Was bedeutet „kam zustande“?

Zustande kommen: Richtige Schreibung

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Die deutsche Sprache hält manchmal kleine Tücken bereit, besonders wenn es um die Getrennt- und Zusammenschreibung von Wortgruppen geht. Eine solche Formulierung, die häufig zu Unsicherheit führt, ist „zustande kommen“. Wie schreibt man das nun richtig? Getrennt oder zusammen? Und was ist mit dem zugehörigen Nomen? Dieser Artikel beleuchtet die Regeln hinter „zustande kommen“ und gibt Ihnen klare Richtlinien an die Hand, damit Sie diesen Ausdruck zukünftig stets korrekt verwenden.

Wie schreibt man
Welche Schreibweise von ‚zustande kommen' wird empfohlen? Die vom Duden-Verlag empfohlene Schreibweise ist ‚zustande kommen'. Es ist aber nicht falsch, wenn du lieber die Getrenntschreibung ‚zu Stande kommen' verwendest.24. Aug. 2023

Historisch gab es hier unterschiedliche Auffassungen, doch die moderne Rechtschreibreform hat für Klarheit – oder je nach Sichtweise auch für Wahlfreiheit – gesorgt. Es ist wichtig zu verstehen, dass es bei dieser spezifischen Wendung nicht nur eine einzige richtige Antwort gibt, sondern tatsächlich zwei zulässige Varianten für das Verb und eine eindeutige Regel für das abgeleitete Nomen. Tauchen wir ein in die Details, um die Verwirrung ein für alle Mal aufzulösen.

Die zwei erlaubten Schreibweisen für das Verb

Wenn Sie das Verb „zustande kommen“ verwenden möchten, stehen Ihnen nach den aktuellen Regeln der deutschen Rechtschreibung zwei Optionen zur Verfügung. Beide sind völlig legitim und werden akzeptiert. Die Wahl liegt bei Ihnen, wobei es eine leichte Präferenz gibt, auf die wir später eingehen werden.

Die erste Möglichkeit ist die Zusammenschreibung: „zustande kommen“. Hier wird „zustande“ als ein Adverb betrachtet, das eng mit dem Verb „kommen“ verbunden ist und zusammen eine feste Wendung bildet, die so viel bedeutet wie „sich ereignen“, „gelingen“ oder „verwirklicht werden“.

Die zweite Möglichkeit ist die Getrenntschreibung: „zu Stande kommen“. In dieser Variante wird „Stande“ als Substantiv aufgefasst, das zusammen mit der Präposition „zu“ eine adverbiale Bestimmung bildet, die den Zustand oder das Ergebnis beschreibt, in den etwas gelangt. Da „Stande“ hier ein Substantiv ist, muss es großgeschrieben werden.

Wichtig ist in beiden Fällen: Der Wortteil „kommen“ steht immer separat. Die Getrennt- oder Zusammenschreibung betrifft ausschließlich den vorderen Teil, also „zustande“ oder „zu Stande“. Dies ist ein häufiger Fehler, dass „kommen“ fälschlicherweise angehängt wird, was aber niemals korrekt ist.

Warum beide Varianten erlaubt sind: Die Rechtschreibreform

Die Möglichkeit, „zustande kommen“ sowohl zusammen als auch getrennt zu schreiben, ist ein direktes Ergebnis der deutschen Rechtschreibreform von 1996 (und ihrer späteren Anpassungen). Ziel der Reform war unter anderem, einige Zweifelsfälle bei der Getrennt- und Zusammenschreibung zu klären. In vielen Fällen, in denen eine Wortgruppe eine feste, idiomatisierte Bedeutung hat, wurde die Zusammenschreibung als Hauptregel oder zumindest als gleichberechtigte Variante eingeführt. Bei „zustande kommen“ entschied man sich dafür, beide Schreibweisen nebeneinander zuzulassen.

Dies mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, gibt dem Schreibenden aber auch eine gewisse Freiheit. Solange Sie eine der beiden korrekten Formen wählen, machen Sie aus grammatischer Sicht keinen Fehler.

