Der Raspberry Pi ist ein unglaublich vielseitiger und beliebter Einplatinencomputer, der in unzähligen Projekten eingesetzt wird. Von der Heimautomatisierung über Medienzentren bis hin zu wissenschaftlichen Experimenten – die Möglichkeiten sind schier endlos. Doch trotz seiner vielen Stärken gibt es eine Einschränkung, die besonders bei batteriebetriebenen oder ferngesteuerten Anwendungen ins Gewicht fällt: Der Raspberry Pi, einschließlich des Modells 4, verfügt über keinen integrierten, echten Schlafmodus oder umfassende Power-Management-Funktionen im herkömmlichen Sinne. Einmal eingeschaltet, ist er praktisch immer „an“, selbst wenn das Betriebssystem heruntergefahren wurde. Hier kommt der Sleepy Pi ins Spiel – eine clevere Erweiterungsplatine, die dieses Problem löst und Ihrem Raspberry Pi ein Leben auf Akku ermöglicht.

Warum der Raspberry Pi keinen Schlafmodus hat
Im Gegensatz zu vielen Mikrocontrollern oder sogar Desktop-Computern, bei denen der Prozessor in einen stromsparenden Zustand versetzt werden kann, wenn er nicht benötigt wird, wurde der Raspberry Pi primär als kostengünstiger, vollwertiger Computer konzipiert. Seine Architektur ist nicht auf extrem niedrigen Standby-Verbrauch ausgelegt. Selbst nach einem Software-Shutdown („sudo halt“ oder „sudo shutdown now“) bleibt die Hardware weiterhin mit Strom versorgt und zieht eine nicht unerhebliche Menge Energie. Für Projekte, die kontinuierlich laufen und an das Stromnetz angeschlossen sind, ist das kein Problem. Aber stellen Sie sich eine Wildtierkamera vor, die monatelang in der Natur stehen soll, oder einen Datenlogger, der nur stündlich Messwerte aufzeichnet und dazwischen inaktiv sein soll. In solchen Fällen wäre ein ständig laufender Raspberry Pi ineffizient und würde die Batterie schnell entleeren.

Wie der Sleepy Pi einen „virtuellen“ Schlafmodus ermöglicht
Der Sleepy Pi löst das Problem des fehlenden Schlafmodus auf eine pragmatische Weise: Er übernimmt die Kontrolle über die Stromversorgung des Raspberry Pi. Im Kern ist der Sleepy Pi eine Kombination aus einem Mikrocontroller (wie einem Arduino) und einer Stromschaltung. Der Mikrocontroller des Sleepy Pi kann in einen sehr stromsparenden Schlafmodus wechseln (mit einem Verbrauch von nur etwa 500 Mikroampere bei 12V Eingangsspannung). Während der Sleepy Pi „schläft“, unterbricht er die Stromversorgung zum Raspberry Pi vollständig. Wenn es Zeit ist, dass der Raspberry Pi eine Aufgabe ausführt (z. B. ein Foto machen, Daten senden), weckt sich der Sleepy Pi selbst auf und schaltet die Stromversorgung für den Raspberry Pi ein. Sobald der Raspberry Pi seine Aufgabe erledigt hat und sicher heruntergefahren ist, erkennt dies der Sleepy Pi und schaltet die Stromversorgung wieder ab, um selbst in den Schlafmodus zurückzukehren. Dies simuliert effektiv einen Schlafmodus für den Raspberry Pi.
Stromversorgung des Sleepy Pi: Optionen und Best Practices
Der Sleepy Pi ist sehr flexibel, was die Stromversorgung angeht, aber um den niedrigsten Stromverbrauch im Schlafmodus zu erreichen, müssen bestimmte Regeln beachtet werden.
Es gibt zwei Hauptanschlüsse für die Stromversorgung des Sleepy Pi:
- USB-Anschluss am Sleepy Pi: Dieser ist für eine Eingangsspannung von 5V gedacht. Wenn Sie eine 5V-Quelle verwenden, z. B. eine wiederaufladbare USB-Powerbank, sollten Sie diese unbedingt hier anschließen. Die 5V werden direkt an den Raspberry Pi und die Sleepy Pi-Schaltung weitergeleitet. Dies ist der empfohlene Weg für 5V-Quellen, um den niedrigsten Schlafstrom zu erreichen.
