Das iPhone 5s, vorgestellt im September 2013, brachte einige Neuerungen für die mobile Fotografie mit sich. Während die Auflösung von 8 Megapixeln im Vergleich zum Vorgänger iPhone 5 unverändert blieb, setzte Apple auf einen größeren Sensor mit noch größeren einzelnen Pixeln. In Kombination mit einem Objektiv, das eine größere Blendenöffnung von f/2.2 aufweist, gelangt mehr Licht auf den Sensor. Dies versprach verbesserte Bilder, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen. Doch wie schlägt sich die Kamera des iPhone 5s im Detail und ist sie heute noch relevant?

Kamera-Features des iPhone 5s
Im Kern der Kamera des iPhone 5s steckt ein rückwärtig belichteter 8-Megapixel-Sensor. Dieser Sensor ist laut Herstellerangaben 15% größer als der im iPhone 5 verwendete. Das fest verbaute Objektiv hat eine Blende von f/2.2, was ebenfalls zu einer besseren Lichtausbeute beiträgt. Eine automatische Bildstabilisierung ist vorhanden, die durch die Kombination von vier Einzelbildern arbeitet, um die besten Teile jedes Bildes zu nutzen und ein schärferes Ergebnis zu erzielen. Das iPhone 5s ist zudem in der Lage, Fotos mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit von 10 Bildern pro Sekunde aufzunehmen.
Die native Kamera-App des iPhone 5s bietet eine begrenzte Auswahl an Modi. Neben dem Standard-Fotomodus gibt es die Möglichkeit, HDR-Bilder aufzunehmen. HDR (High Dynamic Range) hilft dabei, Details sowohl in den hellen als auch in den dunklen Bereichen eines Bildes zu erhalten, was besonders bei Motiven mit hohem Kontrast nützlich ist. Es können auch Filter direkt beim Fotografieren angewendet werden; es stehen acht verschiedene Filter zur Auswahl, darunter Schwarz-Weiß (Mono) und Chrome. Neben dem Standardformat ermöglicht die Kamera-App auch die Aufnahme von quadratischen Bildern und Panoramen, die bis zu 360 Grad abdecken können.

Ein besonderes Feature ist der True Tone Blitz. Dieser kombiniert eine weiße und eine bernsteinfarbene LED. Der Sinn dahinter ist, die Intensität und Farbtemperatur des Blitzlichts an das Umgebungslicht anzupassen, um das Motiv natürlicher auszuleuchten und unschöne Farbstiche zu vermeiden. Alle aufgenommenen Bilder werden automatisch mit Geotags versehen, die den Aufnahmeort speichern.
Videoaufzeichnung
Im Bereich Video kann das iPhone 5s in Full HD (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Ein 3-facher Digitalzoom steht während der Aufnahme zur Verfügung, auch wenn Digitalzoom generell zu Lasten der Bildqualität geht. Zusätzlich zur Standard-Videoaufnahme unterstützt das iPhone 5s auch die Aufnahme von Zeitlupenvideos (Slow-Motion) in 720p HD mit beeindruckenden 120 Bildern pro Sekunde. Während der Videoaufnahme ist es zudem möglich, gleichzeitig Fotos aufzunehmen.
Handhabung und Design
Das iPhone 5s behielt die Größe und das Gewicht des Vorgängers iPhone 5 bei. Mit seinen kompakten Abmessungen und einem Gewicht von 112g liegt es gut in der Hand und passt problemlos in eine Hosentasche. Der auffälligste äußere Unterschied zum iPhone 5 ist der neue Home-Button, der nun flach statt konkav ist und den Touch ID Fingerabdrucksensor beherbergt.
Der Bildschirm ist ein 4 Zoll großes Multi-Touch-Display mit einer Auflösung von 1136x640 Pixeln. Er ist sehr hell, klar und die Bedienung ist denkbar einfach und intuitiv. Innerhalb der vorinstallierten Kamera-App sind die Optionen bewusst begrenzt gehalten, was die Bedienung vereinfacht, aber fortgeschrittenen Nutzern wenig Kontrolle bietet. Es gibt Schalter für den Blitz, HDR, den Wechsel zwischen Front- und Rückkamera, den Wechsel zum Videomodus und den Auslöser. Für erweiterte Funktionen wie Selbstauslöser oder spezielle Stabilisierungseinstellungen, die von Kompaktkameras bekannt sind, muss man auf Apps von Drittanbietern zurückgreifen. Eine Serienbildfunktion ist jedoch nativ verfügbar, indem man einfach den Auslöser gedrückt hält.
