Was sind historische Fotos?

Historische Fotos: Finden und Verstehen

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Historische Fotos sind weit mehr als nur alte Bilder. Sie sind Fenster in die Vergangenheit, Zeugnisse von Ereignissen, Personen und dem Alltag unserer Vorfahren. Doch wo findet man diese wertvollen Aufnahmen, und wie entschlüsselt man ihre Botschaften richtig? Dieser Artikel führt Sie durch die wichtigsten Archive und Datenbanken und erklärt, warum die Interpretation historischer Bilder eine Kunst für sich ist.

Wo finde ich historische Fotos?
BILDDATENBANKEN UND BILDERDIENSTE1DEUTSCHE DIGITALE BIBLIOTHEK. ...2EUROPEANA. ...3BILDARCHIV PREUSSISCHER KULTURBESITZ. ...4DEUTSCHE FOTOTHEK. ...5BILDARCHIV DER BAYERISCHEN STAATSBIBLIOTHEK. ...6STERN-FOTOARCHIV DER BAYERISCHEN STAATSBIBLIOTHEK. ...7DDR-BILDARCHIV. ...8ALBUM 1900.

Die Suche nach historischen Fotos kann eine spannende Reise sein. Glücklicherweise gibt es heute eine Fülle von online zugänglichen Archiven und Sammlungen, die das kulturelle Erbe in digitaler Form bereitstellen. Hier sind einige der bedeutendsten Anlaufstellen:

Wo finde ich historische Fotos?

Die digitale Verfügbarkeit hat den Zugang zu historischen Bildbeständen revolutioniert. Zahlreiche Institutionen stellen ihre Sammlungen online zur Verfügung. Hier eine Übersicht über wichtige deutsche und europäische Archive:

Deutsche Digitale Bibliothek (DDB): Dieses zentrale Portal vereint Bestände hunderter Kultureinrichtungen wie Museen, Archive und Bibliotheken. Es macht das kulturelle Erbe Deutschlands über das Internet zugänglich und wächst kontinuierlich.

Europeana: Als virtuelle Bibliothek Europas bietet Europeana Zugang zu über 50 Millionen digitalisierten Objekten, darunter auch unzählige Fotografien. Sie arbeitet mit tausenden europäischen Archiven, Bibliotheken und Museen zusammen und deckt ein breites Spektrum von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Gegenwart ab.

Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk): Mit über 12 Millionen Fotografien besitzt die bpk-Bildagentur eine der größten zeitgeschichtlichen Fotosammlungen Europas. Sie vertritt die Einrichtungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und vergibt Nutzungsrechte, oft exklusiv.

Deutsche Fotothek: Gegründet 1924, ist sie ein kulturgeschichtliches Universalarchiv mit über 5 Millionen Bilddokumenten. Schwerpunkte sind Fotografiegeschichte, Kunst, Architektur und Technikgeschichte. Die Datenbank umfasst eigene Bestände sowie Bilder aus über 90 Partner-Institutionen. Das Archiv der Fotografen in der SLUB Dresden präsentiert Werke bedeutender deutscher Fotografen.

Bildarchiv Foto Marburg: Dieses Archiv sammelt seit 1913 Bild- und Datenbestände zur europäischen Kunst und fertigt kunstgeschichtliche Dokumentarfotografien an. Der Bildindex der Kunst und Architektur (früher Marburger Index) bietet digital Zugang zu 1,9 Millionen Fotografien zur Kunst und Architektur in Deutschland aus zahlreichen Archiven, Denkmalämtern, Instituten und Museen.

Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek: Es verwahrt insbesondere Fotografien aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie ältere Abbildungen. Bedeutende Bestände umfassen Fotoarchive wie die von Heinrich Hoffmann oder Volker Hinz. Die circa 5 Millionen Bilder sind teilweise digitalisiert und können in einem eigenen Bildportal recherchiert und lizenziert werden.

Stern-Fotoarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek: Das analoge Archiv des Magazins stern (1948-2001) mit rund 15 Millionen Aufnahmen ist seit 2019 im Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek. Es gilt als visuelles Gedächtnis der Bundesrepublik und wird kontinuierlich digitalisiert. Digitalisierte Reportagen und Fotografien sind im eigenen Bildportal recherchierbar und zur Nutzung anfragbar.

