Nachdem das Lenovo Yoga 3 Pro seinerzeit die Grenzen des Designs und der Konstruktion bei Convertible-Hybrid-Laptops neu definierte und mit seinem innovativen Uhrenarmband-Scharnier für Aufsehen sorgte, tritt nun sein Nachfolger, das Lenovo Yoga 900, auf den Plan. Trotz der geänderten Namenskonvention ist klar, dass dieses Modell die Evolution des preisgekrönten Konzepts darstellt. Das Yoga 900 wurde entwickelt, um die Stärken des Vorgängers zu bewahren, aber vor allem dessen Hauptkritikpunkt – die Leistung – deutlich zu verbessern. Es verspricht, ein wahres Wunderwerk der Ingenieurskunst zu sein, das mehr Rechenpower, zusätzliche Funktionen und insbesondere eine stark verbesserte Akkulaufzeit bietet, was es schnell zu einer Top-Empfehlung in der Klasse der High-End Convertible-Laptops machte.

In einer Zeit, in der die Nachfrage nach flexiblen Computern wuchs, die sowohl als produktives Notebook als auch als handliches Tablet dienen können, setzte Lenovo mit der Yoga-Serie Maßstäbe. Das Yoga 900 baut auf diesem Erbe auf und versucht, die Balance zwischen Form und Funktion perfekt zu treffen. Es ist etwas dicker als sein Vorgänger, was hauptsächlich auf einen größeren Akku und ein aktives Kühlsystem zurückzuführen ist – beides notwendige Anpassungen, um den leistungsfähigeren Intel Core i7 Prozessor der sechsten Generation beherbergen zu können.

Design und Vielseitigkeit
Äußerlich behält das Yoga 900 viele der Designelemente bei, die das Yoga 3 Pro so markant machten. Dazu gehört vor allem das ikonische Uhrenarmband-Scharnier. Dieses komplexe und optisch ansprechende Scharnier, das aus zahlreichen ineinandergreifenden Metallteilen besteht, ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch das Herzstück der Vielseitigkeit des Geräts. Es ermöglicht den nahtlosen Übergang zwischen den vier Hauptmodi: dem klassischen Laptop-Modus für produktives Arbeiten, dem Stand-Modus für Präsentationen oder Videokonferenzen, dem Tent-Modus, ideal zum Ansehen von Filmen auf engem Raum, und dem Tablet-Modus für die intuitive Bedienung per Touch oder Stift (separat erhältlich). Im Gegensatz zum verkleideten Scharnier des Microsoft Surface Book präsentiert sich das Mechanismus des Yoga 900 offen, was seine technische Finesse unterstreicht.
Das Gehäuse des Yoga 900 besteht aus silberfarbenem Metall und fühlt sich hochwertig und robust an. Mit Abmessungen von ca. 1,5 cm (0.59 Zoll) Höhe, 32,4 cm (12.75 Zoll) Breite und 22,5 cm (8.86 Zoll) Tiefe ist es zwar geringfügig dicker und etwas schwerer (1,29 kg / 2.85 Pfund) als das extrem schlanke Yoga 3 Pro, bleibt aber dünner als viele andere Convertibles seiner Klasse, wie das Acer Aspire R 13 oder das Toshiba Satellite Radius 15. Es ist auch dünner als das Lenovo LaVie Z 360 (1,7 cm dick). Obwohl es für sehr langes Halten im Arm als Tablet etwas anstrengend werden kann, ist es für kürzere Nutzungseinheiten in diesem Modus komfortabel.
Die Tastatur des Yoga 900 ist hintergrundbeleuchtet und bietet eine willkommene Verbesserung gegenüber dem Vorgänger: eine dedizierte Reihe von Funktionstasten (F1-F12). Beim Yoga 3 Pro musste man dafür stets die Fn-Taste gedrückt halten, was umständlich war. Die zusätzlichen Tasten machen die Nutzung von Shortcuts in Programmen deutlich einfacher und schneller. Die Tastenkappen selbst sind leicht konkav (scalloped und curved), was den Fingern schmeichelt und das Tippgefühl verbessert. Der Tastenhub ist gut ausbalanciert, weder zu weich noch zu hart, und die Handballenauflage ist mit einem weichen Lederimitat bezogen, was den Komfort bei langen Tipp-Sitzungen erhöht.
Das Touchpad ist einteilig und bietet ein präzises Tracking. Beim Klicken fühlt es sich an, als hätte es einen zweistufigen Mechanismus, ist aber rein mechanisch und nicht Force-Feedback-basiert wie bei einigen Apple MacBook Modellen. Für die alltägliche Bedienung per Finger ist es gut geeignet.
