das Google Pixel 2 auf den Markt kam, sorgte seine Kamera für Aufsehen. Trotz eines Designs mit nur einer einzigen Hauptkamera erreichte es beeindruckende Ergebnisse in Tests und setzte sich an die Spitze der Smartphone-Kamera-Ranglisten. Dieses Gerät zeigte eindrucksvoll, was mit fortschrittlicher Software und Hardware-Optimierung möglich ist, selbst ohne den damals aufkommenden Trend der Mehrfachkamerasysteme.

Die Kamera des Pixel 2, ausgestattet mit einem 12MP-Sensor im Format 1/2,6 Zoll und einer lichtstarken Blende von f/1.8, baute auf den Stärken seines Vorgängers auf und verbesserte sie erheblich. Schlüsseltechnologien wie der Dual-Pixel-Autofokus, die optische Bildstabilisierung und die proprietäre HDR+-Technologie spielten eine entscheidende Rolle für die herausragende Bildqualität. Besonders innovativ war die softwarebasierte Porträtmodus-Lösung, die Tiefenunschärfe simulierte, ohne eine zweite Linse zu benötigen.

DXOMARK Bewertung und Einordnung
In den damaligen DXOMARK Mobile Tests erreichte das Google Pixel 2 einen Rekordwert von 98 Punkten. Dies war eine deutliche Steigerung gegenüber dem ursprünglichen Pixel (90 Punkte) und übertraf die damaligen Spitzenreiter Apple iPhone 8 Plus und Samsung Galaxy Note 8, die beide bei 94 Punkten lagen. Spezifisch erreichte das Pixel 2 99 Punkte für Fotos und 96 Punkte für Videos, was es zum führenden Gerät in der Videobewertung machte.
Beeindruckend war, dass das Pixel 2 diese Spitzenposition trotz der fehlenden Teleobjektiv- oder Ultraweitwinkel-Kamera (die später in das DXOMARK-Protokoll aufgenommen wurden) erreichte. Es zeigte Schwächen in den Kategorien Zoom und Bokeh im Vergleich zu Dual-Kamera-Systemen, glänzte aber in den traditionellen Foto- und Videobereichen.
Leistung bei hellem Licht
Bei hellen Lichtverhältnissen lieferte die Kamera des Google Pixel 2 eine exzellente Performance ab. Die Detailwiedergabe war gut, die Farbdarstellung hervorragend und der Dynamikumfang sehr beeindruckend. Besonders letzteres machte die Kamera ideal für Aufnahmen mit hohem Kontrast, da Details sowohl in den hellen als auch in den Schattenbereichen erhalten blieben. Das Rauschen war dabei gut kontrolliert.
Der Autofokus war bei hellem Licht ebenfalls exzellent – schnell, präzise und zuverlässig. Diese Fähigkeiten machten das Pixel 2 zu einer großartigen Kamera für eine Vielzahl von Outdoor-Szenarien, von Landschafts- und Stadtansichten bis hin zu Sportveranstaltungen und Familienausflügen. Die Fähigkeit, Details in schwierigen Szenen mit extremen Helligkeitsunterschieden zu bewahren, war herausragend, selbst im Vergleich zu anderen Top-Performern der Zeit.
Aufnahmen bei wenig Licht und mit Blitz
Auch bei geringeren Lichtverhältnissen zeigte die Pixel 2 Kamera eine sehr gute Leistung. Feine Details wurden gut erhalten, wenngleich hier etwas Luminanzrauschen auftreten konnte. In stark Gegenlicht-beleuchteten Innenraumszenen gab es einen leichten Detailverlust. Der Dynamikumfang und die Autofokus-Leistung blieben auch bei wenig Licht sehr gut. Die Farbwiedergabe war ebenfalls sehr angenehm, abgesehen von einer leichten Farbungleichmäßigkeit bei Innenaufnahmen und geringerem Licht.
