In der glanzvollen, aber auch anspruchsvollen Welt des Modelns ist das richtige Werkzeug entscheidend. Neben einem professionellen Auftreten und den passenden Maßen gehört ein Instrument zur Grundausstattung, das oft als die Visitenkarte eines Models bezeichnet wird: das Modelbook. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff, und warum ist es so unerlässlich für den Erfolg in dieser Branche?
Das Modelbook, auch bekannt als Modelbuch oder einfach Portfolio, ist im Wesentlichen eine sorgfältig zusammengestellte Mappe, die eine Auswahl der besten und aussagekräftigsten Fotos eines Models enthält. Es dient einem einzigen, übergeordneten Zweck: sich bei potenziellen Kunden – seien es Fotografen, Agenturen, Modedesigner oder Werbefirmen – zu bewerben. Bei Castings oder sogenannten Go Sees wird dieses Buch vorgelegt, um dem Kunden einen schnellen und umfassenden Eindruck von den Fähigkeiten, der Wandlungsfähigkeit und dem Look des Models zu vermitteln. Es ist somit ein aktives Marketinginstrument, das das Model selbst in den Händen hält.

Was macht ein gutes Modelbook aus?
Die äußere Form des Modelbooks mag simpel erscheinen, doch ihre Bedeutung ist nicht zu unterschätzen. Eine gute Mappe muss vor allem eines sein: stabil und widerstandsfähig. Sie muss die wertvollen Fotos im Inneren schützen, nicht nur vor den Elementen wie Wind oder Feuchtigkeit, sondern auch vor mechanischer Beanspruchung während des Transports. Materialien wie Leder oder Hartplastik haben sich hierbei als besonders langlebig und schützend erwiesen. Die Wahl des Materials und des Designs sollte jedoch stets eine schlichte Optik verfolgen. Das Modelbook soll nicht durch auffällige Farben oder Muster vom eigentlichen Inhalt ablenken. Der Fokus muss immer auf dem Model und den präsentierten Bildern liegen.
Im Inneren der Mappe befinden sich transparente Einlegefolien. Diese sind praktisch gestaltet, um die Fotos sicher zu verwahren, aber auch, um einen einfachen Austausch der Bilder zu ermöglichen. Die Flexibilität, das Portfolio schnell an spezifische Anforderungen eines Castings anzupassen, ist ein großer Vorteil.
Der Inhalt: Die Fotos sind die Stars
Das Herzstück eines jeden Modelbooks sind zweifellos die Fotos. Hierbei gibt es klare Standards bezüglich Größe und Auswahl. Die Bilder sollten eine Größe von 20 x 30 cm haben. Kleinere Formate werden in der Branche oft als unprofessionell angesehen. Diese Größe erlaubt es dem Betrachter, Details gut zu erkennen und einen realistischen Eindruck vom Model zu gewinnen.
Die Auswahl der Fotos ist eine Kunst für sich und von entscheidender Bedeutung. Die Bilder müssen gezielt ausgewählt werden, um die Wandlungsfähigkeit des Models zu demonstrieren. Ein potenzieller Kunde blättert durch das Buch und soll sich dabei bereits vorstellen können, wie das Model in der spezifischen Kampagne oder dem geplanten Shooting wirken würde. Daher ist es unerlässlich, eine Vielfalt an Aufnahmen zu präsentieren. Dies beinhaltet:
- Verschiedene Posen: Von energiegeladenen Action-Shots bis hin zu ruhigen, ausdrucksstarken Haltungen.
- Unterschiedliche Kleidungsstile: High Fashion, Commercial, Sportswear, Bademode – je nach Spezialisierung des Models.
- Vielfältige Frisuren und Make-Ups: Natürliche Looks wechseln sich ab mit dramatischen Stylings, um die Bandbreite zu zeigen.
- Unterschiedliche Locations: Studioaufnahmen, Outdoor-Shootings in der Natur oder in urbaner Umgebung, Innenräume – die Location kann die Stimmung eines Bildes stark beeinflussen.
Diese Vielfalt zeigt dem Kunden, dass das Model nicht nur einen bestimmten Look beherrscht, sondern sich flexibel an verschiedene Konzepte und Anforderungen anpassen kann.
Neben den aufwendig inszenierten und gestylten Aufnahmen dürfen aber auch die ganz schlichten, sogenannten Polaroids oder Basics, nicht fehlen. Diese Bilder zeigen das Model in seiner natürlichen Form: ungeschminkt oder nur sehr leicht geschminkt, oft in enger, schlichter Kleidung (wie Jeans und T-Shirt oder Badeanzug), die die Figur gut zur Geltung bringt. Es sollten sowohl Ganzkörperaufnahmen als auch Porträts enthalten sein. Diese schlichten Aufnahmen sind essenziell, da sie dem Kunden einen realistischen Eindruck vom aktuellen Aussehen des Models vermitteln, ohne die Illusionen von Styling und Bildbearbeitung. Sie sind die Basis, auf der viele Casting-Entscheidungen getroffen werden.
