Im Februar 2018 richteten sich die Blicke der Technikwelt auf Barcelona, wo Samsung im Rahmen des Mobile World Congress mit Spannung erwartete neue Modelle seiner Flaggschiff-Reihe präsentierte: das Samsung Galaxy S9 und das größere Samsung Galaxy S9+. Diese Smartphones traten in große Fußstapfen und versprachen, die Grenzen dessen, was ein Mobiltelefon leisten kann, weiter zu verschieben. Besonders ein Bereich stand dabei im Fokus der Entwickler und der Marketingkampagne: die Kamera. Mit dem Slogan „The Camera, reimagined“ machte Samsung deutlich, dass hier innovative Technologien zum Einsatz kommen sollten, die das Fotografieren mit dem Smartphone auf ein neues Niveau heben.

Die offizielle Vorstellung der Geräte erfolgte am 25. Februar 2018. Nicht lange danach, am 16. März 2018, waren das Galaxy S9 und das Galaxy S9+ auch in Deutschland im Handel erhältlich. Doch was machte diese Modelle, insbesondere aus Sicht der Fotografie und Multimedia-Nutzung, so besonders?
Die Kamera: Neu gedacht und vielseitig
Wie der Slogan bereits andeutete, war die Kamera das Herzstück der Neuerungen beim Galaxy S9 und S9+. Samsung implementierte hier Funktionen, die zu diesem Zeitpunkt in Smartphones noch nicht weit verbreitet waren oder neue Möglichkeiten eröffneten. Das herausragendste Merkmal war zweifellos die variable Blende. Diese Technologie ermöglichte es der Hauptkamera, zwischen zwei verschiedenen Blendenöffnungen zu wechseln: F1.5 und F2.4. Die Blende F1.5 ist sehr weit geöffnet und lässt besonders viel Licht auf den Sensor. Dies ist ideal für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen, da mehr Licht eingefangen werden kann, was zu helleren und rauschärmeren Bildern führt. Zudem ermöglicht eine weit geöffnete Blende eine geringere Schärfentiefe, was Porträtaufnahmen mit schön unscharfem Hintergrund (Bokeh-Effekt) begünstigt. Die Blende F2.4 hingegen ist kleiner und wird bei guten Lichtverhältnissen oder für Aufnahmen mit größerer Schärfentiefe verwendet. Sie sorgt für schärfere Details über einen größeren Bereich des Bildes und verhindert Überbelichtung bei hellem Sonnenlicht. Das Besondere am S9/S9+ war, dass das Smartphone die Blende je nach Umgebungslicht vollautomatisch anpassen konnte, um stets optimale Aufnahmebedingungen zu schaffen.

Neben der variablen Blende führte Samsung eine weitere beeindruckende Funktion ein: die Super-Zeitlupe. Diese ermöglichte Videoaufnahmen mit erstaunlichen 960 Bildern pro Sekunde (fps). Solch hohe Bildraten sind weit über das hinausgehend, was das menschliche Auge wahrnehmen kann, und erlauben es, extrem schnelle Bewegungen in Zeitlupe festzuhalten. Denken Sie an fallende Wassertropfen, platzende Ballons oder schnelle Sportaktionen – mit 960 fps wurden diese Momente in verblüffender Langsamkeit sichtbar gemacht. Allerdings gab es eine technische Einschränkung: Eine einzelne Super-Zeitlupen-Sequenz war auf eine Länge von 0,2 Sekunden in Echtzeit begrenzt. Diese kurzen Clips konnten dann stark verlangsamt wiedergegeben werden, was zu einigen Sekunden beeindruckendem Zeitlupenmaterial führte.
Das größere Modell, das Galaxy S9+, bot zusätzlich eine zweite Hauptkamera. Diese Sekundärkamera war primär für den Einsatz von optischer Zoom konzipiert. Sie ermöglichte einen zweifachen optischen Zoom, ohne dass die Bildqualität durch digitale Vergrößerung reduziert wurde. Dies war ein großer Vorteil für das Fotografieren von weiter entfernten Motiven oder für Porträts, da der optische Zoom eine natürlichere Perspektive bietet als ein digitaler Zoom oder der Einsatz der Weitwinkel-Hauptkamera. Es ist jedoch zu beachten, dass die zweite Kamera des S9+ keine variable Blende besaß, sondern fest auf F2.4 eingestellt war.
