Welche ist die günstigste Leica Kamera?

Leica M11: Triple-Resolution erklärt

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Leica hat mit der M11 ein neues Kapitel in der digitalen Fotografie aufgeschlagen. Als neuestes Modell im M-System verspricht sie, die flexibelste M-Kamera der Unternehmensgeschichte zu sein. Im Zentrum dieser Innovation steht ein neu entwickelter Sensor mit einer besonderen Technologie, die Leica als Triple-Resolution-Technologie bezeichnet.

Was ist die Leica Triple-Resolution-Technologie?
Leica wirbt für die M11 mit einem Vollformat-Rückseitenbeleuchtungssensor (BSI) mit dreifacher Auflösung und erweitertem ISO-Bereich. Die dreifache Auflösung bezieht sich auf die Fähigkeit der Kamera, DNG- und JPEG-Formate mit 60, 36 oder 18 Megapixeln aufzuzeichnen und dabei stets die volle Sensorfläche zu nutzen.

Die M11 ist laut Leica um einen Vollformat-Sensor mit Backside Illumination (BSI) herum aufgebaut, der eine Auflösung von 60 Megapixeln und einen erweiterten ISO-Bereich bietet. Die Triple-Resolution-Technologie bezieht sich auf die Fähigkeit der Kamera, DNG- (Rohdaten) und JPEG-Formate mit drei verschiedenen Auflösungen aufzunehmen: 60 Megapixel, 36 Megapixel oder 18 Megapixel. Dies geschieht immer unter Nutzung des vollen Sensorbereichs, unabhängig von der gewählten Auflösung.

Was bedeutet Triple-Resolution in der Praxis?

Normalerweise führt die Wahl einer geringeren Auflösung entweder zu einem Beschnitt des Bildes oder zu einem einfachen Herunterskalieren der vollen Auflösung. Die Triple-Resolution-Technologie der Leica M11 geht einen anderen Weg. Sie nutzt die Informationen des gesamten 60-Megapixel-Sensors, um die Bilder in der gewünschten Auflösung zu erzeugen. Leica gibt an, dass die volle Auflösung von 60 Megapixeln ideal ist, um die bestmögliche Bildqualität aus einer Leica Messsucherkamera zu erzielen und das volle optische Potenzial der Leica M-Serie Objektive zu sehen.

Die Optionen mit geringerer Auflösung, 36 MP und 18 MP, sind jedoch nicht nur für kleinere Dateigrößen gedacht. Sie ermöglichen auch eine schnellere Kameraleistung. Dies beinhaltet eine beschleunigte Verarbeitung und eine verbesserte Reaktionsfähigkeit der Kamera. Zudem ermöglichen die niedrigeren Auflösungen längere Serienbildfolgen, da weniger Daten pro Bild verarbeitet und gespeichert werden müssen. Natürlich führen die geringeren Auflösungen auch zu deutlich kleineren Dateigrößen, was den Umgang mit großen Mengen an Bildern erleichtert und Speicherplatz spart.

Sensor-Technologie und Bildqualität

Der 60-Megapixel-BSI-Sensor der M11 bietet nicht nur die Flexibilität der Auflösung, sondern auch beeindruckende technische Spezifikationen, die zur Bildqualität beitragen. Der native ISO-Empfindlichkeitsbereich reicht von 64 bis 50.000. Ein niedriger ISO-Wert von 64 ist besonders nützlich bei hellem Licht, um Überbelichtung zu vermeiden und den vollen Dynamikumfang zu nutzen, während die hohen ISO-Werte Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen ermöglichen.

Die Kamera kann mit einer Farbtiefe von 14 Bit aufnehmen, was eine sehr feine und nuancierte Darstellung von Farben und Tönen ermöglicht. Der Dynamikumfang beträgt laut Hersteller bis zu 15 Blendenstufen. Dieser große Dynamikumfang ist entscheidend, um Details sowohl in sehr hellen Lichtern als auch in tiefen Schatten in einem einzigen Bild zu erfassen, was besonders bei kontrastreichen Szenen von Vorteil ist und viel Spielraum in der Nachbearbeitung bietet.

Leica hat bei der M11 auch einen speziellen Infrarot- und Ultraviolett-Sperrfilter implementiert. Dieser Filter besteht aus zwei dünnen, zementierten Glasschichten und soll eine besonders effektive Korrektur selbst sehr schräg einfallender Lichtstrahlen erreichen. Laut Leica soll dies zu einer verbesserten und natürlicheren Farbwiedergabe führen.

