In der beliebten Komödie „… und dann kam Polly“ (Originaltitel „Along Came Polly“) spielt Ben Stiller den risikoscheuen Reuben Feffer, dessen Leben durch die impulsive Polly Prince, gespielt von Jennifer Aniston, komplett auf den Kopf gestellt wird. Doch neben den menschlichen Hauptdarstellern gibt es einen tierischen Charakter, der sich unvergesslich in die Herzen (oder Nerven) des Publikums gefräst hat: Rodolfo, Pollys struppiges, halbblindes Frettchen. Dieses kleine Wesen sorgt für zahlreiche Lacher und einige peinliche Momente und ist weit mehr als nur ein einfaches Haustier im Film.

Rodolfo: Ein Charakter für sich
Rodolfo ist nicht nur ein tierischer Nebendarsteller; er ist ein integraler Bestandteil von Pollys exzentrischer Welt und stellt Reubens neurotische Natur immer wieder auf die Probe. Mit seinem chaotischen Verhalten, seiner geringen Sehkraft, die ihn häufig gegen Hindernisse krachen lässt, und seinem Hang, in den unpassendsten Momenten aufzutauchen, verkörpert Rodolfo das genaue Gegenteil von Reubens geordnetem Leben. Doch trotz seiner Tollpatschigkeit hat Rodolfo auch seine modischen Momente, wie sein schicker Pullover- und Leinen-Ensemble beweist.

Der erste Auftritt: Ein haariger Schreck
Reubens erste Begegnung mit Rodolfo ist typisch chaotisch. Als er Pollys Apartment im East Village besucht, taucht das Frettchen namens Rodolfo unvermittelt aus einem Kleiderhaufen auf. Polly nimmt ihn kurz liebevoll in den Arm, setzt ihn dann aber auf den Boden. Was folgt, ist eine der ersten denkwürdigen Szenen: Rodolfo saust los und kracht direkt gegen die Wand. Um diese Szene zu realisieren und das echte Tier zu schützen, arbeiteten die Trainer eng mit Jennifer Aniston zusammen, um ihr den richtigen Umgang mit dem Frettchen zu zeigen. Für den Moment des Aufpralls kam jedoch ein animatronisches Frettchen zum Einsatz. So konnte sichergestellt werden, dass das echte Tier keinerlei Schaden nahm, während der komische Effekt der Szene erhalten blieb.
Ein ungebetener Gast im Badezimmer
Kurz nach seiner Ankunft in Pollys Apartment bekommt Reuben Probleme mit seinem Reizdarmsyndrom und flüchtet panisch ins Badezimmer. In diesem Moment der höchsten Not für Reuben schiebt sich Rodolfo unter der Badezimmertür hindurch und beginnt, neugierig herumzuschnüffeln. Das Chaos ist perfekt, als die Toilette überläuft und Rodolfo schleunigst das Weite sucht. Um diese Szene für das Tier möglichst stressfrei und für die Dreharbeiten praktikabel zu gestalten, bauten die Crew-Mitglieder eine hüfthohe Plattform mit einer teilweise abgeschnittenen Tür am unteren Rand. Dies erleichterte den Trainern die Arbeit mit Rodolfo erheblich und stellte sicher, dass das Frettchen beim Unter-der-Tür-Durchschlüpfen keinerlei Unbehagen empfand.
Abenteuer auf hoher See
In einer anderen Szene begleiten Polly und Reuben den risikofreudigen Leland Van Lew auf seinem Segelboot und geraten in einen plötzlichen Sturm. Rodolfo taucht unerwartet aus Pollys Kosmetiktasche auf, wie ein struppiger blinder Passagier. Im Verlauf des Sturms wird das quietschende Frettchen wie ein Flipperball über den Boden des Bootes geschleudert. Für die Einstellung, in der Rodolfo aus der Kosmetiktasche kommt, platzierten die Trainer das Frettchen nur kurz in der Tasche, gerade lange genug für die Aufnahme, und nahmen es dann sofort wieder heraus. Für die rutschende und schleudernde Aktion auf dem Boden des Bootes wurde ein ausgestopftes Plüsch-Frettchen verwendet. Die quietschenden Geräuscheffekte wurden erst in der Postproduktion hinzugefügt, um den Eindruck zu erwecken, Rodolfo würde tatsächlich so chaotisch herumgewirbelt.
