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Pentax Auto 110: Kleinste Spiegelreflexkamera?

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In der Welt der Fotografie gab es schon immer den Wunsch nach Kameras, die leistungsfähig und gleichzeitig kompakt sind. Während moderne Digitalkameras diesen Spagat oft mühelos meistern, war dies in der Ära der Analogfotografie eine deutlich größere Herausforderung. Besonders im Bereich der Spiegelreflexkameras, die für ihre Vielseitigkeit und optische Qualität geschätzt werden, waren miniaturisierte Modelle eine Seltenheit. Doch es gab eine bemerkenswerte Ausnahme, eine Kamera, die bis heute oft als die kleinste Spiegelreflexkamera der Welt gilt: die Pentax Auto 110.

Welche ist die kleinste Spiegelreflexkamera?
Die 1978/79 erschienene Auto 110 gilt als kleinste Spiegelreflexkamera der Welt, außerdem ist sie die einzige Pocketfilm-SLR mit Wechselobjektiven. Pentax und Minolta waren die einzigen Hersteller weltweit, die Spiegelreflexkameras für den Pocketfilm auf den Markt brachten.

Diese Kamera ist nicht nur wegen ihrer geringen Größe bemerkenswert, sondern auch, weil sie das volle Konzept einer Systemkamera auf das damals populäre Pocketfilm-Format, den 110er-Film, übertrug. Sie war ein kühnes technisches Statement von Pentax und bot Fotografen die Möglichkeit, eine echte SLR mit Wechselobjektiven in einem Format bei sich zu tragen, das kaum größer war als eine Zigarettenschachtel.

Die Geburt einer Mini-SLR: Die Pentax Auto 110

Die Pentax Auto 110 wurde Ende der 1970er Jahre, genauer gesagt 1978/79, von dem japanischen Hersteller Pentax auf den Markt gebracht. Sie war nicht die allererste Spiegelreflexkamera für den 110er Pocketfilm – dieser Titel gebührt der Minolta 110 Zoom SLR, die bereits 1976 erschien. Doch die Pentax Auto 110 setzte neue Maßstäbe. Während die Minolta eher wie eine aufgemotzte Pocketkamera mit Zoomobjektiv wirkte, wurde die Pentax Auto 110 als vollwertiges System konzipiert. Ihr Design war dem einer klassischen Kleinbild-SLR nachempfunden, nur eben in drastisch reduziertem Maßstab. Das entscheidende Merkmal, das sie von allen anderen Pocketfilm-Kameras abhob, war die Möglichkeit, die Objektive zu wechseln. Dies machte sie zur einzigen Pocketfilm-SLR mit Wechselobjektiven und festigte ihren Ruf als winzige Systemkamera.

Pentax und Minolta blieben übrigens die einzigen Kamerahersteller weltweit, die überhaupt Spiegelreflexkameras für das 110er-Format entwickelten und vermarkteten. Dies unterstreicht die Einzigartigkeit und das technische Wagnis, das diese Kameras darstellten.

Technische Details eines Zwergs

Trotz ihrer geringen Größe bot die Pentax Auto 110 beachtliche Spezifikationen für ihre Zeit und ihr Format. Als einäugige Spiegelreflexkamera (SLR) ermöglichte sie die exakte Bildkomposition durch das Objektiv. Ihre Abmessungen von etwa 56 × 99 × 45 Millimetern und ein Gewicht von rund 172 Gramm (mit dem Standard 24-mm-Objektiv) waren revolutionär. Zum Vergleich: Viele Kompaktkameras jener Zeit waren größer und schwerer, und traditionelle 35-mm-SLRs sowieso um ein Vielfaches.

Die Belichtungssteuerung der Auto 110 war vollautomatisch. Sie verfügte über eine TTL-Belichtungsmessung (Through The Lens), was bedeutete, dass die Kamera das Licht direkt durch das Objektiv maß und die passende Belichtungszeit wählte. Die verfügbaren Belichtungszeiten reichten von 1/750 Sekunde für helle Situationen bis zu 1 Sekunde für Aufnahmen bei schwachem Licht. Eine nützliche Funktion war die gelbe LED im Sucher, die aufleuchtete, wenn die Belichtungszeit länger als 1/30 Sekunde wurde – ein Hinweis auf mögliche Verwacklungsgefahr, der den Fotografen erinnerte, die Kamera stabil zu halten oder ein Stativ zu verwenden.

