Wie läuft eine Untersuchung der Speiseröhre?

Untersuchungen bei Speiseröhrenkrebs

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Wenn bei Patientinnen oder Patienten der Verdacht auf Speiseröhrenkrebs besteht oder die Diagnose bereits gestellt wurde, sind weitere medizinische Untersuchungen unerlässlich. Diese Tests dienen dazu, das genaue Ausmaß der Erkrankung, das sogenannte Tumorstadium, festzustellen und mögliche Komplikationen zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind entscheidend, um die individuell beste Behandlungsstrategie entwickeln zu können. Sie helfen den Ärztinnen und Ärzten, fundierte Entscheidungen darüber zu treffen, ob beispielsweise eine Operation möglich und sinnvoll ist oder welche anderen Therapieansätze am vielversprechendsten sind.

Wie läuft eine Untersuchung der Speiseröhre?
Bei einer Spiegelung der Speiseröhre führt der Arzt oder die Ärztin ein Endoskop durch den Mund in die Speiseröhre bis zum Magen. Die Kamera des Endoskops überträgt das Livebild an einen Computermonitor.

Positronenemissionstomographie (PET/CT)

Die Positronenemissionstomographie, oft in Kombination mit einer Computertomographie als PET/CT durchgeführt, ist eine hochentwickelte bildgebende Methode. Sie wird nicht bei allen Patientinnen und Patienten mit Speiseröhrenkrebs benötigt, kann aber in bestimmten Fällen von großer Bedeutung sein. Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumor in der Speiseröhre spielt die PET/CT eine wichtige Rolle bei der Suche nach Metastasen, also Tochtergeschwülsten, die sich im Körper ausgebreitet haben könnten.

Das Prinzip der PET beruht darauf, Stoffwechselfunktionen im Körper sichtbar zu machen. Tumoren und Metastasen weisen oft einen deutlich erhöhten Stoffwechsel auf, der sich von dem gesunden Gewebe unterscheidet. Vor der Untersuchung wird der Patientin oder dem Patienten ein schwach radioaktiver Marker in eine Vene injiziert. Dieser Marker, oft eine modifizierte Zuckerform, verteilt sich im gesamten Körper und wird von Zellen mit hohem Stoffwechsel, wie es bei Krebszellen oft der Fall ist, verstärkt aufgenommen. Bei der anschließenden PET-Aufnahme können diese Bereiche mit erhöhtem Stoffwechsel detektiert und bildlich dargestellt werden.

Die Kombination mit der Computertomographie (CT) in einem Gerät und einem Untersuchungsgang (PET/CT) ermöglicht es, die Stoffwechselaktivität (PET) präzise anatomischen Strukturen (CT) zuzuordnen. So können verdächtige Bereiche genau lokalisiert werden. Die PET/CT ist besonders wertvoll, um Fernmetastasen in Organen wie Lunge, Leber, Knochen oder Lymphknoten außerhalb des unmittelbaren Tumorbereichs aufzuspüren. Erst wenn durch die PET/CT sichergestellt ist, dass keine Fernmetastasen vorliegen, die eine Operation sinnlos machen würden, ziehen die Ärztinnen und Ärzte die oft komplizierte Operation der Speiseröhre und die damit verbundenen langwierigen Therapien in Betracht. Die Untersuchung ist in der Regel gut verträglich, erfordert aber eine gewisse Vorbereitung, wie zum Beispiel Nüchternheit.

Röntgenuntersuchung

Obwohl andere bildgebende Verfahren wie CT und MRT heute häufiger eingesetzt werden, kann eine klassische Röntgenuntersuchung in bestimmten Situationen bei Speiseröhrenkrebs hilfreich sein. Insbesondere dient sie dazu, spezifische Komplikationen des Tumors abzuklären, die durch das fortschreitende Wachstum entstehen können.

