In der heutigen globalisierten Geschäftswelt ist die E-Mail oft das wichtigste Kommunikationsmittel über Ländergrenzen hinweg. Der richtige Ton und die passende Verabschiedung sind dabei entscheidend für einen professionellen Eindruck. Im Englischen gibt es, ähnlich wie im Deutschen, eine Vielzahl von Grußformeln, die je nach Empfänger und Kontext gewählt werden sollten. Die korrekte Auswahl kann darüber entscheiden, ob Ihre Nachricht als angemessen höflich, zu förmlich oder gar unhöflich empfunden wird. Es ist daher unerlässlich, die gängigsten englischen Grußformeln zu kennen und zu wissen, wann man welche einsetzt.

Ob Sie an einen langjährigen Geschäftspartner in London schreiben oder eine erste Anfrage an ein Unternehmen in New York senden – die passende Grußformel rundet Ihre E-Mail ab und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Doch welche Formel ist die richtige? Die gute Nachricht ist: Es gibt klare Regeln und Empfehlungen, die Ihnen helfen, Fettnäpfchen zu vermeiden und stets den richtigen Ton zu treffen. Wir stellen Ihnen die gebräuchlichsten und wichtigsten englischen Grußformeln vor, unterteilt nach ihrem Formalitätsgrad, und geben Ihnen zusätzliche Tipps für Ihre englischsprachige E-Mail-Korrespondenz.
Förmliche Grußformeln
Wenn Sie in einem formellen Kontext kommunizieren, sei es mit unbekannten Kontakten oder in sehr offiziellen Angelegenheiten, ist die Wahl einer angemessen förmlichen Grußformel unerlässlich. Diese signalisieren Respekt und Professionalität. Hier sind die wichtigsten formellen Optionen:
Yours faithfully
Diese Grußformel ist wohl die häufigste formelle Option, die dem deutschen „Mit freundlichen Grüßen“ am nächsten kommt. Sie wird üblicherweise dann verwendet, wenn Sie den Namen des Empfängers nicht kennen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie eine allgemeine Anfrage an eine Abteilung senden oder an „Sehr geehrte Damen und Herren“ adressieren würden. Die Verwendung von „Yours faithfully“ ist ein klares Zeichen dafür, dass Sie eine professionelle und respektvolle Distanz wahren möchten.
Sincerely yours
Diese Variante kommt zum Einsatz, wenn Sie den Empfänger namentlich kennen und ihn persönlich ansprechen (z. B. „Dear Mr. Smith“ oder „Dear Ms. Jones“), aber dennoch einen förmlichen Ton beibehalten wollen. Es zeigt eine gewisse persönliche Beziehung oder Kenntnis des Empfängers, ohne dabei informell zu werden. „Sincerely yours“ ist eine höfliche und gängige Wahl in formellen E-Mails an bekannte Geschäftskontakte.
Yours sincerely
Diese Grußformel ist eine Umkehrung von „Sincerely yours“ und funktioniert grundsätzlich genauso. Sie wird ebenfalls verwendet, wenn Sie den Empfänger namentlich kennen und formell bleiben möchten. Obwohl grammatisch korrekt und verständlich, wird „Yours sincerely“ in der Praxis seltener verwendet als „Sincerely yours“. Beide Varianten sind jedoch akzeptabel, wenn Sie den Namen des Adressaten kennen und eine formelle Verabschiedung wünschen.
Lockere Grußformeln
Nicht jede E-Mail erfordert eine strikt formelle Verabschiedung. Besonders wenn Sie bereits einen gewissen Kontakt zu Ihrem Gegenüber haben oder die Unternehmenskultur lockerer ist, können informellere Grußformeln angebracht sein. Sie lassen die Kommunikation persönlicher und weniger steif wirken.
Kind regards
Diese Grußformel lässt sich gut mit dem deutschen „Viele Grüße“ übersetzen. Sie eignet sich hervorragend für E-Mails an Kontakte, die Sie bereits ein wenig kennen. „Kind regards“ ist freundlich, aber nicht übermäßig intim und passt gut in Situationen, in denen Sie eine angenehme, aber immer noch professionelle Beziehung pflegen. Es ist eine sehr gebräuchliche und sichere Wahl für die semi-formelle oder lockere Geschäftskommunikation.
Best regards
Die Übersetzung „Beste Grüße“ hat es leider auch in die deutsche E-Mail-Kultur geschafft, was oft als unangebracht empfunden wird. Im Englischen hingegen ist „Best regards“ eine gängige und akzeptierte Grußformel für den ungezwungenen Kontakt. Ähnlich wie „Kind regards“ wird sie verwendet, wenn bereits eine gewisse Bekanntschaft oder ein lockerer Umgangston besteht. Es ist eine gute Wahl für E-Mails, die weniger förmlich sind als solche, die „Sincerely“ verwenden würden.