- Strombuchse (Power Jack) am Sleepy Pi: Diese ist für eine breitere Palette von Spannungen ausgelegt, typischerweise von 5,5V bis 17V. Wenn Sie Spannungen in diesem Bereich verwenden, z. B. eine 12V-Batterie oder ein Netzteil, schließen Sie diese hier an. Der Sleepy Pi verfügt über einen Spannungsregler, der die Eingangsspannung auf die benötigten 5V für den Raspberry Pi und 3.3V für die Sleepy Pi-Schaltung herunterregelt.
Wichtiger Hinweis: Schließen Sie 5V *nicht* an die Strombuchse an, wenn Sie einen geringen Schlafverbrauch wünschen. Wenn 5V in die Buchse eingespeist werden, arbeitet der interne Regler nicht im optimalen Low-Power-Modus, sondern leitet die Spannung im Wesentlichen nur durch. Dies führt zu einem deutlich höheren Schlafstrom von 10-20mA statt der erwarteten 500 Mikroampere oder weniger.
Die Verwendung einer 5V USB-Powerbank ist möglich und praktisch. Schließen Sie diese wie beschrieben am USB-Anschluss des Sleepy Pi an. Beachten Sie jedoch, dass einige Powerbanks eine Mindeststromaufnahme benötigen, um eingeschaltet zu bleiben (oft um 50mA). Wenn der Sleepy Pi mit schlafendem Raspberry Pi einen sehr geringen Strom zieht (unter 1mA), könnte die Powerbank dies als „keine Last“ interpretieren und sich abschalten, was das System daran hindern würde, jemals wieder aufzuwachen. Prüfen Sie die Spezifikationen Ihrer Powerbank.
Tabellarische Übersicht der Stromanschlüsse
Zur besseren Übersicht die empfohlenen Verwendungen der Stromanschlüsse:
| Anschluss | Empfohlene Spannung | Anwendung | Hinweis für Low-Power |
|---|---|---|---|
| USB-Anschluss (Sleepy Pi) | 5V | USB-Netzteile, Powerbanks | Ideal für niedrigsten Schlafstrom bei 5V-Quellen |
| Strombuchse (Sleepy Pi) | 5.5V - 17V | Batterien (z.B. 12V), Netzteile | Nutzt internen Regler |
| USB-Anschluss (Raspberry Pi) | 5V | Direktes Betreiben des Raspberry Pi (ohne Sleepy Pi) | NICHT verwenden, wenn Sleepy Pi die Stromversorgung steuern soll |
| Strombuchse (Raspberry Pi) | 5V | Direktes Betreiben des Raspberry Pi (ohne Sleepy Pi) | NICHT verwenden, wenn Sleepy Pi die Stromversorgung steuern soll |
Batteriespannung messen
Eine nützliche Funktion des Sleepy Pi ist die Möglichkeit, die Spannung der Hauptstromquelle zu messen. Dies ist entscheidend, um den Batteriestand zu überwachen und zu wissen, wann die Batterie leer ist oder aufgeladen werden muss. Die Eingangsspannung wird über einen Spannungsteiler (ein 1MΩ und ein 56kΩ Widerstand) auf einen für den analogen Eingang (ADC) des Arduino-Mikrocontrollers am Sleepy Pi messbaren Bereich reduziert. Dieser analoge Wert kann dann in Software gelesen und zurück in eine Spannung umgerechnet werden. Die genaue Umrechnung hängt von der Referenzspannung des ADC ab (beim Sleepy Pi 3.3V). Mit dieser Funktion können Sie Ihr Projekt so konfigurieren, dass es sich sicher herunterfährt, bevor die Batterie vollständig leer ist, um Datenverlust zu vermeiden.
Stromverbrauch im Detail
Wie bereits erwähnt, liegt der Stromverbrauch des Sleepy Pi, wenn der Raspberry Pi ausgeschaltet ist und der Arduino-Mikrocontroller im stromsparenden Schlafmodus ist, bei etwa 500 Mikroampere (0,5mA) bei einer 12V-Eingangsspannung. Dies ist ein extrem niedriger Wert, der es ermöglicht, Projekte monatelang mit einer angemessen dimensionierten Batterie zu betreiben, selbst wenn der Raspberry Pi nur gelegentlich für kurze Zeit eingeschaltet wird.
