Tom Clancy's Rainbow Six Siege ist ein taktischer First-Person-Shooter, der seit seiner Veröffentlichung im Jahr 2015 eine treue und passionierte Community aufgebaut hat. Doch wie viele wettbewerbsorientierte Spiele ist auch Siege nicht immun gegen die Herausforderungen einer toxischen Online-Umgebung. Insbesondere für Spieler, die sich als LGBTQ+ identifizieren, kann dies zu erheblichen psychischen Belastungen führen. Glücklicherweise hat sich Rainbow Six Siege in den letzten Jahren als ein unerwarteter Verbündeter im Kampf gegen diese Toxizität erwiesen, nicht zuletzt durch seine wachsende und authentische Repräsentation.

Warum Repräsentation in Spielen zählt: Ein Blick auf Rainbow Six Siege
Die Welt des kompetitiven Gamings, insbesondere im FPS-Bereich, ist bekannt für ihre mitunter feindseligen Gemeinschaften. Beleidigungen und Hassreden, oft homophober Natur, sind leider keine Seltenheit. Dies stellt für viele Spieler ein Problem dar, kann aber für neuroatypische oder LGBTQ+-Personen besonders schädlich sein. Die Situation verschärft sich, wenn Unternehmen Pride-Banner einführen oder Unterstützung auf Social Media bekunden, was von einigen Spielern mit weiterer Toxizität beantwortet wird.

Einige Spieler nutzen Gaming als Flucht vor alltäglichen Problemen. Wenn diese Zuflucht jedoch von denselben Formen des Hasses infiziert wird, die sie im realen Leben erfahren, kann dies zutiefst entmutigend sein. Die Erfahrung von LGBTQ+-Spielern in Rainbow Six Siege war lange Zeit geprägt von solchen negativen Begegnungen, von wiederholtem Team-Killing aufgrund eines Pride-Profilbilds bis hin zu unaufhörlichen feindseligen Nachrichten.
Doch diese negativen Gefühle begannen sich zu wandeln, als mehr über Ubisoft und die Entwickler von Rainbow Six Siege bekannt wurde. Während viele Unternehmen Pride-Unterstützung nur halbherzig zeigen (z.B. nur auf westlichen Social-Media-Konten), geht Siege einen anderen Weg. Die globale Unterstützung für Pride, sichtbar auf globalen Accounts und im Discord-Server, signalisierte einen echten Standpunkt und nicht nur eine kommerzielle Geste. Dies war ein wichtiger erster Schritt, um die Leidenschaft vieler Spieler für das Spiel neu zu entfachen.
LGBTQ+-Operatoren in Rainbow Six Siege
Mit mittlerweile 68 spielbaren Operatoren bietet Rainbow Six Siege eine bemerkenswerte Vielfalt. Ein entscheidender Aspekt dieser Vielfalt ist die Aufnahme von LGBTQ+-Charakteren. Diese Repräsentation ist nicht nur symbolisch, sondern wird oft in der umfangreichen Lore des Spiels verankert, auch wenn Siege keinen traditionellen Story-Modus hat. Die Lore wird durch Battle Passes, CGI-Trailer und Easter Eggs vermittelt.
Zu den bestätigten LGBTQ+-Operatoren gehören:
- Caveira: Sie ist lesbisch, was unter anderem durch ein im Battle Pass gezeigtes Collier mit den Initialen ihrer Freundin angedeutet wurde.
- Pulse: Er ist ein bisexueller Mann.
- Osa: Sie ist trans und ihre Entwicklung wurde in enger Zusammenarbeit mit nicht-binären und trans Personen durchgeführt, um eine authentische Darstellung zu gewährleisten.
- Flores: Er ist schwul.
- Sens: Sie sind nicht-binär, auch hier wurde Wert auf eine sorgfältige Entwicklung in Zusammenarbeit mit entsprechenden Communities gelegt.
Diese Charaktere sind alle kostenlos spielbar und nicht hinter Bezahlschranken versteckt, was ihre Inklusion von kommerziellem Kalkül abhebt. Diese Repräsentation ist für die LGBTQ+-Community im Spiel von unschätzbarem Wert. Für viele Spieler ist es ein starkes Gefühl, dass ein großes Unternehmen ihre Existenz anerkennt und unterstützt, selbst im Bewusstsein, dass dies Teile der Spielerbasis verärgern könnte.
Unterstützung und Kampf gegen Toxizität
Ubisoft und das Siege-Team zeigen ihre Unterstützung auf vielfältige Weise, nicht nur durch die Charaktere. Ein Beispiel ist das Engagement für Wohltätigkeitsorganisationen. Als einmal LGBTQ+-Inhalte hinter einer Bezahlschranke angeboten wurden (ein Pride-Bundle mit Banner und einem Outfit für Osa), gingen alle Erlöse an die Wohltätigkeitsorganisation ILGA World (The Intl Lesbian Gay Bisexual Trans and Intersex association).
Solche Wohltätigkeits-Bundles sind Teil des regelmäßigen Sixth Guardian-Programms, was das fortlaufende Engagement des Unternehmens unterstreicht. Natürlich stieß auch das Pride-Bundle auf Toxizität, und Spieler, die das Pride-Banner trugen, wurden oft Opfer von Team-Killing. Die Entwickler reagierten darauf, indem sie eine Änderung im Spiel vornahmen: Team-Killing ist in der Vorbereitungsphase nicht mehr möglich. Auch wenn nicht explizit gesagt wurde, dass dies der Grund war, war das Timing auffällig und deutet darauf hin, dass diese Änderung eine direkte Reaktion auf die homophobe Toxizität war.