DDR-Bildarchiv: Dieses Archiv digitalisiert und vertreibt Fotos aus der DDR und den Neuen Bundesländern, oft von bekannten Bildjournalisten der Zeit.

Aerofototeca, Rom: Bietet Zugang zu einer Datenbank mit rund 12000 planimetrischen Luftaufnahmen.

Album 1900: Eine Privatsammlung von Porträt-Carte-de-Visite-Photographien, von denen etwa 250 online in guter Qualität verfügbar sind. Der Fokus liegt auf motivischen Darstellungen und bietet eine Fundgrube für soziologische Studien, etwa zur Kinderkleidung.

Centropa Wien: Dokumentiert jüdische Familienfotos und Lebensgeschichten aus Mittel- und Osteuropa als Oral History Project basierend auf Fotografien. Privatfotografien werden aufgespürt, dokumentiert und online zugänglich gemacht.

ddp-Bilderdienst: Die Nachrichtenagentur ddp bietet zwei Bilddatenbanken: Eine für tagesaktuelle Produktionen und ein Archiv mit verschlagwortetem Material. Die Bildnutzung ist kostenpflichtig.

Das Digitale Bildarchiv des Bundesarchivs Koblenz: Verwahrt circa 11 Millionen Bilder, Luftbilder und Plakate zur deutschen Geschichte ab 1860. Schwerpunkte sind die Weimarer Republik, das Dritte Reich (Propagandakompanien der Wehrmacht), die DDR (ADN-Zentralbild) und die Bundesrepublik. Das Archiv ging 2007 online und wird stetig erweitert. Die Recherche ist frei, aber die digitalen Bilder sind oft stark mit Wasserzeichen versehen, und die tatsächliche Nutzung ist mit hohen Gebühren verbunden.

Erkennungsdienstliche Kartei der Gestapo Wien: Fotografien dieser Kartei sind online über die Homepage des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes abrufbar. Die Sammlung umfasst Fotos von rund 1.500 jüdischen Personen, verknüpft mit Daten von Opfern.

Fotoart Griechenland: Bietet historische Fotografien zur Olympiade 1896 in Athen.

Fotograf(inn)en in Schleswig-Holstein, Lübeck und dem Herzogtum Lauenburg (1850-1880): Ein Fachlexikon mit Biografien und Fotografien von knapp 400 Lichtbildnern aus dieser Zeit, sortierbar nach Atelierstandorten, Namen und Bildmotiven.

Österreichische Nationalbibliothek: Stellt eingescannte Karteikarten von Fotosammlungen online zur Verfügung. Reproduktionen können angefordert werden.

photonews.ch: Ein kostenpflichtiges Bildportal verschiedener Schweizer Fotografen mit aktuellen und Archivfotos aus Sport, Gesellschaft, Politik und Kultur. Bilder können nach Bezahlung in hoher Auflösung heruntergeladen werden.

prometheus - Digitales Bildarchiv: Ein verteiltes digitales Bildarchiv, das über 100 Instituts-, Forschungs- und Museumsdatenbanken mit Millionen von Bildern unter einer Oberfläche verbindet. Die Nutzung ist lizenzpflichtig.

Wo finde ich historische Fotos?
BILDDATENBANKEN UND BILDERDIENSTE1DEUTSCHE DIGITALE BIBLIOTHEK. ...2EUROPEANA. ...3BILDARCHIV PREUSSISCHER KULTURBESITZ. ...4DEUTSCHE FOTOTHEK. ...5BILDARCHIV DER BAYERISCHEN STAATSBIBLIOTHEK. ...6STERN-FOTOARCHIV DER BAYERISCHEN STAATSBIBLIOTHEK. ...7DDR-BILDARCHIV. ...8ALBUM 1900.

SV-Bilderdienst: Bietet Zugang zu über 140.000 digitalen Bildern zur deutschen Zeitgeschichte sowie Material aus der Süddeutschen Zeitung. Die Bildnutzung ist kostenpflichtig.