Best wishes
Diese Grußformel drückt einen Hauch mehr Emotion aus als „Kind regards“ oder „Best regards“. Sie sollte daher nur dann verwendet werden, wenn eine vertraute Beziehung zwischen den E-Mail-Partnern besteht. „Best wishes“ passt gut, wenn Sie dem Empfänger alles Gute wünschen möchten, sei es beruflich oder privat, und die Beziehung dies zulässt. In rein geschäftlichen E-Mails an unbekannte oder nur flüchtig bekannte Personen ist sie eher unangebracht.
All the best
„All the best“ ist ebenfalls eine herzliche Verabschiedung. Interessanterweise muss sie aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass Sender und Empfänger sich sehr nahe stehen. Sie lässt sich als wohlwollende, aber unverbindliche Grußformel nutzen. Sie ist freundlich und positiv, ohne die Intimität von „Best wishes“ zu erreichen. Sie ist eine gute Option, wenn Sie freundlich und positiv klingen möchten, ohne eine tiefe persönliche Beziehung vorauszusetzen.
Der eigene Name
In modernen E-Mails, insbesondere in lockeren oder internen Kommunikationen, ist es inzwischen üblich geworden, die E-Mail nur mit dem eigenen Vornamen zu beenden. Dies ist die informellste Art der Verabschiedung und setzt eine sehr vertraute oder ungezwungene Beziehung voraus. Es ist vergleichbar mit dem einfachen Setzen des Namens nach einer Nachricht im Chat oder einer kurzen internen E-Mail. Überlegen Sie genau, ob der Kontext und der Empfänger dies zulassen.
Vergleichstabelle der Grußformeln
| Grußformel | Formalität | Verwendung (Empfänger) | Deutsche Entsprechung (ca.) |
|---|---|---|---|
| Yours faithfully | Sehr förmlich | Unbekannter Empfänger (Dear Sir/Madam) | Mit freundlichen Grüßen |
| Sincerely yours | Förmlich | Bekannter Empfänger (Dear Mr./Ms. ...) | Mit freundlichen Grüßen |
| Yours sincerely | Förmlich | Bekannter Empfänger (Dear Mr./Ms. ...) | Mit freundlichen Grüßen |
| Kind regards | Semi-formell/Locker | Kontakte, die man etwas kennt | Viele Grüße |
| Best regards | Semi-formell/Locker | Ungezwungener Kontakt | Beste Grüße (im Englischen ok!) |
| Best wishes | Locker | Vertraute Beziehung | Alles Gute |
| All the best | Locker | Freundlich, unverbindlich | Alles Gute / Viele Grüße |
| [Vorname] | Sehr locker | Sehr vertraute Beziehung | [Vorname] |
No-Go-Grußformeln: Was Sie vermeiden sollten
Neben den passenden Grußformeln gibt es auch einige Formulierungen, die im geschäftlichen E-Mail-Verkehr auf Englisch unangebracht oder schlichtweg falsch sind. Diese sollten Sie unbedingt vermeiden, um einen unprofessionellen Eindruck zu hinterlassen.
See you later/soon
Diese Verabschiedungen klingen zwar freundlich, sind aber in den meisten geschäftlichen E-Mails unpassend. Wenn Ihr englischsprachiger Kontakt Tausende Kilometer oder sogar in Übersee entfernt lebt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie sich „später“ oder „bald“ wiedersehen. Solche Floskeln gehören in den mündlichen, persönlichen Umgang oder in sehr informelle Nachrichten an Personen in unmittelbarer Nähe.
With friendly regards
Diese Formulierung ist eine wörtliche Übersetzung des deutschen „Mit freundlichen Grüßen“ und klingt im Englischen schrecklich falsch. Sie existiert in dieser Form im Englischen nicht und wird von Muttersprachlern sofort als fehlerhaft erkannt. Verlassen Sie sich stattdessen auf die gängigen und korrekten englischen Entsprechungen wie „Yours faithfully“ oder „Sincerely yours“.
Bye
„Bye“ ist eine sehr umgangssprachliche Verabschiedung, die gut in ein persönliches Gespräch oder eine kurze Textnachricht passt. Am Ende einer geschäftlichen E-Mail, selbst in einem eher lockeren Kontext, ist diese Formulierung jedoch viel zu flapsig und unprofessionell. Wählen Sie stattdessen eine der lockeren, aber dennoch angemessenen Grußformeln wie „Kind regards“ oder „Best regards“.

