Wie erstelle ich ein Rasterlayout in Photoshop?

Photoshop & Website: Geht das?

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Viele, die ihre ersten Schritte in der digitalen Gestaltung machen, stoßen auf die Frage: Kann man mit dem mächtigen Bildbearbeitungswerkzeug Adobe Photoshop auch eine vollständige Website erstellen? Die kurze Antwort ist komplizierter als ein einfaches Ja oder Nein. Während Photoshop historisch eine Rolle im Webdesign spielte, ist es für die Erstellung einer funktionalen, modernen Website heute absolut nicht mehr das Werkzeug der Wahl. Verstehen wir, warum.

Photoshop ist primär für die Bearbeitung und Erstellung von Rastergrafiken konzipiert. Seine Stärken liegen in der Fotoretusche, Bildmanipulation, Erstellung von Grafiken und Designentwürfen. Es ist ein unbestrittenes Kraftpaket für visuelle Assets, aber eine Website ist weit mehr als nur eine Sammlung von Bildern.

Ist Photoshop gut für Webdesign?
Photoshop ist seit vielen Jahren das bevorzugte Werkzeug für Webdesigner. Dank seiner umfangreichen Funktionen und Möglichkeiten konnten Designer beeindruckende Grafiken für Websites erstellen. Von der Bildbearbeitung und -manipulation bis hin zur Erstellung komplexer Designelemente bot Photoshop Designern ein umfassendes Werkzeugset.

Was bedeutet es wirklich, eine Website zu erstellen?

Eine Website zu erstellen bedeutet nicht nur, das visuelle Layout zu entwerfen. Es umfasst mehrere Phasen:

  • Planung: Definieren von Zweck, Zielgruppe, Struktur und Inhalt der Website.
  • Design: Erstellen des visuellen Layouts, der Benutzeroberfläche (UI) und der Benutzererfahrung (UX). Hier könnte Photoshop theoretisch noch eine Rolle spielen, aber modernere Tools sind spezialisierter.
  • Entwicklung (Coding): Umwandlung des Designs in funktionierenden Code (HTML für Struktur, CSS für Styling, JavaScript für Interaktivität).
  • Content Management: Hinzufügen und Organisieren von Texten, Bildern und Medien.
  • Veröffentlichung & Wartung: Die Website online bringen, testen, aktualisieren und sichern.

Photoshop deckt bestenfalls einen kleinen Teil der Designphase ab und scheitert komplett bei den entscheidenden Phasen Entwicklung, Content Management und Wartung.

Warum Photoshop kein Website-Builder ist

Die Idee, eine Website komplett in Photoshop zu gestalten und dann einfach 'exportieren' zu können, klingt verlockend, funktioniert aber in der Realität nicht. Hier sind die Hauptgründe:

  • Keine Code-Generierung: Photoshop erstellt Bilder (statische Dateien wie JPG, PNG, GIF). Es generiert keinen HTML-, CSS- oder JavaScript-Code, der für eine funktionierende Website benötigt wird. Sie erhalten nur eine flache Bilddatei des Designs.
  • Keine Responsivität: Moderne Websites müssen auf verschiedenen Geräten (Desktops, Tablets, Smartphones) gut aussehen und funktionieren. Sie müssen sich an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen (Responsive Design). Photoshop-Designs sind statisch und lassen sich nicht automatisch anpassen.
  • Keine Interaktivität: Websites leben von Interaktion: Navigation, Formulare, Animationen, dynamische Inhalte. Photoshop kann diese interaktiven Elemente nicht abbilden oder erstellen. Sie können Schaltflächen designen, aber nicht deren Funktion programmieren.
  • Schwierige Wartung und Aktualisierung: Stellen Sie sich vor, Sie müssten jede Textänderung oder jedes neue Bild durch Bearbeitung des ursprünglichen Photoshop-Designs und erneutes "Zerschneiden" der Grafik vornehmen. Das wäre extrem ineffizient und fehleranfällig.
  • Keine SEO-Fähigkeiten: Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist entscheidend, damit Ihre Website gefunden wird. Photoshop-Bilder enthalten keinen maschinenlesbaren Text oder Metadaten in der Art, wie Suchmaschinen Webseiten indexieren.
  • Dateigröße und Performance: Eine Website, die nur aus großen Bilddateien besteht (was das Ergebnis eines Photoshop-Exports wäre), wäre langsam und würde viel Bandbreite verbrauchen, was die Benutzererfahrung negativ beeinflusst und das Ranking bei Suchmaschinen verschlechtert.