Modelbook vs. Sedcard: Zwei wichtige Werkzeuge
Oft werden Modelbook und Sedcard verwechselt oder gleichgesetzt, doch es gibt einen klaren Unterschied, auch wenn sie sich inhaltlich teilweise überschneiden. Die Sedcard (manchmal auch Comp Card genannt) ist ebenfalls eine Art Visitenkarte mit Fotos, enthält aber zusätzlich die wichtigsten Daten des Models: Name, Körpergröße, Konfektionsgröße, Schuhgröße, Haar- und Augenfarbe sowie Kontaktdaten, oft über die Agentur. Die Sedcard wird in größerer Stückzahl gedruckt und nach einem Casting oder Go See beim Kunden hinterlassen. Sie dient als Erinnerungsstütze und ermöglicht es dem Kunden, die wichtigsten Informationen schnell zur Hand zu haben und das Model nach dem Termin wiederzuerkennen und zu kontaktieren.
Das Modelbook hingegen ist ein Unikat oder existiert nur in wenigen Exemplaren. Es ist das primäre visuelle Präsentationswerkzeug während des Termins selbst. Der Kunde nimmt sich Zeit, die Mappe durchzublättern und die Fotos genauer zu betrachten. Nach dem Termin nimmt das Model sein Modelbook wieder mit. Während die schlichten Polaroids oft sowohl im Modelbook als auch auf der Sedcard zu finden sind, zeigt das Modelbook in der Regel eine viel größere Bandbreite und Tiefe der bisherigen Arbeiten und der potenziellen Ausdrucksmöglichkeiten des Models.
| Merkmal | Modelbook | Sedcard | Webbook |
|---|---|---|---|
| Zweck | Detaillierte visuelle Präsentation bei Castings/Go Sees | Erinnerungsstütze mit Daten, wird hinterlassen | Digitale Online-Präsentation mit breiter Auswahl |
| Format | Mappe, meist A4 oder A5 | Gedruckte Karte, meist A5 oder A6 | Digitale Datenbank/Website |
| Inhalt (Fotos) | Auswahl der besten, vielfältigsten Bilder (ca. 10-20) plus Basics | Wenige Fotos (oft 4-6), typischerweise eine Großaufnahme & einige Ganzkörper/Basics | Sehr große Anzahl von Fotos möglich |
| Zusatzinfos | Minimal (oft nur Name innen) | Name, Maße, Kontaktdaten etc. | Name, Maße, Kontaktdaten, Videos, etc. |
| Verbleib nach Termin | Wird vom Model wieder mitgenommen | Wird beim Kunden gelassen | Online jederzeit abrufbar (mit Zugang) |
| Aktualisierung | Fotos müssen regelmäßig ausgetauscht werden | Muss neu gedruckt werden bei Änderungen | Einfach und schnell online aktualisierbar |
Qualität und Aktualität sind Pflicht
Die Fotos im Modelbook müssen nicht nur vielfältig sein, sondern auch höchsten professionellen Standards entsprechen. Das bedeutet, sie sollten immer von professionellen Fotografen aufgenommen worden sein, die Erfahrung in der Mode- und Porträtfotografie haben. Die Beleuchtung, Komposition und Schärfe müssen perfekt sein. Darüber hinaus ist die Nachbearbeitung der Bilder unerlässlich. Professionelle Bildbearbeitung korrigiert kleine Makel, optimiert Farben und Kontraste und stellt sicher, dass die Bilder im besten Licht erscheinen. Unbearbeitete Fotos haben im Modelbook nichts verloren.
Ebenso wichtig ist die Aktualität der Bilder. Das Aussehen eines Models kann sich ändern – durch einen neuen Haarschnitt, eine andere Haarfarbe oder auch durch natürliche Veränderungen im Laufe der Zeit. Das Modelbook muss diese Veränderungen widerspiegeln. Es wäre höchst unprofessionell und irreführend, wenn ein Kunde basierend auf Fotos aus dem Modelbook eine bestimmte Erwartungshaltung hat und dann beim Casting von einem komplett anderen Look überrascht wird. Die Fotos sollten daher regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden, um immer den aktuellen Zustand des Models zu zeigen.
Formatfragen: A4, A5 oder doch digital?
Das gängigste Format für physische Modelbooks ist A4 (ca. 21 x 29,7 cm). Dieses Format bietet ausreichend Platz, um die gewünschten 20 x 30 cm großen Fotos optimal zu präsentieren. Die Bilder wirken groß und eindrucksvoll. Allerdings hat ein gefülltes A4-Modelbook auch Nachteile: Es kann recht unhandlich und schwer zu tragen sein, besonders wenn man mehrere Termine an einem Tag hat. In Nordamerika hat sich daher das A5-Format (ca. 14,8 x 21 cm) bei vielen Models durchgesetzt. Dieses ist deutlich kompakter und leichter zu transportieren, auch wenn die Fotos entsprechend kleiner sein müssen.