Es ist wichtig zu wissen, dass viele Standard-Multimeter nicht in der Lage sind, Ströme in dieser Größenordnung genau zu messen. Spezielle Low-Current-Messgeräte oder Adapter wie der uCurrent von Dave Jones sind erforderlich, um solche geringen Ströme präzise zu erfassen.
Batterielaufzeit abschätzen
Die Gesamtlaufzeit Ihres Projekts mit Batterie hängt maßgeblich davon ab, wie oft und wie lange der Raspberry Pi eingeschaltet ist. Der Raspberry Pi verbraucht im Betrieb typischerweise mehrere hundert Milliampere bis über ein Ampere, je nach Modell und Auslastung – das ist um ein Vielfaches mehr als der Schlafverbrauch des Sleepy Pi. Um die Batterielaufzeit zu maximieren, sollten Sie:
- Den Raspberry Pi nur einschalten, wenn er wirklich benötigt wird.
- Die Bootzeit des Raspberry Pi optimieren, damit er so schnell wie möglich einsatzbereit ist.
- Den Raspberry Pi sofort sicher herunterfahren, sobald seine Aufgabe erledigt ist.
Eine optimierte Bootzeit kann von 30 Sekunden (Standard-Raspbian) auf 5-10 Sekunden reduziert werden, indem ein angepasstes Betriebssystem-Image verwendet wird, das nur die notwendigen Komponenten enthält. Jede Sekunde, die der Pi weniger läuft, spart wertvolle Batterieleistung.
Erweiterungsstromversorgung des Sleepy Pi
Der Sleepy Pi bietet drei schaltbare Stromausgänge, die Sie für andere Komponenten in Ihrem Projekt nutzen können. Diese Ausgänge teilen sich die Stromversorgung mit dem Raspberry Pi und dem Sleepy Pi selbst, können aber externe Hardware versorgen:
- V+ (Eingang von der Power Jack): Kann bis zu 500mA liefern.
- 5V: Kann bis zu 500mA liefern.
- 3V3: Kann bis zu 50mA liefern.
Für V+ und 5V gilt, dass die Gesamtstromaufnahme aus beiden zusammen 500mA nicht überschreiten sollte. Diese Erweiterungsstromversorgung wird separat vom Raspberry Pi geschaltet. Das bedeutet, Sie können den Raspberry Pi einschalten, ohne die Erweiterungsstromversorgung zu aktivieren, oder die Erweiterungsstromversorgung eingeschaltet lassen, während der Raspberry Pi heruntergefahren ist. Dies bietet zusätzliche Flexibilität für Ihr Projekt.
Die Erweiterungsstromversorgung wird per Software über den Arduino-Mikrocontroller auf dem Sleepy Pi gesteuert. Mit einem Befehl wie SleepyPi.enableExtPower(true); schalten Sie die Stromversorgung ein, mit false schalten Sie sie aus.
Der Power Jumper
Auf dem Sleepy Pi gibt es einen Jumper (eine kleine Brücke), der die Stromversorgung des Raspberry Pi unabhängig vom Sleepy Pi Mikrocontroller erzwingt. Dieser Jumper ist hauptsächlich für Entwicklungszwecke gedacht. Wenn Sie Arduino-Code auf den Mikrocontroller des Sleepy Pi hochladen, wird dieser oft zurückgesetzt. Da der Mikrocontroller normalerweise die Stromversorgung des Raspberry Pi steuert, würde ein Reset des Mikrocontrollers dazu führen, dass der Raspberry Pi sofort ausgeschaltet wird. Dies wäre problematisch, wenn Sie gerade dabei sind, Code zu entwickeln und hochzuladen. Indem Sie den Power Jumper setzen, stellen Sie sicher, dass der Raspberry Pi kontinuierlich mit Strom versorgt wird, unabhängig vom Zustand des Sleepy Pi Mikrocontrollers. Dies ermöglicht ein reibungsloses Hochladen und Testen von Arduino-Code.
Solarenergie nutzen
Der Sleepy Pi eignet sich hervorragend für Projekte, die mit Solarenergie betrieben werden sollen. Um ein solares Setup zu realisieren, benötigen Sie zusätzlich zum Sleepy Pi und Raspberry Pi drei weitere Komponenten:
- Solarpanel: Sollte eine Ausgangsspannung von weniger als 17V haben (passend zur maximalen Eingangsspannung des Sleepy Pi Power Jacks).
