Did Nokia ever make cameras?

Nokia 808 PureView Sensor: Ein Gigant seiner Zeit

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Das Nokia 808 PureView, das im Mai 2012 auf den Markt kam, war mehr als nur ein weiteres Smartphone; es war ein Statement in der Welt der mobilen Fotografie. Es war das erste Gerät, das die bahnbrechende Nokia PureView Pro Technologie einführte und setzte neue Maßstäbe, insbesondere durch seinen außergewöhnlichen Bildsensor. Dieses Telefon, das später als letztes Symbian-Smartphone von Nokia bestätigt wurde, hinterließ ein bleibendes Erbe, vor allem wegen seiner Kamerafähigkeiten, die selbst Jahre nach seiner Veröffentlichung noch beeindrucken.

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Im Zentrum dieser fotografischen Leistung stand ein Sensor, der für seine Zeit und für ein Smartphone-Gerät schlichtweg riesig war. Er war das Herzstück, das die einzigartigen Funktionen des 808 PureView ermöglichte und es von der Konkurrenz abhob. Lassen Sie uns diesen bemerkenswerten Sensor und die Technologien, die ihn umgaben, im Detail betrachten.

What is the sensor of Nokia 808 PureView camera?
Image sensor. The Nokia 808 PureView has a 41.3 megapixel 1/1.2 in CMOS FSI image sensor with 7728×5368 pixels, built by Toshiba and branded HES9. Pixel size is 1.4 μm; sensor size is 10.67 × 8.00 mm.

Das Herzstück: Der 41 MP Sensor

Der Bildsensor des Nokia 808 PureView war eine Sensation. Mit einer Auflösung von 41 Megapixeln war er nicht nur extrem hochauflösend, sondern auch physisch groß. Es handelte sich um einen 1/1,2 Zoll (10,67 × 8 mm) großen CMOS FSI Sensor. Zum Zeitpunkt seiner Einführung war dies der größte Sensor, der jemals in einem Kamerahandy verbaut wurde, ein Rekord, der zuvor vom Nokia N8 gehalten wurde. Dieser Sensor war über viermal größer als die Sensoren typischer Kompaktkameras jener Zeit. Hergestellt wurde der Sensor von Toshiba und trug die Bezeichnung HES9.

Die native Auflösung des Sensors betrug beeindruckende 7728×5368 Pixel. Jeder Pixel hatte eine Größe von 1,4 μm. Diese Kombination aus hoher Pixelanzahl und relativ großer Pixelgröße auf einem großen Sensor legte den Grundstein für die überragende Bildqualität und die PureView Pro Technologie.

PureView Pro: Die Magie des Oversampling

Die PureView Pro Technologie ist das, was das Nokia 808 PureView wirklich einzigartig machte. Sie basiert auf dem Prinzip des Pixel-Oversampling, auch bekannt als Pixel Binning. Anstatt jedes Pixel des Sensors einzeln zu verwenden, kombiniert das System mehrere Sensorpixel zu einem einzigen Pixel im endgültigen Bild. Dies hat mehrere entscheidende Vorteile:

  • Höhere Definition: Durch die Kombination von Daten aus mehreren physischen Pixeln kann das System Rauschen reduzieren und feinere Details im endgültigen Pixel darstellen.
  • Verbesserte Lichtempfindlichkeit: Das Sammeln von Licht über eine größere Fläche (mehrere Pixel) ermöglicht bessere Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen.
  • Verlustfreier Digitalzoom: Da das System die volle Sensorauflösung von 34/38 MP erfasst, kann es einen Ausschnitt des Sensors verwenden, um einen „Zoom“ zu simulieren, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen, solange der Zoomfaktor nicht die native Auflösung des Zielbildes übersteigt.

Diese Methode unterscheidet sich grundlegend vom traditionellen Digitalzoom, der einfach Pixel interpoliert oder vergrößert, was zu einem Qualitätsverlust führt. Sie ersetzte auch den optischen Zoom, der in den meisten Digitalkameras verwendet wird und bewegliche Linsenelemente erfordert.

