Der C-Mount Anschluss: Ein Leitfaden

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Der C-Mount ist mehr als nur ein einfacher Objektivanschluss; er ist ein Stück Technikgeschichte, das sich über Jahrzehnte bewährt hat und auch heute noch in spezialisierten Bereichen der Bildaufnahme eine wichtige Rolle spielt. Ursprünglich für professionelle Filmkameras entwickelt, hat dieser genormte Gewindeanschluss den Übergang in die Videotechnik und später in die digitale Welt geschafft. Während in der allgemeinen Fotografie Bajonettanschlüsse dominierten, blieb der C-Mount aufgrund seiner spezifischen Eigenschaften und seiner Vielseitigkeit in bestimmten Anwendungsfeldern unverzichtbar.

Was ist eine C-Mount Kamera?
Der C-Mount ist ein genormter Gewindeanschluss für (Bewegtbild-)Kameraobjektive im professionellen Bereich. Der Außendurchmesser des Gewindes beträgt 1 Zoll (2,54 cm), die Gewindesteigung beträgt 1⁄ 32 Zoll. Das Auflagemaß zwischen dem Flansch des Objektivgewindes und der Bildebene entspricht 17,526 mm (0,69 Zoll) bzw.

Technische Grundlagen des C-Mount

Der C-Mount zeichnet sich durch eine präzise definierte mechanische Schnittstelle aus. Es handelt sich um einen Gewindeanschluss mit einem Außendurchmesser von exakt 1 Zoll, was umgerechnet 2,54 cm entspricht. Die Gewindesteigung ist ebenfalls standardisiert und beträgt 1⁄32 Zoll. Diese Spezifikationen sind nicht zufällig gewählt, sondern ermöglichen eine robuste und wiederholgenaue Verbindung zwischen Objektiv und Kameragehäuse.

Ein entscheidendes Maß beim C-Mount ist das sogenannte Auflagemaß. Dies ist der Abstand zwischen dem Flansch des Objektivgewindes – also der Auflagefläche am Kameragehäuse – und der Bildebene, auf der das Licht vom Objektiv scharf gestellt wird (früher der Film, heute der Sensor). Beim C-Mount beträgt dieses Auflagemaß 17,526 mm oder 0,69 Zoll. Dieser Wert ist kritisch für die korrekte Fokussierung des Objektivs. Jede Abweichung vom korrekten Auflagemaß führt dazu, dass das Objektiv nicht mehr auf unendlich fokussieren kann oder die Schärfeebene verschoben wird.

Es gibt eine eng verwandte Variante des C-Mounts, den CS-Mount. Der CS-Mount hat das gleiche Gewinde (1 Zoll, 1⁄32 Zoll Steigung), unterscheidet sich aber signifikant im Auflagemaß. Das Auflagemaß des CS-Mounts beträgt nur 12,5 mm. Dieser Unterschied von exakt 17,526 mm - 12,5 mm = 5,026 mm (oft gerundet auf 5 mm) ist der Schlüssel zur Kompatibilität zwischen den beiden Systemen, auf den wir später noch eingehen werden.

Die Normung des C-Mounts erfolgte durch die SMPTE (Society of Motion Picture and Television Engineers) in der Norm SMPTE 76-1996. Nach der ANSI B1.1 Gewindenorm wird dieser Anschluss auch technisch als „1-32 UN 2A“ bezeichnet. Diese Standardisierung war und ist essenziell, um die Austauschbarkeit von Objektiven verschiedener Hersteller zu gewährleisten.

Geschichte und Entwicklung des C-Mount

Die Ursprünge des C-Mount-Anschlusses reichen zurück bis in die 1920er Jahre. Er wurde von der Firma Bell & Howell eingeführt und fand erstmals bei deren 16-mm-Schmalfilmkamera „Filmo 70“ Anwendung. In der Ära des Schmalfilms, insbesondere im Bereich der Reportagekameras und später in der professionellen Videotechnik, etablierte sich der C-Mount schnell als weitverbreiteter Standard.