- Laderegler: Dieser verwaltet das Laden der Batterie durch das Solarpanel und schützt die Batterie vor Überladung oder Tiefentladung.
- Batterie: Typischerweise eine 12V Blei-Säure-Batterie oder eine geeignete Lithium-Batterie.
Das Solarpanel wird an den Laderegler angeschlossen, die Batterie ebenfalls an den Laderegler. Der Ausgang des Ladereglers (der eine stabile Spannung für das System liefert) wird dann an den Vin-Eingang (Power Jack) des Sleepy Pi angeschlossen. Dieses Setup ermöglicht es, das System tagsüber über Solarenergie zu betreiben und die Batterie aufzuladen, während die Batterie das System nachts oder bei Bewölkung mit Strom versorgt.
Betrieb des Sleepy Pi und des Raspberry Pi
Die zentrale Funktion des Sleepy Pi ist das Management des Ein- und Ausschaltens des Raspberry Pi. Wie bereits erwähnt, hat der Raspberry Pi keinen eingebauten Schlafmodus. Der Sleepy Pi überbrückt dies, indem er die Stromversorgung physisch schaltet.
Der Sleepy Pi kann den Raspberry Pi auf verschiedene Weisen einschalten:
- Zeitgesteuert: Zu festgelegten Zeiten oder in regelmäßigen Intervallen (z. B. jede Stunde, jeden Tag um Mitternacht). Dies ist ideal für Zeitraffer-Projekte oder periodische Datenerfassung.
- Über einen Schalter: Ein physischer Taster oder Schalter kann mit dem Sleepy Pi verbunden werden, um den Raspberry Pi manuell zu starten.
- Durch ein Ereignis auf einem digitalen I/O-Pin: Wenn ein Sensor ein Signal liefert (z. B. Bewegung erkannt), kann der Sleepy Pi den Raspberry Pi aktivieren.
- Durch einen gemessenen Analogwert: Wenn ein Messwert einen bestimmten Schwellenwert überschreitet (z. B. Helligkeitssensor erreicht einen bestimmten Wert), kann der Pi gestartet werden.
Das sichere Herunterfahren des Raspberry Pi ist ebenso wichtig, um Datenkorruption auf der SD-Karte zu vermeiden. Der Sleepy Pi verwendet dafür spezielle Handshake-Leitungen (GPIO 24 und 25) zum Raspberry Pi. Die Software auf dem Raspberry Pi (Ihr Skript oder eine spezielle Service) signalisiert dem Sleepy Pi über diese Leitungen, dass das Betriebssystem sicher heruntergefahren wird. Erst wenn der Sleepy Pi diese Bestätigung erhalten hat und das Betriebssystem im sicheren Zustand ist, unterbricht er die Stromversorgung. Dies verhindert, dass Daten geschrieben werden, während der Strom abgeschaltet wird, und schützt so die SD-Karte.
Die Bootzeit des Raspberry Pi beeinflusst, wie schnell Ihr System nach dem Aufwachen einsatzbereit ist und wie viel Energie dabei verbraucht wird. Faktoren, die die Bootgeschwindigkeit beeinflussen, sind das verwendete Betriebssystem (Raspbian, ein minimalistisches Image), das Bootmedium (SD-Karte, USB-Stick) und die Geschwindigkeit des Mediums (z. B. SD-Karten-Klasse). Eine Standard-Raspbian-Installation auf einer typischen SD-Karte bootet in etwa 30 Sekunden. Durch Optimierungen am Betriebssystem-Image kann diese Zeit auf 5-10 Sekunden reduziert werden, was bei häufigem Aufwachen die Batterielaufzeit spürbar verlängern kann.
Software und Programmierung
Der Sleepy Pi verfügt über einen eigenen Mikrocontroller (einen ATMEGA328P, wie er auch im Arduino Uno verwendet wird), der vollständig für Ihre eigenen Projekte programmierbar ist. Sie können die gesamte Logik für das Aufwecken, das Steuern der Peripherie und das Kommunizieren mit dem Raspberry Pi in Arduino-Code schreiben. Es gibt eine spezielle Sleepy Pi Arduino-Bibliothek, die den Zugriff auf die Sleepy Pi-Funktionen (wie das Steuern der Stromversorgung, das Lesen der Batteriespannung, das Einstellen von Alarmen auf der Echtzeituhr) erleichtert.