Das Zeiss-Objektiv: Optik der Spitzenklasse

Ein solch fortschrittlicher Sensor erforderte eine Optik, die mithalten konnte. Das Nokia 808 PureView war mit einem hochwertigen Carl Zeiss Objektiv ausgestattet. Es handelte sich um ein 5-Elemente-Objektiv mit einer Blende von f/2.4 und einer Brennweite von 8,02 mm. Die äquivalente Brennweite im Kleinbildformat betrug 26 mm bei einem Seitenverhältnis von 16:9 und 28 mm bei 4:3.

Das Design des Objektivs war bemerkenswert. Es basierte auf einem fixierten Fokusobjektiv, das den Fokus durch Variieren des Abstands zum Bildsensor (Unit Focusing Lens) erreichte. Diese Konstruktion minimierte die Notwendigkeit beweglicher Fokusgruppen, was die Anzahl der Linsenelemente reduzierte und so unerwünschte Reflexionen sowie Toleranzen verringerte, was zu einer höheren Schärfe beitrug.

Das Objektiv bestand aus nur einer Gruppe mit geformten Elementen. Fünf dieser Elemente waren vollständig asphärisch geformt. Asphärische Elemente sind entscheidend, um die Schärfe bis zum Bildrand zu erhöhen und optische Fehler wie Verzeichnung und Astigmatismus zu reduzieren. Zusätzlich half Glas mit hohem Brechungsindex und geringer Dispersion, chromatische Aberrationen zu minimieren. Ein weiteres wichtiges Merkmal war ein integrierter Neutraldichtefilter (ND8), der die Lichtmenge um etwa 3 Blendenstufen reduzierte. Dies war besonders nützlich bei hellem Licht, wo normalerweise eine kleinere Blende eingestellt werden müsste, die beim 808 nicht verfügbar war (die Blende war fix).

Aufgrund des vergleichsweise großen 1/1,2 Zoll Sensors und der relativ schnellen Blende von f/2.4 hatte die Kamera eine recht geringe Schärfentiefe für ein Smartphone, was etwa f/7.8 bei 26 mm im Kleinbildformat entsprach.

Zoom und Bildverarbeitung: Mehr als nur Vergrößerung

Wie bereits erwähnt, nutzte das 808 PureView Digitalzoom, der jedoch auf dem Pixel-Oversampling basierte. Der Zoom wurde durch das Beschneiden eines kleineren Bereichs des Bildsensors realisiert. Mit zunehmendem Zoomfaktor verringerte sich die Anzahl der Pixel, die für das Oversampling verwendet wurden, entsprechend. Die Kamera behielt auch bei starkem Zoom eine hohe Auflösung bei, da sie immer noch einen signifikanten Teil des 41 MP Sensors nutzte.

Die Grenze des Zooms wurde erreicht, wenn die gewünschte Ausgaberesolution der Eingangsresolution des Sensorbereichs entsprach. Bei Standardeinstellungen war der maximale Zoomfaktor 3x für Fotos und 4x für Videos (bei 1080p). Bei voller Vergrößerung fand kein Oversampling mehr statt, und die Rauschunterdrückung durch Pixel Binning ging verloren. Allerdings nutzte die Optik in diesem Stadium nur den zentralen Bereich, was die beste optische Leistung ohne Verzeichnung und Vignettierung sicherstellte.

Die Verarbeitung der Sensordaten erfolgte durch einen On-Chip-Bildprozessor. Dieser Prozessor verarbeitete die hohe Auflösung des Sensors (34/38 MP) und erzeugte standardmäßig ein Bild mit niedrigerer Auflösung (typischerweise 5 MP) durch das Oversampling. Diese On-Chip-Verarbeitung reduzierte nicht nur die Notwendigkeit externer Verarbeitung und Datenraten, sondern auch das Bildrauschen.

