Was ist das besondere an einer Leica Kamera?

Bruce Gilden: Meister der konfrontativen Fotografie

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Bruce Gilden ist eine Ikone der modernen Straßenfotografie, bekannt für einen Stil, der ebenso unverkennbar wie kontrovers ist. Seine Bilder sind direkt, intim und oft konfrontativ, aufgenommen mit einem Blitz, der die Szenerie und die Porträtierten in einem grellen Licht enthüllt. Gilden nähert sich seinen Motiven oft extrem nah, eine Methode, die er im Laufe seiner Karriere perfektioniert hat. Er selbst sagt: „Ich bin dafür bekannt, sehr nah zu fotografieren, und je älter ich werde, desto näher komme ich.“ Diese Aussage fasst die Essenz seines Ansatzes treffend zusammen. Obwohl er einige Abendkurse an der School of Visual Arts in New York besuchte, betrachtet er sich weitgehend als Autodidakt. Seine Karriere zeugt davon, dass Talent und eine einzigartige Vision wichtiger sein können als formale Ausbildung oder Ausrüstung – obwohl er eng mit der Marke Leica verbunden ist.

Wer sind die berühmtesten Leica-Fotografen?
Alexander Rodtschenko, André Kertész, Walker Evans, Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, Robert Frank, William Klein, Garry Winogrand, Lee Friedlander und Sebastião Salgado : Dies sind einige der großen Namen, die mit der Marke Leica in Verbindung gebracht werden – oder, im Fall von Cartier-Bresson, ihr ewig verbunden sind …

Wer ist Bruce Gilden? Ein Autodidakt an der Spitze

Bruce Gilden hat sich seinen Platz in der Fotowelt hart erarbeitet. Er ist vor allem für seine „In-your-face“-Blitzfotos von Menschen bekannt, die durch die Straßen von New York City gehen. Sein Weg in die Fotografie war unkonventionell. Er kaufte eine Kamera und brachte sich das Handwerk selbst bei. Dieser autodidaktische Ansatz hinderte ihn nicht daran, große Erfolge zu erzielen. 1998 trat er der renommierten Agentur Magnum Photos bei, ein Meilenstein, der seine Anerkennung in der Branche unterstreicht. Darüber hinaus wurde er mit dem European Publishers Award for Photography ausgezeichnet und ist Guggenheim Fellow. Seine Geschichte ist ein Beweis dafür, dass es die Entwicklung einer eigenen, einzigartigen Vision ist, die einen Fotografen wirklich auszeichnet, mehr als Kontakte oder akademische Qualifikationen.

Der unverkennbare Stil: Nahaufnahmen mit Blitz

Gildens Stil ist sofort erkennbar: Nahaufnahmen, oft mit Blitz, die Gesichter und Gesten in aller Deutlichkeit zeigen. Bis zum digitalen Zeitalter fotografierte er hauptsächlich in Schwarz-Weiß, was seinen Bildern eine zusätzliche Dramatik verlieh. Sein Ansatz, mit einer Blitzkamera auf der Straße auf jemanden zuzugehen und ein Foto zu machen, erfordert Mut. Gilden selbst räumt ein, dass es vielleicht kein besonderes fotografisches Talent im herkömmlichen Sinne erfordert, aber es braucht eine bestimmte, einheitliche Vision. Er hat eine Ästhetik geschaffen, die einzigartig für ihn ist und von der er sich seit 50 Jahren kaum entfernt hat. Dies hat zu einem umfangreichen, kohärenten Werk geführt.

Seine Arbeit wurde auch kritisiert, als gimmicky oder kunstlos bezeichnet. Doch Gilden verteidigt seinen Ansatz, indem er ihn mit dem Werk eines Jackson Pollock vergleicht: Jeder könnte es vielleicht *machen*, aber nur der Künstler *sah* das ästhetische Potenzial. Seine extremen Farb-Nahaufnahmen, wie in seinem Projekt „Faces“, mögen auf manche ausbeuterisch oder sogar „hässlich und pervers“ wirken, sind aber gleichzeitig „kraftvolle Korrekturen“ zur retuschierten Scheinrealität der visuellen Kultur. Gilden ist überzeugt, dass er bei der Arbeit nah mit Blitz eine gute „Bedside Manner“ hat; er kann Situationen gut einschätzen. Wenn man sich bei etwas wohlfühlt, sollte man es tun. Probleme entstehen, wenn man sich unwohl fühlt oder es aus den falschen Gründen tut, etwa aus kommerziellen Motiven statt aus einer tiefen, künstlerischen Überzeugung, die „im Bauch und in der Seele“ sitzt.