Für Aufnahmen in sehr dunklen Umgebungen oder bei gesellschaftlichen Anlässen war die Blitzleistung des Pixel 2 besonders hervorzuheben. Es war eines der besten Geräte, sowohl wenn der Blitz die einzige Lichtquelle war, als auch wenn Umgebungslicht unterstützte. Dies machte das Pixel 2 zu einer ausgezeichneten Wahl für Familien- oder Gruppenporträts in Innenräumen und bei schwachem Licht.
Zoom und Bokeh: Die Herausforderung der einzelnen Linse
Da das Pixel 2 nur eine Hauptkamera besaß, wurden Funktionen wie Zoom, Tiefeneffekt (Bokeh) und Porträtmodus vollständig durch Software realisiert, oft basierend auf mehreren aufgenommenen Bildern. Die Software leistete hierbei gute Arbeit, zeigte aber auch gewisse Einschränkungen im Vergleich zu Systemen mit dedizierten Linsen.
Bei Zoomaufnahmen, insbesondere ab einem 2-fachen Zoom, zeigte das Pixel 2 einen Detailverlust im Vergleich zu Kameras mit echtem Teleobjektiv. Der Verlust war jedoch geringer als bei den meisten anderen Single-Kamera-Systemen. Bei höheren Zoomfaktoren (>4x) waren die Bilder oft nicht mehr wirklich brauchbar, obwohl das Rauschen gut unterdrückt wurde. Im Vergleich dazu zeigten Dual-Kamera-Handys wie das iPhone 8 Plus bei 4-fachem Zoom deutlich mehr Details.
Der Bokeh-Score bewertete die Fähigkeit, begrenzte Tiefenschärfe darzustellen, insbesondere bei Porträts, sowie die ästhetische Qualität der unscharfen Bereiche. Das Pixel 2 zeigte hier eine signifikante Verbesserung gegenüber dem ursprünglichen Pixel. Allerdings wirkte die Hintergrundunschärfe und das Bokeh nicht so natürlich wie bei Dual-Kamera-Systemen wie dem iPhone 8 Plus. Gelegentlich konnten Artefakte entlang der Kanten von Objekten im Porträtmodus auftreten, insbesondere bei Innenaufnahmen, wo auch Gradientenartefakte sichtbar sein konnten.
Videoleistung
Mit einem Score von 96 war das Pixel 2 bei seiner Veröffentlichung führend in der Videobewertung. Die Videoleistung war beeindruckend mit nur wenigen kleinen Mängeln. Die Belichtung war bei fast allen Lichtverhältnissen gut, mit schnellen Übergängen zwischen Helligkeitsstufen. Der Autofokus im Video war sehr schnell, flüssig und stabil, inklusive Objektverfolgung.

Das Pixel 2 zeigte auch eine exzellente Balance zwischen Detailerhaltung und Rauschunterdrückung im Video – eine der besten, die damals getestet wurden. Die Videostabilisierung, die bereits beim ersten Pixel sehr gut war, wurde beim Pixel 2 weiter verbessert. Sie lieferte ein hohes Maß an Stabilisierung mit weniger Artefakten sowohl bei Innenaufnahmen als auch bei hellem Licht. Kleinere Abzüge gab es für übermäßiges Ruckeln (Judder) und leichtes Aliasing.
Detaillierte Foto-Bewertung
Der Gesamt-Foto-Score von 99 setzte sich aus verschiedenen Unterkategorien zusammen. Das Pixel 2 erreichte in mehreren davon neue Höchstwerte:
- Belichtung & Kontrast (95): Sehr konsistente Belichtungen bei hellem Licht und beeindruckend gut bei Innenaufnahmen und wenig Licht. Eine Besonderheit war, dass helle Szenen etwas heller dargestellt wurden, als technisch korrekt wäre, was aber oft der Erinnerung des Fotografen entsprach. Ein Schwachpunkt war die starke Unterbelichtung bei extrem wenig Licht (1 Lux).
