UniFi Video war eine Videoüberwachungsplattform, die von Ubiquiti Networks entwickelt wurde. Sie diente dazu, IP-Kameras zu verwalten, Videomaterial aufzuzeichnen und live-Feeds zu betrachten. Für viele Nutzer stellte es eine attraktive Alternative zu traditionellen Überwachungssystemen dar, nicht zuletzt wegen seiner Flexibilität und des Fehlens obligatorischer Abonnementgebühren. Es war ein wichtiger Bestandteil des wachsenden UniFi-Ökosystems von Ubiquiti, das sich auf Netzwerk-, Wireless- und nun auch Überwachungslösungen konzentriert.

Das System basierte auf einer NVR-Software (Network Video Recorder), die auf verschiedenen Hardware-Plattformen laufen konnte. Dazu gehörten spezielle NVR-Geräte von Ubiquiti selbst, aber auch Standard-Computer mit Linux-, Windows- oder macOS-Betriebssystemen. Die Kameras, die mit UniFi Video kompatibel waren, gehörten zur UVC-Serie (UniFi Video Camera).

UniFi Video bot eine Reihe von Funktionen, die für die Heim- und Kleinunternehmensüberwachung relevant waren. Dazu gehörten die kontinuierliche Aufzeichnung, Aufzeichnung bei Bewegungserkennung, Zeitpläne für die Aufnahme, sowie die Möglichkeit, per Webbrowser oder einer (damals weniger ausgereiften) mobilen App auf die Kameras und Aufnahmen zuzugreifen. Die Speicherung der Daten erfolgte lokal, was für viele Nutzer ein wichtiges Argument in Bezug auf Datenschutz und Kontrolle war.
Was machte UniFi Video aus?
Das Herzstück von UniFi Video war die NVR-Software. Diese Software war dafür verantwortlich, die Videostreams von den kompatiblen Kameras zu empfangen, zu komprimieren, zu speichern und für die Wiedergabe bereitzustellen. Die Flexibilität bei der Installation der Software war ein großer Pluspunkt. Man konnte sie auf einem dedizierten UniFi NVR-Gerät betreiben, das oft kompakt und für diesen Zweck optimiert war, oder man nutzte vorhandene Server- oder PC-Hardware, um die Software zu hosten.
Die Kompatibilität beschränkte sich auf die eigenen Kameras von Ubiquiti der UVC-Serie. Dies waren Kameras, die speziell für die Zusammenarbeit mit der UniFi Video Software entwickelt wurden. Sie reichten von einfachen Innenraumkameras bis hin zu robusten Außenmodellen mit Funktionen wie Infrarot-Nachtsicht. Die Integration zwischen Kamera und Software war in der Regel nahtlos, was die Einrichtung und Verwaltung vereinfachte.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Preismodell. Im Gegensatz zu vielen Cloud-basierten Überwachungssystemen oder professionellen VMS (Video Management Software)-Lösungen verlangte UniFi Video keine wiederkehrenden Gebühren für die Nutzung der Software oder den Zugriff auf die Aufnahmen. Nach dem Kauf der Hardware (Kameras und NVR) fielen keine weiteren Kosten an, abgesehen von Strom und Internetzugang. Dies machte UniFi Video besonders attraktiv für preisbewusste Anwender, die Wert auf lokale Speicherung legten.
Schlüsselfunktionen im Detail
UniFi Video bot eine solide Grundlage für die Videoüberwachung:
- Lokale Speicherung: Alle Aufnahmen wurden auf dem Speicher des NVR oder des Hosts gespeichert. Dies gab den Nutzern die volle Kontrolle über ihre Daten und eliminierte die Notwendigkeit, Videomaterial in eine Cloud hochzuladen, was Bandbreite spart und Datenschutzbedenken reduziert.
- Bewegungserkennung: Die Software konnte Bereiche im Kamerabild definieren, die auf Bewegung überwacht werden sollten. Bei Erkennung konnte eine Aufzeichnung gestartet und/oder eine Benachrichtigung gesendet werden.
- Zeitpläne: Es war möglich, spezifische Aufnahmezeiten oder Regeln (z.B. nur Aufnahme bei Bewegung nachts) festzulegen.
- Fernzugriff: Über das UniFi Video Webportal oder die mobile App (für iOS und Android) konnte man live-Streams ansehen und auf aufgezeichnetes Material zugreifen, auch von außerhalb des lokalen Netzwerks. Dies erforderte entweder eine Portweiterleitung oder die Nutzung des Cloud-Features von Ubiquiti (das jedoch nur den Zugriff vermittelte, nicht das Videomaterial speicherte).
