In der Welt der Fotografie gibt es immer wieder strategische Neuausrichtungen, die von Herstellern vorgenommen werden, um auf sich ändernde Marktbedingungen zu reagieren. Eine solche bedeutende Nachricht erreichte kürzlich die Community der Leica-Fotografen: Die Leica Camera AG wird die Produktion ihrer spiegellosen Systemkameras im APS-C-Format, namentlich der Leica CL und der Leica TL2, einstellen.

Diese Entscheidung markiert das Ende einer spezifischen Produktlinie, die bei vielen Anwendern für ihre kompakte Bauweise, ihr intuitives Bedienkonzept und die hervorragende Bildqualität geschätzt wurde. Seit der Einführung des modernen L-Mounts mit der Leica T (Typ 701) im Jahr 2014 hat Leica ein eigenes System im APS-C-Bereich aufgebaut, das nun nicht länger fortgeführt wird. Die Modelle Leica CL und Leica TL2, die auf diese anfängliche Basis folgten und das System weiterentwickelten, laufen nun aus.
Warum stellt Leica die CL und TL2 ein? Die strategische Neuausrichtung
Die offizielle Begründung von Leica für diesen Schritt ist klar und spiegelt aktuelle Trends auf dem globalen Fotomarkt wider. Laut Leica Camera AG zeigt sich in den letzten Jahren ein deutlicher Rückgang der Verkaufszahlen bei Kompakt- und Systemkameras mit kleineren Bildsensoren. Im Gegensatz dazu verzeichnet das Segment der Kameras mit größeren Sensoren, insbesondere im Vollformat-Bereich, ein anhaltend positives Wachstum. Diese Marktentwicklung hat Leica dazu veranlasst, seine Strategie anzupassen und sich zukünftig stärker auf das wachstumsstarke Vollformat-Segment zu konzentrieren.
Diese Bündelung der Kräfte auf das Vollformat bedeutet, dass die Ressourcen und Entwicklungsanstrengungen des Unternehmens primär in die Weiterentwicklung und Innovationen bei Kameras wie der Leica SL-Serie und anderen Vollformat-Modellen fließen werden. Es ist eine Reaktion auf die Nachfrage der Kunden und die allgemeine Verschiebung der Präferenzen auf dem Markt, wo immer mehr Fotografen die höhere Bildqualität, das bessere Rauschverhalten bei hohen ISO-Werten und die kreativen Möglichkeiten (z.B. geringere Schärfentiefe) größerer Sensoren bevorzugen.
Die Einstellung der CL und TL2 ist somit keine Abwertung dieser Kameras, sondern eine strategische Anpassung an die Realitäten des Marktes. Leica betont weiterhin die hochwertige Leistung des CL-/TL2-Systems, was für bestehende Besitzer eine wichtige Information ist.
Die Rolle des L-Mounts und die Zukunft
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Einstellung der APS-C-Kameramodelle CL und TL2 nicht das Ende des L-Mounts bedeutet. Im Gegenteil, der L-Mount wurde 2014 mit der APS-C-Kamera Leica T eingeführt und ist seither der gemeinsame Standard für Leicas spiegellose Kamerasysteme, sowohl im APS-C- als auch im Vollformat. Das Leica SL-System nutzt ebenfalls den L-Mount.
Durch die Konzentration auf das Vollformat stärkt Leica sogar die Bedeutung des L-Mounts als sein zentrales Bajonett für moderne Kameras. Der L-Mount ist zudem Teil der L-Mount Alliance, einer Kooperation mit anderen Herstellern wie Panasonic und Sigma, die ebenfalls Kameras und Objektive mit diesem Bajonett entwickeln und produzieren. Dies sichert die langfristige Relevanz und Verfügbarkeit von Objektiven für das L-Mount-System, auch wenn Leica selbst keine neuen APS-C-Kameras mit diesem Bajonett mehr herausbringen wird.
Für Besitzer von CL- und TL2-Kameras bedeutet dies, dass die verfügbaren L-Mount-Objektive, sowohl von Leica als auch von Allianzpartnern, weiterhin genutzt werden können. Zwar sind nicht alle Vollformat-L-Mount-Objektive optimal für APS-C-Kameras dimensioniert, aber viele eignen sich dennoch hervorragend und erweitern die Einsatzmöglichkeiten des Systems. Umgekehrt können die speziell für APS-C entwickelten TL-Objektive von Leica weiterhin an den L-Mount-Vollformatkameras im APS-C-Crop-Modus verwendet werden.
Was bedeutet das für Besitzer einer Leica CL oder TL2?
Die Nachricht über die Einstellung der Produktion mag für Besitzer einer Leica CL oder TL2 zunächst enttäuschend sein. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass Leica seine Kunden nicht im Stich lässt. Das Unternehmen hat zugesichert, ab dem Kaufdatum für weitere sechs Jahre eine umfangreiche Betreuung für Besitzer des CL-/TL2-Systems anzubieten. Diese Kundenbetreuung umfasst typischerweise Serviceleistungen, Reparaturen und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Dies gibt den Besitzern die Sicherheit, dass ihre Investition in eine hochwertige Kamera auch in den kommenden Jahren geschützt ist. Die Kameras selbst, die CL und die TL2, bleiben leistungsfähige Werkzeuge für die Fotografie. Ihre Bildqualität, ihr Design und ihre Haptik ändern sich durch die Produktionseinstellung nicht.
