Viele iPhone-Nutzer kennen das Problem: Man öffnet die Kamera-App, um schnell einen Moment festzuhalten, und standardmäßig ist das Bildformat auf 4:3 eingestellt. Für viele Anwendungen, insbesondere für Videos, Social-Media-Stories oder die Darstellung auf modernen Breitbildschirmen, ist das 16:9-Format jedoch oft besser geeignet. Es kann frustrierend sein, jedes Mal manuell in den Einstellungen das Format ändern zu müssen. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen ausführlich, wie Sie das 16:9-Format auf Ihrem iPhone dauerhaft oder zumindest persistent einstellen können und welche Optionen Sie haben.
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Das Standardformat 4:3 und die temporäre Umstellung
Das 4:3-Format hat historische Wurzeln in der Fotografie und wird von vielen Kameras als Standard verwendet, da es oft die maximale Sensorfläche nutzt. Auf dem iPhone ist dies die Voreinstellung, wenn Sie die Kamera-App öffnen. Wenn Sie schnell das Format für eine einzelne Aufnahme ändern möchten, ist dies direkt in der Kamera-App möglich. Dazu müssen Sie, nachdem Sie die App geöffnet haben, über dem Auslöser nach oben wischen oder oben in der Mitte des Bildschirms auf den kleinen Pfeil tippen, der nach oben zeigt. Dadurch öffnet sich eine Leiste mit zusätzlichen Aufnahmeeinstellungen, wie Blitz, Nachtmodus, Live Photo und eben auch das Bildformat. Hier sehen Sie die aktuelle Einstellung, meist 4:3. Ein Tippen darauf öffnet die Optionen, wo Sie zwischen 4:3, 1:1 (Quadrat) und 16:9 wählen können. Wenn Sie 16:9 auswählen, ist die Kamera für die aktuelle Sitzung auf dieses Format eingestellt.

Das Problem dabei ist jedoch: Sobald Sie die Kamera-App schließen und später erneut öffnen, wird das Format in der Regel auf die Standardeinstellung 4:3 zurückgesetzt. Das bedeutet, dass Sie bei jeder neuen Aufnahme, die im 16:9-Format sein soll, diesen Schritt wiederholen müssen. Das ist besonders unpraktisch, wenn Sie spontan fotografieren möchten und keine Zeit haben, erst durch die Menüs zu navigieren. Glücklicherweise gibt es eine Einstellung im iPhone-System, die Ihnen hilft, dieses Verhalten zu ändern.
16:9 Format dauerhaft beibehalten: So geht's in den Einstellungen
Um zu verhindern, dass das iPhone das Bildformat jedes Mal auf 4:3 zurücksetzt, müssen Sie eine spezielle Einstellung in den Systemoptionen für die Kamera aktivieren. Diese Funktion heißt „Einstellungen beibehalten“ und erlaubt es dem iPhone, bestimmte, von Ihnen vorgenommene Kameraeinstellungen nicht zu vergessen, wenn Sie die App schließen. Befolgen Sie diese Schritte, um das 16:9-Format persistent einzustellen:
- Öffnen Sie die Einstellungen-App auf Ihrem iPhone. Dies ist das graue Zahnrad-Symbol auf Ihrem Home-Bildschirm.
- Scrollen Sie nach unten, bis Sie den Eintrag Kamera finden. Tippen Sie darauf.
- Im Menü „Kamera“ finden Sie verschiedene Einstellungen zur Funktionsweise Ihrer Kamera. Suchen Sie den Eintrag Einstellungen beibehalten und tippen Sie darauf.
- In diesem Untermenü sehen Sie mehrere Optionen. Die relevante Einstellung für das Bildformat und andere kreative Anpassungen heißt Kreative Steuerung. Standardmäßig ist diese Option deaktiviert.
- Tippen Sie auf den Schalter neben „Kreative Steuerung“, um die Funktion zu aktivieren. Der Schalter wird grün, was bedeutet, dass die Einstellung nun aktiv ist.
Was bewirkt diese Einstellung genau? Wenn „Kreative Steuerung“ aktiviert ist, merkt sich das iPhone die letzte von Ihnen verwendete Einstellung für folgende Parameter:
- Seitenverhältnis: Wenn Sie das Format in der Kamera-App auf 16:9 (oder 1:1) ändern, bleibt diese Einstellung erhalten, auch wenn Sie die App schließen und wieder öffnen.
