Wie formuliere ich meine Motivation in einem Motivationsschreiben?

Der perfekte Anfang Ihres Anschreibens

Rating: 4.69 (4811 votes)

Die Jobsuche kann eine aufregende, aber auch herausfordernde Zeit sein. Sie haben die perfekte Stelle gefunden, Ihr Lebenslauf ist auf dem neuesten Stand, und nun sitzen Sie vor einem leeren Dokument, bereit, Ihr Anschreiben zu verfassen. Aber wie beginnt man dieses wichtige Dokument, das den ersten Eindruck bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber hinterlässt? Der erste Eindruck zählt, und das gilt ganz besonders für die Einleitung Ihres Anschreibens. Hier legen Sie den Grundstein dafür, ob Ihre Bewerbung mit Interesse gelesen wird oder schnell im Stapel der Absagen landet.

Was gehört in eine Portfolio-Bewerbung?
In ein Portfolio für eine Bewerbung gehören ein professioneller Lebenslauf, relevante Zeugnisse und Zertifikate, ein Anschreiben, Arbeitsproben oder Projekte (wenn zutreffend), sowie manchmal auch persönliche Empfehlungsschreiben.

Warum der Anfang Ihres Anschreibens so entscheidend ist

Stellen Sie sich vor, ein Personaler hat Dutzende, manchmal Hunderte von Bewerbungen für eine einzige Stelle auf dem Tisch. Er oder sie hat nur wenig Zeit pro Dokument. Die ersten Sätze Ihres Anschreibens sind Ihre Chance, sofort Aufmerksamkeit zu erregen und sich von der Masse abzuheben. Eine langweilige oder standardisierte Einleitung signalisiert dem Leser oft, dass auch der Rest des Anschreibens und vielleicht sogar die gesamte Bewerbung wenig individuell und uninspiriert sind. Eine starke, persönliche und überzeugende Einleitung hingegen weckt Neugier und motiviert den Personaler, weiterzulesen und mehr über Sie zu erfahren. Es ist der Köder, der das Interesse packt und festhält.

Der klassische Fehltritt: Standardfloskeln vermeiden

Der wohl häufigste Fehler beim Beginn eines Anschreibens ist die Verwendung von abgedroschenen Standardformulierungen. Sätze wie „Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als...“ sind zwar formal korrekt, aber sie sind auch das, was jeder schreibt. Sie zeigen keine Kreativität, keine besondere Motivation und keinen individuellen Bezug zum Unternehmen oder zur ausgeschriebenen Position. Solche Anfänge sind austauschbar und tragen nichts dazu bei, Sie als einzigartigen Kandidaten hervorzuheben. Sie signalisieren eher, dass Sie sich wenig Mühe gegeben haben, Ihr Anschreiben individuell zu gestalten.

Ein weiterer Klassiker, der oft schwach wirkt, ist das Wiederholen des Betreffs im ersten Satz oder das Beginnen mit einer zu allgemeinen Aussage wie „Ich interessiere mich sehr für eine Tätigkeit in Ihrem Unternehmen...“. Auch das mag stimmen, aber es ist nicht spezifisch genug und verrät dem Leser noch nichts darüber, *warum* genau Sie sich für *diese* Stelle und *dieses* Unternehmen interessieren und was Sie mitbringen, das Sie von anderen unterscheidet.

Strategien für einen überzeugenden Einleitungssatz

Ihr Ziel sollte es sein, den Personaler von der ersten Zeile an zu fesseln. Das gelingt Ihnen, indem Sie sofort einen relevanten, persönlichen oder spannenden Punkt ansprechen. Hier sind einige bewährte Strategien:

1. Direkter Bezug zur Stelle und zum Unternehmen

Zeigen Sie, dass Sie die Stellenausschreibung genau gelesen haben und sich mit dem Unternehmen beschäftigt haben. Nehmen Sie Bezug auf spezifische Anforderungen der Stelle oder auf Werte, Projekte oder Erfolge des Unternehmens, die Sie besonders ansprechen. Dies signalisiert dem Leser, dass Ihre Bewerbung kein Massenprodukt ist, sondern gezielt für diese Position verfasst wurde.

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], Ihre Stellenausschreibung als [Stellenbezeichnung] auf [Plattform] hat mein Interesse sofort geweckt, insbesondere die Möglichkeit, [spezifisches Projekt/Aufgabe aus der Ausschreibung] zu übernehmen, da ich in diesem Bereich bereits umfangreiche Erfahrung sammeln konnte.“

Oder:

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], ich verfolge die innovative Arbeit von [Name des Unternehmens] im Bereich [spezifisches Feld] schon seit Längerem mit großer Bewunderung. Als [Ihre Berufsbezeichnung/Qualifikation] bin ich besonders von [spezifisches Projekt/Wert des Unternehmens] beeindruckt und sehe in der Position als [Stellenbezeichnung] die perfekte Gelegenheit, meine Fähigkeiten in Ihrem Team einzusetzen.“

2. Ihre Motivation und Leidenschaft hervorheben

Warum möchten Sie genau diese Stelle? Was reizt Sie am meisten an der Aufgabe oder am Unternehmen? Formulieren Sie Ihre persönliche Motivation klar und enthusiastisch. Leidenschaft ist ansteckend und zeigt dem Arbeitgeber, dass Sie nicht nur einen Job suchen, sondern wirklich Teil dieses Unternehmens sein möchten und bereit sind, sich einzubringen.