Ullsteinbild: Ein umfangreiches Bildarchiv zur Pressefotografie und Bildreportage. Bietet eigene Bestände sowie digitale Bestände internationaler Agenturen. Bilder können online recherchiert und bestellt werden.

Archiv/DatenbankFokusGröße (ca.)Zugang/Kosten
Deutsche Digitale BibliothekKulturelles Erbe Dtl. (verschiedenes)Mio. Objekte (wachsend)Online, oft frei (Nutzung kann Lizenzen erfordern)
EuropeanaKulturelles Erbe Europa (verschiedenes)50+ Mio. ObjekteOnline, oft frei (Nutzung kann Lizenzen erfordern)
Bildarchiv Preußischer KulturbesitzZeitgeschichte Europa, Kunst, Kultur12+ Mio. FotosOnline-Suche, Nutzung kostenpflichtig
Deutsche FotothekFotografiegeschichte, Kunst, Architektur, Technik5+ Mio. DokumenteOnline-Suche, Nutzung kann kostenpflichtig sein
Bildarchiv Foto MarburgKunst & Architektur Dtl.1.9 Mio. FotosOnline-Suche, Nutzung kann kostenpflichtig sein
Stern-Fotoarchiv (BStB)Fotojournalismus BRD (1948-2001)15 Mio. AufnahmenOnline-Suche, Nutzung anfragbar/kostenpflichtig
BundesarchivDeutsche Geschichte (ab 1860)11+ Mio. BilderOnline-Suche frei, Bilder mit Wasserzeichen, Nutzung kostenpflichtig
prometheusKunsthistorisch (Datenbankenverbund)3+ Mio. BilderLizenzpflichtig

Was sind historische Fotos überhaupt? Bilder als Quellen

Um historische Bilder richtig zu nutzen, muss man verstehen, was sie sind: Sie sind Quellen. Wie Texte oder Sachzeugnisse stammen sie aus der Vergangenheit und liefern uns Informationen. Doch sie sind keine einfachen Spiegelbilder der Realität. Historische Bilder zeigen Vergangenheit auf vermittelte und oft gebrochene Weise.

Die Bandbreite historischer Bildquellen ist riesig und lässt sich nach Technik (Malerei, Holzschnitt, Fotografie) oder Thema (Porträt, Ereignisbild, Karikatur) unterscheiden. Es ist entscheidend zu wissen, welche Art von Informationen man von einer bestimmten Bildgattung erwarten kann, welche Darstellungsmittel und Konventionen in ihrer Entstehungszeit üblich waren und wie weit sie verbreitet waren.

Bilder als Quellen für die Geschichte: Mehr als nur Illustration

Bilder können uns viel über die Vergangenheit verraten, aber wir müssen lernen, sie zu 'lesen'.

Ereignisgeschichte: Was ist wirklich passiert?

Bilder können dokumentieren, dass Ereignisse stattgefunden haben, wer beteiligt war und unter welchen Umständen. Frühe Beispiele sind Holzschnitte auf Flugblättern oder Stiche in illustrierten Zeitungen. Heute erfüllen Pressefotos diese Aufgabe. Doch Vorsicht ist geboten!

Ein bekanntes Beispiel ist der Kupferstich von Mathäus Merian d. Ä. vom "Prager Fenstersturz" (1618). Obwohl er ein berühmtes historisches Ereignis zeigt, entstand er erst 1635. Merian war kein Augenzeuge, sondern gestaltete die Szene nach Informationen aus zweiter Hand. Es ist eine zeitgenössische Annäherung und Interpretation, keine authentische Wiedergabe.

Selbst Fotografien, die technisch bedingt nur zeigen können, was vor der Linse ist, zeigen immer nur einen Moment. Die Wehrmachtsausstellung sorgte für Kontroversen, weil Fotos von Gräueltaten gezeigt wurden, aber die genaue Rolle der abgebildeten Soldaten nicht immer eindeutig aus dem Bild hervorging. Ein Bild kann zeigen, dass Soldaten vor Leichen stehen, aber nicht zwingend belegen, dass sie die Täter waren. Ohne zusätzlichen Kontext und weitere Quellen sind Interpretationen schwierig und riskant.