Rainbow Six Siege und Ubisoft unterstützen die LGBTQ+-Community das ganze Jahr über. Dies geschieht durch die Unterstützung ihrer eigenen queeren Mitarbeiter, das konsequente Vorgehen gegen homophobe Kommentare auf Social Media, die Hervorhebung queerer Content Creator und die ständige Erweiterung der Repräsentation im Spiel selbst. Siege ist ein Beispiel dafür, wie ein Unternehmen ein wichtiger Verbündeter sein kann, was das Gefühl der Sicherheit und Unterstützung für LGBTQ+-Spieler erheblich verbessert.
Die Bulletproof Camera: Ein wichtiges Verteidiger-Gadget
Neben sozialen Aspekten ist Rainbow Six Siege natürlich auch ein Spiel mit komplexen Mechaniken und Gadgets. Eines dieser nützlichen Werkzeuge für die Verteidiger ist die Bulletproof Camera. Dieses Gadget wurde mit der Operation Para Bellum eingeführt und dient der Überwachung von Bereichen.
Funktionsweise und Eigenschaften
Die Bulletproof Camera ist eine nicht drehbare Kamera, die geradeaus blickt. Sie kann auf Wänden, Böden und anderen Oberflächen platziert werden. Wie der Name schon sagt, ist sie von vorne kugelsicher. Allerdings hat sie Schwachstellen an den Seiten, die durch Schüsse zerstört werden können. Sie ist auch anfällig für Nahkampfangriffe, Drohnen (Twitch, Zero) und Sprengstoff.
Wird die Kamera von vorne beschossen, entstehen Risse auf der Platte, die die Sicht beeinträchtigen. Ein Nahkampfangriff zerbricht das Glas komplett, macht die Kamera blind und deaktiviert die Scan-Funktion, aber der Ton-Feed bleibt erhalten.
Einmal platziert, erscheint die Kamera im Überwachungs-Feed der Verteidiger. Eine besondere Eigenschaft ist die Wärme-Sicht, die alle Operatoren weiß hervorhebt und Rauch ignoriert. Die Umgebung wird in einem entsättigten Grünton angezeigt. Seit Y6S4 kann die Kamera gedreht werden, um größere Bereiche abzudecken.
EMP-Funktion der Bulletproof Camera
Ebenfalls seit Y6S4 können Bulletproof Cameras EMP-Impulse auf Angreifer-Gadgets abfeuern, um diese vorübergehend zu deaktivieren. Sie können einen Impuls abfeuern und benötigen dann eine gewisse Zeit zum Aufladen. Es gibt keine Begrenzung, wie oft dies insgesamt genutzt werden kann. Jeder lebende Verteidiger kann den EMP-Impuls aktivieren, nicht nur der Besitzer der Kamera.
Wer nutzt die Bulletproof Camera?
Die Bulletproof Camera ist ein exklusives Gadget für Verteidiger. Eine Reihe von Operatoren hat Zugriff darauf:
- Recruit
- Aruni
- Castle
- Doc
- Frost
- Jäger
- Lesion
- Mute
- Melusi
- Vigil
Kontern der Bulletproof Camera
Obwohl die Bulletproof Camera nützlich ist, ist sie relativ einfach zu kontern:
- Nahkampf: Ein Nahkampfangriff auf die Kamera zerbricht das Glas und macht sie blind.
- Seiten treffen: Ein einziger Schuss auf die Seiten der Kamera zerstört sie komplett. Dies ist die effektivste Methode.
- Sprengstoff: Granaten oder Projektile (wie von Ash oder Zofia) zerstören die Kamera ebenfalls, sind aber oft weniger effizient als ein gezielter Schuss auf die Seite.
- Sledge: Sein Vorschlaghammer kann die Kamera zerstören, auch an schwer zugänglichen Stellen.
- Twitch: Ihre Schockdrohnen können die Kamera 15 Sekunden lang deaktivieren oder zerstören, wenn sie die Seite treffen.
- Thatcher: Seine EMP-Granaten deaktivieren die Kamera für 15 Sekunden.
- Zero: Seine ARGUS-Kameras können die Bulletproof Camera zerstören, indem sie die Seiten mit Lasern treffen.
Einige Angreifer können von der Kamera nicht oder nur eingeschränkt erkannt werden: Nokks HEL Presence Reduction macht sie unsichtbar, und Ianas sowie Alibis Hologramme werden nicht weiß hervorgehoben.