Der Wandel: Von Schwarz-Weiß zu Farbe und Porträts

In den letzten Jahren hat Bruce Gilden eine bemerkenswerte Veränderung in seiner Arbeit vollzogen: den Übergang von Schwarz-Weiß-Straßenfotografie zu Farb-Porträts, oft mit einer Leica S. Dieser Übergang sei ihm „ziemlich leicht und reibungslos“ gefallen, denn „wenn man weiß, wie man ein Bild komponiert, weiß man, wie man ein Bild komponiert. Es spielt keine Rolle, ob es in Schwarz-Weiß oder Farbe ist.“

Ein wichtiger Katalysator für diesen Wandel war das Projekt „Postcards from America“, ein fortlaufendes Gemeinschaftsprojekt von Magnum-Fotografen. Im Rahmen dieses Projekts reiste Gilden unter anderem nach Rochester, New York, um den Niedergang der Stadt nach der teilweisen Einstellung der Produktion bei Eastman Kodak zu dokumentieren. Dort musste er in zwei Wochen 100 Bilder liefern, eine Herausforderung, da es in Rochester kaum Menschen auf der Straße gab. Dies veranlasste ihn, mit Porträts zu beginnen. Für dieses Projekt lieh ihm Leica eine Leica M9, und er begann zum ersten Mal intensiv digital zu fotografieren (nach einer kurzen Erfahrung in Haiti). Die Möglichkeit, die Ergebnisse sofort zu sehen, gab ihm das Vertrauen, die geforderte Anzahl von Bildern zu erreichen. Obwohl nicht alle 100 gut waren, war es ermutigend, an einem Ort zu fotografieren, den er nicht selbst gewählt hätte.

Die nächste Station des Projekts war Miami, wo er begann, die Leica S zu verwenden, eine Mittelformatkamera, die er seitdem für seine Farb- und Digitalfotografie nutzt. Dieser Wechsel war eine interessante Abkehr von seiner bekannten Schwarz-Weiß-Arbeit. Gilden findet Veränderung wichtig und belebend. „Wie viele Jahre kann man dasselbe tun?“, fragt er. Mit zunehmendem Alter ändern sich auch die Dinge. Seine Art der Fotografie sei sehr „athletisch“, und obwohl er mit dem Alter nicht mehr ganz so schnell oder gelenkig ist, gleicht die zunehmende Erfahrung dies aus. Er weiß besser, wie er das bekommt, was er will.

Die Arbeit in Farbe und das bewusste Fragen nach Porträts (oft extreme Nahaufnahmen der Gesichter) hat ihn an neue Orte geführt und ihm neue Perspektiven eröffnet. Obwohl er sich als schüchtern bezeichnet und das Fragen als ermüdend empfindet, ist er darin sehr gut geworden. Er genießt es auf eine „bestimmte verrückte Art und Weise“ und ist überzeugt, dass seine neuen Farbbilder stark sind.

Die Philosophie hinter der Kamera

Bruce Gildens Fotografie ist zutiefst persönlich und von seiner Lebensphilosophie geprägt. Sein aggressiver Stil mag manche abschrecken, aber er glaubt, dass im Leben die Menschen, die sich zurückhalten, verdächtig sind. Wenn man etwas tut, sollte man es offen tun. Das bedeutet nicht, dass er nicht clever oder scharfsinnig ist – oft bemerken die Menschen nicht einmal, dass er sie fotografiert, wenn er ganz nah ist, weil er sie gut anspricht und seine Körpersprache flüssig ist. Er findet es „heimtückisch“, wenn Fotografen aus großer Entfernung aufnehmen.

Er ist der Meinung, dass die Reaktion der Menschen weniger mit der „Kamera-Kultur“ oder Bedenken hinsichtlich Überwachung oder Datenschutz zu tun hat als vielmehr mit der Kultur im Allgemeinen und dem Ort, an dem man fotografiert. In wohlhabenden Gegenden, etwa im Londoner Kensington, reagieren die Menschen empfindlicher, wenn ein „Plebejer“ sie ungefragt fotografiert, als in „schlechten“ Gegenden. Dort muss man wissen, wie man mit den Menschen umgeht, wie man sie einschätzt oder mit ihnen scherzt. Seine athletische Körpersprache hilft ihm, weniger steif zu wirken und dadurch Probleme zu vermeiden.