Personengeschichte: Wie sahen sie aus?

Wir möchten oft wissen, wie historische Persönlichkeiten aussahen. Im Mittelalter gab es kaum Porträtähnlichkeit. Auch Renaissance-Porträts waren nicht unbedingt realistisch, da sie oft idealisierten und dem Auftraggeber gefallen mussten. Bei Kolumbus gibt es über 70 Porträts, die ihn alle unterschiedlich darstellen – wir wissen nicht, wie er wirklich aussah.

Die Fotografie brachte hier einen Sprung hin zu größerer Wirklichkeitsnähe. Doch auch im 19. und frühen 20. Jahrhundert waren Studio-Porträts oft Inszenierungen mit Requisiten und Hintergründen. Ein Foto eines kleinen Jungen im Kleid von 1903 zeigt diese typische Inszenierung. Technische Beschränkungen wie lange Belichtungszeiten verhinderten zudem spontane Ausdrücke. Dennoch ermöglichte die Fotografie eine neue Art, das Aussehen festzuhalten, und mit sinkenden Kosten wurde das Porträt im Laufe der Zeit demokratisiert.

Alltagsgeschichte und materielle Kultur

Bilder sind hervorragende Zeugnisse für den Alltag und die materielle Kultur vergangener Zeiten. Wie sahen Häuser und Städte aus? Welche Kleidung trugen die Menschen? Welche Werkzeuge benutzten sie? Oft zeigen Maler Realien unabsichtlich, indem sie biblische oder historische Szenen in der Kleidung und Umgebung ihrer eigenen Zeit darstellen (z.B. ein mittelalterliches Bild einer biblischen Szene mit mittelalterlichen Gegenständen).

Manchmal wurden Realien aber auch bewusst dargestellt, etwa in mittelalterlichen Monatsbildern, die landwirtschaftliche Arbeit zeigen. Eine Buchmalerei von 1023 kann uns heute noch die Technik des 'hohen Sichelschnitts' beim Getreideschneiden zeigen, die aus agrarhistorischer Sicht sehr aufschlussreich ist.

Auch die sozialdokumentarische Fotografie oder Architekturfotografie liefern wertvolle Einblicke in den Alltag. Doch auch hier muss man kritisch bleiben. Ein Foto eines Dampfhammers im Krupp-Werk um 1906 mag authentisch wirken, war aber laut Technikhistorikern oft gestellt: Die Arbeiter nahmen "typische" Posen ein, und die Szene wurde arrangiert, um eine bestimmte Vorstellung von Arbeit zu vermitteln. Das Bild dokumentiert also nicht nur den Prozess, sondern auch, wie das Unternehmen sich und seine Arbeit präsentieren wollte.

Kultur- und Mentalitätsgeschichte

Hier liegt ein weites Feld für die Nutzung historischer Bilder. Sie können uns Antworten auf Fragen der Sozial-, Alltags-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte geben. Bilder wurden oft bewusst zur Propaganda eingesetzt, um Herrscher zu legitimieren (die 'Herrscherpose'), bestimmte Stände darzustellen oder Gegner zu diffamieren.

Das berühmte Porträt Ludwigs XIV. von Hyacinthe Rigaud (um 1700) ist ein Paradebeispiel für ein Herrscherporträt, das den absolutistischen Anspruch visuell umsetzt. Jedes Detail, von der Größe des Bildes bis zu den Symbolen, dient der Demonstration von Macht. Auch wenn spätere Porträts, wie das von Kaiser Wilhelm II. von Max Koner (1890), Anleihen bei Rigaud nahmen, wirkten sie im veränderten zeitgeschichtlichen Kontext anders, vielleicht sogar plakativ.

Auch das Familienporträt ist eine wertvolle Quelle. Es zeigt, wer zur Familie gehörte, welche sozialen Beziehungen und Rollenbilder existierten und welcher Schicht die Familie angehörte. Vergleicht man ein kaiserliches Familienfoto von 1906 (strenge Anordnung, militärische Elemente), ein kleinbürgerliches von 1880 (ähnliche Komposition, aber einfachere Ausstattung, ebenfalls militärische Anklänge) und ein Foto aus den späten Sechzigerjahren (informell, Vater kümmert sich ums Baby, Mutter liest Zeitung), wird deutlich, wie sich Familienstrukturen, Rollenbilder und Darstellungsweisen verändert haben. Solche Bilder spiegeln gesellschaftliche Wertvorstellungen und das Selbstverständnis wider.