Historischer Kontext: Das Zeitalter des „Slicing“

Früher, in den Anfängen des Webdesigns, als Websites noch viel einfacher und statischer waren und Responsive Design kein Thema war, war es tatsächlich üblich, ein Website-Layout in Photoshop zu erstellen und es dann in viele kleine Bilder „zu zerschneiden“ (sogenanntes „Slicing“). Diese Bildschnipsel wurden dann in einer HTML-Tabelle oder mit CSS-Positionierung wieder zusammengesetzt. Dieses Verfahren war umständlich, unflexibel und ist mit den Anforderungen moderner Websites völlig veraltet. Es war mehr ein Workaround als eine echte Webentwicklungsmethode.

Photoshop in der modernen Webdesign-Phase: Eine andere Rolle

Auch wenn Photoshop nicht zum Erstellen einer Website geeignet ist, kann es in der Designphase immer noch eine Rolle spielen, wenn auch nicht die Hauptrolle. Designer nutzen Photoshop manchmal, um:

  • Grafiken und Bilder für die Website zu erstellen oder zu optimieren.
  • Visuelle Konzepte oder Moodboards zu entwickeln.
  • Detaillierte Mockups einzelner Seitenelemente zu gestalten.

Allerdings haben sich für das eigentliche Layout-Design spezialisiertere Werkzeuge etabliert, die besser auf die Anforderungen von UI/UX-Design zugeschnitten sind.

Die richtigen Werkzeuge für die Website-Erstellung

Für die Erstellung einer Website gibt es heute eine Vielzahl geeigneter Werkzeuge, die je nach Anforderungen und technischem Know-how variieren:

  • UI/UX-Design-Tools: Für das Design von Layouts, Prototypen und Benutzerflüssen sind Tools wie Adobe XD, Figma oder Sketch (nur macOS) weitaus besser geeignet als Photoshop. Sie sind speziell für die Erstellung von Benutzeroberflächen konzipiert, unterstützen Responsive Design Konzepte, ermöglichen die Erstellung interaktiver Prototypen und erleichtern die Übergabe an Entwickler.
  • Content Management Systeme (CMS): Für die meisten Nutzer, die eine Website erstellen wollen, ohne programmieren zu müssen, sind CMS wie WordPress, Joomla oder Drupal die beste Wahl. Sie bieten eine grafische Oberfläche zur Verwaltung von Inhalten und eine riesige Auswahl an Themes und Plugins zur Erweiterung der Funktionalität und Anpassung des Designs. WordPress ist besonders beliebt und vielseitig.
  • Website-Baukästen: Plattformen wie Wix, Squarespace oder Jimdo bieten eine einfache Drag-and-Drop-Oberfläche, mit der auch absolute Anfänger schnell eine ansprechende Website erstellen können. Sie sind oft weniger flexibel als CMS, aber sehr benutzerfreundlich.
  • E-Commerce-Plattformen: Für Online-Shops sind spezialisierte Plattformen wie Shopify oder WooCommerce (ein Plugin für WordPress) die Standardlösung.
  • Code-Editoren: Für Webentwickler, die benutzerdefinierte Websites von Grund auf neu erstellen oder komplexe Funktionalitäten implementieren wollen, sind Code-Editoren wie Visual Studio Code, Sublime Text oder Atom unerlässlich. Hier wird der HTML-, CSS- und JavaScript-Code manuell geschrieben.
  • Adobe Dreamweaver: Ein weiteres Adobe-Produkt, das speziell für die Webentwicklung gedacht ist. Es kombiniert eine visuelle Oberfläche mit Code-Editierungsmöglichkeiten, ist aber im Vergleich zu modernen Frameworks und reinen Code-Editoren manchmal weniger flexibel oder aktuell.

