Wo ist der größte Zoo der Schweiz?

Zoo Basel: Geschichte, Wandel und Jubiläum

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Der Zoo Basel, liebevoll auch "Zolli" genannt, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1874, war sein ursprüngliches Ziel, der städtischen Bevölkerung einheimische Tiere zu präsentieren. Dieses Konzept stiess anfangs auf Interesse, doch um das Publikum weiterhin zu begeistern, wurden Ende des 19. Jahrhunderts schnell exotische Tiere in die Sammlung aufgenommen.

Bis wann gab es Schwarze im Zoo Basel?
1899 machte die vorerst letzte «Völkerschau» in Basel Halt. Danach lud die Zooleitung während über zwanzig Jahren keine Gruppen mehr ein. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass sich die finanzielle Situation des Zoos erholt hatte und man nicht mehr auf die Extraeinnahmen angewiesen war.

Eine besonders kontroverse Phase in der Geschichte des Zoos stellen die sogenannten Völkerschauen dar. Zwischen 1879 und 1935 machte der Zoo Basel insgesamt 21 Mal Station für solche Schauen. Dabei wurden Menschen aus Kolonialgebieten, oft aus Afrika oder Asien, zur Schau gestellt, indem ein inszenierter Lebensalltag vorgeführt wurde. Diese Vorführungen, die dort stattfanden, wo sich heute die Flamingos befinden, waren beim Publikum äusserst beliebt. Aus heutiger Sicht sind Völkerschauen jedoch klar als Ausdruck einer rassistischen Weltanschauung zu erkennen. Der Zoo Basel thematisiert dieses dunkle Kapitel seiner Geschichte aktiv, beispielsweise in der Geschichtsausstellung "Auf Zeitreise" im Rahmen des Jubiläumsjahres, um eine Aufarbeitung zu ermöglichen.

Der Zoo hat sich im Laufe seiner über 150-jährigen Existenz mehrfach neu erfunden. Ein bahnbrechender Wandel vollzog sich Ende der 1990er-Jahre, als man sich von der Idee verabschiedete, primär eine möglichst grosse Tiersammlung zu präsentieren. Stattdessen rückten Themenanlagen in den Fokus, die den Tieren artgerechtere Lebensräume bieten und den Besuchern Einblicke in komplexe Ökosysteme ermöglichen.

Ein frühes und bedeutendes Beispiel für diesen Wandel ist die 2001 eröffnete Etoscha-Anlage. Dieses Themen-Gebäude ist dem Etosha-Nationalpark in Namibia nachempfunden und soll den Nahrungskreislauf der afrikanischen Savanne erlebbar machen. Pflanzen, Pflanzenfresser, Karnivore und Aasfresser werden so präsentiert, dass Wachstum, Fressen und Gefressenwerden im Kontext gezeigt werden können. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zur früheren reinen Präsentation einzelner Tierarten.

Wie finanziert sich der Zoo Basel?
Wie finanziert sich der Zoo Basel? Im Zoo Basel werden seit Jahren rund zwei Drittel der Aufwendungen durch betriebseigene Mittel, wie Eintritte und Erträge von Restaurant und Zoo-Shop, gedeckt. Ein Drittel der Einnahmen erfolgt durch Spenden, Erbschaften sowie teilweise durch Wertschriften- und Liegenschaftserträge.

Auch in der Tierpflege gab es grundlegende Veränderungen, wie das Beispiel der Elefanten zeigt. Früher war sogar Elefantenreiten möglich, und die Tierpflegenden integrierten sich in die Herde. Heute leben die Elefanten in einer grosszügigen, 5000 Quadratmeter grossen Anlage namens Tembea, die 2017 neu eröffnet wurde. Die Erkenntnis, dass Elefanten sehr sozial leben, führte dazu, dass sich das Prinzip änderte: Tierpflegende ziehen sich zurück und sind nicht mehr dauerhaft in die Herde integriert. Legendäre Ereignisse wie die Elefantenausflüge in die Markthalle zur Gewichtskontrolle gehören damit der Vergangenheit an. Es ist ein definitiver Entscheid, um den Tieren ein natürlicheres Sozialverhalten zu ermöglichen.