- Farbe (86): Sehr gute Farbdarstellung in den meisten Bedingungen, sowohl drinnen als auch draußen. Der Weißabgleich war generell sehr gut, mit einem leichten, oft angenehmen warmen Stich bei Außenaufnahmen und sehr akkurat bei Innenaufnahmen.
- Autofokus (98): Als bester Autofokus, der damals getestet wurde, war er erheblich besser als bei jedem anderen Smartphone. Schnell, präzise und konstant in allen Lichtverhältnissen. Refokussierung in beeindruckenden 16ms.
- Details / Textur (73): Obwohl das Pixel 2 Details gut bewahrte, setzte es hier keine neuen Rekorde. Bei wenig Licht (5 Lux) leistete es jedoch exzellente Arbeit bei der Detailerhaltung und übertraf das iPhone 8 Plus und das Note 8.
- Rauschen (59): Im Vergleich zu seinen anderen starken Scores war die Rauschleistung ein Schwachpunkt. Sichtbares Luminanzrauschen konnte in gleichmäßigen Flächen wie dem blauen Himmel auftreten. Bei wenig Licht war die Rauschunterdrückung gut, aber das Samsung Galaxy Note 8 war hier noch besser.
- Artefakte (64): Trotz generell beeindruckender Outdoor-Leistung war das Pixel 2 anfällig für Artefakte, darunter Demosaicing-Artefakte in stark texturierten Bereichen, starke Flares und Halos bei Gegenlicht.
- Blitz (88): Beeindruckend gute Blitzbilder sowohl als einzige Lichtquelle als auch mit Umgebungslicht. Sehr guter Weißabgleich, Farbe und Belichtung. Nur geringer Lichtabfall (Fall-off) im Vergleich zu anderen Geräten. Gelegentlich gab es Belichtungsinstabilität von Aufnahme zu Aufnahme mit Blitz.
- Zoom (32): Sehr gute Leistung für ein Single-Kamera-Handy, konnte aber nicht mit dedizierten Teleobjektiven mithalten. Gelegentlich Aliasing- und Moiré-Artefakte bei mittleren und langen Zooms.
- Bokeh (45): Gute softwarebasierte Simulation von Vorder- und Hintergrundunschärfe. Anfällig für Unregelmäßigkeiten und Artefakte an den Kanten von Objekten. Verbesserte Leistung gegenüber dem Original Pixel, aber weniger natürlich als bei Dual-Kameras.
Detaillierte Video-Bewertung
Die Video-Bewertung des Pixel 2 zeigte ebenfalls beeindruckende Ergebnisse:
- Belichtung (84): Sehr gut, aber mit starker Unterbelichtung bei sehr wenig Licht.
- Farbe (83): Sehr gut, wenngleich hinter dem iPhone 8 Plus.
- Autofokus (95): Sehr beeindruckend, schnell und stabil.
- Details / Textur (57): Gute Detailerhaltung bei exzellenter Rauschunterdrückung.
- Rauschen (80): Exzellente zeitliche Rauschunterdrückung (Temporal Noise Suppression) in allen Lichtverhältnissen.
- Artefakte (86): Ziemlich gut, aber leichte Abzüge wegen übermäßigem Ruckeln (Judder) und geringem Aliasing.
- Stabilisierung (93): Eine der besten getesteten Videostabilisierungen, übertraf das iPhone 8 Plus.
Fazit: Smartphone-Fotografie auf einem neuen Niveau
Die Kamera des Google Pixel 2 setzte bei ihrer Veröffentlichung definitiv neue Maßstäbe und führte die DXOMARK-Rangliste an. Mit einem beeindruckenden Gesamtscore von 98 lieferte sie in fast allen Foto- und Video-Anwendungsfällen eine exzellente Bildqualität. Besonders hervorzuheben waren der weite Dynamikumfang, der exzellente Autofokus, der sehr gute Weißabgleich, die gute Detailerhaltung und die starke Blitzleistung.