- Filter: Der zuletzt verwendete Filter wird ebenfalls beibehalten.
- Licht- und Tiefen-Effekte: Bei Porträtaufnahmen bleiben die zuletzt gewählten Licht- und Tiefen-Effekte gespeichert.
Nachdem Sie „Kreative Steuerung“ aktiviert haben, müssen Sie einmalig in der Kamera-App das gewünschte Format 16:9 einstellen (wie im vorherigen Abschnitt beschrieben: Kamera-App öffnen, Pfeil/Wischgeste nach oben, 16:9 wählen). Ab diesem Zeitpunkt sollte die Kamera-App beim nächsten Öffnen wieder im 16:9-Format starten, solange die Option „Kreative Steuerung“ in den System-Einstellungen aktiviert bleibt.
Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Einstellung nicht nur das Seitenverhältnis betrifft. Wenn Sie häufig unterschiedliche Filter oder Porträt-Effekte nutzen, sollten Sie bedenken, dass auch diese gespeichert werden. Wenn Sie also beispielsweise für eine Aufnahme einen Schwarz-Weiß-Filter verwendet haben, wird die Kamera beim nächsten Öffnen standardmäßig mit diesem Filter starten, es sei denn, Sie ändern ihn manuell. Für Nutzer, die hauptsächlich das 16:9-Format wünschen und selten andere kreative Einstellungen ändern, ist dies eine sehr praktische Lösung. Wenn Sie jedoch die volle Flexibilität bei jeder neuen Sitzung wünschen, müssen Sie entweder die „Kreative Steuerung“ wieder deaktivieren (dann fällt die Kamera aber auf 4:3 zurück) oder die Einstellungen bei Bedarf manuell in der App anpassen.
Alternative: Bildformat nachträglich ändern
Eine weitere Möglichkeit, um ein Foto im 16:9-Format zu erhalten, auch wenn es ursprünglich im 4:3-Format aufgenommen wurde, ist die nachträgliche Bearbeitung in der Fotos-App. Das iPhone bietet leistungsstarke integrierte Bearbeitungswerkzeuge, mit denen Sie das Bild zuschneiden und das Seitenverhältnis anpassen können. Dies ist eine flexible Methode, da Sie das Originalfoto im 4:3-Format behalten und eine Kopie im 16:9-Format erstellen können, oder das Original einfach bearbeiten. So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie die Fotos-App auf Ihrem iPhone.
- Wählen Sie das Foto oder Video aus, das Sie bearbeiten möchten.
- Tippen Sie oben rechts auf Bearbeiten.
- Im Bearbeitungsmenü finden Sie verschiedene Werkzeuge am unteren Bildschirmrand. Tippen Sie auf das Zuschneiden/Drehen-Werkzeug. Dieses sieht aus wie ein Quadrat mit zwei Pfeilen, die eine Umrundung andeuten.
- Nun sehen Sie das Bild im Bearbeitungsmodus. Um das Seitenverhältnis zu ändern, tippen Sie oben rechts auf das Seitenverhältnis-Symbol. Dieses Symbol sieht aus wie ein Rechteck, über dem sich ein weiteres Rechteck mit Pfeilen in den Ecken befindet.
- Es öffnet sich eine Liste mit vordefinierten Seitenverhältnissen wie Quadratisch (1:1), Hintergrundbild, 9:16, 5:7, 4:3, 3:2 und Frei. Wählen Sie hier 9:16 (dies ist die Hochformat-Variante von 16:9, für Querformat drehen Sie das Bild später oder wählen die Ausrichtung vorab).
- Das Zuschneidewerkzeug passt sich nun dem gewählten 9:16-Verhältnis an. Sie können den Bereich des Bildes verschieben, der im neuen Format erhalten bleiben soll.
- Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, tippen Sie auf Fertig, um die Änderungen zu speichern.
Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie bei der Aufnahme nicht über das Format nachdenken müssen und später entscheiden können, welches Format am besten passt. Sie können auch verschiedene Versionen desselben Fotos mit unterschiedlichen Seitenverhältnissen speichern. Der Nachteil ist, dass es ein zusätzlicher Schritt nach der Aufnahme ist und Sie eventuell einen Teil des Bildes verlieren (zuschneiden müssen), um das gewünschte Seitenverhältnis zu erreichen. Für spontane Schnappschüsse, die sofort geteilt werden sollen, ist die permanente Einstellung bequemer.
4:3 vs. 16:9: Warum das Format wichtig ist
Die Wahl des Bildformats beeinflusst maßgeblich, wie Ihr Foto wirkt und wo es am besten zur Geltung kommt. Das 4:3-Format ist das klassische Fotoverhältnis, das seit Jahrzehnten Standard bei den meisten Kameras ist. Es ist etwas quadratischer als 16:9 und eignet sich gut für traditionelle Drucke oder die Darstellung auf älteren Bildschirmen. Es nutzt oft die gesamte Fläche des Kamerasensors, was bedeutet, dass Sie potenziell mehr vom Motiv einfangen können (obwohl dies je nach Kamera und Sensor variieren kann).
Das 16:9-Format hingegen ist das Breitbildformat, das wir von modernen Fernsehern, Computermonitoren und Smartphone-Displays kennen. Es ist auch das Standardformat für Videos und wird häufig für Social-Media-Plattformen wie Instagram Stories, TikTok oder YouTube Shorts verwendet. Fotos im 16:9-Format wirken oft kinoreifer und füllen den Bildschirm auf vielen Geräten besser aus. Wenn Ihr Hauptzweck das Teilen von Fotos auf diesen Plattformen oder das Ansehen auf modernen Displays ist, ist 16:9 oft die bevorzugte Wahl. Es erfordert jedoch, dass ein Teil des oberen und unteren Bereichs des 4:3-Originalbildes abgeschnitten wird, wenn Sie von 4:3 zu 16:9 wechseln.

Die Entscheidung für ein Format hängt also stark davon ab, wie Sie Ihre Fotos verwenden möchten. Die Möglichkeit, das Standardformat auf 16:9 zu ändern, ist besonders nützlich für Nutzer, die ihre Fotos primär für digitale Medien und Breitbildanzeigen optimieren möchten, ohne jedes Mal manuell eingreifen zu müssen.
Vergleich: Permanente Einstellung vs. nachträgliche Bearbeitung
Tabelle (simuliert, da kein HTML table Tag erlaubt):
Permanente Einstellung (über „Kreative Steuerung“):
Vorteile: Bequem für konsistente Nutzung, Kamera startet immer im gewünschten 16:9 Format, ideal für spontane Aufnahmen.
Nachteile: Speichert auch andere kreative Einstellungen (Filter, Effekte), muss in den Systemeinstellungen aktiviert/deaktiviert werden, weniger flexibel, wenn man spontan ein anderes Format möchte.
Nachträgliche Bearbeitung (in der Fotos-App):
Vorteile: Maximale Flexibilität, Originalbild bleibt erhalten, Entscheidung über Format kann nach der Aufnahme getroffen werden, keine Änderung der Kamera-Grundeinstellungen nötig.
Nachteile: Zusätzlicher Arbeitsschritt nach jeder Aufnahme, erfordert manuelles Zuschneiden, kann bei vielen Fotos zeitaufwendig sein.
Welche Methode die beste ist, hängt von Ihren persönlichen Vorlieben und Ihrem Workflow ab. Wenn Sie fast immer im 16:9-Format fotografieren möchten und die Speicherung anderer kreativer Einstellungen Sie nicht stört, ist die Aktivierung der „Kreativen Steuerung“ die einfachste Lösung. Wenn Sie maximale Kontrolle über das Endprodukt wünschen und bereit sind, etwas Zeit in die Nachbearbeitung zu investieren, ist das nachträgliche Zuschneiden in der Fotos-App die flexiblere Option. Viele Nutzer verwenden auch eine Kombination aus beidem: Sie stellen die Kamera für den Alltag auf 16:9 ein und nutzen die Bearbeitung für spezielle Fälle.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir einige häufig gestellte Fragen zum Thema Bildformat auf dem iPhone.
Funktioniert die permanente Einstellung auch für Videos?