Eine solche Komplikation ist die Bildung einer sogenannten Fistel. Eine Fistel ist eine ungewollte röhrenförmige Verbindung zwischen zwei Organen, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind. Bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs kann eine Fistel zwischen der Speiseröhre und der Luftröhre entstehen. Dies ist eine sehr ernsthafte Komplikation, da Nahrung oder Flüssigkeit aus der Speiseröhre in die Atemwege gelangen und schwere Lungenentzündungen verursachen kann.

Bestehen Anzeichen für eine solche Fistel, kann eine spezielle Röntgenuntersuchung des Brustbereichs Aufschluss geben. Vor der Röntgenaufnahme trinkt die Patientin oder der Patient ein wasserlösliches Kontrastmittel. Dieses Kontrastmittel füllt die Speiseröhre aus und macht sie im Röntgenbild sichtbar. Wenn eine Fistel zur Luftröhre besteht, fließt das Kontrastmittel durch diese Verbindung in die Luftröhre oder die Bronchien und wird dort sichtbar. Die Ärztin oder der Arzt kann auf dem Röntgenbild den Verlauf der Speiseröhre beurteilen und eine eventuell vorhandene Öffnung zur Luftröhre erkennen. Diese Untersuchung ist relativ einfach und schnell durchzuführen und liefert wertvolle Informationen bei Verdacht auf eine Fistelbildung.

Flexible Bronchoskopie

Wenn der Tumor in der Speiseröhre bereits fortgeschritten ist, kann es notwendig sein, die umliegenden Strukturen, insbesondere die Atemwege, genauer zu untersuchen. Eine Flexible Bronchoskopie ist eine Spiegelung der Luftröhre und der größeren Bronchien. Sie wird durchgeführt, um festzustellen, ob und wie weit sich der Speiseröhrentumor in die Atemwege ausgebreitet hat oder sogar in die Wand der Luftröhre oder der Hauptbronchien eingewachsen ist.

Der Ablauf der Untersuchung ist wie folgt: Die Ärztin oder der Arzt führt einen sehr dünnen, flexiblen Schlauch, das Bronchoskop, durch die Nase oder den Mund in die Luftröhre ein. An der Spitze des Schlauchs befindet sich eine kleine Kamera, die Bilder aus dem Inneren der Atemwege auf einen Monitor überträgt. So kann die Schleimhaut der Luftröhre und der Bronchien direkt betrachtet werden. Es können Anzeichen von Einwachsen des Tumors, Verengungen oder Druck von außen durch den Tumor beurteilt werden. Gegebenenfalls können auch kleine Gewebeproben entnommen werden (Biopsie), falls sich der Verdacht auf Tumorbefall der Atemwege bestätigt.

Manchmal wird die Bronchoskopie mit einem sogenannten endobronchialen Ultraschall kombiniert. Dabei wird eine Ultraschallsonde über das Bronchoskop in die Atemwege eingeführt. Dies ermöglicht eine Ultraschalluntersuchung der Strukturen, die direkt an die Atemwege angrenzen, wie zum Beispiel Lymphknoten oder der Speiseröhrentumor selbst von der Seite der Luftröhre aus betrachtet. Obwohl die flexible Bronchoskopie als wenig belastend und risikoarm gilt, kann sie für die Patientinnen und Patienten unangenehm sein. Daher erhalten die meisten Patientinnen und Patienten vor der Untersuchung eine leichte Narkose oder ein Beruhigungsmittel, oft in Kombination mit einer örtlichen Betäubung im Rachenbereich, um die Untersuchung so angenehm wie möglich zu gestalten.

Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Die Laparoskopie, auch Bauchspiegelung genannt, ist eine minimalinvasive chirurgische Untersuchungsmethode. Sie ist bei Speiseröhrenkrebs nicht immer notwendig, wird aber bei einigen Patientinnen und Patienten eingesetzt, um das Stadium der Erkrankung genauer zu beurteilen, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Ausbreitung in die Bauchhöhle. Die Laparoskopie ermöglicht es den Ärztinnen und Ärzten, Organe wie die Leber, das Bauchfell (Peritoneum) und die Lymphknoten im Bauchraum direkt zu inspizieren, ohne eine große, offene Bauchoperation durchführen zu müssen.