Ist Rainbow Six Siege ein „totes Spiel“?
In der Gaming-Community wird oft diskutiert, ob bestimmte Spiele „sterben“ oder bereits „tot“ sind. Auch Rainbow Six Siege ist häufig Gegenstand dieser Debatte. Aber was bedeutet es wirklich, wenn ein Spiel „stirbt“, und trifft das auf Siege zu?
Entgegen der Behauptungen einiger Fans ist Rainbow Six Siege eindeutig nicht tot. Ubisoft hat es nicht eingestellt, und man kann das Spiel jederzeit mit anderen Spielern spielen.
Die Frage, ob es „stirbt“, ist komplexer. Ja, Rainbow Six Siege hat im Vergleich zu seinen Höchstzeiten Spieler verloren. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass das Spiel scheitert. Während die Spielerzahlen im Jahr 2015 nach der Veröffentlichung höher waren, ist es immer noch ein beliebtes Spiel mit einer lebendigen Community.
Spielerzahlen im Überblick
Die genauen Spielerzahlen über alle Plattformen hinweg kennt nur Ubisoft. Schätzungen, basierend auf Plattformen wie Steam Charts (die nur PC-Spieler über Steam erfassen), geben jedoch Einblick in die Trends.
Im Juni 2022 lag die durchschnittliche Spielerzahl auf Steam bei etwa 38.500, mit Spitzenwerten von fast 70.000. Diese Zahlen zeigen einen leichten Rückgang im Vergleich zu früheren Monaten im Jahr 2022 (z.B. über 42.000 im April, über 46.000 im März mit einem Spitzenwert von über 108.000).
Ubisoft gab im Februar 2021 bekannt, dass Rainbow Six Siege 70 Millionen registrierte Spieler erreicht hat. Diese Zahl umfasst alle registrierten Konten seit der Veröffentlichung, nicht nur aktive Spieler. Dennoch deutet sie darauf hin, dass auch 2021 noch neue Spieler das Spiel ausprobierten und sich registrierten, was zeigt, dass das Spiel weiterhin Zuwachs verzeichnete, auch wenn die Aktivität variieren kann.
Warum Siege nicht tot ist
Trotz schwankender oder leicht sinkender Spielerzahlen ist Rainbow Six Siege weit davon entfernt, ein „totes Spiel“ zu sein. Es registrieren sich weiterhin neue Spieler, und die bestehende Community ist engagiert und passionierter als in vielen anderen Spielen. Siege wird oft als einer der komplexesten und interessantesten Shooter auf dem Markt angesehen, mit einzigartigen Elementen, die es von der Masse abheben. Es hat den Ruf eines reiferen FPS-Titels, dessen Spieler Wert darauf legen, das Spiel ernst zu nehmen.

Das Spiel wird kontinuierlich von Ubisoft mit neuen Saisons, Operatoren, Kartenüberarbeitungen und Balancing-Änderungen unterstützt, was ebenfalls gegen die Idee eines „sterbenden“ Spiels spricht. Die anhaltende Entwicklung und das Engagement der Entwickler, auf die Community zu hören (wie bei den Änderungen zur Bekämpfung von Toxizität), tragen maßgeblich zur Langlebigkeit des Spiels bei.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Rainbow Six Siege Operatoren sind LGBTQ+?
Zu den bestätigten LGBTQ+-Operatoren gehören Caveira (lesbisch), Pulse (bisexuell), Osa (trans), Flores (schwul) und Sens (nicht-binär).
Hat die Bulletproof Camera eine EMP-Funktion?
Ja, seit Update Y6S4 kann die Bulletproof Camera EMP-Impulse abfeuern, um feindliche Gadgets zu deaktivieren.
Wie zerstöre ich eine Bulletproof Camera?
Die effektivste Methode ist ein Schuss auf die Seiten der Kamera. Nahkämpfe zerbrechen das Glas, machen sie aber nicht komplett unbrauchbar. Sprengstoff oder bestimmte Operator-Gadgets (wie Sledges Hammer, Twitchs Drohne auf die Seite, Zeros Laser auf die Seite) können sie ebenfalls zerstören oder deaktivieren.
Ist Rainbow Six Siege ein totes Spiel?
Nein, Rainbow Six Siege ist kein totes Spiel. Obwohl die Spielerzahlen schwanken und nicht mehr auf dem Niveau der Spitzenzeiten sind, hat das Spiel immer noch eine große und aktive Spielerbasis, verzeichnet neue Registrierungen und wird kontinuierlich von den Entwicklern unterstützt.
Rainbow Six Siege hat gezeigt, dass es mehr als nur ein Spiel sein kann. Durch bewusste Repräsentation und den Kampf gegen Toxizität hat es für viele Spieler, insbesondere innerhalb der LGBTQ+-Community, einen sicheren Raum geschaffen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Gameplays, wie die Einführung der EMP-Funktion für die Bulletproof Camera, und das Engagement für die Community zeigen, dass das Spiel weiterhin lebendig ist und sich entwickelt.
Hat dich der Artikel Rainbow Six Siege: Repräsentation & Gameplay interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