Die Entscheidung für einen Gewindeanschluss anstelle eines Bajonetts, das in der Kleinbildfotografie populär wurde, hatte mehrere Gründe. Während Bajonette einen schnellen Objektivwechsel ermöglichen, was für Fotografen oft entscheidend ist, bot der Gewindeanschluss Vorteile in anderen Bereichen. In der frühen Filmtechnik, wo Objektive oft kleiner waren und fest installierte Brennweiten hatten, wurden zur schnellen Auswahl von Objektiven oft Revolver oder Schiebewechsler am Kameragehäuse verwendet. Diese hielten typischerweise mehrere C-Mount-Objektive bereit, die schnell vor den Filmstreifen gedreht oder geschoben werden konnten.

Auch als Zoomobjektive verfügbar wurden, behielt der C-Mount seine Relevanz. Für die kleineren Filmformate standen qualitativ hochwertige Zoomobjektive früher zur Verfügung als für die größeren Formate der Kleinbildfotografie. Der C-Mount bot die Flexibilität, sowohl kompakte und kostengünstige Zoomobjektive als auch größere, lichtstärkere Modelle mit weitem Brennweitenbereich zu verwenden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die mechanische Stabilität. Als Gewinde kann der C-Mount deutlich größere Kräfte übertragen als ein Bajonett vergleichbarer Größe. Dies ist besonders relevant in der Filmtechnik, wo die Kamera oder ihre Montageplatte oft direkt auf einem Stativkopf montiert wird, um Schwenks zu ermöglichen. Das Objektiv muss in diesem Szenario sehr schwere Lasten tragen können, was ein stabiler Gewindeanschluss besser gewährleistet. Im Gegensatz dazu wird in der Kleinbildfotografie bei schweren Objektiven oft das Objektiv direkt auf dem Stativ befestigt und die leichtere Kamera daran montiert.

Obwohl einige professionelle Filmkameras, wie Modelle von Eclair oder Bolex, proprietäre Bajonette entwickelten, stellten viele Hersteller auch C-Mount-Adapter bereit. Dies ermöglichte es Filmemachern, weiterhin auf eine breite Palette vorhandener C-Mount-Spezialobjektive und Zubehör zurückzugreifen.

C-Mount heute: Anwendungen in Industrie und Mikroskopie

Mit dem Aufkommen moderner digitaler Kamerasysteme, insbesondere im Konsumentenbereich, ist der C-Mount aus der Massenproduktion weitgehend verschwunden. Systeme wie Micro Four Thirds oder Sony E-Mount nutzen andere, modernere Bajonettanschlüsse. Dennoch lebt der C-Mount in spezialisierten Nischen weiter.

Eine der Hauptanwendungen des C-Mounts heute liegt im Bereich der Überwachungs- und Industriekameras. Hier sind oft kompakte, robuste Kameras gefragt, die mit einer Vielzahl von spezialisierten Objektiven kombiniert werden müssen. Der standardisierte C-Mount bietet genau diese Flexibilität und eine große Auswahl an geeigneten Objektiven, von Weitwinkel- bis zu Teleobjektiven, oft mit manueller Blenden- und Fokuseinstellung, aber auch mit motorisierten Optionen für ferngesteuerte Anwendungen.

Ein weiteres wichtiges Feld ist die Mikroskopie. Der C-Mount ist der De-facto-Standard für den Anschluss von Digitalkameras an Mikroskope. Viele moderne Mikroskope verfügen über einen speziellen Anschluss, der direkt für C-Mount-Kameras ausgelegt ist. Dieser Anschluss ist oft so konstruiert, dass das vom Mikroskopobjektiv erzeugte Zwischenbild ohne zusätzliche Okulare oder Projektive – die bei älteren Mikroskopen zur Bildanpassung nötig waren – direkt auf den Sensor der angeschlossenen Kamera projiziert wird. Dies ist möglich, weil die Sensoren moderner Digitalkameras oft deutlich kleiner sind als die Filmformate der Vergangenheit. Das Mikroskopobjektiv erzeugt ein Bild, das groß genug ist, um diese kleineren Sensoren voll auszuleuchten.