Der Sucher selbst war ein Prismensucher, der ein klares und helles Bild lieferte. Er verfügte über einen Schnittbildindikator, ein gängiges Hilfsmittel bei manueller Fokussierung, das präzises Scharfstellen ermöglichte, indem es zwei Teile des Bildes zur Deckung brachte.

Der Filmtransport erfolgte manuell über einen Transporthebel an der Kamera. Um ein Bild weiterzuschalten und den Verschluss zu spannen, musste dieser Hebel zweimal betätigt werden. Dies war typisch für viele Kameras jener Ära und trug zur Kompaktheit bei, da kein Platz für einen automatischen Winder im Gehäuse reserviert werden musste – obwohl Winder als Zubehör erhältlich waren.

Für Aufnahmen mit Blitz besaß die Kamera einen speziellen Blitzkontakt, der für die hauseigenen externen Blitzgeräte von Pentax ausgelegt war. Diese synchronisierten automatisch mit der Kamera.

Das Objektivsystem: Vielfalt im Kleinstformat

Was die Pentax Auto 110 wirklich zu einer Systemkamera machte, war ihr Angebot an Wechselobjektiven. Zur Markteinführung im Jahr 1978 präsentierte Pentax ein Trio von Objektiven mit dem speziellen Pentax 110-Bajonett:

  • 1:2,8/18 mm Weitwinkelobjektiv: Entsprach etwa einem 35-mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera und eignete sich hervorragend für Landschafts-, Architektur- und Gruppenaufnahmen.
  • 1:2,8/24 mm Normalobjektiv: Dies war das Standardobjektiv, das oft mit der Kamera zusammen verkauft wurde. Es bot einen Blickwinkel, der dem menschlichen Sehen nahekam (entspricht ca. 48 mm an Kleinbild).
  • 1:2,8/50 mm Teleobjektiv: Entsprach etwa einem 100-mm-Objektiv an Kleinbild und war ideal für Porträts oder das Heranholen entfernter Motive.

Alle drei Objektive hatten die gleiche Lichtstärke von 1:2,8, was für die damalige Zeit und insbesondere für solch kleine Optiken bemerkenswert war und Aufnahmen auch bei weniger idealen Lichtverhältnissen ermöglichte.

Später wurde das Objektivangebot um drei weitere Brennweiten erweitert, was die Vielseitigkeit des Systems weiter steigerte. Die genauen Spezifikationen dieser späteren Objektive sind in den verfügbaren Informationen oft weniger präsent, aber ihre Existenz allein unterstreicht das Engagement von Pentax, ein vollwertiges System zu schaffen. Zusätzlich brachte die Firma Soligor einen 1,7x Telekonverter auf den Markt, der die Brennweite der vorhandenen Objektive verlängerte und so noch mehr Flexibilität bot.

Umfangreiches Zubehör: Ein komplettes System

Pentax vermarktete die Auto 110 nicht nur als Kamera, sondern als umfassendes System. Dies zeigte sich im reichhaltigen Zubehörangebot, das die Fähigkeiten der kleinen SLR erheblich erweiterte. Zu den wichtigsten Zubehörteilen gehörten:

  • Winder: Es gab zwei verschiedene Winder-Modelle. Diese wurden an die Unterseite der Kamera angeschlossen und automatisierten den Filmtransport nach jeder Aufnahme. Dies ermöglichte schnellere Bildsequenzen, was besonders bei spontanen Motiven oder in der Reportagefotografie nützlich war. Der manuelle Transporthebel entfiel bei aufgesetztem Winder.
  • Elektronenblitzgeräte: Zwei Modelle externer Blitzgeräte wurden angeboten. Dank des speziellen Pentax-Blitzsockels synchronisierten diese Blitze automatisch mit der Kamera, was die Handhabung vereinfachte.
  • Filter: Verschiedene Filter, wie UV- und Skylightfilter, waren erhältlich, um die Bildqualität zu beeinflussen oder die Objektive zu schützen.
  • Nahlinsen: Diese wurden vor die Objektive geschraubt und ermöglichten Nahaufnahmen oder Makrofotografie, was das Einsatzgebiet der Kamera zusätzlich vergrößerte.