Der modische Ausreißer und sein Spaziergang
Gegen Ende des Films erkennt Reuben, dass er Polly verlieren wird, wenn er ihr nicht seine wahren Gefühle gesteht. Er eilt zu ihrem Apartment, nur um festzustellen, dass seine zerstreute Liebste Rodolfos Leine an die Haustür ihres Gebäudes gebunden hat und ohne ihren pelzigen Begleiter davongelaufen ist. Reuben schnappt sich die Leine und macht sich auf die Straße, um Polly zu suchen, als diese um die Ecke kommt und verzweifelt ihren Schlüsselfinder betätigt. In dieser Szene ist Rodolfo in einem punkigen grünen Pullover und einem pinkfarbenen Geschirr mit Leine und Schlüsselfinder zu sehen – ein wahrer modischer Akzent für ein Frettchen. Die Trainer platzierten das Frettchen an seiner Position und banden die Leine an den Türknauf. Ein Mitarbeiter außerhalb des Bildes öffnete langsam die Tür, während der Trainer dahinter stand. Sobald sie auf dem Bürgersteig waren, übergab ein Trainer die Leine an den Schauspieler und ging vor dem Frettchen her, ausgestattet mit einem Summer und einer ausgefahrenen Gabel mit einem Leckerbissen (Nutracal) daran. Das Frettchen war darauf trainiert worden, auf das Geräusch des Summers zu reagieren, und fühlte sich wohl dabei, für diese Szene mit den Schauspielern zu gehen.
Kollision mit dem Mülleimer und die Erdnuss-Szene
Während Polly und Reuben die Straße entlanggehen und über ihre Beziehung sprechen, trottet Rodolfo an ihrer Seite an der Leine. Seine schlechte Sehkraft macht ihm jedoch wieder einmal zu schaffen, und er stößt mit einem Mülleimer auf dem Bürgersteig zusammen. Für diese Sequenz ersetzte die Requisitenabteilung Rodolfo durch ein falsches Frettchen zum Nachziehen. Der Grund war einfach: Die Schauspieler waren dem Tier zu Fuß leicht überlegen, und Rodolfos kleine Beine konnten einfach nicht mithalten. Die Verwendung eines Doubles war hier die praktischste und tierschutzgerechteste Lösung.
Um Polly endgültig davon zu überzeugen, ihm eine Chance zu geben, greift Reuben nach einer Handvoll „keimiger“ Erdnüsse von einem Straßenhändler und isst sie. Um weiter zu beweisen, dass er einige seiner Neurosen ablegt, lässt Reuben eine Handvoll Erdnüsse auf den Bürgersteig fallen, hebt sie dann auf und steckt sie sich in den Mund. Rodolfo scheint derweil zufrieden zu sein, sich ihm beim Knabbern an den kontaminierten Nüssen anzuschließen. Um den Eindruck zu erwecken, Rodolfo würde die Erdnüsse mit Genuss fressen, streute sein Trainer Babynahrung auf einige der Nüsse und platzierte Tierfutter in der Nähe auf dem Boden. So wurde die gewünschte Reaktion des Tieres erzielt, ohne dass es tatsächlich potenziell ungesunde Straßenerdnüsse fressen musste.
Das Finale am Strand
Der Film endet damit, dass Reuben und Polly für einen romantischen Urlaub auf St. Barts sind. Plötzlich taucht Rodolfo aus einer Strandtasche auf und kracht gegen eine Palme. Auch hier wurde erneut ein animatronisches Frettchen anstelle des lebenden Tieres eingesetzt, um die Sicherheit bei dieser Stoßszene zu gewährleisten. Diese wiederholte Verwendung von mechanischen Doubles unterstreicht das Engagement des Filmteams für das Wohl des Tierdarstellers.
Tierschutz bei den Dreharbeiten: Keine Tiere kamen zu Schaden
Ein zentraler Aspekt bei den Dreharbeiten mit Tieren, insbesondere mit einem so aktiven und in viele Szenen involvierten Tier wie Rodolfo, ist der Tierschutz. Die Organisation American Humane (AH) hat die Tiere während der gesamten Produktion von „Along Came Polly“ überwacht. Ihre Vertreter für Tiersicherheit waren am Set anwesend und setzten die AH-Richtlinien strikt durch, um sicherzustellen, dass keine Tiere zu Schaden kamen („No Animals Were Harmed™“) während der Herstellung dieses Films.
