Wenn es um Kopfschmerzen, Schwindel, Taubheitsgefühle oder sogar schwerwiegendere Zustände wie Lähmungen oder Gedächtnisverlust geht, taucht oft die Frage auf: Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner? Die Antwort lautet häufig: ein Neurologe. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem medizinischen Fachgebiet, und für welche Krankheiten ist ein Neurologe eigentlich zuständig?
Der Facharzt für Neurologie, umgangssprachlich oft auch als Nervenarzt bezeichnet, beschäftigt sich mit einem der komplexesten Systeme des menschlichen Körpers: dem Nervensystem. Dieses steuert praktisch alle Funktionen, von einfachen Reflexen bis hin zu Denken und Emotionen. Wenn dieses System erkrankt, können die Auswirkungen vielfältig und tiefgreifend sein.

Was ist ein Neurologe? Die Lehre der Nerven
Das Wort „Neurologie“ stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus „Neuron“ (Nerv) und „lógos“ (Lehre) zusammen. Es bezeichnet also die Lehre des Nervensystems. Ein Neurologe ist ein speziell ausgebildeter Mediziner, der sich nach seinem Medizinstudium auf dieses Fachgebiet spezialisiert hat.
Das Nervensystem wird grob in zwei Hauptteile unterteilt:
- Zentrales Nervensystem (ZNS): Dies umfasst das Gehirn und das Rückenmark. Es ist die Kommandozentrale des Körpers, die Informationen verarbeitet und Befehle sendet.
- Peripheres Nervensystem (PNS): Dies sind alle Nerven, die sich außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks befinden. Dazu gehören die 12 Hirnnerven, die direkt vom Gehirn ausgehen und wichtige Funktionen wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Mimik und Muskelsteuerung im Kopf- und Halsbereich kontrollieren. Ebenso gehören die 31 Spinalnerven, die vom Rückenmark abzweigen und Arme, Beine und den Rumpf versorgen, sowie das enterische Nervensystem, das den Magen-Darm-Trakt reguliert, zum PNS.
Der Neurologe ist Experte für Erkrankungen, die diese komplexen Strukturen betreffen, sowie für Erkrankungen der Muskulatur, da Muskeln eng mit den Nerven zusammenarbeiten, um Bewegung zu ermöglichen.
Welche Krankheiten behandelt ein Neurologe?
Die Liste der neurologischen Erkrankungen ist lang und vielfältig. Sie reichen von sehr häufigen Beschwerden bis hin zu seltenen, komplexen Zuständen. Hier sind einige der wichtigsten und häufigsten Krankheiten, mit denen sich Neurologen befassen:
Schlaganfall (Hirnschlag)
Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Ursachen für bleibende Behinderung und Todesfälle in Deutschland. Er tritt plötzlich auf, wenn ein Teil des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Dies geschieht entweder durch eine Verstopfung eines Blutgefäßes (ischämischer Schlaganfall) oder durch eine Blutung im Gehirn (hämorrhagischer Schlaganfall). Typische Symptome sind plötzliche Lähmungen oder Schwäche auf einer Körperseite (oft auch im Gesicht), Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindel oder starke Kopfschmerzen. Bei Verdacht auf Schlaganfall ist schnelles Handeln entscheidend. Der Neurologe ist hier der zentrale Spezialist für die Akutbehandlung und die anschließende Rehabilitation.
Epilepsie
Etwa 0,5 bis 1 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet an Epilepsie, einer chronischen neurologischen Erkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch wiederkehrende epileptische Anfälle. Diese Anfälle entstehen durch plötzliche, übermäßige elektrische Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, von kurzen Bewusstseinspausen oder Muskelzuckungen bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstlosigkeit. Neurologen diagnostizieren und behandeln Epilepsie, um die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson)
Diese fortschreitende neurodegenerative Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen. Sie entsteht durch das Absterben von Nervenzellen in einer bestimmten Region des Mittelhirns, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist wichtig für die Steuerung von Bewegungen. Der Mangel führt zu den charakteristischen Symptomen: Zittern (Tremor), Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese), Muskelsteifheit (Rigor) und Haltungsinstabilität. Auch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen oder Gedächtnisprobleme können auftreten. Der Neurologe begleitet Patienten mit Parkinson über viele Jahre.