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], die Chance, meine Leidenschaft für [Ihr Fachgebiet] mit meiner Erfahrung in [relevante Fähigkeit] zu verbinden und so direkt zum Erfolg von [Name des Unternehmens] beizutragen, macht die Position als [Stellenbezeichnung] für mich besonders attraktiv.“

Oder:

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], als langjähriger Nutzer/Fan von [Produkt/Dienstleistung des Unternehmens] kenne ich die Qualität und den Anspruch von [Name des Unternehmens] aus erster Hand. Ich brenne darauf, meine [relevante Fähigkeit] einzusetzen, um aktiv an der Weiterentwicklung Ihrer [Produktlinie/Strategie] mitzuwirken.“

3. Einzigartige Qualifikationen oder Erfolge sofort präsentieren

Haben Sie eine besonders beeindruckende Qualifikation, ein relevantes Projekt oder einen messbaren Erfolg, der perfekt zur Stelle passt? Beginnen Sie damit! Das zeigt dem Leser sofort, dass Sie ein wertvoller Kandidat sind und weckt das Interesse an den Details in Ihrem Lebenslauf.

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], mit fünf Jahren Erfahrung in der erfolgreichen Leitung von [Art der Projekte] und einer nachweislichen Steigerung der Effizienz um [Prozentzahl] bei meinem letzten Arbeitgeber, bin ich überzeugt, die richtigen Fähigkeiten für die Position als [Stellenbezeichnung] mitzubringen und Ihr Team maßgeblich zu verstärken.“

Oder:

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], meine Expertise in [spezifische Software/Technologie], die ich in [Anzahl] Projekten erfolgreich eingesetzt habe, entspricht exakt den Anforderungen, die Sie für die Position als [Stellenbezeichnung] beschreiben.“

4. Bezug auf ein persönliches Gespräch oder einen Kontakt

Haben Sie bereits mit jemandem aus dem Unternehmen gesprochen, zum Beispiel auf einer Messe, einer Karrieremesse oder durch Networking? Erwähnen Sie dies gleich am Anfang. Das schafft eine persönliche Verbindung und zeigt Initiative.

Beispiel: „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], das inspirierende Gespräch mit Herrn/Frau [Name des Gesprächspartners] auf der [Veranstaltung/Messe] über die Herausforderungen im Bereich [spezifisches Thema] hat mein Interesse an der Position als [Stellenbezeichnung] in Ihrem Hause nachhaltig geweckt.“

Die Bedeutung der Personalisierung

Personalisierung ist das A und O eines erfolgreichen Anschreibens, und sie beginnt im ersten Satz. Jedes Anschreiben sollte einzigartig für die spezifische Stelle und das spezifische Unternehmen sein. Standardtexte, die nur minimal angepasst werden, erkennt ein erfahrener Personaler sofort. Nehmen Sie sich die Zeit, die Stellenausschreibung genau zu analysieren, die Unternehmenswebsite zu studieren und wenn möglich, mehr über die Unternehmenskultur zu erfahren. Nutzen Sie diese Informationen, um Ihren Einleitungssatz und den Rest Ihres Anschreibens maßzuschneidern.

Versuchen Sie immer, den Namen des zuständigen Ansprechpartners herauszufinden. Eine persönliche Anrede wie „Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name]“ ist einer allgemeinen Anrede wie „Sehr geehrte Damen und Herren“ immer vorzuziehen. Es zeigt, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, zu recherchieren.

Häufige Fehler am Anfang des Anschreibens, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Neben der Verwendung von Standardfloskeln gibt es weitere Fehler, die den ersten Eindruck negativ beeinflussen können:

  • Tipp- und Grammatikfehler: Ein Fehler im ersten Satz ist ein absolutes No-Go und zeugt von mangelnder Sorgfalt. Lesen Sie Korrektur – mehrmals!
  • Falscher Ansprechpartner: Wenn Sie den Namen des Ansprechpartners verwenden, stellen Sie sicher, dass er korrekt geschrieben ist und die richtige Anrede (Herr/Frau) hat.
  • Zu lange oder verschachtelte Sätze: Kommen Sie schnell auf den Punkt. Der Einleitungssatz sollte prägnant und leicht verständlich sein.
  • Informationen, die nicht zur Stelle passen: Nennen Sie nur relevante Qualifikationen oder Motivationen, die einen direkten Bezug zur ausgeschriebenen Position haben.
  • Arroganz statt Selbstbewusstsein: Es ist gut, selbstbewusst aufzutreten, aber vermeiden Sie Formulierungen, die überheblich klingen.