Die Untersuchung erfolgt meist in Vollnarkose. Für den Eingriff ist in der Regel ein kurzer stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Tagen im Krankenhaus erforderlich. Während der Laparoskopie wird über einen kleinen Schnitt, meist in der Nähe des Bauchnabels, eine dünne starre Röhre, das Laparoskop, in den Bauchraum eingeführt. Das Laparoskop verfügt über eine Lichtquelle und eine Optik oder eine kleine Kamera, die Bilder auf einen Monitor überträgt. Um eine bessere Sicht auf die Organe zu erhalten, wird der Bauchraum vorsichtig mit einem Gas, meist Kohlendioxid, aufgefüllt. Dies hebt die Bauchdecke leicht an und schafft so einen Arbeitsraum.

Über weitere kleine Schnitte können bei Bedarf zusätzliche Instrumente eingeführt werden, zum Beispiel um verdächtige Gewebeproben (Biopsien) aus der Leber, dem Bauchfell oder vergrößerten Lymphknoten zu entnehmen. Diese Proben werden dann feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht, um festzustellen, ob Krebszellen vorhanden sind. Die Laparoskopie ist ein wichtiges Verfahren, um eine Ausbreitung des Tumors in die Bauchhöhle auszuschließen oder zu bestätigen, was entscheidend für die weitere Therapieplanung ist. Sie ist weniger invasiv als eine offene Operation und ermöglicht eine schnellere Erholung.

Tumormarker und Biomarker

Neben bildgebenden Verfahren und endoskopischen Untersuchungen gibt es auch Laboruntersuchungen, die bei Krebserkrankungen von Interesse sein können, wie die Bestimmung von Tumormarkern und anderen Biomarkern im Blut. Tumormarker sind Substanzen, die von Tumorzellen selbst oder vom Körper als Reaktion auf das Vorhandensein von Krebs produziert werden und im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten nachweisbar sein können.

Es gibt verschiedene Tumormarker für unterschiedliche Krebsarten. Sie können unter Umständen zur Diagnosefindung, zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs oder zur Überwachung des Therapieerfolgs herangezogen werden. Für Speiseröhrenkrebs ist die Situation bezüglich Tumormarkern jedoch anders als bei manch anderen Krebsarten. Nach aktuellem Wissensstand gibt es derzeit keine wirklich zuverlässigen Tumormarker im Blut, die spezifisch und aussagekräftig für die Erkennung oder Beurteilung von Speiseröhrenkrebs wären. Auch der Nachweis sogenannter zirkulierender Tumorzellen im Blut, also Krebszellen, die sich vom Ursprungstumor gelöst haben und im Blutkreislauf zirkulieren, hat beim Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs) derzeit keinen etablierten Stellenwert in der Routinediagnostik oder Verlaufsbeurteilung.

Das bedeutet, dass Tumormarker-Tests bei Speiseröhrenkrebs aktuell nicht zur Routineuntersuchung gehören und ihre Ergebnisse nicht für die entscheidenden Schritte in der Diagnose oder Therapieplanung herangezogen werden. Die oben genannten bildgebenden und endoskopischen Verfahren sind hierfür die maßgeblichen Instrumente.