Beispiele zur Veranschaulichung

Um den Unterschied und die Anwendung der beiden Varianten zu verdeutlichen, betrachten wir einige Beispielsätze:

  • Ich glaube nicht, dass die Reise nach Mexiko dieses Jahr noch zustande kommen wird.
  • Ich glaube nicht, dass die Reise nach Mexiko dieses Jahr noch zu Stande kommen wird.

In beiden Sätzen ist die Bedeutung identisch: Die Reise wird voraussichtlich nicht mehr stattfinden oder realisiert werden.

  • Die Kinder sind enttäuscht, dass der Ausflug wegen des schlechten Wetters nicht zustande kommen wird.
  • Die Kinder sind enttäuscht, dass der Ausflug wegen des schlechten Wetters nicht zu Stande kommen wird.

Auch hier drücken beide Varianten dasselbe aus: Der Ausflug wird aufgrund des Wetters nicht stattfinden.

  • Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wird der Deal nun doch noch zustande kommen.
  • Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wird der Deal nun doch noch zu Stande kommen.

Diese Beispiele zeigen, dass die Wahl der Schreibweise die Bedeutung der Aussage nicht verändert. Beide Formen sind in alltäglichen Texten und auch in formelleren Kontexten zulässig.

Die Empfehlung des Dudens

Obwohl beide Schreibweisen korrekt sind, gibt es eine leichte Präferenz. Der Duden-Verlag, oft als maßgebliche Instanz für die deutsche Sprache angesehen, empfiehlt die Zusammenschreibung „zustande kommen“. Aus diesem Grund werden Sie diese Variante in Texten, Büchern und Zeitungen wahrscheinlich häufiger antreffen als die Getrenntschreibung. Wenn Sie unsicher sind oder einfach auf Nummer sicher gehen möchten, ist die Zusammenschreibung eine gute Wahl, da sie als die gängigere Form gilt.

Dennoch: Die Getrenntschreibung „zu Stande kommen“ ist nicht falsch und darf weiterhin verwendet werden, wenn Sie diese persönlich bevorzugen oder sie aus stilistischen Gründen besser zu Ihrem Text passt.

Einheitlichkeit ist entscheidend – Besonders in formalen Texten

Obwohl die Wahl zwischen den beiden Schreibweisen bei „zustande kommen“ erlaubt ist, ist es von größter Wichtigkeit, dass Sie innerhalb eines einzelnen Textes, insbesondere in formalen oder wissenschaftlichen Arbeiten wie einer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, konsequent eine Schreibweise beibehalten. Nichts wirkt unprofessioneller als die willkürliche Mischung von „zustande kommen“ und „zu Stande kommen“ auf verschiedenen Seiten oder sogar innerhalb desselben Absatzes.

Stellen Sie sich vor, Sie schreiben in Ihrer Einleitung von einem Projekt, das „zustande kommen“ soll, und später im Methodenteil berichten Sie, dass die Datenerhebung „zu Stande kommen“ konnte. Dies erweckt den Eindruck von Nachlässigkeit und mangelnder Sorgfalt, selbst wenn beide Formen einzeln betrachtet korrekt sind. Die Einheitlichkeit ist ein Qualitätsmerkmal, das zeigt, dass Sie sich bewusst für eine Form entschieden haben und diese durchgängig anwenden können.

Bevor Sie mit dem Schreiben Ihrer Arbeit beginnen, entscheiden Sie sich für eine Variante und prüfen Sie am Ende sorgfältig, ob Sie diese konsequent verwendet haben. Tools zur Rechtschreibprüfung können hierbei eine wertvolle Unterstützung bieten, da sie oft dabei helfen, solche Inkonsistenzen aufzudecken.

Das Nomen „Zustandekommen“: Hier gibt es nur eine Regel

Neben dem Verb „zustande kommen“ / „zu Stande kommen“ gibt es auch das zugehörige Nomen (oder Substantiv) „Zustandekommen“. Dieses Nomen beschreibt den Prozess oder das Ergebnis des Zustandekommens. Und hier gibt es im Gegensatz zum Verb keine zwei korrekten Schreibweisen.