Der Wert auf dem Gebrauchtmarkt könnte sich mittel- bis langfristig entwickeln. Kurzfristig könnte Unsicherheit zu Preisrückgängen führen, langfristig könnten gut erhaltene Modelle jedoch als begehrte Sammlerstücke oder für Liebhaber des Systems wieder an Wert gewinnen, insbesondere da die Stückzahlen begrenzt bleiben.

Es ist auch erwähnenswert, dass Software-Updates, sofern relevant und von Leica angeboten, in der Regel unabhängig von der laufenden Produktion einer Kamera bereitgestellt werden. Leica ist bekannt für seine langfristige Unterstützung seiner Produkte.
Vergleich: Die Entwicklung des Leica APS-C Systems
Um die Entwicklung und das Ende des Leica APS-C Systems im Kontext zu sehen, hilft ein Blick auf die Modelle, die das System geprägt haben:
| Modell | Einführung | Status | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Leica T (Typ 701) | 2014 | Eingestellt | Erstes Modell mit L-Mount |
| Leica TL | 2016 | Eingestellt | Update der T |
| Leica TL2 | 2017 | Läuft aus | Verbesserungen bei Geschwindigkeit und Sensor |
| Leica CL | 2017 | Läuft aus | Retro-Design, ähnlich TL2 technisch |
Diese Tabelle zeigt, dass das APS-C-System von Leica über einige Jahre hinweg entwickelt wurde, beginnend mit der innovativen T und gipfelnd in den technisch ausgereiften Modellen TL2 und CL. Die Entscheidung, diese Linie nicht fortzuführen, ist somit das Ende einer fast zehnjährigen Entwicklung im APS-C-Segment unter dem L-Mount.
Häufig gestellte Fragen zur Einstellung der Leica CL/TL2
Wird die Leica CL noch gebaut?
Nein, die Produktion der Leica CL und TL2 wird eingestellt. Laut Leica Camera AG laufen diese Modelle nun aus.
Hat Leica die CL eingestellt?
Ja, Leica hat die Produktion der Leica CL und TL2 offiziell eingestellt. Dies wurde in einer Stellungnahme des Unternehmens bestätigt.
Warum stellt Leica die CL und TL2 ein?
Leica begründet die Einstellung mit dem rückläufigen Absatz von Kameras mit kleineren Sensoren auf dem globalen Markt und dem gleichzeitig wachsenden Segment der Kameras mit größeren, insbesondere Vollformat-Sensoren. Das Unternehmen konzentriert sich strategisch auf den Vollformat-Bereich.
Was passiert mit den Objektiven für die Leica CL/TL2 (TL-Objektive)?
Die speziell für das APS-C-System entwickelten Leica TL-Objektive können weiterhin an den Leica CL und TL2 Kameras verwendet werden. Sie können auch an Leica Vollformat-Kameras mit L-Mount im APS-C-Crop-Modus genutzt werden. L-Mount-Objektive von Leica und Partnern der L-Mount Alliance sind weiterhin verfügbar und können (ggf. mit Crop-Faktor) an den CL/TL2 Kameras verwendet werden.
Bekomme ich noch Service und Reparaturen für meine Leica CL oder TL2?
Ja, Leica Camera AG hat zugesichert, Besitzern des CL-/TL2-Systems ab dem Kaufdatum für weitere sechs Jahre eine umfassende Kundenbetreuung anzubieten. Dies beinhaltet in der Regel Service und Reparaturen.
Ist der L-Mount jetzt auch tot?
Nein, ganz im Gegenteil. Der L-Mount bleibt das zentrale Bajonett für Leicas spiegellose Kamerasysteme. Die strategische Konzentration auf das Vollformat stärkt sogar die Bedeutung des L-Mounts, da alle aktuellen und zukünftigen Vollformat-Kameras von Leica dieses Bajonett nutzen werden. Der L-Mount ist zudem ein offener Standard innerhalb der L-Mount Alliance.
Soll ich jetzt noch eine gebrauchte Leica CL oder TL2 kaufen?
Diese Entscheidung hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und Prioritäten ab. Die Kameras sind nach wie vor leistungsfähig und bieten eine hervorragende Bildqualität. Die Verfügbarkeit von Service für sechs Jahre ab Kaufdatum bietet eine gewisse Sicherheit. Allerdings sollten Sie die langfristige Verfügbarkeit neuer APS-C-Objektive von Leica selbst berücksichtigen (es gibt keine neuen Entwicklungen in diesem Bereich von Leica). Objektive von L-Mount-Partnern oder gebrauchte TL-Objektive sind jedoch weiterhin verfügbar.
Fazit
Die Einstellung der Leica CL und TL2 ist ein klares Zeichen für die strategische Neuausrichtung von Leica Camera AG hin zum Vollformat-Segment. Während dies das Ende einer Ära für Leicas Engagement im APS-C-Kamerabereich markiert, unterstreicht es gleichzeitig die Bedeutung des L-Mounts als zukunftssicheres Bajonett für das Unternehmen und seine Partner. Für bestehende Besitzer der CL und TL2 bietet die Zusage einer sechsjährigen Kundenbetreuung ab Kaufdatum eine wichtige Sicherheit. Die Kameras bleiben wertvolle Werkzeuge für die Fotografie, und das Ökosystem der L-Mount-Objektive, auch wenn es nun stärker auf Vollformat ausgerichtet ist, bietet weiterhin Optionen. Es bleibt spannend zu sehen, welche Innovationen Leica im Vollformat-Bereich in den kommenden Jahren präsentieren wird, gestützt auf die gebündelten Ressourcen und den Fokus auf dieses wachsende Marktsegment.
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