Das 13,3-Zoll-Touch-Display des Yoga 900 hat eine beeindruckende WQHD+-Auflösung von 3200 x 1800 Pixeln. Diese hohe Auflösung bietet deutlich mehr Platz auf dem Bildschirm für die Darstellung von Inhalten wie Tabellen oder Webseiten als beispielsweise ein Full-HD-Display (1920 x 1080) im Lenovo ThinkPad Yoga 12. Auch im Vergleich zum 13-Zoll Apple MacBook Pro mit 2560 x 1600 Pixeln hat das Yoga 900 eine höhere Pixeldichte. Es gab zwar Konkurrenten mit noch höherer 4K-Auflösung (3840 x 2160), wie die Toshiba Satellite Radius 12 und 15 Modelle, aber die WQHD+-Auflösung ist für die meisten Anwendungen mehr als ausreichend scharf. Im direkten Vergleich zum Toshiba Radius 12 wirkte das Display des Yoga 900 in Bezug auf Textschärfe und Farbgenauigkeit etwas blasser, war aber für die allgemeine Nutzung im Alltag vollkommen in Ordnung.
Die Anschlussauswahl ist nahezu identisch mit der des Yoga 3 Pro, mit einer wichtigen Modernisierung. Links befinden sich der Headset-Anschluss, ein einzelner USB 3.0-Port sowie Tasten für die automatische Rotationssperre des Bildschirms, den Ein-/Ausschalter und die Systemwiederherstellung. Rechts sind ein SD-Kartenleser, ein USB 2.0-Port, der auch zur Stromversorgung des Laptops dient, ein zweiter USB 3.0-Port und ein moderner USB-C-Anschluss untergebracht. Der USB-C-Port ersetzt den Micro-HDMI-Port des Vorgängers und ist zukunftssicher. Er kann mit einem optionalen Adapter (nicht im Lieferumfang) auch für die Videoausgabe an HDMI- oder DisplayPort-Monitore genutzt werden. Auch wenn zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch wenige Peripheriegeräte direkt auf USB-C setzten, war das Yoga 900 damit gut für die Zukunft gerüstet. Für die kabellose Kommunikation standen die gängigen Standards 802.11ac Wi-Fi und Bluetooth 4.0 zur Verfügung.
Mit 16 GB Arbeitsspeicher ist das System hervorragend für anspruchsvolles Multitasking ausgestattet. Selbst bei mehreren Dutzend gleichzeitig geöffneten Fenstern oder Tabs sollte es nicht zu spürbaren Verlangsamungen kommen. Ebenso bietet die 512 GB große Solid-State-Drive (SSD) mehr als ausreichend Platz für Programme, Dokumente und Medien – deutlich mehr als beispielsweise die 128 GB Basisausstattung des 13-Zoll Apple MacBook Pro. Es ist wichtig zu wissen, dass Arbeitsspeicher und interner Speicher nach dem Kauf nicht aufgerüstet werden können. Angesichts der großzügigen Ausstattung der getesteten Konfiguration dürfte dies jedoch für die meisten Anwender kein Problem darstellen. Das System wurde mit einer standardmäßigen einjährigen Garantie ausgeliefert.
Leistung im Detail
Der wohl bedeutendste Kritikpunkt am Lenovo Yoga 3 Pro war seine Leistung, die aufgrund des stromsparenden Intel Core M Prozessors begrenzt war. Umso erfreulicher war die Nachricht, dass das Lenovo Yoga 900 mit einem vollwertigen Intel Core i7-6500U Prozessor der sechsten Generation (Skylake) ausgestattet war, zusammen mit der integrierten Intel HD Graphics 520. Diese Umstellung sorgte für einen spürbaren Leistungssprung und ermöglichte es dem Yoga 900, seinen Vorgänger in Benchmarks deutlich zu übertreffen.
Auf dem PCMark 8 Work Conventional Test, der die Leistung bei typischen Büroaufgaben simuliert, erreichte das System einen überdurchschnittlichen Wert von 2.564 Punkten. Dies lag weit vor dem Lenovo Yoga 3 Pro (2.094) und nur minimal hinter dem Microsoft Surface Book (2.583). Dies bestätigte die Eignung des Yoga 900 für eine solide Alltagsleistung und produktive Arbeit.