Weitere Tipps für englische E-Mails
Die Wahl der richtigen Grußformel ist nur ein Aspekt einer gelungenen englischsprachigen E-Mail. Hier sind weitere wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:
- Britisches vs. Amerikanisches Englisch: Überlegen Sie vor dem Verfassen, ob britisches oder amerikanisches Englisch angebracht ist. Grundsätzlich wird amerikanisches Englisch eher für Korrespondenz mit US-Kollegen oder Kanadiern verwendet. Britisches Englisch kommt für Briten sowie für den Austausch mit Einwohnern ehemaliger Kolonien zum Einsatz. Manchmal gibt es auch in den Grußformeln subtile regionale Präferenzen, obwohl die hier genannten Formeln weitgehend universell verstanden werden.
- Vermeiden Sie Denglisch: Hüten Sie sich vor Formulierungen, die eine wörtliche Übersetzung aus dem Deutschen sind und im Englischen keinen Sinn ergeben oder falsch klingen. Beispiele aus dem Quelltext, die Sie vermeiden sollten, sind „Wait and drink tea“, „Buy a cat in a bag“ oder „I have much around the ears“. Solches Denglisch kann zu Missverständnissen führen oder unprofessionell wirken.
- Kurze Sätze: Typisch für englischsprachige E-Mails ist die Verwendung kurzer, knapper Sätze. Dies erleichtert das Lesen und Verstehen, besonders wenn Englisch nicht die Muttersprache des Empfängers ist. Versuchen Sie, Ihre Gedanken präzise und auf den Punkt zu bringen.
- Füllwörter reduzieren: Vermeiden Sie unnötige Füllwörter oder komplexe Satzkonstruktionen, die Ihre E-Mail unnötig aufblähen. Direktheit und Klarheit werden in der englischen Geschäftskommunikation geschätzt.
- Nutzen Sie Abkürzungen: Um Ihre E-Mail noch prägnanter zu gestalten, können Sie gängige Abkürzungen verwenden, insbesondere in informelleren Kontexten oder bei internen E-Mails. Beispiele sind FYI (For your interest) oder PFA (Please find attached). Stellen Sie sicher, dass der Empfänger diese Abkürzungen versteht.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen rund um englische E-Mail-Grußformeln:
Was ist der Unterschied zwischen „Yours faithfully“ und „Sincerely yours“?
Der Hauptunterschied liegt darin, ob Sie den Empfänger namentlich kennen. „Yours faithfully“ wird verwendet, wenn Sie die E-Mail mit einer unpersönlichen Anrede beginnen (z. B. „Dear Sir/Madam“), weil Sie den Namen nicht kennen. „Sincerely yours“ wird verwendet, wenn Sie den Empfänger namentlich ansprechen (z. B. „Dear Mr. Smith“).
Ist „Best regards“ im Englischen wirklich in Ordnung, obwohl „Beste Grüße“ im Deutschen oft als unpassend gilt?
Ja, absolut. Während die wörtliche Übersetzung im Deutschen oft als zu informell oder gar unhöflich empfunden wird, ist „Best regards“ im Englischen eine sehr gängige und akzeptierte Grußformel für den semi-formellen oder lockeren Geschäftskontakt. Lassen Sie sich hier nicht von der deutschen Entsprechung irritieren.
Kann ich eine E-Mail einfach mit meinem Vornamen beenden?
Ja, das ist in modernen und lockeren Kommunikationen durchaus üblich. Es setzt jedoch eine sehr vertraute Beziehung zum Empfänger voraus. Bei unbekannten Kontakten oder in sehr formellen Kontexten ist dies nicht angebracht.
Sollte ich immer britisches oder immer amerikanisches Englisch verwenden?
Es hängt vom Empfänger ab. Wenn Ihr Hauptgeschäftspartner in den USA sitzt, ist amerikanisches Englisch oft die beste Wahl. Bei Kontakten in Großbritannien oder vielen anderen Ländern des Commonwealth ist britisches Englisch üblich. Konsistenz innerhalb einer E-Mail-Konversation ist ebenfalls wichtig.
Sind Abkürzungen wie FYI in jeder E-Mail passend?
Nein. Abkürzungen wie FYI oder PFA sind eher für interne Kommunikation oder lockere E-Mails geeignet. In sehr formellen externen E-Mails sollten Sie diese eher vermeiden und die ausgeschriebene Form verwenden, um maximale Klarheit und Formalität zu gewährleisten.
Die Beherrschung der englischen E-Mail-Grußformeln ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein für eine erfolgreiche internationale Kommunikation. Indem Sie die hier vorgestellten Regeln und Tipps beachten, können Sie sicherstellen, dass Ihre E-Mails stets professionell und angemessen wirken. Nehmen Sie sich die Zeit, den richtigen Ton und die passende Verabschiedung für jeden Empfänger zu wählen, und Ihre internationale Korrespondenz wird deutlich reibungsloser verlaufen.
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