Der Sleepy Pi kann auch komplett eigenständig betrieben werden, d. h. ohne verbundenen Raspberry Pi. In diesem Modus fungiert er als stromoptimiertes Arduino-Board. Sie können Code direkt von einem Computer hochladen oder den Sleepy Pi vorübergehend mit einem Raspberry Pi verbinden, um den Code hochzuladen.
Die Echtzeituhr (RTC) auf dem Sleepy Pi ist sowohl vom Arduino-Mikrocontroller als auch vom Raspberry Pi aus ansprechbar. Die RTC verwendet den I2C-Bus zur Kommunikation und wird unter Linux (Raspbian) vom DS1374-Treiber unterstützt. Dies ermöglicht es dem Raspberry Pi, die genaue Uhrzeit zu lesen und zu setzen, was für viele zeitgesteuerte Projekte unerlässlich ist.
Hardware-Details
Es ist wichtig zu wissen, dass die Logikpegel der Pins auf dem Sleepy Pi (des Arduino-Mikrocontrollers) 3.3V betragen, genau wie die GPIO-Pins des Raspberry Pi. Sie sollten keine 5V-Signale direkt an diese Pins anschließen, da dies die Hardware beschädigen könnte. Achten Sie bei der Anbindung externer Sensoren oder Module auf die korrekten Spannungspegel.
Der Sleepy Pi verwendet mehrere GPIO-Pins des Raspberry Pi für die Kommunikation und Steuerung:
- GPIO 2 (i2c-SDA) und GPIO 3 (i2c-SCL): Für den I2C-Bus, der für die Kommunikation mit der RTC und dem Arduino verwendet wird.
- GPIO 14 (Serial RXD) und GPIO 15 (Serial TXD): Für die serielle Kommunikation, die unter anderem zum Programmieren des Arduino genutzt werden kann.
- GPIO 22: Die Reset-Leitung für den Arduino-Mikrocontroller, wird ebenfalls zum Programmieren verwendet. Dieser Pin sollte nicht für andere Zwecke verwendet werden.
- GPIO 24 und GPIO 25: Allgemeine Zwecke und Handshake-Leitungen für die Koordination des sicheren Herunterfahrens des Raspberry Pi.
- GPIO 23: Der Alarm-Ausgang der RTC (aktiv LOW).
Die meisten dieser GPIOs können, wenn nicht vom Sleepy Pi benötigt, auch für andere Zwecke verwendet werden, mit Ausnahme von GPIO 22, der den Arduino zurücksetzen würde.
Der Sleepy Pi verfügt über einen Stapel-Header (Stacking Header) auf den Raspberry Pi GPIOs. Dies bedeutet, dass Sie potenziell weitere Erweiterungsplatinen (HATs) zusammen mit dem Sleepy Pi verwenden können, sofern es keine Konflikte bei der Pin-Belegung gibt. Überprüfen Sie immer die Pinouts beider Platinen.
Die Echtzeituhr (RTC) auf dem Sleepy Pi benötigt eine CR1632 Knopfzellenbatterie, um die Uhrzeit zu halten, wenn die Hauptstromversorgung getrennt ist. Diese Batterie wird aus rechtlichen Gründen (Versandbestimmungen für Lithiumbatterien) normalerweise nicht mitgeliefert und muss separat erworben werden. Wenn das System jedoch kontinuierlich mit einer Hauptstromquelle verbunden bleibt (auch wenn der Sleepy Pi schläft), ist die RTC-Batterie nicht zwingend erforderlich, da die Hauptversorgung die Uhr am Laufen hält. Das Weglassen der RTC-Batterie und das Nicht-Konfigurieren der RTC kann sogar einige hundert Mikroampere Strom sparen, wenn Sie die genaue Zeit nicht benötigen.