Die Einstellung „Kreative Steuerung“ in den Systemeinstellungen bezieht sich hauptsächlich auf Fotoeinstellungen wie Seitenverhältnis, Filter und Porträt-Effekte. Das Videoformat (Auflösung und Bildrate) wird separat in den Kamera-Einstellungen festgelegt („Video aufnehmen“). Während Sie das Seitenverhältnis auch während der Videoaufnahme temporär auf 16:9 einstellen können (was oft der Standard für Video ist), speichert die „Kreative Steuerung“ primär die Foto-Aspekte. Das Standard-Videoformat auf dem iPhone ist in der Regel bereits 16:9 (oder breiter bei filmischen Modi), sodass hier seltener eine Anpassung nötig ist als beim Fotoformat.

Was passiert, wenn ich „Kreative Steuerung“ wieder deaktiviere?
Wenn Sie die Option „Kreative Steuerung“ in den Systemeinstellungen deaktivieren, kehrt die Kamera-App zu ihrem Standardverhalten zurück. Das bedeutet, dass beim nächsten Öffnen der App das Bildformat wieder auf 4:3 zurückgesetzt wird, unabhängig davon, welches Format Sie zuletzt verwendet haben. Auch Filter und Porträt-Effekte werden nicht mehr gespeichert.
Betrifft diese Einstellung alle iPhone-Modelle?
Die Funktion „Einstellungen beibehalten“ mit der Option „Kreative Steuerung“ ist eine Funktion des iOS-Betriebssystems. Sie ist auf neueren iPhone-Modellen mit entsprechenden iOS-Versionen verfügbar, die diese Kamerafunktionen unterstützen. Die genaue Verfügbarkeit kann je nach iOS-Version und iPhone-Modell variieren, ist aber auf den meisten modernen iPhones mit aktueller Software vorhanden.
Kann ich auch andere Seitenverhältnisse dauerhaft einstellen?
Ja, die „Kreative Steuerung“ speichert das zuletzt verwendete Seitenverhältnis, das Sie in der Kamera-App einstellen. Wenn Sie also dort 1:1 (Quadrat) auswählen und „Kreative Steuerung“ aktiviert ist, wird die Kamera beim nächsten Öffnen im 1:1-Format starten.
Gibt es Nachteile beim Fotografieren im 16:9-Format direkt in der Kamera?
Wenn Sie direkt im 16:9-Format fotografieren, nutzt die Kamera nicht die volle Sensorfläche, die für das 4:3-Format zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass der obere und untere Bildbereich, der im 4:3-Format erfasst würde, von vornherein weggelassen wird. Das Originalbild ist also kleiner (weniger Pixel insgesamt) als ein Foto, das im 4:3-Format aufgenommen und später auf 16:9 zugeschnitten wird. Beim späteren Zuschneiden haben Sie den Vorteil, dass Sie den Bildausschnitt im Nachhinein noch anpassen können, während beim direkten 16:9-Foto der Ausschnitt festgelegt ist. Für die meisten Anwendungsfälle und die Betrachtung auf Bildschirmen ist dieser Unterschied in der Praxis jedoch oft vernachlässigbar, solange die Auflösung hoch genug ist.
Fazit
Das ständige manuelle Wechseln des Bildformats in der iPhone-Kamera-App kann mühsam sein. Mit der Aktivierung der Option „Kreative Steuerung“ unter „Einstellungen beibehalten“ in den System-Einstellungen der Kamera können Sie das zuletzt verwendete Format, wie z.B. 16:9, dauerhaft bzw. persistent einstellen. Dies ist eine sehr praktische Lösung für alle, die bevorzugt im Breitbildformat fotografieren. Bedenken Sie jedoch, dass diese Einstellung auch andere kreative Anpassungen speichert. Alternativ bietet die nachträgliche Bearbeitung in der Fotos-App eine flexible Möglichkeit, jedes Bild auf das gewünschte Format zuzuschneiden, falls Sie mehr Kontrolle wünschen oder oft zwischen Formaten wechseln. Wählen Sie die Methode, die am besten zu Ihren fotografischen Gewohnheiten passt, und optimieren Sie so Ihre iPhone-Fotografie für moderne Displays und Anwendungen.
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