Vergleich: Schwache vs. Starke Anfänge

Um den Unterschied zu verdeutlichen, hier eine kleine Gegenüberstellung:

Schwacher AnfangStarker Anfang
Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stelle.Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], Ihre Ausschreibung als [Stellenbezeichnung] hat mich sofort angesprochen, da meine Erfahrung in [relevanter Bereich] perfekt zu Ihren Anforderungen passt.
Ich habe Ihre Anzeige gesehen und bewerbe mich jetzt.Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], ich folge der Arbeit von [Name des Unternehmens] im Bereich [spezifisches Feld] schon lange mit großem Interesse und möchte nun aktiv daran mitwirken.
Ich schreibe Ihnen, um mich für die Position X zu bewerben.Sehr geehrte/r Herr/Frau [Name], mit nachweislichen Erfolgen in [konkretes Ergebnis] und umfangreicher Erfahrung in [Schlüsselqualifikation] bin ich überzeugt, die ideale Besetzung für die Position als [Stellenbezeichnung] zu sein.

Der Übergang zum Hauptteil des Anschreibens

Der Einleitungssatz ist der Türöffner. Er sollte nahtlos in den Hauptteil Ihres Anschreibens übergehen. Nachdem Sie im ersten Satz das Interesse geweckt und Ihren wichtigsten Bezugspunkt zur Stelle genannt haben (Motivation, Qualifikation, etc.), erläutern Sie im nächsten Absatz, welche konkreten Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse Sie mitbringen, die für die Position relevant sind. Verbinden Sie Ihre Qualifikationen immer mit den Anforderungen der Stelle und zeigen Sie auf, welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten können. Der Hauptteil ist der Beweis für die Behauptung, die Sie im ersten Satz aufgestellt haben.

Häufig gestellte Fragen zum Anfang des Anschreibens

Wie lang sollte der Einleitungssatz maximal sein?

Der Einleitungssatz sollte prägnant sein, idealerweise nicht länger als zwei bis drei Sätze. Er muss auf den Punkt kommen und sofort das Wesentliche vermitteln. Lange, verschachtelte Sätze erschweren das schnelle Erfassen der Kernbotschaft.

Was mache ich, wenn ich keinen Ansprechpartner finde?

Versuchen Sie mit allen Mitteln, einen Ansprechpartner zu finden (Website, LinkedIn, telefonische Nachfrage im Unternehmen). Wenn es absolut nicht möglich ist, verwenden Sie die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Kompensieren Sie die fehlende persönliche Anrede dann aber unbedingt mit einem umso stärkeren und spezifischeren ersten Satz, der Ihre Motivation oder Qualifikation für genau diese Stelle hervorhebt.

Sollte ich meine Gehaltsvorstellung schon in der Einleitung nennen?

Nein, Gehaltsvorstellungen oder der frühestmögliche Eintrittstermin gehören nicht in die Einleitung. Diese Informationen werden entweder am Ende des Anschreibens genannt oder, falls im Stellenangebot gefordert, in einem separaten Absatz am Ende. Die Einleitung dient dazu, Ihr Interesse und Ihre Eignung für die Stelle zu wecken.

Ist es in Ordnung, im ersten Satz sehr selbstbewusst aufzutreten?

Ja, ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein ist positiv und zeigt, dass Sie von Ihren Fähigkeiten überzeugt sind. Formulierungen wie „Ich bin überzeugt, dass ich...“ oder „Meine Erfahrungen in... machen mich zur idealen Besetzung...“ sind durchaus angebracht, solange sie durch Ihre Qualifikationen im Lebenslauf und im Rest des Anschreibens untermauert werden und nicht arrogant klingen.

Kann ich im ersten Satz auf eine Empfehlung verweisen?

Ja, das ist eine sehr gute Strategie! Wenn Sie von jemandem im Unternehmen empfohlen wurden oder im Gespräch mit einem Mitarbeiter auf die Stelle aufmerksam gemacht wurden, erwähnen Sie dies unbedingt gleich am Anfang. Das schafft Vertrauen und zeigt, dass Sie bereits eine Verbindung zum Unternehmen haben.

Fazit: Machen Sie Ihren Anfang unvergesslich

Der Anfang Ihres Anschreibens ist Ihre Visitenkarte. Er ist die erste Hürde, die Sie nehmen müssen, um den Personaler davon zu überzeugen, Ihre Bewerbung genauer unter die Lupe zu nehmen. Investieren Sie Zeit und Mühe in die Formulierung eines starken, persönlichen und überzeugenden Einleitungssatzes. Vermeiden Sie Standardfloskeln, zeigen Sie Ihre Motivation und stellen Sie einen direkten Bezug zur Stelle und zum Unternehmen her. Mit Personalisierung und einer klaren Botschaft legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Bewerbung und erhöhen Ihre Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Machen Sie den ersten Eindruck zu einem bleibenden Eindruck!

Hat dich der Artikel Der perfekte Anfang Ihres Anschreibens interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar photo

Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

Go up