Bilder des Imaginierten

Bilder zeigen nicht nur die sichtbare Welt, sondern auch das Imaginäre – Dinge, die nur in den Köpfen der Menschen existierten, aber ihren Alltag prägten, wie Götter, Teufel, Fabelwesen, Himmel und Hölle. Ein Ausschnitt aus einem Altarbild von Michael Pacher (um 1480), der den Teufel in vermenschlichter Form zeigt, gibt Einblick in die religiösen Vorstellungen der Zeit. Studien zur Darstellung von Seelen im Fegefeuer oder zu Bildern des Todes haben gezeigt, wie sich diese Vorstellungen über die Jahrhunderte wandeln und wie Bilder uns helfen können, diese Aspekte der Mentalitätsgeschichte zu erforschen.

Der Kontext ist entscheidend

Die Nutzung historischer Bilder als Quellen erfordert immer die Berücksichtigung des Kontexts. Ein einzelnes Bild reicht oft nicht aus; man muss ganze Serien oder Gruppen von Bildern betrachten, um Muster und Abweichungen zu erkennen.

Man muss wissen, wer das Bild geschaffen hat (Künstler, Fotograf), wer der Auftraggeber war, welche Absicht hinter dem Bild stand, an wen es sich richtete, wie es verbreitet und rezipiert wurde. Historisches Vorwissen ist unerlässlich, um die visuellen Konventionen der Zeit zu entschlüsseln – zum Beispiel, dass die Farbe der Kleidung im Mittelalter auf den sozialen Status hinweisen konnte. Die Interpretation historischer Bilder ist anspruchsvoll, aber extrem lohnend.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind historische Fotos immer eine exakte Wiedergabe der Realität?
Nein. Auch wenn die Fotografie eine neue Stufe der Wirklichkeitsnähe erreichte, sind Fotos immer noch vermittelt. Der Fotograf wählt den Ausschnitt, den Moment, kann die Szene arrangieren. Vor der Fotografie waren Bilder oft Interpretationen, Rekonstruktionen oder Idealbilder.
Kann ich historische Fotos für meine eigenen Zwecke nutzen?
Das hängt stark vom jeweiligen Archiv und den dort geltenden Nutzungsbedingungen ab. Viele Archive erheben Gebühren für die Nutzung, insbesondere für kommerzielle Zwecke. Die Recherche mag oft frei sein, aber die Lizenzierung ist meist kostenpflichtig.
Wo finde ich Fotos zu einem bestimmten historischen Ereignis oder einer Person?
Die großen nationalen Archive wie die Deutsche Digitale Bibliothek, Europeana, das Bundesarchiv oder das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz sind gute Anlaufstellen. Spezifischere Themen oder Zeiträume werden oft in spezialisierten Archiven oder Sammlungen behandelt, wie dem Stern-Fotoarchiv für die BRD-Geschichte oder dem DDR-Bildarchiv.
Was ist der Unterschied zwischen einem Gemälde und einer Fotografie als historische Quelle?
Ein Gemälde ist stärker eine Interpretation oder Darstellung der Vorstellung des Künstlers (und Auftraggebers) von der Realität oder einem Ereignis. Eine Fotografie zeigt technisch bedingt, was sich im Moment der Aufnahme vor der Linse befand, ist aber dennoch durch den Fotografen und die Umstände beeinflusst.

Die Welt der historischen Fotografie und Bildquellen ist reich und vielschichtig. Die vorgestellten Archive bieten einen unschätzbaren Zugang zu visuellen Zeugnissen der Vergangenheit. Gleichzeitig fordert uns die Auseinandersetzung mit diesen Bildern heraus, ihre Natur als Quellen kritisch zu hinterfragen und ihren Kontext sorgfältig zu analysieren. Nur so können wir ihr volles Potenzial für das Verständnis der Geschichte ausschöpfen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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