Ein häufiges Problem, das auch das iPhone 5s betrifft, ist die Akkulaufzeit bei kontinuierlicher Nutzung über den Tag. Regelmäßiges Aufladen ist daher unerlässlich, insbesondere wenn die Kamera intensiv genutzt wird.
Reaktionsfähigkeit der Kamera
Die Reaktionsgeschwindigkeit der Kamera ist ein wichtiger Faktor für die Benutzererfahrung. Tests zeigen, dass das iPhone 5s hier gut abschneidet:
- Fokus / Auslöseverzögerung: ca. 0,1 Sekunden
- Zeit vom Einschalten bis zum ersten Foto: ca. 2,8 Sekunden
- Aufnahme zu Aufnahme ohne Blitz: ca. 0,6 Sekunden
- Aufnahme zu Aufnahme mit Blitz: ca. 2,0 Sekunden
- Serienbildgeschwindigkeit: ca. 10,2 Bilder pro Sekunde
Besonders die Serienbildgeschwindigkeit von über 10 Bildern pro Sekunde ist beeindruckend und ermöglicht das Einfangen schneller Bewegungen.
Kamera-Performance im Detail
Die Bildqualität ist entscheidend. Die Testbilder des iPhone 5s zeigen, dass die Fotos farbenfroh und gut belichtet sind. Porträts weisen akzeptable Hauttöne auf, allerdings kann es bei Verwendung des Blitzes zu leichtem Rote-Augen-Effekt kommen. Das fest verbaute Weitwinkelobjektiv macht es, wie bei vielen Smartphones, schwierig, schmeichelhafte Porträts aufzunehmen. Die Frontkamera ist nicht ganz so weitwinklig und wird daher oft für Selfies bevorzugt. Der neue True Tone Blitz hat die Qualität von Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich verbessert.
Objektivleistung
Die Detailwiedergabe der Bilder ist gut und für einen 8-Megapixel-Sensor absolut akzeptabel. Der Digitalzoom kann verwendet werden, aber es ist ratsamer, darauf zu verzichten und stattdessen die Bilder nachträglich zuzuschneiden. Lila Farbsäume (chromatische Aberration) sind kein signifikantes Problem, jedoch kann Moiré-Effekt auftreten, insbesondere bei feinen, sich wiederholenden Mustern. Nahaufnahmen (Makro) sind aufgrund des Mindestfokusabstands nicht die Stärke der Kamera. Die HDR-Funktion zeigt deutliche Vorteile, indem sie mehr Details in den dunklen Bereichen von Motiven mit hohem Kontrast hervorhebt.
ISO-Rauschverhalten
Die ISO-Empfindlichkeit kann beim iPhone 5s nicht manuell eingestellt werden. Das Telefon wählt die ISO-Werte automatisch. In der Regel verwendet das iPhone 5s sehr niedrige ISO-Einstellungen, bei denen Bildrauschen kaum eine Rolle spielt. Bei höheren ISO-Werten, wie sie manchmal in Testbildern (z.B. ISO 1250 & 1600) vorkommen, lässt die Detailwiedergabe jedoch deutlich nach.

Weißabgleich
Ähnlich wie bei der ISO-Einstellung ist der Weißabgleich nicht manuell einstellbar. Unter Glühlampenlicht produziert der automatische Weißabgleich (AWB) ein leicht warmes Bild, während er unter Leuchtstoffröhrenlicht gut funktioniert.
Panorama-Modus
Der Panorama-Modus des iPhone 5s ermöglicht Aufnahmen von bis zu 360 Grad. Die Qualität der Panoramabilder wird als exzellent beschrieben – die Details sind gut und das Zusammenfügen der Einzelbilder (Stitching) funktioniert hervorragend.
Digitale Filter
Die Kamera-App bietet acht digitale Filter, die direkt beim Fotografieren angewendet werden können. Diese Filter ermöglichen es, den Bildern unterschiedliche Stile zu verleihen, von Schwarz-Weiß über Vintage-Looks bis hin zu lebhafteren Farben.