Bei den Bildsensoren setzte Samsung auf Vielfalt. Je nach Region und Modell kamen entweder ein Sony IMX345 Sensor oder ein ISOCELL S5K2L3 Sensor aus eigener Herstellung zum Einsatz. Beide Sensoren waren darauf ausgelegt, die fortschrittlichen Kamerafunktionen des S9 und S9+ optimal zu unterstützen.
Das beeindruckende Display: Fenster zur Fotowelt
Ein herausragendes Foto oder Video verdient es, auf einem ebenso beeindruckenden Bildschirm betrachtet zu werden. Das Samsung Galaxy S9 und das S9+ waren mit hochwertigen Displays ausgestattet, die für die Wiedergabe von multimedialen Inhalten, insbesondere Fotos und Videos, hervorragend geeignet waren. Beide Modelle verfügten über ein QHD- bzw. Quad-HD-Super-AMOLED-Display. Die Auflösung betrug beeindruckende 2960 × 1440 Pixel, was für eine extrem hohe Pixeldichte und somit für gestochen scharfe Darstellungen sorgte. Das Seitenverhältnis von 18,5:9 war moderner als die traditionellen 16:9 und bot eine größere Anzeigefläche, was beim Betrachten von Fotos oder Videos im Querformat von Vorteil war. Super AMOLED-Displays sind bekannt für ihre lebendigen Farben, tiefen Schwarzwerte und hohen Kontraste. Zudem erreichten die Displays des S9/S9+ eine beachtliche Helligkeit von bis zu 918 Nits, was die Nutzung auch bei hellem Umgebungslicht, beispielsweise im Freien, erleichterte. Ein solches Display war nicht nur zum Betrachten der aufgenommenen Bilder und Videos ideal, sondern auch für die Bearbeitung direkt auf dem Gerät.
Speicherplatz für Ihre Kreativität
Hochauflösende Fotos, insbesondere im RAW-Format, und Videos, vor allem in 4K oder Super-Zeitlupe, benötigen viel Speicherplatz. Das Samsung Galaxy S9 und S9+ boten hierfür solide Grundlagen. Das Galaxy S9 war standardmäßig mit 4 GB Arbeitsspeicher (RAM) ausgestattet, während das größere Galaxy S9+ mit 6 GB RAM aufwartete. Mehr RAM kann bei der Bearbeitung von Fotos und Videos direkt auf dem Gerät oder beim Multitasking hilfreich sein.
Beim internen Speicher wurden beide Smartphones zunächst mit 64 GB Flash-Speicher ausgeliefert. Während 64 GB für viele Nutzer ausreichend sein mochten, wurde von einigen, insbesondere von Nutzern, die viele Fotos und Videos aufnahmen, die Speicherkapazität als potenziell zu gering kritisiert. Samsung reagierte auf dieses Feedback und bot ab Mai 2018 auch Varianten mit 128 GB und 256 GB internem Speicher an. Diese größeren Speichervarianten waren jedoch zunächst ausschließlich über die offizielle Samsung-Website erhältlich.
Ein entscheidender Vorteil für Fotografen und Videografen war die Möglichkeit zur Speichererweiterung. Beide Modelle unterstützten die Erweiterung des internen Speichers mittels einer microSD-Karte. Karten mit Kapazitäten von bis zu 400 GB wurden unterstützt, was den verfügbaren Speicherplatz erheblich vergrößern konnte. Dies bot eine flexible und kostengünstige Möglichkeit, auch sehr große Foto- und Videosammlungen direkt auf dem Smartphone zu speichern oder schnell auf externe Medien zu übertragen.
Klang für Ihre Medien
Auch wenn der Fokus auf der Fotografie liegt, ist der Klang bei der Wiedergabe von Videos oder beim Anhören von Musik, die vielleicht als Inspiration dient, nicht zu vernachlässigen. Eine Neuerung bei der Galaxy S-Reihe war die Einführung von Stereo-Lautsprechern beim S9 und S9+. Durch die Nutzung des Ohrmuschellautsprechers und des unteren Lautsprechers wurde ein Stereo-Effekt erzeugt, der ein immersiveres Klangerlebnis bot. Dieses System wurde in Zusammenarbeit mit AKG, einer Tochtergesellschaft von Samsung, entwickelt und war zudem Dolby-Atmos-fähig. Dies verbesserte die Audioqualität bei der Wiedergabe von Videos, die man vielleicht gerade aufgenommen hatte, oder beim Genuss von Musik.