Gilden sieht die Welt realistisch. Er glaubt, dass die Kultur insgesamt unhöflicher wird, was er aber eher auf die allgemeine Gesellschaftsentwicklung (z.B. Menschen, die ständig auf Handys schauen) zurückführt als auf die Fotografie. Er weigert sich, Probleme zu erwarten, da er glaubt, dass man sie dadurch erst herbeiführt. Er betrachtet seine Arbeit als unbedenklich: „Ich verletze niemanden.“ Seine Motivation kommt „aus dem Bauch“. Die Menschen, die er fotografiert, empfindet er als seine Freunde, auch wenn er sie nicht kennt. Sie sind für ihn auch Symbole für das, was er sieht, Charaktere in einem kleinen Film. Seine Bilder müssen gut komponiert sein und einen starken emotionalen Inhalt haben. Er kritisiert, dass bei vielen modernen Fotografen die Form vernachlässigt wird zugunsten des bloßen Inhalts.

Leica in Gildens Händen

Obwohl Gilden betont, dass die Kamera nicht das Wichtigste ist, ist seine Verbindung zu Leica seit einigen Jahren offensichtlich. Er nutzte eine geliehene Leica M9 für das Rochester-Projekt, was seinen Einstieg in die digitale Fotografie markierte. Seitdem arbeitet er mit der Leica S, einer Mittelformat-Digitalkamera, die er für seine Farbporträts einsetzt. Er erwähnt, dass die Leica S schwer ist und er für die Beleuchtung bei Porträts oft einen Assistenten benötigt, was eine Herausforderung darstellt, da er die Kontrolle über das Licht abgeben muss.

Der Wechsel zu digital mit der Leica M9 in Rochester gab ihm die nötige Sicherheit, schnell viele Bilder zu machen und seine Arbeit sofort zu überprüfen. Dies war wichtig, um die Vorgabe von 100 Bildern in zwei Wochen zu erfüllen. Mit der Leica S setzt er nun ganz auf Farbe und digitale Mittelformat-Porträts, eine deutliche stilistische Entwicklung, die durch die Möglichkeiten der digitalen Technik und die spezielle Kamera unterstützt wird.

Der Lehrer und seine Vision

Bruce Gilden ist nicht nur Fotograf, sondern auch ein gefragter Lehrer in Workshops weltweit. Sein Unterrichtsstil ist bekannt dafür, sehr direkt und ehrlich zu sein. Er hat ein eigenes System entwickelt, um seinen Schülern zu helfen. Das Wichtigste, was er ihnen vermitteln möchte, ist, etwas zu fotografieren, das sie wirklich interessiert, und sie selbst zu sein. Er ermutigt sie, nicht auf destruktive Kritik zu hören, sondern konstruktives Feedback zu nutzen.

Gilden erkennt Talent und versucht nicht, „kleine Gildens“ zu erschaffen. Stattdessen gibt er Aufgaben, die die Schüler entweder in Richtungen führen, die ihre Stärken weiterentwickeln, oder in Bereiche, die sie bisher vernachlässigt haben, um sie für Neues zu öffnen. Für Anfänger oder weniger erfahrene Fotografen setzt er oft grundlegende Porträtaufgaben ein, um ihr Selbstvertrauen zu stärken, indem sie sehen, wie gut ihre Bilder nach diesen Übungen werden. Er ist sehr kritisch, aber auch fair. Wenn jemand gut ist, wird er es nach seinem Kurs wissen. Er ist nachsichtiger mit Anfängern oder Hobbyfotografen als mit Leuten, die seit 20 Jahren fotografieren. Seine Workshops sind intensiv und anstrengend für ihn, da er sich voll einbringt. Er ist stolz, wenn Schüler ihren eigenen Stil entwickeln und nicht nur imitieren.

