Die Frage, welches Zeitalter auf die Eisenzeit folgte, führt uns zu einem bedeutenden Umbruch in der Geschichte Mitteleuropas. Historische Epochen sind oft fließend und regional unterschiedlich, doch basierend auf archäologischen Funden und ersten schriftlichen Überlieferungen können wir diesen Übergang klar nachzeichnen. Die Eisenzeit, geprägt von der Verarbeitung dieses neuen Metalls und bedeutenden kulturellen Entwicklungen, mündete in weiten Teilen Europas in eine Periode, die stark vom Einfluss des Römischen Reiches bestimmt war.
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Die Eisenzeit in Mitteleuropa: Eine Ära des Wandels
Die Eisenzeit begann in Mitteleuropa etwa ab 850 v. Chr. und löste die Bronzezeit ab. Dies war eine Zeit tiefgreifender Veränderungen, nicht nur technologisch durch die breite Verfügbarkeit und Verarbeitung von Eisen, sondern auch gesellschaftlich und kulturell. Zwei Hauptkulturen prägten diese Periode in Mitteleuropa: die ältere Hallstattzeit (benannt nach Funden im österreichischen Hallstatt, ca. 750–450 v. Chr.) und die jüngere Latènezeit (benannt nach einem Fundplatz in der Schweiz, ab ca. 480 v. Chr. bis etwa 40 v. Chr. oder sogar Chr. Geb. in manchen Regionen).

In der Hallstattzeit sahen wir bereits die Verarbeitung von Eisen sowie die Einführung der Töpferscheibe, die die handwerklichen Fähigkeiten deutlich verbesserte. Die politische Macht lag oft bei lokalen Fürsten, deren reiche Grabhügel Zeugnis ihres Reichtums und ihrer Bedeutung ablegen. Dieser Reichtum resultierte oft aus dem Handel, insbesondere über die Alpenpässe, was Funde wie die großgriechische Bronzehydria aus Grächwil belegen.
Die Latènezeit entwickelte sich aus der Hallstattkultur unter mediterranem Einfluss und wird archäologisch oft in drei Abschnitte unterteilt:
| Zeitabschnitt | Archäologische Gliederung | Datierung (ca.) |
|---|---|---|
| Frühlatène | La Tène I (La Tène A und B) | 480 v. Chr. bis 300 v. Chr. |
| Mittellatène | La Tène II (La Tène C) | 300 v. Chr. bis 100 v. Chr. |
| Spätlatène | La Tène III (La Tène D) | 150/100 v. Chr. bis Chr. Geb. |
Kulturelle Elemente der Latènezeit finden sich in weiten Teilen des heutigen Frankreichs, der Schweiz, Österreichs und Deutschlands. In dieser Zeit traten auch die Kelten, wie sie in antiken Quellen genannt werden, und später die Germanen in Erscheinung. Die Germanen, ursprünglich an der westlichen Ostsee beheimatet, drangen seit etwa 200 v. Chr. in die damals noch keltischen Gebiete Mittel- und Süddeutschlands vor und gerieten gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Konflikt mit dem expandierenden Römischen Reich, wie die Schlachten gegen die Kimbern und Teutonen zeigen.
Der Übergang zur römischen Dominanz
Der entscheidende Einschnitt, der das Ende der Eisenzeit im klassischen Sinne und den Beginn einer neuen Ära in weiten Teilen Mitteleuropas markierte, war die Expansion des Römischen Reiches. Mit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar zwischen 58 und 50 v. Chr. wurde der Rhein zu einer wichtigen Nordostgrenze des Römischen Reiches. Die Gebiete westlich des Rheins und südlich des später errichteten Grenzwalls, des Limes, wurden zu römischen Provinzen wie Germania inferior (Niedergermanien), Germania superior (Obergermanien) und Raetia (Rätien). Die Gebiete östlich des Rheins, die nicht dauerhaft besetzt wurden, nannten die Römer Germania magna.
Kaiser Augustus versuchte zwar, das römische Territorium bis zur Elbe auszudehnen, doch die verheerende Niederlage in der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahr 9 n. Chr. beendete diese Pläne weitgehend. Dennoch blieb der römische Einfluss in den eroberten Gebieten immens. Die dort ansässige keltisch-germanische Bevölkerung wurde weitgehend romanisiert, übernahm römische Lebensweisen, Sprache und Verwaltung. Dies führte zur Entstehung erster Städte nach römischem Vorbild, viele davon sind heute wichtige Zentren Deutschlands, darunter Augsburg, Kempten, Koblenz, Köln, Mainz, Regensburg, Trier und Xanten. Trier entwickelte sich in der Spätantike sogar zu einer Kaiserresidenz.
In den von Rom beherrschten Gebieten folgte auf die Eisenzeit somit direkt die Römische Kaiserzeit.

