Hat das iPhone XS eine gute Kamera?

iPhone XS Kamera: Lohnt sich der Hype?

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Das iPhone XS wurde bei seiner Vorstellung als ein Smartphone mit außergewöhnlichen Kamerafähigkeiten beworben. Apple versprach Fortschritte bei der Bildqualität, der Rechenfotografie und der allgemeinen Leistung. Doch hält die Realität, was das Marketing verspricht, insbesondere aus der Perspektive eines erfahrenen Fotografen oder Enthusiasten? Wir haben uns die Kamera des iPhone XS genauer angesehen und teilen hier einige offene und ehrliche Gedanken.

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Zunächst einmal die bittere Pille: Wenn Sie primär wegen der Kamera überlegen, auf das iPhone XS umzusteigen oder es neu zu kaufen, dann gibt es unserer Meinung nach bessere Optionen auf dem Markt. Es ist schade, denn es gab wirklich den Wunsch, diese Kamera zu mögen. Leider hat sie in mehreren wichtigen Punkten enttäuscht.

Was uns an der iPhone XS Kamera gefällt

Beginnen wir mit den positiven Aspekten, denn es gibt durchaus Dinge, die Apple hier richtig gemacht hat:

  • Bedienungsgeschwindigkeit: Die Kamera ist sehr schnell einsatzbereit. Das Öffnen der App und das Aufnehmen von Fotos geht zügig von der Hand.
  • Benutzeroberfläche (UI): Die Standard-Kamera-App verfügt über eine butterweiche Benutzeroberfläche. Alles ist logisch angeordnet und macht Sinn. Die Bedienung ist intuitiv.
  • Autofokus: Der Autofokus arbeitet zügig und zuverlässig, was gerade bei Schnappschüssen oder sich bewegenden Motiven wichtig ist.
  • Einfachheit für die Masse: Für die meisten durchschnittlichen Nutzer sehen die Fotos, die mit dem iPhone XS aufgenommen werden, 'sehr gut' aus. Die Belichtung ist oft gut ausbalanciert, und das Fotografieren ist schlichtweg einfach.
  • Integrierter Editor: Der in der Fotos-App integrierte Editor ist ziemlich leistungsfähig für schnelle Bearbeitungen am Telefon.
  • Filter: Die eingebauten Filter, insbesondere einige der Farbfilter wie 'Vivid', sehen tatsächlich gut aus und können Fotos schnell aufwerten.
  • Zuverlässigkeit: In vielen Situationen funktioniert einfach alles wie erwartet, ohne Abstürze oder komplizierte Einstellungen.

Diese Punkte machen das iPhone XS zu einer sehr zugänglichen und benutzerfreundlichen Kamera für alltägliche Situationen und für Nutzer, die keine tiefgehenden Kenntnisse in Fotografie haben oder komplexe Bearbeitung betreiben möchten.

Wo die iPhone XS Kamera enttäuscht

Trotz der genannten Stärken gibt es signifikante Schwächen, die verhindern, dass die Kamera des iPhone XS als wirklich herausragend eingestuft werden kann, insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz und aus der Sicht eines anspruchsvollen Nutzers oder Fotografen:

  • Qualität reicht nicht aus: Ehrlich gesagt, die Kamera ist gut, aber unserer Meinung nach nicht gut genug für den Preis und die Erwartungen, die an ein Top-Smartphone gestellt werden.
  • Konkurrenzvergleich: Im direkten Vergleich halten wir die Kamera des Google Pixel 3 für fast doppelt so gut, insbesondere im Bereich der Rechenfotografie.
  • Schlecht bei wenig Licht: Bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Leistung nicht überragend. Während sie brauchbare Ergebnisse liefern kann, fehlt es oft an Detail und Klarheit im Vergleich zu führenden Konkurrenzmodellen.
  • Belichtungsprobleme: Die Kamera neigt dazu, Szenen zu überbelichten oder zu stark aufzuhellen, was zu ausgefressenen Lichtern oder einem unnatürlichen Look führen kann.
  • Fehlende Ästhetik: Ein Hauptkritikpunkt ist, dass die Fotos oft aussehen, als wären sie mit einem Handy aufgenommen – nicht mit einer eigenständigen Kamera. Was damit gemeint ist: Standardmäßig fehlt den Fotos oft dramatischer Kontrast und Sättigung. Auch nach der Bearbeitung, sei es im Standard-Editor oder in Apps wie VSCO, fällt es schwer, den Bildern einen wirklich ansprechenden, ästhetischen Look zu verleihen.
  • Mangelnde Schärfe und Details: Die Ränder der Fotos sind oft nicht knackig scharf, sondern fühlen sich matschig an. Auch bei 100% Ansicht fehlt es oft an feinen Details. Zum Beispiel wirken Hauttöne bei Nahaufnahmen oft flach und ebenfalls matschig. Selbst bei gutem Licht, wie in der goldenen Stunde, fehlt es den Bildern an Detailzeichnung.

