Viele Modeinteressierte fragen sich, wo die Kleidung von H&M eigentlich produziert wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, die eigene Fabriken betreiben, verfolgt H&M ein Geschäftsmodell, bei dem die Produktion größtenteils an externe Zulieferer und Fabriken in verschiedenen Teilen der Welt ausgelagert wird. Das bedeutet, dass H&M selbst kaum eigene Produktionsstätten besitzt.

Das Herzstück der H&M-Produktion liegt in einem Netzwerk von unabhängigen Herstellern und Fabriken. Dieses Netzwerk erstreckt sich über mehrere Kontinente. Laut Unternehmensangaben arbeiteten im Jahr 2022 über 602 Hersteller mit über 1519 Fabriken in Europa, Asien und Afrika für die H&M-Gruppe. Dies unterstreicht die globale Natur ihrer Lieferkette.
Die wichtigsten Produktionsregionen
Historisch gesehen und auch aktuell sind die Hauptregionen für die H&M-Produktion in Asien zu finden. Insbesondere China und Bangladesch spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Herstellung der Bekleidung. Diese Länder sind bekannt für ihre große Textilindustrie und Produktionskapazitäten.
Aber nicht nur in Asien lässt H&M produzieren. Die Lieferantenliste zeigt, dass auch in Europa und Afrika zahlreiche Fabriken für den Konzern tätig sind. Die genaue Verteilung der Produktion kann sich im Laufe der Zeit ändern, abhängig von Faktoren wie Kosten, Kapazitäten und logistischen Überlegungen.
Ein Blick auf frühere Daten, beispielsweise aus dem Nachhaltigkeitsbericht von 2011, zeigt eine ähnliche globale Verteilung. Damals produzierten 747 Hersteller für H&M in insgesamt 1652 Fabriken weltweit. Davon wurden 150 als langfristige Partner eingestuft, über die 58 % der Ware bezogen wurde. Etwa 60 dieser langfristigen Partner waren in Ost- und Südasien angesiedelt, während 30 in Europa, Nordafrika und der Türkei tätig waren. Von 392 als Schlüsselfabriken eingestuften Produktionsstätten, die 52 % zur Gesamtproduktion beitrugen, befanden sich 186 in Asien.
Transparenz in der Lieferkette
H&M hat Schritte unternommen, um mehr Transparenz in seine Lieferkette zu bringen. Seit 2013 veröffentlicht das Unternehmen seine Lieferantenliste vollständig. Dies ermöglicht es Interessierten, einen Einblick in die globale Struktur der Produktion zu erhalten und nachzuvollziehen, welche Hersteller an welchen Standorten für H&M tätig sind.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Zulieferern?
Da H&M die Produktion auslagert, ist die Beziehung zu den Zulieferern und den Fabriken von zentraler Bedeutung. Die Zulieferer sind die Unternehmen, die die Aufträge von H&M erhalten und die eigentliche Herstellung in ihren Fabriken oder den Fabriken ihrer Subunternehmer durchführen. H&M arbeitet sowohl mit kurzfristigen als auch mit langfristigen Partnern zusammen, wobei ein erheblicher Teil der Ware von einer kleineren Gruppe von langfristigen Lieferanten bezogen wird.
Das Modell der ausgelagerten Produktion ermöglicht H&M eine hohe Flexibilität und die Möglichkeit, schnell auf wechselnde Modetrends und Nachfragen zu reagieren. Es erfordert jedoch auch ein umfassendes Management der Lieferkette, um sicherzustellen, dass Standards in Bezug auf Qualität, Arbeitsbedingungen und Umwelt eingehalten werden.