Leistung und neue Funktionen

Angetrieben wird die Leica M11 vom Maestro III Prozessor. Dieser leistungsstarke Prozessor ist entscheidend für ein flüssiges und reaktionsschnelles Bedienerlebnis, selbst wenn mit den höchsten Auflösungseinstellungen fotografiert wird. Er sorgt für schnelle Verarbeitungszeiten und eine zügige Bereitschaft der Kamera.

Der optisch-elektronische Verschluss der M11 ermöglicht extrem kurze Belichtungszeiten von bis zu 1/16.000 Sekunde. Diese sehr schnelle Verschlusszeit erlaubt es Fotografen, auch bei sehr hellem Umgebungslicht mit weit geöffneter Blende zu fotografieren, ohne einen Neutraldichtefilter (ND-Filter) verwenden zu müssen. Dies eröffnet zusätzliche kreative Möglichkeiten, insbesondere bei Porträts im Freien oder bei der Arbeit mit sehr lichtstarken Objektiven.

Eine weitere Neuerung bei der M11 ist die erstmalige Verfügbarkeit der Mehrfeldmessung im Messsucher-Modus. Bisher waren bei M-Kameras im Messsucher-Modus oft nur die mittenbetonte oder Spotmessung verfügbar. Die Mehrfeldmessung analysiert das gesamte Bildfeld, um eine ausgewogenere Belichtung zu ermitteln, was die Belichtungsgenauigkeit in vielen unterschiedlichen Aufnahmesituationen verbessern kann.

Design-Innovationen und Speicherung

Die Leica M11 bricht mit einer langen Tradition des M-Systems: Sie verzichtet auf die klassische Bodenplatte. Diese bewusste Weglassung soll Fotografen einen schnelleren und direkteren Zugriff auf den Akku und den SD-Kartenslot ermöglichen. Dies ist eine signifikante Änderung, die den Workflow beim schnellen Akku- oder Kartenwechsel im Feld vereinfacht.

Neben dem SD-Kartenslot bietet die M11 erstmals in einem M-Modell eine interne Speicherkapazität von 64 Gigabyte. Das bedeutet, dass die M11 die erste M-Kamera ist, die die Möglichkeit bietet, Bilddateien gleichzeitig auf zwei verschiedenen Speichermedien zu speichern. Obwohl es sich nicht um einen zweiten SD-Kartenslot handelt, kann diese Lösung effektiv ähnlich funktionieren und bietet eine praktische Option für Redundanz oder erweiterte Speicherkapazität, falls die SD-Karte voll ist.

Leica hat das Aussehen der M11 beibehalten, das dem klassischen Leica M-Design entspricht, aber das Design wurde sorgfältig auf Effizienz und Ergonomie optimiert. Die Bedienelemente neben dem hochauflösenden 2,3 Millionen Pixel großen Touchscreen-Display auf der Rückseite sind in einem einzigartigen Layout angeordnet. Die Menüstruktur der M11 ist konsistent mit der Leica SL2 und Q2, was laut Leica die Benutzeroberfläche vereinheitlicht und für eine benutzerfreundlichere Erfahrung sorgt, insbesondere für Fotografen, die mehrere Leica-Systeme nutzen.

Auch bei den Materialien gibt es Unterschiede zwischen den Varianten. Die schwarze Version der Leica M11 verfügt über eine Deckkappe aus hochwertigem Aluminium mit einer kratzfesten Beschichtung. Dadurch ist das Gehäuse etwa 20% (100 Gramm) leichter als das Gegenstück in Silberchrom. Die silberchrome M11 hingegen besitzt eine klassische Deckkappe aus Messing und wiegt 640 Gramm. Diese Materialwahl beeinflusst nicht nur das Gewicht, sondern auch das haptische Gefühl der Kamera.

Akku-Kapazität und Konnektivität

Die Leica M11 ist mit einem Akku mit 1800 mAh ausgestattet. Laut Leica speichert dieser Akku 64% mehr Energie als frühere Generationen. In Kombination mit dem effizienteren Betrieb der Kamera soll dies deutlich längere Aufnahmesessions mit einer einzigen Ladung ermöglichen. Die genaue Dauer einer Session wurde von Leica nicht kommuniziert, aber die Steigerung der Akkukapazität ist ein wichtiger Fortschritt für M-Fotografen.

Der neu hinzugefügte universelle USB-C-Anschluss dient nicht nur zur Datenübertragung, sondern auch zum Aufladen des Akkus direkt in der Kamera. Er ist mit den meisten gängigen USB-C-Ladegeräten kompatibel, was das Laden unterwegs vereinfacht und die Notwendigkeit eines separaten Ladegeräts reduziert.