Dieses umfangreiche Systemzubehör war ein entscheidender Faktor, der die Pentax Auto 110 von einer einfachen Pocketkamera abhob und sie zu einem ernstzunehmenden Werkzeug für ambitionierte Fotografen machte, die Wert auf Kompaktheit legten.

Die Weiterentwicklung: Pentax Auto 110 Super

Anfang der 1980er Jahre, als das 110er-Format noch populär war, brachte Pentax eine leicht überarbeitete Version auf den Markt: die Pentax Auto 110 Super. Das Gehäuse der Super-Version war baugleich mit dem Originalmodell, was sicherstellte, dass alle Objektive, Winder und das übrige Zubehör voll kompatibel blieben. Die Verbesserungen betrafen hauptsächlich zusätzliche Funktionen, die die Benutzerfreundlichkeit erhöhten:

  • Gegenlichttaste: Diese Taste erlaubte eine Belichtungskorrektur bei schwierigen Lichtsituationen, insbesondere bei Gegenlichtaufnahmen, um zu verhindern, dass das Hauptmotiv unterbelichtet wird.
  • Selbstauslöser: Ein eingebauter Selbstauslöser war eine praktische Ergänzung für Selbstporträts oder Aufnahmen, bei denen der Fotograf Teil der Gruppe sein wollte.
  • Auslöserverriegelung: Diese Funktion verhinderte ein versehentliches Auslösen der Kamera, was besonders beim Transport nützlich war.

Obwohl die Verbesserungen eher inkrementell waren, machten sie die Auto 110 Super zu einer ausgereifteren Version der bereits beeindruckenden Kamera.

Historische Einordnung und Vergleich

Um die Bedeutung der Pentax Auto 110 vollständig zu verstehen, muss man sie in den Kontext der Kamerageschichte einordnen. Der 110er Pocketfilm wurde 1972 von Kodak eingeführt und war ein großer Erfolg. Sein Hauptvorteil war die einfache Handhabung dank der Kassette, die das Einlegen und Entnehmen des Films trivial machte. Dies knüpfte an den Erfolg des früheren 126er Instamatic-Systems an.

Die erste Spiegelreflexkamera für dieses Format war die Minolta 110 Zoom SLR (1976). Sie war innovativ, aber die Pentax Auto 110 (System 10) von 1978 wurde aufgrund ihres Designs, das dem einer klassischen SLR ähnelte, und vor allem wegen der Wechselobjektive vom Markt und den Fotografen eher als eine „echte“ Spiegelreflexkamera wahrgenommen.

Es gab jedoch auch vor der Pentax Auto 110 Versuche, Spiegelreflexkameras zu miniaturisieren. Bereits in den 1960er Jahren entwickelte KMZ in der damaligen UdSSR die KMZ Narciss, eine Miniatur-SLR für den 16-mm-Film. Diese war ebenfalls winzig, übertraf aber in ihren Abmessungen die spätere Pentax Auto 110. Daher kann die Pentax Auto 110 mit gutem Recht als die kleinste SLR bezeichnet werden, die in Serie gefertigt wurde und ein vollständiges System bot.

Die Pentax Auto 110 heute

Obwohl die Produktion des 110er Films in den 2000er Jahren weitgehend eingestellt wurde und die Analogfotografie von der Digitalfotografie abgelöst wurde, erfreut sich die Pentax Auto 110 heute großer Beliebtheit bei Sammlern und Enthusiasten. Ihre einzigartige Kombination aus winziger Größe, SLR-Funktionalität und Wechselobjektiven macht sie zu einem faszinierenden Stück Kamerageschichte. Einige Hersteller produzieren auch heute noch 110er-Film, oft in kreativen Varianten, was es ermöglicht, diese Kameras tatsächlich noch zu benutzen.

Die Faszination liegt nicht nur im Sammelaspekt, sondern auch im Erlebnis. Mit einer Pentax Auto 110 zu fotografieren, ist eine Reise in die Vergangenheit. Es ist eine Herausforderung, mit einem winzigen Format und begrenzten Einstellungsmöglichkeiten (die Belichtung ist ja automatisch) dennoch kreative Ergebnisse zu erzielen. Die Bildqualität des 110er Films war naturgemäß nicht mit der von Kleinbild vergleichbar, aber gut belichtete und fokussierte Aufnahmen mit den hochwertigen Pentax-Objektiven können durchaus überraschend gut ausfallen.