Diese Schwächen sind besonders frustrierend, wenn man versucht, die Bilder nachträglich zu bearbeiten, da die Grundlage oft nicht optimal ist und die fehlenden Details oder der unzureichende Kontrast schwer zu korrigieren sind.

Beispiele für Schwächen in der Praxis

Um die Kritikpunkte zu verdeutlichen: Die Schwarz-Weiß-Verarbeitung, selbst mit Filtern wie 'Noir' im Standard-Editor, kann die grundlegenden Probleme mit Kontrast und Detail nicht immer überwinden. Bei Nahaufnahmen, wenn man stark in das Bild hineinzoomt (100% Ansicht), werden die flachen, matschigen Hauttöne und der Mangel an Feinzeichnung deutlich. Auch Fotos, die unter eigentlich idealen Bedingungen wie der goldenen Stunde aufgenommen wurden, zeigen bei näherer Betrachtung oft weniger Detail als erwartet.

Selbst der Versuch, die Bilder in beliebten Bearbeitungs-Apps wie VSCO zu verbessern, stößt an Grenzen. Es erfordert oft erheblichen Aufwand, um überhaupt einen ästhetisch ansprechenden Look zu erzielen, und selbst dann bleiben die grundlegenden Probleme mit Schärfe und Detail oft sichtbar.

Vor- und Nachteile der iPhone XS Kamera im Überblick

Basierend auf den hier geteilten Erfahrungen ergibt sich folgendes Bild:

Vorteile (+)Nachteile (-)
Sehr schnelle Bedienung und UINicht "gut genug" für hohe Ansprüche
Intuitiv und einfach zu bedienenSchwächelt bei wenig Licht
Schneller und zuverlässiger AutofokusNeigung zu Überbelichtung
Ausgewogene Standard-Belichtung (für Durchschnittsnutzer)Fehlender Kontrast und Sättigung
Guter integrierter Foto-EditorFotos wirken "matschig" und unscharf an Rändern
Nützliche Farbfilter (z.B. 'Vivid')Hauttöne wirken flach und matschig
Allgemein sehr zuverlässig ("funktioniert einfach")Ästhetisch oft nicht überzeugend, auch nach Bearbeitung
Deutlich schwächer als die Kamera des Google Pixel 3

Vorschläge zur Verbesserung der iPhone Kamera

Basierend auf diesen Erfahrungen gibt es einige Bereiche, in denen Apple die iPhone Kamera in Zukunft verbessern könnte:

  1. Vereinfachung der UI: Die untere Leiste mit den verschiedenen Kameramodi (Foto, Video, Zeitlupe, Quadrat, Panorama) ist für viele Nutzer überladen. Ein Großteil der Nutzer verwendet 99% der Zeit nur den normalen Fotomodus und gelegentlich Video. Modi wie Zeitlupe, Quadrat oder Panorama werden selten genutzt. Eine Option, diese Modi in den Einstellungen auszublenden oder anzupassen, würde die Benutzeroberfläche übersichtlicher gestalten und verhindern, dass Nutzer versehentlich den Modus wechseln.
  2. Stärkere Rechenfotografie: Google hat mit seiner Rechenfotografie im Pixel 3 (HDR+, Nachtsicht) gezeigt, was möglich ist. Apple sollte hier aufholen. Entweder durch eigene Forschung und Entwicklung, die sich an Googles Erfolgen orientiert und diese vielleicht sogar vereinfacht, oder – provokant gesagt – durch das Abwerben von Googles besten Ingenieuren in diesem Bereich. Die Hardware des iPhones ist leistungsfähig genug, um mehr aus den Sensoren herauszuholen.
  3. Ein "iPhone Pro" mit Fokus auf die Kamera: Apple könnte ein separates, höherpreisiges Modell einführen, nennen wir es "iPhone Pro", das sich primär an Fotografen und Enthusiasten richtet. Dieses Modell könnte teurer sein (z.B. 1299 € oder sogar 1999 €, vergleichbar mit hochwertigen Kompaktkameras), dafür aber mit einer wirklich herausragenden Kamera ausgestattet sein. Man könnte auf das Dual-Linsen-System verzichten und sich auf eine einzige, aber dafür qualitativ absolut erstklassige Linse konzentrieren. Die Kamera könnte ruhig weiter hervorstehen, wenn dies für eine bessere Optik notwendig ist. Ein solches Gerät, das die Stärken eines Smartphones mit denen einer hochwertigen Kamera vereint, könnte viele professionelle und ambitionierte Fotografen dazu bringen, ihre separaten Kameras zugunsten des iPhones aufzugeben. Viele Nutzer verbringen mehr Zeit mit ihrem iPhone als mit ihrem Laptop, und ein erstklassiges Kameraerlebnis wäre für sie einen hohen Preis wert.