Erweiterte Konnektivitätsfunktionen für die Leica M11 wurden durch eine neue Firmware-Version in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 angekündigt. Benutzer können dann erweiterte Möglichkeiten zur Nutzung der Kamera in mobilen Workflows erwarten. Dazu gehören Verbesserungen der Leica FOTOS App, wie die Möglichkeit, Standortdaten in Bilder einzubetten, über Bluetooth auf Bilder zuzugreifen und höhere Übertragungsraten zu erzielen. Die M11 ist mit Apple-Produkten und -Zubehör kompatibel und bietet mit dem mitgelieferten Leica FOTOS Kabel einzigartige Funktionen für Apple-Nutzer.

Optionales Zubehör zur M11

Zusammen mit der M11 wurden auch einige Zubehörteile vorgestellt, die das Aufnahmeerlebnis ergänzen sollen. Dazu gehört der neue elektronische Sucher Visoflex 2. Dieser verfügt über ein Display mit einer Auflösung von 3,7 Megapixeln und soll eine hervorragende Bildkontrolle im Live-View-Modus ermöglichen. Er ist in einem Metallgehäuse untergebracht und unterstützt die Vollformat-Ansicht sowie die präzise Fokussierung von Leica Objektiven.

Der Visoflex 2 bietet zudem einen großen Dioptrien-Einstellbereich von -4 bis +3 und eine 90-Grad-Schwenkfunktion, was ihn sehr flexibel macht, insbesondere bei Aufnahmen aus ungewöhnlichen Winkeln oder vom Stativ.

Ein weiteres optionales Zubehör ist ein Handgriff. Dieser wurde entwickelt, um die Ergonomie der Kamera zu verbessern, insbesondere bei der Verwendung schwererer Objektive, ohne jedoch den Zugang zum Akku oder zur SD-Karte zu behindern. Dieser Handgriff dient gleichzeitig als Stativhalterung und ermöglicht die direkte Befestigung der Leica M11 an Stativköpfen mit Arca-Swiss-Standard, ohne dass zusätzliche Schnellwechselplatten benötigt werden.

Preis und Verfügbarkeit

Die Leica M11 war zum Zeitpunkt ihrer Ankündigung zu einem Preis von 8.995 US-Dollar erhältlich und wurde zur Bestellung freigegeben. Die genaue Verfügbarkeit konnte je nach Region variieren.

Häufig gestellte Fragen zur Leica M11 Triple-Resolution

Was genau ist die Triple-Resolution-Technologie?

Es ist eine Funktion des 60MP Sensors der Leica M11, die es ermöglicht, Bilder in 60 MP, 36 MP oder 18 MP aufzunehmen, während immer die volle Fläche des Sensors genutzt wird.

Welche Vorteile bieten die niedrigeren Auflösungen?

Die 36 MP und 18 MP Einstellungen ermöglichen eine schnellere Kameraleistung, längere Serienbildfolgen und kleinere Dateigrößen im Vergleich zur 60 MP Einstellung.

Nutzt die Kamera bei niedrigeren Auflösungen nur einen Teil des Sensors?

Nein, laut Leica nutzt die Triple-Resolution-Technologie stets den vollen Sensorbereich, unabhängig von der gewählten Auflösung.

Hat die Leica M11 einen internen Speicher?

Ja, die M11 ist das erste M-Modell mit einem internen Speicher von 64 GB, zusätzlich zum SD-Kartenslot.

Kann ich die Leica M11 über USB-C laden?

Ja, die Kamera verfügt über einen USB-C-Anschluss, der auch zum Laden des Akkus verwendet werden kann.

Wird die Konnektivität verbessert?

Ja, Leica hat eine Firmware-Aktualisierung für die zweite Hälfte 2022 angekündigt, die erweiterte Konnektivitätsfunktionen, wie z.B. verbesserte Leica FOTOS App Integration, ermöglichen soll.

Fazit

Die Leica M11 positioniert sich mit ihrem 60-Megapixel-Sensor und der innovativen Triple-Resolution-Technologie als eine der flexibelsten und leistungsfähigsten Kameras im M-System. Die Möglichkeit, die Auflösung je nach Bedarf anzupassen, in Kombination mit den Verbesserungen bei Sensorleistung, Design, Akku und Konnektivität, macht sie zu einem bemerkenswerten Werkzeug für anspruchsvolle Fotografen, die die einzigartige Erfahrung einer Leica M schätzen und gleichzeitig von moderner Technologie profitieren möchten.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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