Videoqualität
Videos werden in 1080p Full HD aufgenommen. Die Qualität ist gut, allerdings kann, ähnlich wie bei Fotos, auch in Videos Moiré-Effekt auftreten.
Vergleich mit neueren Modellen (iPhone 6/6s)
Ein Blick auf die technischen Daten zeigt, wie sich die Kamera des iPhone 5s im Vergleich zu seinen direkten Nachfolgern, dem iPhone 6 und dem iPhone 6s, positioniert. Obwohl die Auflösung von 8MP beim iPhone 6 gleich blieb, gab es Verbesserungen. Das iPhone 6s brachte dann einen deutlichen Sprung in der Auflösung.
| Feature | iPhone 5s | iPhone 6 | iPhone 6s |
|---|---|---|---|
| Auflösung (Rückkamera) | 8 Megapixel | 8 Megapixel | 12 Megapixel |
| Sensorgröße | Größer als iPhone 5 | ? | ? |
| Pixelgröße | Größer als iPhone 5 (1.5µm) | 1.5µm | ? |
| Blende | f/2.2 | f/2.2 | f/2.2 (f/2.0 laut anderer Quelle im Text) |
| Bildstabilisierung | Auto (Software) | Digital (DIS) | Digital (DIS) |
| Fokus Technologie | Standard Autofokus | Focus Pixels | Focus Pixels |
| Blitz | True Tone Flash | True Tone Flash | Dual-LED Flash |
| Videoaufnahme (Max) | 1080p @ 30 fps | 1080p @ 30/60 fps | 4K @ 30 fps, 1080p @ 30/60/120 fps |
| Slow-Motion Video | 720p @ 120 fps | 720p @ 120/240 fps | 1080p @ 120 fps, 720p @ 240 fps |
| Auflösung (Frontkamera) | 1.2 Megapixel | 1.2 Megapixel | 5 Megapixel |
| Blende (Frontkamera) | f/2.4 | f/2.2 | f/2.2 (f/2.0 laut anderer Quelle im Text) |
| Videoaufnahme (Frontkamera) | 720p | 720p | 1080p |
Wie die Tabelle zeigt, behielt das iPhone 6 zwar die 8MP Auflösung bei, führte aber Features wie Focus Pixels ein. Das iPhone 6s machte dann den Sprung auf 12MP und brachte 4K-Video sowie eine deutlich verbesserte 5MP Frontkamera mit sich. Die Blendenwerte blieben ähnlich oder verbesserten sich leicht. Die optische Bildstabilisierung (OIS), die für bessere Ergebnisse bei wenig Licht und stabilere Videos, insbesondere 4K, wichtig ist, wurde beim iPhone 6 und 6s im kleineren Modell weggelassen und war nur in den Plus-Varianten verfügbar.
Preis-Leistungs-Verhältnis (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung/des Vergleichs)
Betrachtet man den Preis des iPhone 5s zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ohne Vertrag (ca. 500 £ im Vergleich), so positionierte es sich im Premium-Segment. Andere Smartphones der damaligen Zeit, die oft mehr Megapixel boten, waren teilweise günstiger. Beispiele hierfür sind das Sony Xperia Z (13.1 MP, ca. 270 £), das Motorola Moto X (10 MP, ca. 300 £), das Nokia Lumia 1020 (41 MP, ca. 350 £) und das Samsung Galaxy S5 (16 MP, ca. 560 £). Obwohl Megapixel nicht alles sind, zeigte dies, dass das iPhone 5s im Vergleich zur Konkurrenz, die oft höhere Sensorauflösungen bot, einen stolzen Preis hatte.
Fazit zur iPhone 5s Kamera
Die Kamera des iPhone 5s war zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung die beste iPhone Kamera, die Apple bis dahin herausgebracht hatte. Sie lieferte gute Bilder mit angenehmen Farben und solider Belichtung. Die Einführung des True Tone Blitzes und die verbesserten Low-Light-Fähigkeiten durch den größeren Sensor waren positive Schritte. Features wie der exzellente Panorama-Modus und die einfache Handhabung von HDR-Aufnahmen machten das Fotografieren im Alltag sehr angenehm.
Dennoch gab es auch Kritikpunkte. Die fehlende Möglichkeit, manuelle Einstellungen vorzunehmen, war und ist für viele ambitionierte Fotografen ein Manko. Während es Apps von Drittanbietern gab, die mehr Kontrolle boten, wurde bemängelt, dass Apple diese Optionen nicht nativ in die Kamera-App integrierte. Die Akkulaufzeit bei intensiver Kameranutzung war ebenfalls ein limitierender Faktor.