Das Nomen „Zustandekommen“ wird immer zusammengeschrieben und, wie alle Substantive im Deutschen, großgeschrieben. Dies ist eine eindeutige Regel ohne Ausnahmen.

Betrachten Sie die folgenden Beispiele:

  • Das Zustandekommen des Vertrags war ein langwieriger Prozess und voller Hürden.
  • Das erfolgreiche Zustandekommen des Projekts verdanken wir eurer engagierten Teamarbeit.
  • Das Zustandekommen einer langfristigen Partnerschaft erfordert Vertrauen und eine offene Kommunikation.

In all diesen Fällen ist „Zustandekommen“ das Substantiv und wird dementsprechend großgeschrieben und zusammengeschrieben. Verwechslungen zwischen dem Verb und dem Nomen sind eine häufige Fehlerquelle. Achten Sie auf die Funktion des Wortes im Satz: Beschreibt es eine Handlung (kommen zustande/zu Stande) oder einen Sachverhalt/Ergebnis (das Zustandekommen)?

Vergleich der Schreibweisen

AusdruckArt des WortesSchreibweise(n)Groß-/KleinschreibungBeispiel
zustande kommen / zu Stande kommenVerb (mit adverbialer Bestimmung)zustande kommen
zu Stande kommen
'kommen' immer klein;
'zustande' klein;
'zu Stande' → 'Stande' groß
Die Reise wird nicht zustande kommen.
Die Reise wird nicht zu Stande kommen.
ZustandekommenNomen (Substantiv)ZustandekommenImmer großgeschriebenDas Zustandekommen der Reise ist fraglich.

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Regeln übersichtlich zusammen. Merken Sie sich vor allem den Unterschied zwischen dem Verb und dem Nomen. Während das Verb Ihnen eine Wahl lässt (mit Duden-Empfehlung für die Zusammenschreibung), gibt es beim Nomen keine Alternative.

Häufige Fragen zur Schreibweise

Um die gängigsten Unsicherheiten zu beseitigen, beantworten wir hier einige oft gestellte Fragen zum Thema:

Sind beide Formen für das Verb „zustande kommen“ wirklich korrekt?
Ja, seit der Rechtschreibreform sind sowohl die Zusammenschreibung „zustande kommen“ als auch die Getrenntschreibung „zu Stande kommen“ (mit Großschreibung von „Stande“) korrekt und zulässig.

Wann schreibe ich „Zustandekommen“ groß?
Das Wort „Zustandekommen“ wird immer großgeschrieben, wenn es als Nomen (Substantiv) verwendet wird. Dies ist an der Funktion im Satz erkennbar, oft steht ein Artikel (das) oder ein Adjektiv davor.

Ist die Getrenntschreibung „zu Stande kommen“ veraltet?
Nein, die Getrenntschreibung ist nicht veraltet. Sie ist eine offiziell anerkannte Variante, auch wenn der Duden die Zusammenschreibung „zustande kommen“ empfiehlt und diese häufiger vorkommt.

Muss „kommen“ jemals an „zustande“ oder „Stande“ angehängt werden?
Nein, niemals. Der Wortteil „kommen“ steht beim Verb immer separat, egal welche Schreibweise für den vorderen Teil gewählt wird.

Spielt die Bedeutung eine Rolle bei der Wahl der Schreibweise?
Nein, die Bedeutung ist bei beiden Schreibweisen für das Verb („zustande kommen“ und „zu Stande kommen“) identisch. Die Wahl ist eine Frage der zulässigen orthographischen Varianten.

Die korrekte Verwendung von „zustande kommen“ und „Zustandekommen“ ist mit diesen Regeln gut zu meistern. Achten Sie auf den Worttyp (Verb oder Nomen) und im Falle des Verbs auf die konsistente Anwendung Ihrer gewählten Variante. Mit etwas Übung und der Beachtung dieser Hinweise werden Sie diesen Ausdruck sicher und korrekt in Ihren Texten verwenden können.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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