Vergleich der Untersuchungsmethoden

MethodeHauptzweckWie durchgeführtBesonderheiten / Wichtig für
PET/CTSuche nach Metastasen, Stadiumbestimmung, Entscheidung für/gegen OperationInjektion radioaktiven Markers, Aufnahme in speziellem Scanner (PET und CT kombiniert)Sichtbarmachung von Stoffwechselaktivität; wichtig zur Erkennung von Fernmetastasen
RöntgenAbklärung von Komplikationen (z.B. Fisteln)Trinken von Kontrastmittel, Röntgenaufnahme des BrustbereichsEinfach, schnell; zeigt Verbindung zwischen Speiseröhre und Atemwegen bei Fistelverdacht
Flexible BronchoskopieBeurteilung der Atemwege (Luftröhre, Bronchien) auf TumoreinwachsungEinführung eines flexiblen Schlauchs mit Kamera in die Atemwege (oft mit Beruhigungsmittel/Narkose)Direkte Sicht auf Atemwege, Biopsie möglich; kann mit endobronchialem Ultraschall kombiniert werden
LaparoskopieInspektion von Leber, Bauchfell, Lymphknoten im Bauchraum auf BefallMinimalinvasiver Eingriff in Vollnarkose (kleine Schnitte, Kamera, Gas); Biopsie möglichWeniger invasiv als offene OP; wichtig zur Beurteilung der Ausbreitung in den Bauchraum
Tumormarker / BiomarkerBluttests (theoretisch zur Diagnose/Verlaufskontrolle)BlutentnahmeAktuell kein zuverlässiger Stellenwert bei Speiseröhrenkrebs; nicht für Routinediagnostik/Therapieentscheidung genutzt

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Sind diese Untersuchungen schmerzhaft?
Viele der Untersuchungen wie die PET/CT oder die Röntgenuntersuchung sind in der Regel nicht schmerzhaft. Verfahren wie die Flexible Bronchoskopie oder die Laparoskopie können unangenehm sein, werden aber meist unter Beruhigungsmitteln, örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt, um Beschwerden zu minimieren.

Wie lange dauern die Untersuchungen?
Die Dauer variiert stark. Eine Röntgenaufnahme ist sehr schnell. Eine PET/CT-Aufnahme selbst dauert etwa 20-30 Minuten nach einer Wartezeit von ca. 60 Minuten nach der Injektion des Markers. Eine Bronchoskopie dauert typischerweise 15-30 Minuten. Eine Laparoskopie als chirurgischer Eingriff dauert länger, oft 30-60 Minuten oder mehr, plus Vorbereitung und Aufwachphase.

Muss ich für die Untersuchung ins Krankenhaus?
Für eine PET/CT, Röntgen oder Bronchoskopie ist oft kein stationärer Aufenthalt nötig (ambulante Durchführung). Die Laparoskopie erfordert in der Regel einen kurzen stationären Aufenthalt von 1-2 Tagen.

Können diese Tests definitiv Krebs bestätigen?
Bildgebende Verfahren wie PET/CT, Röntgen oder die Sicht bei der Bronchoskopie können starke Hinweise auf Krebs oder dessen Ausbreitung geben. Die endgültige Bestätigung von Krebszellen erfolgt jedoch immer durch die feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben (Biopsien), die während endoskopischer Untersuchungen oder einer Laparoskopie entnommen werden können. Die Tumormarker im Blut sind, wie erwähnt, bei Speiseröhrenkrebs derzeit nicht für eine definitive Bestätigung geeignet.

Welche Vorbereitung ist nötig?
Die Vorbereitung hängt von der spezifischen Untersuchung ab. Für die PET/CT ist Nüchternheit erforderlich. Bei der Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel muss dieses getrunken werden. Für die Bronchoskopie und Laparoskopie sind aufgrund der Narkose oder Beruhigungsmittel besondere Vorbereitungen wie Nüchternheit und gegebenenfalls das Absetzen bestimmter Medikamente notwendig. Ihr Arzt oder das Krankenhauspersonal wird Sie detailliert über die notwendigen Vorbereitungen informieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Untersuchung der Speiseröhre und des umliegenden Gewebes bei Verdacht auf oder bestätigtem Speiseröhrenkrebs ein komplexes Feld ist, das eine Reihe spezialisierter Verfahren umfasst. Jede dieser Methoden liefert spezifische Informationen, die zusammen ein umfassendes Bild der Erkrankung ergeben. Dieses Bild ist die Grundlage für die Planung einer maßgeschneiderten und effektiven Behandlung, die darauf abzielt, die bestmöglichen Ergebnisse für die Patientinnen und Patienten zu erzielen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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