Besonders beeindruckend war die Leistung bei Multimedia-Tests, die anspruchsvollere Aufgaben wie Videobearbeitung und Bildrendering simulieren. Hier zeigte sich der Vorteil des Core i7 Prozessors im Vergleich zum Core M des Vorgängers deutlich:
| Test | Lenovo Yoga 900 | Lenovo Yoga 3 Pro | Toshiba Satellite Radius 12 | Microsoft Surface Book |
|---|---|---|---|---|
| Handbrake (Video-Encoding) | 2 Minuten 30 Sekunden | 5 Minuten 55 Sekunden | 2 Minuten 18 Sekunden | 2 Minuten 20 Sekunden |
| CineBench (Rendering) | 302 Punkte | 147 Punkte | 316 Punkte | 307 Punkte |
| Photoshop (Bildbearbeitung) | 4 Minuten 28 Sekunden | 6 Minuten 55 Sekunden | 4 Minuten 26 Sekunden | 3 Minuten 7 Sekunden |
Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Das Yoga 900 bewältigte diese Aufgaben in weniger als der Hälfte der Zeit, die das Yoga 3 Pro benötigte, und lag auf Augenhöhe mit oder nur knapp hinter leistungsstärkeren Systemen wie dem Toshiba Satellite Radius 12 und dem Microsoft Surface Book (das bei Photoshop besonders glänzte). Für kreative Anwender, die gelegentlich Bild- oder Videobearbeitung betreiben möchten, war das Yoga 900 damit eine praktikable Option.
Auch bei der 3D-Gaming-Leistung zeigte das Yoga 900 für ein System mit integrierter Grafik eine solide Vorstellung. Auf dem 3DMark Cloud Gate Test erreichte es mit 6.069 Punkten den Spitzenwert in seiner Kategorie. Bei den grafisch anspruchsvolleren Heaven (20 Bilder pro Sekunde) und Valley (23 Bilder pro Sekunde) Tests auf mittlerer Qualität war die Leistung passabel und positionierte es knapp hinter dem Surface Book und dem Toshiba Radius 12. Während es nicht für das Spielen der neuesten Triple-A-Titel auf höchsten Einstellungen geeignet war, sollten beliebte Online-Spiele wie MMOs (Massively Multiplayer Online) oder MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena) auf niedrigeren bis mittleren Einstellungen durchaus spielbar sein.
Der Preis für die gesteigerte Leistung war die Einführung eines aktiven Kühlsystems. Während das Yoga 3 Pro komplett lüfterlos und damit lautlos war, verfügte das Yoga 900 über einen Lüfter. Dieser machte sich bei anspruchsvollen Berechnungen oder beim Spielen durch hörbare Geräusche bemerkbar, war aber im Vergleich zu vielen leistungsstarken Laptops nicht übermäßig laut. Dies war ein notwendiger Kompromiss, um die höhere Leistung des Core i7 Prozessors zu ermöglichen.

Akkulaufzeit: Ein entscheidender Vorteil
Ein weiteres Highlight des Lenovo Yoga 900 war seine beeindruckende Akkulaufzeit, die dank eines größeren 66-Watt-Akkus deutlich verbessert wurde. In unserem standardisierten Laufzeittest erreichte das System beeindruckende 10 Stunden und 56 Minuten. Dieser Wert liegt nur knapp hinter dem 13-Zoll Apple MacBook Pro (11:10), das für seine lange Akkulaufzeit bekannt ist, und deutlich hinter dem Microsoft Surface Book (15:41), das allerdings mit zwei internen Akkupacks ausgestattet war.
Die wahre Stärke der Akkulaufzeit des Yoga 900 zeigte sich jedoch im Vergleich zu seinem Vorgänger und anderen Convertibles der Zeit. Es übertraf das Acer Aspire R13 (6:45), das Toshiba Satellite Radius 12 (5:49) und vor allem das Lenovo Yoga 3 Pro (8:19) um Längen. Die Steigerung um über zweieinhalb Stunden gegenüber dem Yoga 3 Pro war besonders bemerkenswert, da das Yoga 900 gleichzeitig einen deutlich leistungsstärkeren Prozessor nutzte. Diese Ausdauer machte das Yoga 900 zu einem hervorragenden Begleiter für den ganzen Arbeitstag oder für lange Reisen, ohne ständig auf der Suche nach einer Steckdose sein zu müssen.
Fazit: Lohnt sich das Lenovo Yoga 900?
Obwohl der Einführungspreis des Lenovo Yoga 900 etwa 200 US-Dollar über dem des Lenovo Yoga 3 Pro lag, war es in nahezu jeder Hinsicht eine signifikante Verbesserung und bot ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für seine Klasse. Es verdoppelte den Arbeitsspeicher auf 16 GB und den SSD-Speicher auf 512 GB. Es ersetzte den etwas veralteten Micro-HDMI-Anschluss durch den zukunftssicheren USB-C-Anschluss und wurde direkt mit dem moderneren Windows 10 Betriebssystem ausgeliefert, anstatt mit Windows 8.1 wie der Vorgänger.
