Moderne spiegellose Kameras sind oft mit zwei Displays ausgestattet: einem Sucher und einem rückseitigen Monitor. Beide sind nützlich für die Fotografie, aber der rückseitige Monitor wird fast immer für Videoaufnahmen bevorzugt. Wenn Sie es mit Videoaufnahmen ernst meinen, investieren Sie typischerweise in einen dedizierten Aufnahmemonitor, entweder an der Kamera oder separat davon. Hochwertige Monitore mit guten Displays können jedoch recht teuer sein. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen eine Lösung, die nur einen Bruchteil des Preises kosten könnte. Schließlich tragen die meisten von uns den ganzen Tag ein hochwertiges Display in der Tasche – unser Smartphone. Und mit ein wenig Aufwand können Sie es (oder ein Tablet) als improvisierten Kameramonitor verwenden.

Warum einen externen Kameramonitor nutzen?
Stellen Sie sich einen externen Kameramonitor als Duplikat des elektronischen Suchers oder des rückseitigen LCDs Ihrer Kamera vor. Alle Informationen, die typischerweise auf dem Kameradisplay angezeigt werden, können stattdessen auf einem größeren, oft hochauflösenderen Bildschirm dargestellt werden. Dies gilt für alle spiegellosen Kameras und DSLRs mit einem HDMI-Ausgang. Für Nikon-Benutzer umfasst dies beispielsweise deren Kameras mit Wechselobjektiven, die seit 2007 (beginnend mit der Nikon D300) auf den Markt gekommen sind.

Externe Kameramonitore werden am häufigsten bei Videoaufnahmen verwendet. Da bei Videoaufnahmen oft manuell fokussiert wird, ist ein größerer Bildschirm ein klarer Vorteil. Da der Monitor alles spiegelt, was auf dem Bildschirm Ihrer Kamera angezeigt wird, können Sie weiterhin Werkzeuge wie das Fokus-Peaking nutzen, aber eben auf einem größeren Bildschirm. Dies ermöglicht eine präzisere und einfachere Scharfstellung, insbesondere in Situationen, in denen es auf jedes Detail ankommt.
Sie können einen externen Kameramonitor auch verwenden, um sich selbst einfacher zu filmen. Sie können den Monitor nach vorne richten, sodass Sie den Bildausschnitt leicht ausrichten können. Natürlich verfügen Kameras wie die Nikon Z30, Canon EOS R5, Fujifilm X-M5 und Sony ZV-E10 II bereits über einen voll schwenkbaren LCD-Bildschirm, der für einen ähnlichen Zweck verwendet werden kann. Aber die Größe des Bildschirms ist immer noch durch die Kamera begrenzt. Ein Tablet oder Smartphone bietet hier eine deutlich größere Fläche für die Kontrolle des Bildausschnitts.
Es gibt noch einen weiteren Grund, einen externen Kameramonitor zu verwenden, und dieser gilt auch für Fotografen. Immer wenn Sie Fotos komponieren oder Ihre Bilder direkt in der Kamera aussortieren (Culling), können Sie dies effektiver tun, wenn der Bildschirm einfach größer ist. Persönlich sortiere ich Fotos gerne direkt in der Kamera aus, besonders wenn ich unterwegs bin und etwas freie Zeit habe. Es ist schnell, erfordert keinen Computer und spart Speicherplatz auf der Speicherkarte. Das Durchsuchen von Fotos auf einem kleinen rückseitigen Bildschirm erfordert jedoch gute Augen. Es ist auch angenehmer, auf Ihrem Telefon oder Tablet zu scrollen, anstatt die Kamera zu halten und zu bedienen.
Ein externer Kameramonitor hat auch pädagogisches Potenzial. Möchten Sie Ihren Kunden oder Freunden einige Kameraeinstellungen zeigen? Oder ein Behind-the-Scenes-Video Ihres Prozesses aufnehmen? Es ist so viel einfacher, wenn alle Ihr Kameramenü auf einem großen Bildschirm vor sich sehen können oder wenn Sie genau aufzeichnen können, wie der Bildschirm während des Filmens aussieht. Dies kann sehr hilfreich sein, um Arbeitsabläufe zu dokumentieren oder anderen die Funktionsweise Ihrer Kamera zu erklären.
So verwandeln Sie Ihr Mobilgerät in einen Kameramonitor
Bei dieser Frage ist es wichtig zu unterscheiden, welches Betriebssystem Ihr Mobilgerät verwendet. Wenn Sie ein Apple-Telefon verwenden, ist Ihr Hardware-Setup in wenigen Sätzen erledigt. Sie benötigen lediglich den Accsoon SeeMo 4K HDMI Smartphone Adapter (für etwa 179 $) und ein HDMI-Kabel. Installieren Sie die App, verbinden Sie Ihr iPhone, und schon können Sie loslegen. Für das iPad ist es dasselbe, obwohl es keine bekannte Möglichkeit gibt, ein Tablet direkt an Ihrer Kamera zu befestigen. Daher benötigen Sie ein längeres HDMI-Kabel und einen Platz, um das iPad abzulegen.