Fazit und praktische Empfehlungen

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das iPhone XS ist ein hervorragendes Smartphone, aber kaufen Sie es nicht allein wegen der Kamera. Wenn die Kamera Ihr Hauptkriterium ist und Sie die bestmögliche Bildqualität von einem Smartphone erwarten, dann ist das Google Pixel 3 unserer Meinung nach die bessere Wahl.

Das soll nicht heißen, dass die Kamera des iPhone XS schlecht ist. Für den Durchschnittsnutzer, der einfach und schnell gute Schnappschüsse machen möchte, liefert sie absolut brauchbare Ergebnisse. Die Bedienung ist top, und die Bilder sehen für viele Zwecke gut genug aus.

Wenn Sie bereits ein iPhone 7, 8 oder X besitzen, lohnt sich das Upgrade auf das XS nicht allein wegen der Kamera. Die Verbesserungen sind für einen anspruchsvollen Nutzer nicht signifikant genug, um die Kosten zu rechtfertigen.

Das iPhone XS selbst ist ein sehr schönes und solide gebautes Telefon. Die goldene Variante sieht gut aus, die glänzenden Seiten und die subtile Rückseite sind ansprechend. Es fühlt sich sehr robust an, wenn auch für manche vielleicht etwas schwer. Aber all das ändert nichts an der Bewertung der Kamera.

Unser Rat: Hören Sie nicht blind auf Meinungen (auch nicht auf unsere). Wenn Sie unsicher sind, testen Sie das iPhone XS selbst. Machen Sie ein paar Fotos in verschiedenen Situationen, vergleichen Sie sie vielleicht mit Ihrem aktuellen Telefon oder anderen Modellen, die Sie in Betracht ziehen. Wenn Ihnen die Ergebnisse nicht gefallen, nutzen Sie das Rückgaberecht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Kamera des iPhone XS für den Durchschnittsnutzer gut?

Ja, für den durchschnittlichen Nutzer, der einfache Schnappschüsse macht, ist die Kamera des iPhone XS sehr gut geeignet. Sie ist schnell, einfach zu bedienen und liefert in vielen Standard-Situationen ansprechend belichtete Bilder.

Wie schneidet die iPhone XS Kamera im Vergleich zum Google Pixel 3 ab?

Laut unserer Analyse ist die Kamera des Google Pixel 3 in Bezug auf die reine Bildqualität und insbesondere bei der Nutzung von Rechenfotografie-Funktionen dem iPhone XS überlegen. Sie gilt in vielen Tests als eine der besten Smartphone-Kameras auf dem Markt.

Lohnt sich ein Upgrade auf das iPhone XS nur wegen der Kamera, wenn ich ein älteres iPhone habe?

Wenn Sie ein iPhone 7, iPhone 8 oder iPhone X besitzen und primär an einer signifikanten Verbesserung der Kameraqualität interessiert sind, dann lohnt sich das Upgrade auf das iPhone XS allein aus diesem Grund unserer Meinung nach nicht. Die Fortschritte sind für anspruchsvolle Nutzer nicht revolutionär.

Was sind die Hauptschwächen der iPhone XS Kamera aus Fotografensicht?

Die Hauptschwächen liegen in der Leistung bei schlechtem Licht, einer Neigung zur Überbelichtung, fehlendem Kontrast und Sättigung standardmäßig, sowie einer wahrgenommenen mangelnden Schärfe und Detailzeichnung, die zu einem "matschigen" Aussehen der Bilder führen kann, selbst nach der Bearbeitung.

Gibt es auch Stärken, die man hervorheben sollte?

Absolut. Die Stärken liegen in der hervorragenden Benutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit der Kamera-App, dem schnellen Autofokus, der Zuverlässigkeit im Alltag und einem guten integrierten Editor samt nützlichen Filtern.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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