Fehlerbehebung
Einige häufige Probleme und ihre Lösungen:
- Zugriff auf die RTC vom Raspberry Pi fehlerhaft: Wenn Sie versuchen, vom Raspberry Pi aus auf die Echtzeituhr zuzugreifen (z. B. über I2C-Tools) und eine Fehlermeldung wie „Could not open file `/dev/i2c-1`“ erhalten, liegt es wahrscheinlich daran, dass der I2C-Bus auf Ihrem Raspberry Pi nicht aktiviert ist. Aktivieren Sie ihn über das Raspi-config Dienstprogramm (
sudo raspi-config-> Advanced Options -> A7 i2c -> Yes). - Raspberry Pi bootet nur einmal: Dieses Problem tritt manchmal auf, insbesondere wenn Beispielcode wie „WakeUpPiOnAlarm“ verwendet wird. Oft liegt es daran, dass der Raspberry Pi selbst beim Booten auf die RTC zugreift und möglicherweise den eingestellten Alarm löscht oder die RTC auf eine Weise konfiguriert, die den nächsten geplanten Weckvorgang verhindert. Die Lösung besteht darin, jeglichen Code oder Dienst auf dem Raspberry Pi zu identifizieren und zu deaktivieren, der beim Booten auf die RTC zugreifen könnte. Sie können dies überprüfen, indem Sie den Sleepy Pi eigenständig (ohne Pi) mit einem kurzen Weckintervall laufen lassen. Wenn die LEDs korrekt blinken, liegt das Problem beim Raspberry Pi. Eine Neuinstallation von Raspbian ohne zusätzliche RTC-Konfiguration kann ebenfalls helfen, das Problem zu isolieren.
Häufig gestellte Fragen
Hier beantworten wir noch einmal die wichtigsten Fragen zum Sleepy Pi und Raspberry Pi:
Verfügt der Raspberry Pi 4 über einen Ruhemodus?
Nein, der Raspberry Pi 4 und andere Modelle haben keinen nativen, stromsparenden Ruhemodus. Sie sind entweder voll aktiv oder ausgeschaltet. Der Sleepy Pi ermöglicht einen „virtuellen“ Schlafmodus, indem er die Stromversorgung des Raspberry Pi physisch schaltet.
Wie weckt der Sleepy Pi den Raspberry Pi auf?
Der Sleepy Pi schaltet die Stromversorgung zum Raspberry Pi ein. Dies kann zeitgesteuert, durch einen externen Trigger (Schalter, Sensor) oder ein anderes Ereignis geschehen, das im Arduino-Code auf dem Sleepy Pi definiert ist.
Wie fährt der Sleepy Pi den Raspberry Pi sicher herunter?
Der Sleepy Pi verwendet Handshake-Leitungen (GPIOs) mit dem Raspberry Pi. Die Software auf dem Raspberry Pi signalisiert dem Sleepy Pi, dass das Betriebssystem sicher heruntergefahren wurde. Erst dann unterbricht der Sleepy Pi die Stromversorgung, um Datenverlust auf der SD-Karte zu verhindern.
Kann der Sleepy Pi meine SD-Karte beschädigen?
Nein, wenn die Handshake-Leitungen korrekt verwendet werden und das Betriebssystem vor dem Abschalten in einem sicheren Zustand ist, wird die SD-Karte nicht beschädigt. Der Sleepy Pi wartet auf das Signal des sicheren Herunterfahrens.
Wie viel Strom verbraucht der Sleepy Pi im Schlafmodus?
Wenn der Raspberry Pi ausgeschaltet ist und der Sleepy Pi Mikrocontroller schläft, beträgt der Stromverbrauch typischerweise etwa 500 Mikroampere (0,5mA) bei 12V Eingangsspannung.
Kann ich die Batteriespannung messen?
Ja, der Sleepy Pi hat einen analogen Eingang, der über einen Spannungsteiler mit der Hauptstromversorgung verbunden ist. Sie können die Batteriespannung in Ihrem Arduino-Code auslesen.
Kann ich den Arduino auf dem Sleepy Pi selbst programmieren?
Ja, der Mikrocontroller (ATMEGA328P) ist vollständig programmierbar. Es gibt eine Sleepy Pi Bibliothek, die den Zugriff auf die Hardware-Funktionen erleichtert.
Kann der Sleepy Pi mit Solarenergie betrieben werden?
Ja, in Verbindung mit einem Solarpanel, einem Laderegler und einer Batterie kann der Sleepy Pi ein solares Stromversorgungssystem verwalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Raspberry Pi zwar keinen eigenen Schlafmodus besitzt, der Sleepy Pi jedoch eine effektive und stromsparende Lösung bietet, um den Pi in batteriebetriebenen Projekten einsetzbar zu machen. Durch die intelligente Steuerung der Stromversorgung, die Möglichkeit zur Messung der Batteriespannung und die Integration einer Echtzeituhr eröffnet der Sleepy Pi eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten für den Raspberry Pi, bei denen Energieeffizienz entscheidend ist.
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