Vergleichstabelle: Pentax Auto 110 vs. Auto 110 Super

MerkmalPentax Auto 110Pentax Auto 110 Super
Erscheinungsjahr1978/79Anfang 1980er
Abmessungenca. 56 × 99 × 45 mmca. 56 × 99 × 45 mm
Gewicht (mit 24mm Objektiv)ca. 172 gca. 172 g
Filmformat110 Pocketfilm110 Pocketfilm
ObjektivanschlussPentax 110-BajonettPentax 110-Bajonett
BelichtungsmessungTTL, VollautomatikTTL, Vollautomatik
Belichtungszeiten1/750 - 1 Sekunde1/750 - 1 Sekunde
FilmtransportManuell (Hebel)Manuell (Hebel)
GegenlichttasteNeinJa
SelbstauslöserNeinJa
AuslöserverriegelungNeinJa
ZubehörkompatibilitätUmfangreich (Objektive, Winder, Blitz, Filter, Nahlinsen)Umfangreich (volle Kompatibilität mit Auto 110 Zubehör)

Häufig gestellte Fragen zur Pentax Auto 110

Hier beantworten wir einige der häufigsten Fragen zu dieser einzigartigen Kamera:

Ist die Pentax Auto 110 wirklich die kleinste Spiegelreflexkamera?
Sie gilt allgemein als die kleinste *serienmäßig produzierte* Spiegelreflexkamera mit *Wechselobjektiven*. Es gab frühere, wie die KMZ Narciss, aber diese waren für 16mm Film und oft etwas größer oder weniger verbreitet.

Was ist 110er Pocketfilm?
110er Film ist ein Filmformat, das 1972 von Kodak eingeführt wurde. Er wird in einer kleinen Plastikkassette geliefert, die das Einlegen und Entnehmen sehr einfach macht. Das Negativformat ist 13 × 17 mm, deutlich kleiner als bei 35mm Film.

Wird 110er Film heute noch hergestellt?
Ja, obwohl die großen Hersteller die Produktion eingestellt haben, stellen einige kleinere Firmen und spezialisierte Anbieter wie Lomography weiterhin 110er Film her, oft in verschiedenen Varianten (Farbe, Schwarzweiß, Dia).

Ist die Pentax Auto 110 eine "echte" SLR?
Ja, absolut. Sie verfügt über einen Spiegel und ein Prisma, das das Bild durch das Objektiv in den Sucher leitet, was eine exakte Bildkomposition ermöglicht – das definierende Merkmal einer Spiegelreflexkamera.

Wie funktioniert die Belichtung?
Die Kamera hat eine vollautomatische Belichtungssteuerung (Zeitautomatik). Sie misst das Licht durch das Objektiv und wählt die passende Belichtungszeit zwischen 1/750 und 1 Sekunde. Der Fotograf muss sich nur um die Fokussierung kümmern.

Ist die Kamera für Anfänger geeignet?
Damals ja, wegen der automatischen Belichtung und des einfachen Filmformats. Heute erfordert die Beschaffung und Entwicklung von 110er Film etwas mehr Aufwand, aber die Bedienung der Kamera selbst ist unkompliziert.

Fazit

Die Pentax Auto 110 ist weit mehr als nur eine kuriose Miniaturkamera. Sie ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie weit Ingenieure die Grenzen der Miniaturisierung treiben konnten, ohne die Kernfunktionen einer vollwertigen Spiegelreflex-Systemkamera zu opfern. Mit ihrer automatischen Belichtung, den Wechselobjektiven und dem durchdachten Zubehör bot sie ein in dieser Größe einzigartiges Paket. Auch wenn das 110er-Format heute eine Nische besetzt, bleibt die Pentax Auto 110 ein faszinierendes Stück Fotogeschichte und ein Beweis für den Erfindergeist von Pentax. Sie ist ein Muss für jeden Sammler und eine spannende Kamera für alle, die das analoge Fotografieren im ungewöhnlichsten Format erleben möchten.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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