Wenn Sie ein Android-Gerät verwenden, ist die Palette der Optionen viel breiter, da Sie die einzelnen Komponenten separat erwerben müssen (einschließlich der App). Es ist nicht kompliziert, und der Vorteil ist, dass Sie Ihr Setup an Ihre spezifischen Bedürfnisse und Ihr Budget anpassen können. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Möglichkeit, größere Android-Tablets anzuschließen. Was benötigen Sie also? Hier ist eine Liste, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern:
Benötigte Komponenten (für Android):
Videoaufnahme-Adapter
Dieses Gerät ist unerlässlich, um das Anzeigesignal von Ihrer Kamera auf den Monitor Ihres Android-Geräts zu übertragen. An einem Ende befindet sich ein Standard-HDMI-Anschluss, an den Sie ein Kabel anschließen und es in Ihre Kamera stecken können. Am anderen Ende verfügen die meisten dieser Adapter über einen USB-C-Anschluss, der direkt an Ihr Telefon oder Tablet angeschlossen wird. Einige höherwertige Modelle verfügen jedoch über mehrere Eingänge, wie z. B. einen Mikrofonanschluss. Aufgrund ihrer größeren Größe und ihres Gewichts eignen sie sich besser für den Studioeinsatz. Dies ist die zentrale Komponente, die das Signal von Ihrer Kamera für Ihr Mobilgerät nutzbar macht.
HDMI-Verbindungskabel
Überprüfen Sie, welche Art von HDMI-Anschluss Ihre Kamera hat. Bei Nikon-Kameras ist es normalerweise entweder ein Standard- (Typ A) oder ein Mini-HDMI (Typ C). Kürzere Kabel (bis zu 1 Meter Länge) werden normalerweise empfohlen, obwohl es bei einem 2-Meter-Kabel keine Probleme mit der Signalübertragung gab. Stellen Sie sicher, dass das Kabel den richtigen Anschluss für Ihre Kamera und den Videoaufnahme-Adapter hat.
Smartphone-Halterung zur Kamerabefestigung
Dies ist optionale Hardware für diejenigen, die ihr Smartphone an der Kamera befestigen möchten. Die Preise beginnen bei etwa 10 US-Dollar. Einige Halterungen können auch über ein 1/4-Zoll-Gewinde an einem Stativ befestigt werden. Für Tablets gibt es verschiedene Optionen, die sie überall von einem Tisch bis zu einem Lichtstativ halten können. Die Halterung sorgt für eine praktische Positionierung des Monitors direkt am Aufnahmeort.
App für Android-Geräte
Das Letzte, was Sie benötigen, ist eine App zur Installation auf Ihrem Mobilgerät. Die App ist die Software, die das Signal vom Adapter empfängt und auf dem Bildschirm Ihres Tablets oder Smartphones anzeigt. Eine solche App ist beispielsweise USB Camera Pro, die für Android und iOS (nur iPad) verfügbar ist. Diese App ermöglicht es Ihnen, das Display Ihrer Kamera auf Ihrem Mobilgerät zu spiegeln. Sie können Screenshots machen, Videos aufnehmen oder sogar direkt auf YouTube Live streamen. Die App ist in der Regel einfach zu bedienen. Nach der Installation verbinden Sie Ihr Telefon oder Tablet mit der Kamera, öffnen die App, und sie beginnt sofort als Monitor zu arbeiten.
Kostenvergleich und Fazit
Ein externer Kameramonitor kann ein wertvolles Werkzeug sein, nicht nur für die traditionelle Videografie, sondern auch für Vlogging, Bildauswahl, Bildschirmaufnahmen oder die Anzeige des Kameradisplays. Das Beste daran ist, dass die teuerste Komponente des Setups wahrscheinlich bereits in Ihrer Tasche steckt – oder Sie lesen diesen Artikel gerade darauf! Während High-End-Videografen sicherlich bei traditionellen Monitoren bleiben werden, ist es ziemlich beeindruckend, was Sie für nur 50 US-Dollar (ungefähre Kosten für ein einfaches Android-Setup) erhalten können. Dies macht die Nutzung eines Tablets oder Smartphones als Kameramonitor zu einer äußerst kostengünstigen und praktischen Alternative für viele Anwendungsfälle in der Fotografie und Videografie.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Welche Kameras sind kompatibel?
Kompatibel sind spiegellose Kameras und DSLRs, die über einen HDMI-Ausgang (Typ A oder Typ C) verfügen. Viele Kameras, die seit etwa 2007 hergestellt wurden, bieten diese Möglichkeit.

Ist ein Tablet/Smartphone als Monitor gut für Videoaufnahmen?
Ja, absolut. Die größere Bildschirmfläche ist ideal für die manuelle Fokussierung, die Nutzung von Fokus-Peaking und erleichtert das Vlogging durch bessere Kontrolle des Bildausschnitts.
Kann ich mein Tablet/Smartphone auch für die Fotoauswahl nutzen?
Ja, die größere Anzeige macht das schnelle Durchsehen und Aussortieren von Fotos (Culling) direkt in der Kamera angenehmer und effizienter, insbesondere wenn Sie unterwegs sind.
Welche Ausrüstung brauche ich für Android?
Für Android benötigen Sie typischerweise einen Videoaufnahme-Adapter (HDMI auf USB-C), ein passendes HDMI-Kabel, eine geeignete App (wie USB Camera Pro) und optional eine Halterung zur Befestigung am Kamera-Setup.
Welche Ausrüstung brauche ich für Apple?
Für Apple-Geräte (iPhone/iPad) ist die Lösung oft ein spezifischer Adapter wie der Accsoon SeeMo 4K HDMI Adapter, ein HDMI-Kabel und eine kompatible App.
Ist diese Lösung teuer?
Nein, im Vergleich zu dedizierten externen Monitoren ist diese Methode sehr kostengünstig. Ein einfaches Android-Setup kann bereits für etwa 50 US-Dollar realisiert werden, während der Accsoon SeeMo für Apple-Geräte etwa 179 US-Dollar kostet, zuzüglich Kabel.
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