Vertrieb und Logistik
Nach der Produktion muss die Ware weltweit verteilt werden. H&M verfügt über ein Netzwerk von Vertriebszentren, um die Kleidung in die zahlreichen Läden und Online-Shops in den verschiedenen Absatzmärkten zu bringen. Ein Beispiel hierfür ist das deutsche Distribution Center, das sich in Hamburg befindet. Diese Zentren sind logistische Knotenpunkte, die eine effiziente Verteilung der Waren sicherstellen.
Die globale Präsenz: Mehr als nur Produktion
Die globale Präsenz von H&M zeigt sich nicht nur in der Produktion, sondern auch im Vertrieb. Im Jahr 2022 betrieb H&M über 4.000 Läden in 76 Ländern, von denen 56 auch über einen Onlineshop verfügten. Diese Zahlen haben sich im Laufe der Zeit stark entwickelt; 2013 gab es beispielsweise erst rund 3100 Filialen in 53 Ländern.
Die Absatzmärkte sind firmenintern in sogenannte „Areas“ unterteilt, die von lokalen Teams gesteuert werden. Die „Country Teams“ in den „Support Offices“ bilden die Schnittstelle zwischen den Verkaufsgebieten und der Firmenzentrale. Das deutsche Support Office ist ebenfalls in Hamburg angesiedelt.
Die Expansion von H&M erfolgte schrittweise in viele Regionen der Welt. Nach dem Markteintritt in Japan 2008 und in Südamerika (Chile) 2013, ist China mittlerweile einer der größten Absatzmärkte für H&M geworden, mit rund 500 Filialen und etwa einem Zehntel des Umsatzes im Jahr 2021. Früher war Deutschland der größte Markt, machte aber 2007 noch ein Viertel des Umsatzes aus.
Politische und wirtschaftliche Entwicklungen können sich ebenfalls auf die globale Präsenz auswirken. So hat sich H&M beispielsweise infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine im Jahr 2022 vollständig vom russischen Markt zurückgezogen, was zur Schließung von rund 170 Filialen und dem Abbau von etwa 6000 Stellen in Russland führte.
Herausforderungen im Einzelhandel: Filialschließungen
Wie viele andere Unternehmen im Textilhandel steht auch H&M vor Herausforderungen, insbesondere im stationären Einzelhandel. Seit 2019 sinkt die Anzahl der Filialen in Deutschland kontinuierlich. Von einem Höchststand von 468 Geschäften im Jahr 2018 ist die Zahl auf zuletzt 430 gesunken, und weitere Schließungen sind geplant.
Der Konzern begründet diese Schließungen, wie beispielsweise in Köln und Hannover geschehen, mit wirtschaftlichen Gründen. Diese Maßnahmen sind Teil eines globalen Sparprogramms, das H&M im September 2022 angekündigt hat, um die Kosten zu senken. Neben der Ausdünnung des Filialnetzes, das weltweit rund 100 Läden betreffen soll, beinhaltet das Programm auch den Abbau von Arbeitsplätzen.
Diese Entwicklungen spiegeln die allgemeine Krise im Textilhandel wider, von der auch andere Unternehmen betroffen sind, wie die Insolvenzen und Sanierungsverfahren bei verschiedenen deutschen Modehändlern zeigen. Die Strategie von H&M zielt darauf ab, das Geschäft widerstandsfähiger zu machen, was neben Kosteneinsparungen auch die Optimierung des Filialnetzes und die Stärkung des Online-Geschäfts umfasst.

Zusammenfassung der Produktionsdaten
| Jahr | Anzahl Hersteller | Anzahl Fabriken | Wichtige Regionen |
|---|---|---|---|
| 2011 | 747 | 1652 (392 Schlüsselfabriken) | Asien (O/S), Europa, Nordafrika, Türkei |
| 2022 | > 602 | > 1519 | Europa, Asien, Afrika |
Die genauen Zahlen können je nach Bericht und Betrachtungsweise variieren, aber die Tabelle verdeutlicht die Größenordnung des globalen Produktionsnetzwerks von H&M.
Häufig gestellte Fragen zur H&M Produktion
Wo lässt H&M seine Kleidung herstellen?
H&M lässt seine Kleidung hauptsächlich in Asien (insbesondere China und Bangladesch), Europa und Afrika von unabhängigen Zulieferern und Fabriken herstellen. Das Unternehmen besitzt kaum eigene Produktionsstätten.
Besitzt H&M eigene Fabriken?
Nein, H&M besitzt kaum eigene Produktionsstätten. Die Herstellung wird an externe Zulieferer ausgelagert.
Wie viele Fabriken arbeiten für H&M?
Laut Angaben von 2022 arbeiteten über 1519 Fabriken für die H&M-Gruppe. Die Zahl der Fabriken und Zulieferer kann jedoch über die Jahre variieren.
Wo sind die Vertriebszentren von H&M?
H&M betreibt Vertriebszentren in verschiedenen Ländern zur Belieferung seiner Läden und Online-Kunden. Das deutsche Distribution Center befindet sich beispielsweise in Hamburg.
Warum schließt H&M Filialen in Deutschland?
H&M schließt Filialen in Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen als Teil eines globalen Sparprogramms zur Kostensenkung und Optimierung des Filialnetzes.
Insgesamt zeigt sich, dass die Produktion von H&M ein komplexes, global verteiltes System ist, das auf der Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Zulieferern und Fabriken basiert. Die Transparenz über diese Lieferkette wird seit 2013 durch die Veröffentlichung der Lieferantenliste erhöht. Gleichzeitig passt sich das Unternehmen den Herausforderungen des Einzelhandels an, was sich unter anderem in der Optimierung seines Filialnetzes widerspiegelt.
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