Multiple Sklerose (MS)
Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Das Immunsystem greift fälschlicherweise die Myelinscheide an, eine Schutzschicht, die Nervenfasern umgibt. Dies führt zu Entzündungen und Schäden, die die Nervenleitfähigkeit beeinträchtigen. Die Symptome sind vielfältig und können sich im Verlauf der Krankheit ändern (daher „multiple“): Sehstörungen, Gefühlsstörungen (Taubheit, Kribbeln), Muskelschwäche, Lähmungen, Gleichgewichtsstörungen, Sprechstörungen oder auch Müdigkeit (Fatigue). Oft verläuft die MS in Schüben. Neurologen diagnostizieren MS und leiten Therapien ein, die darauf abzielen, die Entzündung zu reduzieren und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.
Kopfschmerzen und Migräne
Während viele Menschen gelegentlich unter Kopfschmerzen leiden, können chronische oder sehr starke Kopfschmerzen ein Fall für den Neurologen sein. Insbesondere die Migräne, eine Form von wiederkehrenden, oft einseitigen, pulsierenden Kopfschmerzen, die von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Licht- oder Lärmempfindlichkeit begleitet sein können, wird von Neurologen behandelt. Auch andere Kopfschmerzformen, wie der Clusterkopfschmerz oder Verdacht auf sekundäre Kopfschmerzen (verursacht durch andere Erkrankungen wie Tumore oder Entzündungen), gehören ins neurologische Fachgebiet.
Hirnhautentzündung (Meningitis) und Gehirnentzündung (Enzephalitis)
Diese ernsthaften Entzündungen des zentralen Nervensystems können durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen verursacht werden. Symptome sind oft hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Lichtempfindlichkeit und Bewusstseinsstörungen. Eine bakterielle Hirnhautentzündung kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige neurologische und intensivmedizinische Behandlung.
Gehirntumore
Tumore, die im Gehirn oder an den Hirnhäuten wachsen, können neurologische Symptome verursachen, indem sie Druck auf umliegendes Gewebe ausüben oder wichtige Funktionen beeinträchtigen. Symptome hängen von der Lage und Größe des Tumors ab und können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Krampfanfälle, Sehstörungen, Schwäche oder Persönlichkeitsveränderungen umfassen. Neurologen sind an der Diagnostik und oft auch an der Behandlung in multidisziplinären Teams beteiligt.
Erkrankungen des peripheren Nervensystems
Nicht nur das zentrale Nervensystem, auch die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark können erkranken. Beispiele sind:
- Polyneuropathien: Schädigungen vieler peripherer Nerven, oft verursacht durch Diabetes, Alkoholmissbrauch oder Autoimmunerkrankungen. Symptome sind Gefühlsstörungen (Kribbeln, Taubheit, Brennen), Muskelschwäche oder Schmerzen, meist beginnend in Füßen und Händen.
- Engpasssyndrome: Nerven werden an bestimmten Stellen eingeengt, z.B. das Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk.
- Entzündliche Neuropathien: Wie das Guillain-Barré-Syndrom, eine seltene, schnell fortschreitende Lähmung.
Bewegungsstörungen
Neben Parkinson gibt es viele andere Erkrankungen, die zu ungewollten Bewegungen oder Schwierigkeiten bei der Bewegungskoordination führen. Dazu gehören verschiedene Formen von Zittern (Tremor), Dystonien (anhaltende Muskelkontraktionen, die zu Fehlhaltungen führen), Tic-Störungen oder Ataxien (Koordinationsstörungen).
Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
Schwindel kann viele Ursachen haben, von harmlos bis schwerwiegend. Neurologische Ursachen können Probleme im Gehirn (z.B. Schlaganfall, MS) oder im Gleichgewichtsnerv sein. Neurologen untersuchen die Art des Schwindels und suchen nach der zugrundeliegenden Ursache.

Schlafstörungen mit neurologischer Ursache
Einige Schlafstörungen, wie das Restless-Legs-Syndrom (unangenehmes Gefühl in den Beinen, das zu Bewegungsdrang führt) oder Narkolepsie (plötzliche Schlafanfälle), haben neurologische Ursachen und werden von Neurologen behandelt.
Symptome, die auf eine neurologische Erkrankung hindeuten können
Die Symptome neurologischer Erkrankungen sind äußerst vielfältig, da das Nervensystem so viele verschiedene Körperfunktionen steuert. Hier sind einige der häufigsten Beschwerden, die Anlass geben können, einen Neurologen aufzusuchen:
- Anhaltende oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen
- Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
- Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Brennen in Gliedmaßen oder anderen Körperteilen
- Schwäche oder Lähmungen (z.B. plötzliche Schwäche in Arm oder Bein, hängender Mundwinkel)
- Zittern oder andere unkontrollierte Bewegungen
- Muskelschwäche oder -krämpfe
- Sehstörungen (z.B. Doppelbilder, verschwommenes Sehen, Gesichtsfeldausfälle)
- Sprach- oder Sprechstörungen (z.B. verwaschene Sprache, Wortfindungsstörungen)
- Schluckbeschwerden
- Gedächtnisverlust oder andere kognitive Probleme
- Anfälle oder Bewusstseinsverlust
- Starke Müdigkeit (Fatigue), die nicht durch Schlaf besser wird
- Gangunsicherheit
Wichtig ist, dass viele dieser Symptome auch andere Ursachen haben können. Ein Neurologe kann jedoch durch gezielte Untersuchung und Diagnostik klären, ob eine neurologische Erkrankung vorliegt.
Wie untersucht ein Neurologe?
Die neurologische Untersuchung ist ein Eckpfeiler der Diagnostik. Sie beginnt immer mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) über die Beschwerden, deren Beginn und Verlauf sowie Vorerkrankungen.
Anschließend folgt die körperliche Untersuchung, die sehr systematisch ist und darauf abzielt, die Funktion verschiedener Teile des Nervensystems zu überprüfen:
- Prüfung der Hirnnerven: Der Neurologe testet die Funktion der 12 Hirnnerven. Das kann das Überprüfen des Geruchssinns mit Duftstoffen (Kaffee, Zimt), des Sehvermögens mit Sehtafeln oder Fingerbewegungen im Gesichtsfeld, des Hörvermögens, des Geschmacks, der Zungen- und Rachenfunktion beim Sprechen und Schlucken sowie der Gesichtsmimik (Stirn runzeln, Zähne zeigen) beinhalten.
- Prüfung von Motorik und Koordination: Hier wird die Muskelkraft in Armen und Beinen getestet, die Fähigkeit zu feinen Bewegungen (Knöpfe schließen), die Koordination (z.B. Finger-Nase-Versuch) und das Gleichgewicht (z.B. Gehen auf einer Linie, Stand mit geschlossenen Augen). Auch Reflexe werden mit einem Reflexhammer geprüft.
- Prüfung der Sensibilität: Der Neurologe testet das Empfinden für Berührung (Watte), Schmerz (Nadelspitze), Temperatur (kaltes Metall) und Vibration in verschiedenen Körperregionen.
- Prüfung des vegetativen Nervensystems: Obwohl oft weniger im Vordergrund, können auch Funktionen wie Puls, Blutdruck, Schwitzen oder Blasen- und Darmfunktion Hinweise auf bestimmte neurologische Erkrankungen geben.
- Prüfung der kognitiven Funktionen: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache, Orientierung und Denkvermögen können durch einfache Tests überprüft werden.