Moderne Zoos verstehen sich heute nicht mehr nur als Orte der Unterhaltung, sondern zunehmend als wichtige Akteure im Artenschutz. Sie dienen als eine Art "Arche Noah", die den genetischen Code bedrohter Tierarten erhalten hilft. Durch Forschung und Bildung tragen Zoos dazu bei, die Lebensbedingungen für das Überleben von Arten in freier Wildbahn besser zu verstehen und die Öffentlichkeit für Artenschutzprogramme zu sensibilisieren. Der Welt-Zoo-Verband WAZA hat diese Rolle bereits 1993 in seiner "Welt-Zoo-Naturschutz-Strategie" verankert. Erfolgsgeschichten im Artenschutz, an denen Zoos beteiligt waren, umfassen unter anderem die Wiederansiedlung von Arten wie dem Alpensteinbock, der Arabischen Oryx, dem Takhi (Przewalski-Pferd), dem Kalifornischen Condor, dem Goldgelben Löwenäffchen, der Nene (Hawaii-Gans) und dem Mauritius-Turmfalken.

Ein zoologischer Garten ist laut Direktor Olivier Pagan nie fertig. Er muss sich ständig weiterentwickeln und neue Erkenntnisse aus der Tiergarten- und Feldbiologie in die Planung einfliessen lassen. Es handelt sich um eine rollende Planung, die Anpassungen und Fortschritte erfordert.

Bis wann gab es Schwarze im Zoo Basel?
1899 machte die vorerst letzte «Völkerschau» in Basel Halt. Danach lud die Zooleitung während über zwanzig Jahren keine Gruppen mehr ein. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass sich die finanzielle Situation des Zoos erholt hatte und man nicht mehr auf die Extraeinnahmen angewiesen war.

Der Zoo Basel stand auch vor Herausforderungen. Ein prominentes Beispiel ist das Scheitern des Ozeanium-Projekts im Jahr 2019 bei der Basler Stimmbevölkerung. Dieses geplante grosse Aquarium sollte für den Schutz der Meere sensibilisieren.

Trotz solcher Rückschläge erfreut sich der Zoo grosser Beliebtheit. Im Jahr 2023 verzeichnete der Zoo Basel mit 1,2 Millionen Eintritten einen Besucherrekord. Dies zeigt, dass Zoos nach wie vor eine grosse Anziehungskraft besitzen und eine breite Fangemeinde haben, auch wenn es, nicht zuletzt durch die sozialen Medien, immer auch kritische Stimmen gibt. Direktor Olivier Pagan, der 1993 als Tierarzt zum Zoo kam und seit über 20 Jahren dessen Direktor ist, hofft, diesen Rekord im Jubiläumsjahr 2024 sogar noch zu übertreffen.

Am 3. Juli 2024 feiert der Zolli seinen 150. Geburtstag. Zu diesem Anlass wird dem Publikum die Möglichkeit geboten, den Zoo zu Eintrittspreisen wie im Gründungsjahr 1874 zu besuchen: 50 Rappen, zuzüglich eines Naturschutzfrankens. Geplant ist ein kleines Volksfest mit verschiedenen Aktivitäten wie Kinderschminken, einer grossen Torte und Reden, um diesen besonderen Meilenstein gebührend zu feiern.

Wie alt ist Olivier Pagan?
Zoo-Basel-Direktor Olivier Pagan (61)

Der Zoo Basel bleibt somit ein lebendiger Ort, der Tradition und Innovation verbindet, sich den Herausforderungen stellt und seine Rolle im Artenschutz sowie als Bildungs- und Freizeiteinrichtung kontinuierlich weiterentwickelt.

Häufig gestellte Fragen zum Zoo Basel:

Bis wann gab es Schwarze im Zoo Basel?
Im Kontext der historischen Völkerschauen, bei denen Menschen aus Afrika oder Asien zur Schau gestellt wurden, fanden diese im Zoo Basel zwischen 1879 und 1935 statt.

Wie alt ist Olivier Pagan?
Olivier Pagan, der Direktor des Zoo Basel, ist 61 Jahre alt.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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