- Benutzerverwaltung: Man konnte verschiedene Benutzerkonten mit unterschiedlichen Berechtigungsstufen einrichten.
- Kartenansicht: Möglichkeit, Kameras auf einer Grundrisskarte zu platzieren, um einen besseren Überblick zu erhalten.
Trotz dieser Funktionen hatte UniFi Video auch seine Grenzen. Die Benutzeroberfläche wirkte mit der Zeit etwas veraltet, die mobile App war weniger leistungsfähig und intuitiv als moderne Alternativen, und die Entwicklung schien sich im Vergleich zu anderen Ubiquiti-Produktlinien zu verlangsamen.
Der Übergang zu UniFi Protect
Die wichtigste Information für jeden, der sich heute über UniFi Video informiert, ist: Das System wurde von Ubiquiti offiziell eingestellt und befindet sich im End-of-Life (EOL)-Status. Das bedeutet, dass es keine weiteren Software-Updates, Sicherheits-Patches oder technischen Support mehr von Ubiquiti gibt. Der Grund für diese Entscheidung war die Entwicklung einer neuen, moderneren und besser in das gesamte UniFi-Ökosystem integrierten Plattform: UniFi Protect.
Der Übergang von UniFi Video zu UniFi Protect war ein strategischer Schritt von Ubiquiti, um eine zukunftsfähigere und leistungsfähigere Überwachungslösung anzubieten. UniFi Protect wurde von Grund auf neu entwickelt und profitiert von einer moderneren Architektur und einer stärkeren Integration mit anderen UniFi-Geräten wie Routern und Switches.
UniFi Protect – Der Nachfolger
UniFi Protect ist heute die aktuelle Videoüberwachungsplattform von Ubiquiti. Sie bietet eine deutlich verbesserte Benutzererfahrung, insbesondere über die mobile App, die als zentrale Schnittstelle konzipiert ist. Protect läuft ausschließlich auf dedizierter UniFi Hardware. Dazu gehören der UniFi Cloud Key Gen2 Plus (UCK-G2-PLUS), die UniFi Dream Machine Pro (UDM Pro), die UniFi Dream Machine SE (UDM SE), der UniFi Protect Network Video Recorder (UNVR) und der UNVR Pro.
Die Kameras für UniFi Protect sind eine neue Serie, die nicht mit den alten UVC-Kameras von UniFi Video kompatibel ist. Die Protect-Kameras (z.B. G3, G4, G5 Serien, Doorbell, AI Serie) bieten oft bessere Bildqualität, fortschrittlichere Funktionen und eine nahtlosere Integration in die Protect-Software.
Zu den Vorteilen von UniFi Protect gehören eine viel intuitivere Benutzeroberfläche, schnellere Leistung, erweiterte Funktionen wie Personenerkennung, Fahrzeugerkennung (bei bestimmten Modellen), erweiterte Suchfunktionen und eine insgesamt stabilere und modernere Plattform. Auch hier setzt Ubiquiti auf lokale Speicherung ohne verpflichtende Cloud-Abonnements, was das ursprüngliche Erfolgskonzept von UniFi Video weiterführt.
Für bestehende Nutzer von UniFi Video: Was nun?
Wenn Sie derzeit noch ein UniFi Video System betreiben, ist es wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein. Da die Software nicht mehr aktualisiert wird, gibt es keinen Schutz mehr vor neu entdeckten Sicherheitslücken. Zudem kann es bei Hardware-Ausfällen schwierig werden, Ersatzteile oder gar ganze Geräte zu finden, da die UVC-Serie und der alte UVC-NVR nicht mehr hergestellt werden.
Eine Migration zu UniFi Protect wird daher dringend empfohlen. Dieser Schritt erfordert allerdings die Anschaffung neuer Hardware:
- Eines UniFi Protect NVR-Geräts (z.B. Cloud Key Gen2 Plus, UDM Pro, UNVR).
- Neuer UniFi Protect Kameras, da die alten UVC-Kameras nicht mit UniFi Protect kompatibel sind.
Es gibt keinen direkten Software-Upgrade-Pfad von UniFi Video zu UniFi Protect, der die alte Hardware weiterverwenden würde. Es handelt sich um einen vollständigen Systemwechsel.