Je nach den Ergebnissen der Untersuchung und dem Verdacht können weitere spezielle Untersuchungen notwendig sein:
- EEG (Elektroenzephalographie): Misst die elektrische Aktivität des Gehirns, wichtig z.B. bei Epilepsie oder Bewusstseinsstörungen.
- EMG (Elektromyographie): Misst die elektrische Aktivität der Muskeln, hilfreich bei Muskelerkrankungen oder Nervenschäden.
- ENG (Elektroneurographie): Misst die Leitgeschwindigkeit von Nerven, wichtig z.B. bei Polyneuropathien oder Engpasssyndromen.
- Dopplersonographie der Hirngefäße: Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße zum Gehirn (z.B. Halsschlagadern), wichtig zur Schlaganfallvorsorge und bei Schwindel.
- Bildgebende Verfahren: MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) des Gehirns oder Rückenmarks sind oft unerlässlich, um strukturelle Probleme wie Tumore, Schlaganfälle oder Entzündungen zu erkennen.
- Lumbalpunktion: Entnahme von Nervenwasser (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal zur Untersuchung bei Verdacht auf Entzündungen (Meningitis, MS) oder Infektionen.
Wann sollte man einen Neurologen aufsuchen?
Es gibt bestimmte Symptome und Situationen, bei denen der Gang zum Neurologen dringend angeraten ist:
- Plötzlich auftretende neurologische Symptome wie Lähmungen, starke Schwäche, Sprachstörungen, Sehstörungen, die auf einen Schlaganfall hindeuten könnten (Notfall: Sofort 112 oder 144 anrufen!).
- Wiederkehrende Anfälle oder Bewusstlosigkeit, die auf Epilepsie hindeuten.
- Neue oder sich verschlimmernde starke Kopfschmerzen, insbesondere wenn sie untypisch sind, mit anderen Symptomen (Fieber, Nackensteifigkeit, neurologische Ausfälle) einhergehen oder nach einer Kopfverletzung auftreten.
- Fortschreitende Schwierigkeiten beim Gehen, Zittern in Ruhe, Muskelsteifheit (Verdacht auf Parkinson).
- Unerklärliche Taubheitsgefühle, Kribbeln, Schwäche oder Sehstörungen, die kommen und gehen oder sich langsam verschlimmern (Verdacht auf MS oder Polyneuropathie).
- Anhaltender oder starker Schwindel, der die Lebensqualität beeinträchtigt.
- Probleme mit Gedächtnis, Konzentration oder anderen geistigen Fähigkeiten, die Sorgen bereiten.
- Symptome, die auf eine Einklemmung von Nerven hindeuten (z.B. Karpaltunnelsyndrom mit nächtlichem Kribbeln in der Hand).
Auch wenn Ihr Hausarzt neurologische Symptome bei Ihnen feststellt, wird er Sie in der Regel an einen Neurologen überweisen, um eine genaue Diagnose und die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.
Häufige Neurologische Erkrankungen im Überblick
Um einen besseren Überblick zu geben, hier eine kleine Tabelle mit einigen der häufigsten neurologischen Erkrankungen und ihren Merkmalen:
| Erkrankung | Betroffenes System | Häufige Symptome | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Schlaganfall | ZNS (Gehirn) | Plötzliche Lähmungen, Sprach-, Seh-, Gleichgewichtsstörungen, starke Kopfschmerzen | Akuter Notfall, Zeit ist Gehirn |
| Epilepsie | ZNS (Gehirn) | Wiederkehrende Anfälle (Zuckungen, Bewusstseinsverlust, etc.) | Übermäßige elektrische Aktivität im Gehirn |
| Parkinson | ZNS (Mittelhirn) | Zittern in Ruhe, langsame Bewegungen, Muskelsteifheit, Haltungsinstabilität | Dopaminmangel |
| Multiple Sklerose (MS) | ZNS (Gehirn & Rückenmark) | Vielfältig: Gefühls-, Seh-, Bewegungs-, Gleichgewichtsstörungen, Fatigue | Autoimmun, oft schubförmiger Verlauf |
| Migräne | ZNS (Nervensystem, Gefäße) | Wiederkehrende, oft einseitige, pulsierende Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht-/Lärmempfindlichkeit | Primäre Kopfschmerzform |
| Polyneuropathie | PNS | Gefühlsstörungen (Kribbeln, Taubheit, Brennen), Muskelschwäche, Schmerzen, meist Füße/Hände | Schädigung vieler peripherer Nerven |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist ein Neurologe dasselbe wie ein Psychiater?