Die „Tough Guys“ und die Gesellschaftskritik

Bruce Gildens Faszination für Subkulturen und „harte Jungs“ („tough guys“) ist tief in seiner persönlichen Geschichte verwurzelt. Sein Vater war ein „zäher Typ“, ein Gangster, was Gilden erst spät erfuhr. Diese Herkunft prägt seine Sichtweise. Er wird von Menschen angezogen, die am Rande der Gesellschaft stehen, Kriminelle oder Mitglieder von Gangs wie der Yakuza oder der russischen Mafia. Doch er romantisiert diese Figuren nicht. Er sieht sie als Menschen. Aufgewachsen in diesem Umfeld, lernte er eine bestimmte Art von Respekt – keine Fragen zu stellen.

Für ihn sind diese „tough guys“ oft ehrlicher als andere, da man weiß, woran man bei ihnen ist. Er zieht sie korrupten Polizisten oder pädophilen Priestern vor, die Vertrauen missbrauchen. Er mag diese Menschen oft und hatte positive Erfahrungen, etwa mit Mick Gatto in Australien. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass man sich von denen fernhalten muss, die ihre „Zähigkeit“ missbrauchen. Er sieht in ihnen die menschliche Seite, nicht nur das Stereotyp.

Diese Auseinandersetzung mit Randfiguren und die schonungslose Darstellung der Realität verbinden sich in Gildens Werk mit einer klaren Gesellschafts- und Wirtschaftskritik. Projekte wie „Foreclosures“ (Zwangsversteigerungen), an dem er seit 2008 arbeitet und die Folgen der Subprime-Hypothekenkrise dokumentiert, oder seine Arbeit über den Niedergang Rochesters nach den Stellenstreichungen bei Kodak, zeigen seinen Fokus auf die „Zurückgelassenen“ („The Left Behind“). Dies ist auch der Titel seines Guggenheim-Projekts. Er sieht die Krise als „legalisierten Diebstahl“, verursacht durch Deregulierung und eine Politik, die Banken mit Steuergeldern rettet, während normale Menschen leiden. Gilden identifiziert sich mit dem Außenseiter, dem Underdog. Er kommt „von der Straße“ und fühlt sich von ihr angezogen. Diese Perspektive erlaubt ihm eine Freiheit, die diejenigen, die im System gefangen sind, nicht haben. Er fotografiert die Menschen, die vom politischen und wirtschaftlichen System zurückgelassen werden, und seine Arbeit, die die Unaufrichtigkeit der glatten visuellen Welt der Werbung entlarvt, ist für ihn eine Form des Protests. Er ist ein Realist, der die Welt für viele Menschen als schrecklich empfindet und glaubt, dass die Kluft zwischen Arm und Reich wächst.

Die Zukunft der Straßenfotografie

Bruce Gilden blickt mit gemischten Gefühlen auf die Zukunft der Straßenfotografie und die Welt im Allgemeinen. Er befürchtet eine zunehmende Homogenisierung: Städte sehen sich ähnlicher, die gleichen Geschäfte überall, Menschen tragen ähnliche Kleidung, hören dieselbe Musik. Er sieht einen Verlust der Individualität, während er selbst gerade die Unterschiede sucht. Dies könnte sich darauf auswirken, wie Bilder aussehen werden.

Er erinnert daran, dass Kodak 1888 die Fotografie für viele erschwinglich machte, ähnlich wie heute die digitale Technik und Smartphones die Möglichkeit zu fotografieren fast jedem geben. Doch er kritisiert, dass moderne Technologien und Kameras oft visuelle Entscheidungen für den Benutzer treffen, was ebenfalls zur Abnahme der Individualität beiträgt. Er sieht auch eine Verschiebung in der Kunst und Kultur, weg von menschlichen Beziehungen und Emotionen hin zu Effekten.

Dennoch glaubt Gilden, dass die Straßenfotografie weiter existieren wird, „bis es keine Straße mehr gibt“. Er definiert gute Straßenfotografie als Bilder, bei denen man die Straße „riechen“, den Dreck „fühlen“ kann. Solche Arbeiten sieht er seltener. Er beklagt, dass viele heutige Fotos, selbst gute, nicht mehr die Handschrift des Fotografen erkennen lassen, im Gegensatz zu den Werken von Meistern wie Cartier-Bresson, Winogrand, Arbus oder Weegee, die alle einen sofort wiedererkennbaren Stil hatten. Gilden glaubt, dass die besten Fotografen eine Persönlichkeit haben, die sich in ihren Bildern widerspiegelt.