Der Akku: Energie für lange Sessions
Eine leistungsstarke Kamera und ein brillantes Display verbrauchen Energie. Für Fotografen, die den ganzen Tag unterwegs sind, ist eine zuverlässige Akkulaufzeit entscheidend. Das Galaxy S9 war mit einem 3000-Milliampèrestunden (mAh) Lithium-Ionen-Akku ausgestattet, während das größere Galaxy S9+ einen Akku mit 3500 mAh Kapazität besaß. Beide Akkus waren fest im Gerät verbaut und konnten nicht einfach vom Nutzer gewechselt werden.
Um sicherzustellen, dass die Geräte schnell wieder einsatzbereit waren, unterstützten das S9 und S9+ verschiedene Ladetechnologien. Kabelgebundenes Aufladen war mit Leistungen von bis zu 15 Watt möglich, was ein relativ schnelles Aufladen ermöglichte. Darüber hinaus unterstützten beide Modelle auch kabelloses Aufladen mit bis zu 10 Watt. Hierbei wurden die gängigen Standards „Qi“ und „Powermat“ unterstützt, was die Kompatibilität mit einer Vielzahl von Ladepads gewährleistete. Diese Ladeoptionen trugen dazu bei, die Geräte auch bei intensiver Nutzung, wie sie beim Fotografieren und Filmen oft anfällt, schnell wieder mit Energie zu versorgen.
Samsung Galaxy S9 vs. S9+: Ein Vergleich
Obwohl sich das S9 und das S9+ in vielen Aspekten ähnelten, gab es doch einige entscheidende Unterschiede, die insbesondere für Nutzer mit Fokus auf Fotografie und Leistung relevant waren:
| Merkmal | Samsung Galaxy S9 | Samsung Galaxy S9+ |
|---|---|---|
| Arbeitsspeicher (RAM) | 4 GB | 6 GB |
| Akku-Kapazität | 3000 mAh | 3500 mAh |
| Hauptkamera(s) | Eine Kamera mit variabler Blende (F1.5/F2.4) | Zwei Kameras: Eine mit variabler Blende (F1.5/F2.4) + eine Tele-Kamera (F2.4) für 2x optischen Zoom |
Diese Unterschiede machten das S9+ zur potenziell attraktiveren Wahl für Power-User und ambitionierte Smartphone-Fotografen, die von mehr RAM, einem größeren Akku und der zusätzlichen Zoom-Kamera profitierten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann wurde das Samsung Galaxy S9/S9+ vorgestellt?
Das Samsung Galaxy S9 und S9+ wurden am 25. Februar 2018 auf dem Mobile World Congress in Barcelona der Öffentlichkeit vorgestellt.
Wann war der offizielle Verkaufsstart in Deutschland?
In Deutschland waren die Geräte ab dem 16. März 2018 im Handel erhältlich.
Was war die größte Neuerung bei der Kamera des S9/S9+?
Eine der bedeutendsten Neuerungen war die Einführung einer variablen Blende, die automatisch zwischen F1.5 und F2.4 wechseln konnte, um sich an unterschiedliche Lichtverhältnisse anzupassen.
Können das S9 und S9+ Videos in Zeitlupe aufnehmen?
Ja, beide Modelle unterstützten die Aufnahme in Super-Zeitlupe mit 960 Bildern pro Sekunde. Die Länge einer solchen Sequenz war auf 0,2 Sekunden beschränkt.
Unterstützt nur das S9+ optischen Zoom?
Ja, nur das größere Galaxy S9+ verfügte über eine zweite Hauptkamera, die einen zweifachen optischen Zoom ermöglichte.
Ist der Speicher des Galaxy S9/S9+ erweiterbar?
Ja, der interne Speicher beider Modelle konnte mittels einer microSD-Karte um bis zu 400 GB erweitert werden.
Wie groß ist der Akku des S9 und S9+?
Das Galaxy S9 hatte einen 3000 mAh Akku, während das Galaxy S9+ einen 3500 mAh Akku besaß. Beide waren nicht wechselbar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Samsung Galaxy S9 und S9+, basierend auf den zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbaren Informationen, Smartphones waren, die einen klaren Schwerpunkt auf die Multimedia-Erfahrung legten. Mit einer innovativen Kamera, einem herausragenden Display und flexiblen Speicheroptionen boten sie eine starke Plattform für Nutzer, die ihr Smartphone intensiv zum Fotografieren, Filmen und Konsumieren von Medien nutzten. Die Neuerungen bei der Kamera, insbesondere die variable Blende und die Super-Zeitlupe, setzten neue Maßstäbe und machten die Geräte zu interessanten Werkzeugen für kreative Ausdrucksformen.
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