Nein. Obwohl es Überschneidungen gibt und beide Fachrichtungen sich mit dem Gehirn beschäftigen, sind sie unterschiedlich. Neurologen behandeln primär organische Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur (z.B. Schlaganfall, MS, Parkinson). Psychiater behandeln psychische Erkrankungen, die oft auf Störungen der Hirnfunktion beruhen, sich aber in Denken, Fühlen und Verhalten äußern (z.B. Depressionen, Schizophrenie, Angststörungen). Es gibt auch Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie, die beide Gebiete abdecken.
Wie lange dauert die Untersuchung beim Neurologen?
Die Dauer kann stark variieren. Das erste Gespräch und die körperliche neurologische Untersuchung können 30 Minuten bis über eine Stunde dauern, je nach Komplexität der Beschwerden. Wenn weitere Untersuchungen wie EEG, EMG oder Ultraschall direkt in der Praxis durchgeführt werden, kann der Termin entsprechend länger dauern. Für bildgebende Verfahren oder Lumbalpunktionen sind separate Termine in anderen Fachabteilungen oder im Krankenhaus nötig.
Können neurologische Erkrankungen geheilt werden?
Einige neurologische Erkrankungen, wie z.B. bestimmte Formen der Migräne oder Engpasssyndrome, können gut behandelt und manchmal geheilt werden. Bei vielen chronischen oder neurodegenerativen Erkrankungen wie MS, Parkinson oder ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) ist eine Heilung derzeit nicht möglich. Die Behandlung zielt dann darauf ab, Symptome zu lindern, das Fortschreiten zu verlangsamen, Komplikationen zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern. Rehabilitation spielt hier eine wichtige Rolle.
Sind Kopfschmerzen immer ein Fall für den Neurologen?
Gelegentliche leichte Kopfschmerzen sind meist harmlos und bedürfen keines Neurologen. Wenn Kopfschmerzen jedoch sehr stark sind, häufig auftreten, die Lebensqualität stark beeinträchtigen, mit anderen neurologischen Symptomen einhergehen oder sich plötzlich und ungewohnt äußern, sollte eine neurologische Abklärung erfolgen. Auch bei Verdacht auf Migräne oder andere spezifische Kopfschmerzformen ist der Neurologe der richtige Ansprechpartner.
Was ist der Unterschied zwischen ZNS und PNS?
Das Zentrales Nervensystem (ZNS) besteht aus Gehirn und Rückenmark – es ist die zentrale Steuer- und Verarbeitungsstelle. Das periphere Nervensystem (PNS) besteht aus allen Nerven, die außerhalb von Gehirn und Rückenmark liegen und die Verbindung zwischen ZNS und dem Rest des Körpers herstellen (z.B. Nerven zu Muskeln, Haut, Organen).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Neurologen unverzichtbare Spezialisten für eine breite Palette von Erkrankungen sind, die das Nervensystem und die Muskulatur betreffen. Von akuten Notfällen wie dem Schlaganfall bis hin zu chronischen Leiden wie Parkinson oder MS bieten sie Diagnostik, Therapie und Begleitung für Patienten mit oft komplexen Beschwerden. Bei Symptomen, die auf eine Störung der Nerven hindeuten, ist eine frühzeitige Abklärung durch einen Neurologen entscheidend.
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