Die detaillierte Aufsicht durch American Humane beinhaltete die Überprüfung der Drehbuchszenen, die Beratung des Produktionsteams und die direkte Überwachung der Tieraktionen am Set. Jeder Einsatz des echten Frettchens wurde sorgfältig geplant und durchgeführt, um Stress oder Gefahr zu vermeiden. Die beschriebenen Techniken – der Einsatz von Animatronics für Aufprallszenen, das Plüsch-Frettchen für das Herumrutschen auf dem Boot, die Modifikation von Sets wie der Badezimmertür, um dem Tier das Durchschlüpfen zu erleichtern, und die sorgfältige Trainingsarbeit für Szenen wie das Gehen an der Leine – sind direkte Beispiele dafür, wie der Tierschutz bei dieser Produktion umgesetzt wurde.
Selbst bei der kurzen Szene mit der Eidechse zu Beginn des Films, die fälschlicherweise als Komodowaran bezeichnet wird und Reuben und Lisa erschreckt, wurde größter Wert auf Sicherheit und Tierschutz gelegt. Zwar wurde kurzzeitig eine echte Eidechse gefilmt, aber der Schreckmoment, in dem sie auf Lisas Schoß fällt, wurde vollständig mit drei speziell bemalten, falschen Eidechsen realisiert. Auch hier zeigt sich das Prinzip, Tierdarsteller nur für ungefährliche, kontrollierte Aufnahmen einzusetzen und für alle potenziell stressigen oder gefährlichen Aktionen auf Doubles zurückzugreifen.
Die Sorgfalt, die bei den Dreharbeiten von „… und dann kam Polly“ im Umgang mit Rodolfo und den anderen Tieren angewendet wurde, ist beispielhaft. Sie zeigt, dass es möglich ist, tierische Charaktere humorvoll und integral in eine Geschichte einzubinden, ohne das Wohlbefinden der echten Tiere zu kompromittieren. Rodolfos chaotische Auftritte mögen das Publikum zum Lachen bringen, aber hinter den Kulissen sorgte ein engagiertes Team dafür, dass der tierische Star sicher und gut behandelt wurde.
Häufig gestellte Fragen zu Rodolfo dem Frettchen
Frage: War Rodolfo in „… und dann kam Polly“ ein echtes Frettchen?
Antwort: Ja, für viele der ruhigeren Szenen und Nahaufnahmen wurde ein echtes Frettchen eingesetzt. Allerdings wurden für dynamische, potenziell gefährliche oder komisch übertriebene Szenen, wie Aufpralle oder Stürze, spezielle Effekte und Doubles wie Animatronics oder Plüschtiere verwendet.
Frage: Wie wurden die Szenen gedreht, in denen Rodolfo gegen Wände oder Bäume rennt?
Antwort: Diese Aufprallszenen wurden nicht mit dem echten Tier gedreht. Stattdessen kam ein animatronisches Frettchen zum Einsatz, das ferngesteuert werden konnte, um den Aufprall realistisch, aber ohne Risiko für ein lebendes Tier darzustellen.
Frage: Wurde Rodolfo während der Dreharbeiten gut behandelt?
Antwort: Ja, die gesamte Produktion wurde von Tierschutzexperten von American Humane überwacht. Es wurden strenge Richtlinien eingehalten, um das Wohlergehen des Frettchens zu gewährleisten. Trainer waren ständig am Set, und es wurden spezielle Vorkehrungen getroffen, wie der Umbau von Sets oder der Einsatz von Doubles, damit Rodolfo sicher und komfortabel war. Es wurde sichergestellt, dass keine Tiere zu Schaden kamen.
Frage: Warum wurde für einige Szenen ein Plüschtier oder ein nachziehbares Frettchen verwendet?
Antwort: Der Einsatz von Doubles wie einem Plüschtier (für das Rutschen auf dem Boot) oder einem nachziehbaren Frettchen (für den Spaziergang auf der Straße) war notwendig, um Szenen zu ermöglichen, die für das echte Tier zu schwierig, zu schnell oder potenziell gefährlich gewesen wären. So konnte die gewünschte Aktion im Film dargestellt werden, während das echte Frettchen geschützt blieb.
Frage: Gab es neben Rodolfo noch andere Tiere im Film?
Antwort: Ja, zu Beginn des Films gab es eine Szene mit einer Eidechse. Auch hier wurde Tierschutz großgeschrieben: Während kurz eine echte Eidechse gefilmt wurde, wurde der Schreckmoment, in dem sie herunterfällt, mit falschen, speziell angefertigten Eidechsen umgesetzt.
Rodolfo mag ein chaotischer Filmbewohner sein, aber seine Präsenz macht „… und dann kam Polly“ definitiv unvergesslicher. Die Bemühungen des Filmteams und der Tierschutzorganisationen zeigen eindrucksvoll, wie man tierische Darsteller liebevoll und verantwortungsbewusst in filmische Erzählungen integrieren kann.
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