What is the sensor of Nokia 808 PureView camera?
Image sensor. The Nokia 808 PureView has a 41.3 megapixel 1/1.2 in CMOS FSI image sensor with 7728×5368 pixels, built by Toshiba and branded HES9. Pixel size is 1.4 μm; sensor size is 10.67 × 8.00 mm.

Ein cleveres Feature war, dass das Pixel Binning nicht-destruktiv war. Das bedeutete, dass der Benutzer das Bild nach der Aufnahme neu kadrieren oder hineinzoomen konnte, solange die Daten der vollen Sensorauflösung vorhanden waren.

AspektverhältnisMax. genutzte Pixel (ungefähr)Entsprechende MP (ungefähr)
16:97728 × 435433.6 MP
4:37152 × 536838.4 MP

Fokus und Video: Schnelligkeit und Qualität

Das PureView Pro System des 808 unterstützte kontinuierlichen Autofokus in allen Aufnahmemodi. Es bot auch spezielle Funktionen wie Makro-Fokus für Nahaufnahmen, Gesichtserkennung und Touch-Fokus, bei dem der Benutzer den Fokuspunkt einfach auf dem Bildschirm auswählen konnte. Eine Option für hyperfokale Distanz war ebenfalls verfügbar, was eine sehr schnelle Fokussierung ermöglichte oder nützlich war, wenn eine zuverlässige Fokussierung schwierig war.

Im Videobereich war das 808 PureView ebenfalls leistungsstark. Der On-Chip-Oversampling-Bildprozessor konnte alle 38 Megapixel selbst bei den hohen Datenraten von 1080p mit 30 fps verarbeiten. Der maximale Zoomfaktor für Video betrug 4x bei 1080p, 6x bei 720p HD und beeindruckende 12x bei nHD (640×360) Video. Die Video-Kodierung erfolgte im H.264/MPEG-4 HD Format mit bis zu 25 Mbps bei 1080p. Ein spezieller Videoprozessor auf dem Sensor konnte Pixel mit bis zu 1 Milliarde Pixel pro Sekunde skalieren, bevor die Daten an den Hauptbildprozessor gesendet wurden.

Weitere technische Details: Verschluss und Audio

Das Nokia 808 PureView verfügte über einen mechanischen Verschluss, was zu einer geringen Auslöseverzögerung beitrug. Dieser mechanische Verschluss arbeitete zusammen mit dem integrierten ND8 Neutraldichtefilter.

Obwohl der Fokus primär auf der Kamera lag, bot das 808 PureView auch fortschrittliche Audiofunktionen. Es unterstützte Dolby Headphone für Surround-Sound über Kopfhörer und Dolby Digital Plus für 5.1 Surround-Sound über HDMI oder DLNA. Besonders hervorzuheben war die Nokia Rich Recording Technologie, die einen Frequenzbereich von 25 Hz bis etwa 19 kHz abdeckte und Töne mit einer Lautstärke von bis zu 145 Dezibel ohne Verzerrung aufzeichnen konnte. Mit zwei Mikrofonen (oben und unten am Gerät) war sogar die Aufnahme von Umgebungs-Stereo-Sound möglich. Die Audio-Kodierung erfolgte in AAC high profile mit 256 kbit/s bei 48000 Hz.

Vergleich und Vermächtnis: Ein Blick zurück und nach vorn

Der Sensor des Nokia 808 PureView setzte neue Maßstäbe in der mobilen Fotografie. Er war nicht nur größer als der seines Vorgängers, des Nokia N8, sondern behielt den Rekord als Handy-Sensor mit dem größten physischen Sensor für einige Zeit, bis er im September 2014 vom Panasonic Lumix CM1 übertroffen wurde. Der Nachfolger, das Nokia Lumia 1020, lief zwar unter Windows Phone, setzte aber das PureView Konzept mit einem ebenfalls großen (wenn auch etwas kleineren) Sensor fort.