Die Leistung war der wohl wichtigste Fortschritt. Dank des Intel Core i7 Prozessors war das Yoga 900 in Benchmarks und im realen Einsatz, insbesondere bei anspruchsvolleren Aufgaben und Multitasking, seinem Vorgänger weit überlegen. Gepaart mit einer deutlich längeren Akkulaufzeit, die über zweieinhalb Stunden mehr Ausdauer bot als das Yoga 3 Pro, löste das Yoga 900 die größten Schwachstellen des vorherigen Modells.
Auch im Vergleich zu anderen Convertibles der damaligen Zeit, wie dem Toshiba Satellite 12, war das Yoga 900 dank seiner über fünf zusätzlichen Stunden Akkulaufzeit, der komfortableren Tastatur und des dünneren, leichteren Gehäuses im Alltag oft die angenehmere Wahl. Lenovo gelang es, seinem bereits preisgekrönten und eleganten Design die dringend benötigte Leistung und Ausdauer hinzuzufügen. Das Ergebnis war ein überaus fähiger Allround-Laptop, der bei Bedarf problemlos in ein Tablet verwandelt werden konnte, ohne bei den Kernfunktionen eines Notebooks Kompromisse einzugehen. All diese Verbesserungen und Qualitäten führten zur Auszeichnung des Yoga 900 als Editors' Choice für High-End Convertible-Hybrid-Laptops.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das Lenovo Yoga 900 für alltägliche Aufgaben geeignet?
Absolut. Mit seinem leistungsstarken Intel Core i7 Prozessor, 16 GB Arbeitsspeicher und der schnellen 512 GB SSD ist das Yoga 900 bestens für alle gängigen Aufgaben wie Surfen im Internet, Office-Anwendungen, E-Mail, Videostreaming und intensives Multitasking gerüstet.
Kann ich auf dem Yoga 900 Spiele spielen?
Ja, aber mit Einschränkungen. Die integrierte Intel HD Graphics 520 ist nicht für moderne, grafisch sehr anspruchsvolle Spiele auf höchsten Einstellungen konzipiert. Weniger fordernde Spiele, ältere Titel oder Spiele im Casual-Bereich sowie beliebte E-Sport-Titel (wie League of Legends, Dota 2) sollten auf niedrigeren bis mittleren Grafikeinstellungen flüssig spielbar sein.
Kann ich den Arbeitsspeicher oder die SSD des Yoga 900 aufrüsten?
Nein, in der getesteten Konfiguration sind die 16 GB Arbeitsspeicher und die 512 GB SSD fest verbaut bzw. nicht für eine einfache Nachrüstung durch den Endbenutzer vorgesehen. Angesichts der großzügigen Ausstattung dürfte dies jedoch für die meisten Anwender kein Problem darstellen.
Was sind die Hauptvorteile des Yoga 900 gegenüber seinem Vorgänger, dem Yoga 3 Pro?
Die wichtigsten Verbesserungen sind die deutlich höhere Leistung dank des Intel Core i7 Prozessors, die wesentlich längere Akkulaufzeit, die Verdoppelung des Arbeitsspeichers und des SSD-Speichers, die Integration eines modernen USB-C-Anschlusses und die Auslieferung mit Windows 10.
Wie stabil ist das Uhrenarmband-Scharnier im Langzeiteinsatz?
Das Uhrenarmband-Scharnier ist ein komplexes und robust wirkendes Designelement, das für die verschiedenen Modi des Convertibles entscheidend ist. Obwohl Langzeittests über Jahre hinweg natürlich die ultimative Aussagekraft hätten, zeigte es sich im Test als sehr stabil und zuverlässig beim Halten des Displays in jeder Position.
Welches Betriebssystem ist auf dem Lenovo Yoga 900 installiert?
Das Lenovo Yoga 900 wurde standardmäßig mit Microsoft Windows 10 ausgeliefert.
Ist das Display des Yoga 900 für den Außeneinsatz geeignet?
Das Display bietet eine gute Auflösung und ist für den Innenbereich sehr gut geeignet. Bei direktem Sonnenlicht oder sehr hellen Umgebungen kann es aufgrund seiner nicht-matten Oberfläche zu Spiegelungen kommen, was die Ablesbarkeit beeinträchtigen kann.
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