Mit der fortschreitenden Digitalisierung hat sich neben dem klassischen physischen Modelbook eine weitere Form etabliert: das sogenannte Webbook. Dabei handelt es sich um eine digitale Datenbank oder eine spezielle Webseite, die eine große Anzahl von Fotos des Models hostet. Potenzielle Kunden erhalten vor einem Casting oder nach einer ersten Kontaktaufnahme einen Zugang zu diesem Webbook. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Auflösung der Bilder ist oft höher als bei gedruckten Fotos, und es können weit mehr Bilder präsentiert werden, als physisch in eine Mappe passen würden. Zudem können Bilder auf dem Bildschirm bequem vergrößert werden, um Details besser zu erkennen. Die Aktualisierung eines Webbooks ist ebenfalls deutlich einfacher und schneller als das Austauschen von Fotos in einer physischen Mappe oder das Neudrucken von Sedcards. Das Webbook wird zunehmend zu einem unverzichtbaren Bestandteil der professionellen Selbstdarstellung von Models.
Fazit: Das Modelbook als Karriere-Sprungbrett
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Modelbook weit mehr ist als nur eine Mappe mit Fotos. Es ist ein essenzielles Werkzeug für jedes Model, ein sorgfältig kuratiertes Portfolio, das die Professionalität, Wandlungsfähigkeit und das Potenzial unter Beweis stellt. Von der Wahl des robusten Materials über die Größe und Auswahl der Fotos bis hin zur ständigen Aktualisierung und der Berücksichtigung digitaler Alternativen wie dem Webbook – jedes Detail zählt, um bei Castings zu überzeugen und den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere in der Modelwelt zu legen. Ein gut geführtes Modelbook ist somit nicht nur eine Sammlung von Bildern, sondern ein aktiver Partner auf dem Weg zum Erfolg.
Häufig gestellte Fragen zum Modelbook
Was genau ist ein Modelbook?
Ein Modelbook, auch Portfolio genannt, ist eine Mappe mit einer Auswahl professioneller Fotos, die Models nutzen, um sich bei potenziellen Kunden (Fotografen, Agenturen, Marken) zu präsentieren und zu bewerben. Es zeigt die Bandbreite und Wandlungsfähigkeit des Models.
Warum braucht ein Model ein Modelbook?
Das Modelbook ist das wichtigste visuelle Werkzeug zur Selbstvermarktung eines Models. Es ermöglicht Kunden, sich schnell einen Eindruck vom Aussehen, den Fähigkeiten und der bisherigen Arbeit des Models zu verschaffen und ist entscheidend für die Buchung von Jobs.
Welche Fotos gehören in ein Modelbook?
Das Modelbook sollte eine vielfältige Auswahl an professionellen Fotos enthalten, die verschiedene Posen, Stylings, Locations und Ausdrucksformen zeigen, um die Wandlungsfähigkeit des Models zu demonstrieren. Zusätzlich sind schlichte Basics (Porträt und Ganzkörper ungeschminkt) unverzichtbar.
Wie groß sollten die Fotos im Modelbook sein?
Professionelle Modelbooks verwenden in der Regel Fotos im Format 20 x 30 cm, um eine gute Detailansicht zu ermöglichen. Kleinere Formate werden oft als weniger professionell angesehen.
Was ist der Unterschied zwischen Modelbook und Sedcard?
Das Modelbook ist eine detaillierte Mappe für die Präsentation während eines Termins und wird vom Model wieder mitgenommen. Die Sedcard ist eine gedruckte Karte mit wenigen Fotos und den wichtigsten Modeldaten, die beim Kunden hinterlassen wird.
Was ist ein Webbook?
Ein Webbook ist die digitale Version eines Modelbooks. Es ist eine Online-Datenbank oder Webseite mit einer großen Anzahl von Fotos des Models, die Kunden digital zugänglich gemacht wird. Es bietet Vorteile wie hohe Auflösung, mehr Fotos und einfache Aktualisierung.
Wie oft muss ein Modelbook aktualisiert werden?
Das Modelbook sollte regelmäßig aktualisiert werden, idealerweise immer dann, wenn sich das Aussehen des Models signifikant ändert (z.B. neue Frisur) oder neue, bessere Fotos verfügbar sind. Die Fotos müssen immer den aktuellen Look des Models zeigen.
Aus welchem Material sollte die Mappe sein?
Die Mappe sollte aus einem stabilen, widerstandsfähigen Material wie Leder oder Hartplastik sein, um die Fotos optimal zu schützen. Das Design sollte schlicht sein, um nicht vom Inhalt abzulenken.
Sind unbearbeitete Fotos im Modelbook erlaubt?
Nein, alle Fotos im Modelbook sollten professionell bearbeitet sein. Unbearbeitete Fotos wirken unprofessionell und nutzen nicht das volle Potenzial der Aufnahme.
Hat dich der Artikel Das Modelbook: Ihr Tor zur Modewelt interessiert? Schau auch in die Kategorie Fotografie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