Die Römische Kaiserzeit und ihr Ende
Die Römische Kaiserzeit in Mitteleuropa war eine lange Periode des Friedens und Wohlstands in den Provinzen, die durch die römische Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft geprägt war. Das Leben veränderte sich grundlegend für die romanisierte Bevölkerung. Doch das Römische Reich geriet ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. zunehmend unter Druck. Vermehrte Einfälle germanischer Stämme im Zuge der Reichskrise führten dazu, dass die Römer im Jahr 260 n. Chr. den Limes aufgaben und die Grenze wieder an den Rhein zurückverlegten. Dies markierte den Beginn eines langsamen Rückzugs und Niedergangs der römischen Herrschaft in diesen Grenzregionen.
Das endgültige Ende der römischen Präsenz und damit der Römischen Kaiserzeit in weiten Teilen Mitteleuropas wurde durch die Völkerwanderung (ungefähr 400 bis 600 n. Chr.) herbeigeführt. Große Bevölkerungsbewegungen und die Bildung neuer germanischer Reiche veränderten die politische Landkarte Europas radikal.
Was kam danach? Völkerwanderung und Mittelalter
Auf die Römische Kaiserzeit folgte in Mitteleuropa die Zeit der Völkerwanderung. Diese war eine Übergangsphase, die schließlich in das Mittelalter mündete. Die Datierung des Beginns des Mittelalters variiert je nach Region. In der Schweiz beispielsweise gilt die Römerzeit als eigenständiges Zeitalter zwischen Urgeschichte und Mittelalter, wobei das Mittelalter dort etwa um 500 n. Chr. begann. In anderen Regionen Mitteleuropas wird die Völkerwanderungszeit oft als Beginn des Frühmittelalters betrachtet.
Das Dreiperiodensystem (Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit) ist ein nützliches Modell zur Gliederung der Vorgeschichte, insbesondere in Europa. Es basiert auf den dominanten Materialien für Werkzeuge und Waffen. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass dieses System seine Grenzen hat. Es ist primär auf Europa, Westasien und Nordafrika anwendbar und beschreibt nicht die Entwicklungen in allen Teilen der Welt. Zudem sagt die Zuweisung einer Kultur zu einer dieser Perioden nichts über ihre gesamte kulturelle Höhe aus, da Hochkulturen wie die in Ägypten und Mesopotamien bereits in der Kupfersteinzeit oder frühen Bronzezeit komplexe Gesellschaften, Schriften und zentralisierte Verwaltungen entwickelten. Nach der Eisenzeit treten wir in vielen Regionen in die historische Zeit ein, da schriftliche Quellen verfügbar werden, die archäologische Befunde ergänzen und uns ein detaillierteres Bild der Geschehnisse ermöglichen.
Häufig gestellte Fragen zum Übergang nach der Eisenzeit
Wann endete die Eisenzeit in Mitteleuropa?
Die Eisenzeit endete in Mitteleuropa regional unterschiedlich, meist jedoch mit dem Beginn der römischen Einflussnahme oder Eroberung, etwa um die Zeitenwende (Chr. Geb.) oder kurz davor (z.B. Ende der Latènezeit um 40 v. Chr.).

Welches Zeitalter folgte direkt auf die Eisenzeit in den römisch beeinflussten Gebieten Mitteleuropas?
In den Gebieten, die vom Römischen Reich erobert oder stark beeinflusst wurden, folgte auf die Eisenzeit die Römische Kaiserzeit oder Römerzeit.
Wer waren die Hauptakteure in der Übergangszeit von der Eisenzeit zur Römerzeit in Mitteleuropa?
In dieser Phase spielten Kelten, Germanen und die Römer die wichtigsten Rollen.
Wann und wie begann die römische Präsenz in Mitteleuropa?
Die römische Präsenz begann mit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar (58-50 v. Chr.), wodurch der Rhein zur Grenze wurde. Später folgten die Einrichtung von Provinzen südlich und westlich des Rheins und des Limes.
Was kam nach der Römischen Kaiserzeit in Mitteleuropa?
Auf die Römische Kaiserzeit folgte die Völkerwanderungszeit, die dann in das Mittelalter überging.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auf die Eisenzeit in weiten Teilen Mitteleuropas die Römische Kaiserzeit folgte. Diese Periode war geprägt von der römischen Herrschaft, der Romanisierung der lokalen Bevölkerung und der Entstehung erster Städte. Das Ende der römischen Macht, bedingt durch innere Krisen und die Völkerwanderung, leitete eine weitere Übergangsphase ein, die schließlich zur Formierung des Mittelalters führte. Die Eisenzeit und die nachfolgende römische Ära waren entscheidende Schritte in der Entwicklung der Gesellschaften und Kulturen in diesem Teil der Welt und hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind.
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