Vergleich: Photoshop vs. Echte Web-Tools

FunktionAdobe PhotoshopUI/UX Tools (z.B. Adobe XD)CMS (z.B. WordPress)Website-Baukästen (z.B. Wix)Code-Editoren
Design LayoutsJa (statisch)Ja (responsiv, interaktiv)Über Themes/EditorenJa (visuell)Durch Code
Code-GenerierungNeinNein (liefert Spezifikationen)JaJaManuell
Responsives DesignNeinJaJa (abhängig vom Theme)JaManuell
InteraktivitätNeinPrototypenJa (Plugins/Code)Ja (eingebaut)Manuell (JS)
Content ManagementNeinNeinJaJaManuell oder CMS-Backend
SEO-FähigkeitenNeinNeinJaJaManuell über Code/Einstellungen
Wartung & UpdatesSehr schwierigNicht relevant für WartungEinfachEinfachManuell
Für wen geeignet?Bildbearbeiter, GrafikerUI/UX DesignerBlogger, KMUs, viele AnwendungsfälleAnfänger, einfache WebsitesWebentwickler

Moderner Workflow: Design und Entwicklung trennen

Der moderne und effiziente Workflow für die Website-Erstellung trennt die Designphase strikt von der Entwicklungsphase. Designer arbeiten in spezialisierten UI/UX-Tools wie Adobe XD, um das visuelle Konzept und die Benutzererfahrung zu gestalten. Das Ergebnis sind keine fertigen Webseiten, sondern detaillierte Layouts und interaktive Prototypen. Diese werden dann an die Webentwickler übergeben, die den notwendigen Code schreiben oder ein CMS/Baukasten nutzen, um das Design in eine funktionierende, responsive und dynamische Website umzusetzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen...

Photoshop ist ein herausragendes Werkzeug für die Bildbearbeitung und Grafikgestaltung, aber es ist nicht für die Erstellung von Websites konzipiert. Der Versuch, eine Website in Photoshop zu "bauen", führt zu einer statischen, unflexiblen und technisch unbrauchbaren Ausgabe, die den Anforderungen des modernen Webs in keiner Weise gerecht wird. Für das Design von Web-Layouts gibt es bessere, spezialisiertere Tools, und für die eigentliche Entwicklung benötigen Sie Website-Baukästen, CMS oder Programmierkenntnisse. Nutzen Sie Photoshop für das, wofür es am besten ist: die Erstellung beeindruckender visueller Assets für Ihre Website, aber überlassen Sie das Erstellen der Website selbst den dafür vorgesehenen Werkzeugen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich zumindest das Design meiner Website in Photoshop machen?
Ja, das ist technisch möglich, aber nicht ideal. Spezialisierte UI/UX-Tools wie Adobe XD sind dafür besser geeignet, da sie Funktionen für Responsive Design und Prototyping bieten, die Photoshop fehlen.
Welche Adobe-Programme kann ich für Webdesign und -entwicklung nutzen?
Adobe XD ist das primäre Tool für UI/UX-Design und Prototyping. Adobe Dreamweaver ist ein Code-Editor und Entwicklungstool. Andere Creative Cloud Programme wie Illustrator (für Vektorgrafiken) oder After Effects (für Animationen) können nützliche Assets liefern.
Ist es sehr schwierig, eine Website ohne Photoshop zu erstellen?
Nein, ganz im Gegenteil! Mit den richtigen Werkzeugen wie Website-Baukästen oder Content Management Systemen (z.B. WordPress) ist es auch für Anfänger ohne Programmierkenntnisse sehr gut möglich, eine professionelle Website zu erstellen.
Wofür wird Photoshop im Zusammenhang mit Websites dann überhaupt noch genutzt?
Hauptsächlich für die Erstellung und Optimierung von Bildern, Bannern, Icons und anderen grafischen Elementen, die dann in die Website integriert werden.
Sollte ich Webdesign lernen, wenn ich eine Website erstellen möchte?
Es hilft sehr, die Grundlagen von HTML und CSS zu verstehen, selbst wenn Sie ein CMS oder einen Baukasten verwenden. Für komplexere oder individuelle Projekte sind fundierte Kenntnisse in Webentwicklung unerlässlich.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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