Selbst im Jahr 2024 wird behauptet, dass moderne Kamerahandys trotz größerer 1-Zoll-Sensoren und KI-Verarbeitung zumindest bei Tageslicht keine bessere Auflösung als das Nokia 808 PureView liefern können. Dies unterstreicht die fortschrittliche Natur der PureView Pro Technologie und des 808-Sensors, auch wenn diese Behauptung als potenziell unzuverlässig gekennzeichnet ist.

Das Nokia 808 PureView war ein Beweis dafür, was mit der Technologie der damaligen Zeit möglich war, wenn man bereit war, unkonventionelle Wege zu gehen. Der große Sensor und die intelligente Oversampling-Technik lieferten eine Bildqualität und Flexibilität (insbesondere beim Zoom), die viele Zeitgenossen und selbst einige spätere Geräte nicht erreichten.

Häufig gestellte Fragen

Hier sind Antworten auf einige gängige Fragen zum Sensor und zur Kamera des Nokia 808 PureView, basierend auf den uns vorliegenden Informationen.

  • Wie groß ist der Sensor des Nokia 808 PureView?
    Der Sensor hat eine Größe von 1/1,2 Zoll, was physischen Abmessungen von 10,67 × 8 mm entspricht.
  • Was bedeutet PureView Pro Technologie?
    PureView Pro ist eine Bildtechnologie von Nokia, die einen großen, hochauflösenden Sensor (hier 41 MP) mit hochwertiger Carl Zeiss Optik kombiniert. Sie nutzt Pixel-Oversampling, um mehrere Sensorpixel zu einem einzigen Bildpixel zu kombinieren, was zu höherer Bildqualität, verlustfreiem Digitalzoom und verbesserter Leistung bei schlechtem Licht führt.
  • Was ist Pixel-Oversampling?
    Pixel-Oversampling ist eine Technik, bei der Daten von mehreren physischen Pixeln auf dem Sensor kombiniert werden, um ein einzelnes Pixel im endgültigen Bild zu erzeugen. Dies reduziert Rauschen, erhöht die Detailgenauigkeit und ermöglicht effektiven Digitalzoom durch Beschneiden des hochauflösenden Sensors.
  • Welches Objektiv hat das Nokia 808 PureView?
    Es verfügt über ein Carl Zeiss Objektiv mit 5 Elementen, einer Blende von f/2.4 und einer Brennweite von 8,02 mm. Es nutzt 5 asphärische Elemente und ist als Unit Focusing Lens konstruiert.
  • Hat das Nokia 808 PureView optischen Zoom?
    Nein, es hat keinen optischen Zoom im herkömmlichen Sinne mit beweglichen Linsengruppen. Es nutzt stattdessen einen Digitalzoom, der durch das Beschneiden des großen, hochauflösenden Sensors und die PureView Pro Technologie ermöglicht wird.
  • Was ist die maximale Auflösung, die der Sensor nutzen kann?
    Abhängig vom gewählten Seitenverhältnis kann der Sensor maximal 7728×4354 Pixel (ca. 33.6 MP) für 16:9 Bilder oder 7152×5368 Pixel (ca. 38.4 MP) für 4:3 Bilder nutzen. Die Standardausgabe erfolgt oft mit 5 MP durch Oversampling.
  • Kann das Nokia 808 PureView HD-Video aufnehmen?
    Ja, es kann Videos mit einer Auflösung von bis zu 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, wobei das Oversampling auch bei diesen hohen Datenraten genutzt wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Sensor und die damit verbundene PureView Pro Technologie im Nokia 808 PureView eine beeindruckende Leistung für ein Smartphone seiner Zeit darstellten. Sie zeigten das Potenzial großer Sensoren und intelligenter Bildverarbeitung in mobilen Geräten und hinterließen ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Kamerahandys.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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