Seine konfrontative, unerschrockene Fotografie ist nicht immer leicht für den Betrachter, da sie herausfordert, zum Nachdenken und Fühlen anregt. Aber er hält es für wichtig, als Künstler Werke zu zeigen, die herausfordern. Wenn schwierige Themen nicht gezeigt werden, werden sie nie angegangen oder verändert, auch wenn er realistisch genug ist zu wissen, dass seine Bilder allein die Welt nicht verändern werden.

Häufig gestellte Fragen zu Bruce Gilden

Warum ist Bruce Gilden so berühmt?
Bruce Gilden ist berühmt für seinen einzigartigen, aggressiven und direkten Stil in der Straßenfotografie. Seine Nahaufnahmen mit Blitz sind sofort wiedererkennbar und haben ihn zu einem der einflussreichsten Fotografen seines Genres gemacht. Seine Mitgliedschaft bei Magnum Photos und Auszeichnungen wie der Guggenheim Fellowship unterstreichen seine Bedeutung.

Welche Kamera benutzt Bruce Gilden?
Bruce Gilden hat lange Zeit mit verschiedenen Kameras gearbeitet. In den letzten Jahren, insbesondere seit dem Wechsel zur Farb- und Digitalfotografie, nutzt er primär Leica Kameras. Für das Rochester-Projekt verwendete er eine Leica M9, und für seine aktuellen Farbporträts, wie die Serie „Faces“, nutzt er eine Leica S.

Warum fotografiert Bruce Gilden Menschen mit Blitz und so nah?
Gildens Nahaufnahmen mit Blitz sind sein Markenzeichen. Er sagt, es sei ein Ansatz, der aus seinem Inneren kommt und den er seit Jahrzehnten verfolgt. Der Blitz isoliert die Person und schafft eine bestimmte Dramatik, während die Nähe eine Intimität erzeugt, die oft überraschend ist. Er empfindet diesen direkten Ansatz als ehrlicher als das Fotografieren aus der Distanz.

Hat Bruce Gilden Fotografie studiert?
Nein, Bruce Gilden ist weitgehend Autodidakt. Er besuchte einige Abendkurse, brachte sich das Handwerk aber hauptsächlich selbst bei, indem er Bücher und Magazine studierte und die Arbeit anderer Fotografen analysierte.

Was sind Bruce Gildens wichtigste Projekte oder Themen?
Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören seine Straßenfotografie aus New York City, seine Serien über Subkulturen („tough guys“) weltweit, das Projekt „Foreclosures“ über die Hypothekenkrise und sein aktuelles Guggenheim-Projekt „The Left Behind“, das sich ebenfalls mit Menschen beschäftigt, die vom System zurückgelassen wurden. Seine neue Arbeit konzentriert sich stark auf Porträts, oft als Teil der Serie „Faces“.

Unterrichtet Bruce Gilden Fotografie?
Ja, Bruce Gilden gibt Workshops und Masterclasses weltweit. Er ist bekannt für seinen ehrlichen und direkten Unterrichtsstil, bei dem er den Schülern hilft, ihre eigene visuelle Sprache zu finden.

Persönliches und Ausblick

Neben seinen fotografischen Projekten blickt Bruce Gilden auch auf sein persönliches Leben. Er arbeitet weiterhin an seinem Guggenheim-Projekt „The Left Behind“ und hat weitere Aufträge, etwa in den Midlands in Großbritannien. Neue Bücher stehen bevor, darunter ein „Photopoche“-Band und ein Buch über London mit dem Titel „A Complete Examination of Middlesex“. Doch letztlich, so sagt er, steht seine Familie im Mittelpunkt seines Lebens. Seine Tochter Nina hat kürzlich ihren 21. Geburtstag gefeiert und wird dieses Jahr ihren Abschluss an der Kunsthochschule machen. Seine Frau Sophie, eine französische Journalistin, die besser Englisch spricht als er, ist seit 22 Jahren an seiner Seite. Er beschreibt sie als intelligent, elegant und attraktiv und empfindet sich als glücklich in seiner Ehe. Für ihn ist es bemerkenswert, dass jemand 22 Jahre mit ihm zusammen sein konnte, aber sie haben es geschafft, weil sie sich lieben.

Bruce Gilden bleibt eine faszinierende Figur in der Fotografie, die ständig die Grenzen auslotet, sich selbst herausfordert und mit einer unvergleichlichen Ehrlichkeit auf die Welt blickt – sowohl durch seine Leica als auch in seinen Worten.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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