Die softwarebasierte Lösung für den Porträtmodus und den Zoom war für eine einzelne Kamera gut umgesetzt, konnte aber erwartungsgemäß nicht ganz mit der Leistung von Dual-Kamera-Systemen in diesen spezifischen Bereichen mithalten. Hier zeigten sich die Hauptschwachstellen des Systems.
Für Videografen war das Pixel 2 mit dem höchsten Video-Score (96) ein besonders attraktives Gerät, dank schneller und präziser Autofokus-Verfolgung, guter Detailerhaltung bei guter Rauschunterdrückung und einer herausragenden Videostabilisierung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kamera des Google Pixel 2 bei ihrer Veröffentlichung zweifellos zu den besten Smartphone-Kameras auf dem Markt gehörte. Sie bewies eindrucksvoll, dass softwarebasierte Bildverarbeitung ein einzelnes Linsensystem zu Höchstleistungen treiben kann.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Weiter Dynamikumfang in allen Lichtverhältnissen | Flares, Flackern und Rastermuster möglich bei bestimmten Lichtbedingungen |
| Exzellenter Autofokus | Detailverlust bei mittleren und langen Zooms |
| Sehr guter Weißabgleich (drinnen & draußen) | Porträtmodus erzeugt manchmal sichtbare Artefakte |
| Gute Detailerhaltung | Leichter Detailverlust bei handgehaltenen Aufnahmen bei wenig Licht/drinnen |
| Starke Blitzleistung | Weißabgleich und Belichtung können beim Gehen/Schwenken instabil sein (Video) |
| Ansprechende Porträts mit softwarebasierter Unschärfe | Rotationale Bildverschiebung (Frame Drift) in manchen handgehaltenen Videos |
| Sehr gute Videostabilisierung | Begrenzter Dynamikumfang (Video) |
| Schneller & präziser Video-Autofokus mit Objektverfolgung | Sichtbarer Farbstich bei wenig Licht mit Glühlampenlicht (Video) |
| Gute Detailerhaltung bei Video (drinnen & draußen) | |
| Gute Rauschunterdrückung bei Video | |
| Ziemlich guter Weißabgleich bei Video |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
War die einzelne Kamera des Pixel 2 ein Nachteil?
Während die Einzellinse in den Bereichen Zoom und Bokeh Nachteile im Vergleich zu Dual-Kamera-Systemen mit dedizierten Teleobjektiven hatte, zeigte das Pixel 2, dass mit exzellenter Software (wie HDR+ und softwarebasiertem Porträtmodus) auch eine einzelne Kamera herausragende Ergebnisse erzielen kann, die in vielen Kernbereichen (Belichtung, Farbe, Autofokus) führend waren.
Wie funktionierte der Porträtmodus ohne zweite Kamera?
Der Porträtmodus nutzte die Dual-Pixel-Technologie des Sensors. Jeder Pixel auf dem Sensor besteht aus zwei separaten Photodioden. Die Software konnte die leicht unterschiedlichen Informationen dieser beiden Hälften nutzen, um eine Tiefenkarte zu erstellen und basierend darauf den Hintergrund künstlich unscharf zu machen.
War die Videostabilisierung wirklich so gut?
Ja, die Videostabilisierung des Pixel 2 wurde in Tests als eine der besten überhaupt bewertet und übertraf damals sogar führende Geräte. Sie reduzierte effektiv Verwacklungen bei handgeführten Videos.
Zeigte die Kamera Schwächen bei wenig Licht?
Bei wenig Licht lieferte das Pixel 2 immer noch gute Ergebnisse mit guter Detailerhaltung, wenngleich mit etwas mehr Rauschen als einige Konkurrenten. Bei extrem wenig Licht (wie Kerzenlicht) tendierte die Belichtung jedoch zu starker Unterbelichtung.
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