Trotz dieser Einschränkungen war das iPhone 5s in der Lage, großartige Bilder zu produzieren. Die hohe Serienbildgeschwindigkeit und die Qualität der Panoramen wurden positiv hervorgehoben. Es war zweifellos ein beliebtes Telefon unter Nutzern, die Wert auf eine gute und einfach zu bedienende Smartphone-Kamera legten.
Im Vergleich zu den Nachfolgern, insbesondere dem iPhone 6s mit seiner höheren Auflösung und 4K-Video, sowie modernen Smartphones, die deutlich größere Sensoren, bessere Low-Light-Performance und oft optische Bildstabilisierung bieten, ist die Kamera des iPhone 5s technisch überholt. Für einfache Schnappschüsse bei gutem Licht mag sie immer noch ausreichen, aber für anspruchsvollere Fotografie oder im direkten Vergleich mit aktuellen Modellen stößt sie schnell an ihre Grenzen. Das iPhone 5s war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der iPhone Kameras, aber die Technologie hat sich seitdem erheblich weiterentwickelt.
Häufig gestellte Fragen zur iPhone 5s Kamera
Ist die Kamera des iPhone 5s noch gut genug für soziale Medien?
Für einfache Schnappschüsse und das Teilen auf sozialen Medien bei guten Lichtverhältnissen kann die 8-Megapixel-Kamera des iPhone 5s immer noch akzeptabel sein. Die Bildqualität reicht für kleine Bildschirmdarstellungen oft aus. Für höhere Ansprüche oder größere Ausdrucke ist sie jedoch nicht mehr zeitgemäß.
Kann das iPhone 5s 4K-Videos aufnehmen?
Nein, das iPhone 5s kann Videos maximal in Full HD (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. 4K-Videoaufnahme wurde erst mit dem iPhone 6s eingeführt.
Hat das iPhone 5s eine optische Bildstabilisierung?
Nein, das iPhone 5s verfügt über eine automatische digitale Bildstabilisierung (Software-basiert), aber keine optische Bildstabilisierung (OIS). OIS war bei Apple zunächst den größeren Plus-Modellen vorbehalten.
Kann ich manuelle Einstellungen an der Kamera vornehmen (ISO, Belichtungszeit)?
In der nativen Kamera-App des iPhone 5s sind keine manuellen Einstellungen für ISO, Belichtungszeit oder Weißabgleich möglich. Diese Einstellungen werden automatisch vom Telefon verwaltet. Für manuelle Kontrollen müssten Sie eine Kamera-App eines Drittanbieters verwenden.
Wie ist die Leistung der iPhone 5s Kamera bei schlechtem Licht?
Dank des größeren Sensors und der f/2.2 Blende war die Leistung bei schlechtem Licht besser als beim Vorgänger iPhone 5. Der True Tone Blitz half ebenfalls bei Aufnahmen mit Blitz. Im Vergleich zu modernen Smartphones mit größeren Sensoren, lichtstärkeren Objektiven und OIS ist die Low-Light-Performance des iPhone 5s jedoch begrenzt und es tritt schnell Bildrauschen auf.
Wie ist die Qualität der Frontkamera?
Die Frontkamera des iPhone 5s hat eine Auflösung von 1.2 Megapixeln und eine Blende von f/2.4. Sie war ausreichend für Videotelefonie und einfache Selfies zu ihrer Zeit, ist aber im Vergleich zu modernen 5MP oder höheren Frontkameras mit besseren Blenden deutlich unterlegen, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen.
Lohnt sich ein Upgrade vom iPhone 5s auf ein neueres Modell wegen der Kamera?
Ja, wenn die Kamera ein wichtiger Grund für ein Upgrade ist, bieten neuere Modelle wie das iPhone 6s (mit 12MP, 4K-Video, besserer Frontkamera) oder noch aktuellere iPhones erhebliche Verbesserungen in Bezug auf Auflösung, Low-Light-Performance, Videofunktionen (wie 4K und bessere Zeitlupe) und oft auch mit optischer Bildstabilisierung und erweiterten Software-Features. Die Kamera des iPhone 5s ist im Vergleich nicht mehr konkurrenzfähig.
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