Was ist eine C-Mount Kamera?
Der C-Mount ist ein genormter Gewindeanschluss für (Bewegtbild-)Kameraobjektive im professionellen Bereich. Der Außendurchmesser des Gewindes beträgt 1 Zoll (2,54 cm), die Gewindesteigung beträgt 1⁄ 32 Zoll. Das Auflagemaß zwischen dem Flansch des Objektivgewindes und der Bildebene entspricht 17,526 mm (0,69 Zoll) bzw.

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass die via C-Mount angeschlossene Kamera in der Mikroskopie in der Regel nur einen Teil des Bildes abbildet, das durch die Okulare für das menschliche Auge sichtbar ist. Die Nachvergrößerung des Bildes für die Betrachtung erfolgt dann nicht optisch im Mikroskop, sondern digital durch die Darstellung des kleinen Sensorbildes auf einem großen Bildschirm.

Auch im Bereich kleiner Digitalsystemkameras hat der C-Mount eine Art Renaissance erlebt. Dank der kurzen Auflagemaße vieler spiegelloser Kamerasysteme (wie Micro Four Thirds oder Sony E-Mount) ist es technisch möglich, C-Mount-Objektive mittels einfacher Adapter an diese Kameras anzuschließen. Dies hat eine neue Community von Fotografen und Videofilmern geschaffen, die den einzigartigen Look und die kompakte Bauweise vieler alter C-Mount-Objektive schätzen und für kreative Zwecke nutzen.

Bildkreis und Kompatibilität

Bei der Auswahl von C-Mount-Objektiven ist der Bildkreis ein entscheidendes Kriterium. C-Mount-Objektive wurden für verschiedene Sensor- oder Filmgrößen entwickelt, darunter 1⁄2 Zoll, 2⁄3 Zoll, 1 Zoll, 8 mm, Super 8/Single 8 und 16 mm/Super 16. Der Bildkreis beschreibt den Durchmesser des Lichtkegels, den das Objektiv erzeugt und der eine scharfe und vignettierungsfreie Abbildung ermöglicht.

Wenn ein Objektiv mit einem kleineren Bildkreis an eine Kamera mit einem größeren Sensor oder Bildfenster angeschlossen wird, wird der Sensor nicht vollständig ausgeleuchtet. Dies führt zu einer sichtbaren Vignettierung, bei der die Ecken des Bildes dunkel bleiben oder sogar komplett schwarz sind. Um dies zu vermeiden, sollte das Objektiv einen Bildkreis aufweisen, der mindestens so groß ist wie die Diagonale des verwendeten Sensors.

Der Unterschied zwischen C-Mount und CS-Mount

Wie bereits erwähnt, teilen sich C-Mount und CS-Mount das gleiche Gewinde, unterscheiden sich aber im Auflagemaß. C-Mount hat ein Auflagemaß von 17,526 mm, während CS-Mount ein Auflagemaß von 12,5 mm hat. Dieser Unterschied ist nicht trivial und hat direkte Auswirkungen auf die Kompatibilität:

  • Ein C-Mount-Objektiv kann nicht direkt an einer CS-Mount-Kamera verwendet werden. Da das C-Mount-Objektiv für einen größeren Abstand zum Sensor (17,526 mm) gerechnet ist, würde es an einer CS-Mount-Kamera (mit nur 12,5 mm Abstand) zu nah am Sensor sitzen. Das Ergebnis wäre, dass das Objektiv nicht auf unendlich fokussieren kann und die Schärfe nur in einem sehr engen Bereich oder gar nicht erreicht wird. Um ein C-Mount-Objektiv dennoch an einer CS-Mount-Kamera zu nutzen, wird ein spezieller Zwischenring benötigt. Dieser Ring hat eine Länge von rund 5 mm (um genau zu sein, dem Unterschied der Auflagemaße) und wird zwischen Objektiv und Kamera geschraubt. Er verlängert den Abstand des Objektivs vom Sensor auf das korrekte C-Mount-Auflagemaß.
  • Ein CS-Mount-Objektiv kann ebenfalls nicht direkt an einer C-Mount-Kamera verwendet werden. Das CS-Mount-Objektiv ist für den kürzeren Abstand (12,5 mm) optimiert. Würde man es an einer C-Mount-Kamera (mit 17,526 mm Abstand) montieren, säße es zu weit vom Sensor entfernt. Auch hier wäre eine korrekte Fokussierung, insbesondere auf unendlich, nicht möglich. Da das Auflagemaß der Kamera fix ist, gibt es keine einfache Adapterlösung, um ein CS-Mount-Objektiv an einer C-Mount-Kamera zu verwenden.