Vergleich: UniFi Video vs. UniFi Protect
Um die Unterschiede zu verdeutlichen, hier ein Vergleich der beiden Plattformen:
| Merkmal | UniFi Video | UniFi Protect |
|---|---|---|
| Status | Eingestellt (End-of-Life) | Aktiv & wird entwickelt |
| Software-Updates | Keine mehr | Regelmäßig |
| Kompatible Kameras | UVC-Serie (alt) | UniFi Protect Kameras (G3/G4/G5/AI-Serien etc.) |
| Kompatible NVR-Hardware | UVC-NVR, Software auf PC/Server | Cloud Key Gen2+, UDM Pro/SE, UNVR/UNVR Pro |
| Benutzeroberfläche | Älter, webbasiert (Desktop-optimiert) | Modern, mobil-zentriert, Web-UI verfügbar |
| Mobile App | Weniger funktional | Leistungsstark, feature-reich, Hauptschnittstelle |
| Integration ins Ökosystem | Weniger stark | Starke Integration mit UniFi Network etc. |
| Fortschrittliche Funktionen | Grundlegend (Bewegung) | Erweitert (KI-Funktionen, bessere Suche) |
| Zukunftssicherheit | Keine | Ja, aktive Entwicklung |
Wie die Tabelle zeigt, ist UniFi Protect in fast allen Belangen der überlegene und zukunftsfähige Nachfolger. Der Umstieg erfordert zwar Investitionen in neue Hardware, bietet aber im Gegenzug eine modernere, sicherere und leistungsfähigere Überwachungslösung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir einige gängige Fragen zu UniFi Video:
Q: Ist UniFi Video heute noch nutzbar?
A: Technisch ja, wenn Sie die Hardware besitzen. Aber da die Software eingestellt wurde und keine Updates mehr erhält, wird die Nutzung aufgrund fehlender Sicherheits-Patches und Support dringend abgeraten. Es ist ein Risiko.
Q: Kann ich noch UniFi Video Kameras (UVC-Serie) kaufen?
A: Nein, die UVC-Kameras und der alte UVC-NVR werden nicht mehr hergestellt und verkauft.
Q: Sind meine alten UVC-Kameras mit UniFi Protect kompatibel?
A: Nein, leider nicht. UniFi Protect erfordert die neueren UniFi Protect Kameras.
Q: Muss ich für UniFi Protect bezahlen? Gibt es monatliche Gebühren?
A: Nein, wie bei UniFi Video gibt es keine obligatorischen Abonnementgebühren für die Nutzung der Software oder den Zugriff auf Ihre Aufnahmen. Sie kaufen einmalig die Hardware.
Q: Was brauche ich, um von UniFi Video auf UniFi Protect umzusteigen?
A: Sie benötigen ein UniFi Protect NVR-Gerät (wie Cloud Key G2+, UDM Pro, UNVR) und neue UniFi Protect Kameras.
Q: Bietet UniFi Protect Vorteile gegenüber UniFi Video?
A: Ja, Protect ist eine modernere Plattform mit einer besseren Benutzeroberfläche, einer leistungsfähigeren mobilen App, aktiver Entwicklung, Sicherheitsupdates und Unterstützung für neuere, funktionsreichere Kameras.
Q: Kann ich die UniFi Video Software noch herunterladen?
A: Ubiquiti hat die Download-Links für UniFi Video Software von ihrer Website entfernt, seitdem das Produkt das End-of-Life-Stadium erreicht hat. Es ist nicht mehr offiziell verfügbar.
Fazit
UniFi Video war für seine Zeit eine innovative und kostengünstige Lösung im Bereich der Videoüberwachung, die sich durch lokale Speicherung und das Fehlen von Abonnementgebühren auszeichnete. Es bot vielen Nutzern einen einfachen Einstieg in die Welt der IP-basierten Überwachung. Allerdings ist seine Zeit vorbei. Mit der Einstellung der Software und Hardware durch Ubiquiti ist das System nicht mehr zukunftsfähig oder sicher.
Der klare Weg nach vorn, nicht nur für bestehende Nutzer, sondern für jeden, der eine Überwachungslösung im UniFi-Ökosystem sucht, ist UniFi Protect. Protect baut auf den Stärken von UniFi Video auf, überwindet dessen Einschränkungen und bietet eine moderne, leistungsfähige und aktiv entwickelte Plattform. Auch wenn der Umstieg für Nutzer der alten Plattform Investitionen erfordert, ist er notwendig, um weiterhin eine zuverlässige und sichere Überwachungslösung von Ubiquiti nutzen zu können. UniFi Protect repräsentiert die Gegenwart und Zukunft der Videoüberwachung bei Ubiquiti.
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