Diese Unterscheidung ist besonders wichtig in der Welt der Überwachungs- und Industriekameras, wo beide Mount-Typen vorkommen.

Vergleichstabelle: C-Mount vs. CS-Mount

Hier ist eine einfache Übersicht über die wichtigsten Unterschiede:

MerkmalC-MountCS-Mount
Gewinde1 Zoll, 1⁄32 Zoll Steigung1 Zoll, 1⁄32 Zoll Steigung
Auflagemaß17,526 mm12,5 mm
Typische AnwendungÄltere Film-/Videokameras, Industrie, Mikroskopie, Adapter an spiegellosen KamerasModerne Überwachungs-/Industriekameras (kompakter)
Kompatibilität (Objektiv -> Kamera)C-Objektiv an CS-Kamera: NUR mit 5mm AdapterCS-Objektiv an C-Kamera: Nicht direkt möglich

Häufig gestellte Fragen zum C-Mount

Was ist der Hauptunterschied zwischen C-Mount und CS-Mount?

Der Hauptunterschied liegt im Auflagemaß. C-Mount hat ein Auflagemaß von 17,526 mm, während CS-Mount ein Auflagemaß von 12,5 mm hat. Das Gewinde ist bei beiden identisch.

Kann ich ein C-Mount Objektiv an meiner modernen Digitalkamera verwenden?

Ja, das ist oft möglich, insbesondere bei spiegellosen Systemkameras (wie Micro Four Thirds, Sony E-Mount, etc.), die ein kurzes Auflagemaß haben. Sie benötigen einen passenden Adapter von Ihrem Kamera-Bajonett auf C-Mount. Beachten Sie jedoch den Bildkreis des C-Mount-Objektivs; es könnte zu Vignettierungen kommen, wenn der Bildkreis kleiner ist als Ihr Sensor.

Warum wird C-Mount immer noch in der Industrie und Mikroskopie verwendet?

Dafür gibt es mehrere Gründe: die Standardisierung über viele Jahre hat eine riesige Auswahl an spezialisierten Objektiven geschaffen, die Robustheit des Gewindeanschlusses ist vorteilhaft, und die Systeme sind oft etabliert und zuverlässig. In der Mikroskopie ist es der Standard für den Anschluss von Digitalkameras an Mikroskope.

Benötige ich einen Adapter, um ein C-Mount Objektiv an einer CS-Mount Kamera zu verwenden?

Ja, unbedingt. Sie benötigen einen ca. 5 mm langen Zwischenring, um das Auflagemaß für das C-Mount-Objektiv korrekt einzustellen.

Sind C-Mount Objektive immer manuell?

In der Regel ja, die meisten C-Mount-Objektive verfügen über manuelle Fokus- und Blendeneinstellungen. Es gibt jedoch auch Modelle, insbesondere im industriellen Bereich, die motorisierte Steuerungen für Fokus und Blende besitzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der C-Mount Anschluss ein faszinierendes Beispiel für einen technischen Standard ist, der sich über viele Jahrzehnte und verschiedene Technologien hinweg behauptet hat. Auch wenn er im Massenmarkt der Fotografie durch modernere Anschlüsse abgelöst wurde, bleibt er in spezialisierten Bereichen wie der Industrie und der Mikroskopie aufgrund seiner Robustheit, Standardisierung und Vielseitigkeit ein unverzichtbares Werkzeug.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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