GoPro ist eine Marke, die untrennbar mit Abenteuer, Action und atemberaubenden Perspektiven verbunden ist. Jeder, der schon einmal daran gedacht hat, seine Erlebnisse aus der Ich-Perspektive festzuhalten, kennt den Namen GoPro. Doch welchem Land gehört dieses ikonische Unternehmen eigentlich und wie hat es sich zu dem entwickelt, was es heute ist? Die Antwort ist eindeutig: GoPro, Inc. ist ein amerikanisches Technologieunternehmen.

Gegründet wurde GoPro im Jahr 2002 von Nick Woodman. Die Idee dazu entstand während eines Surftrips in Australien. Woodman war frustriert, weil er keine qualitativ hochwertigen Actionfotos machen konnte, da Amateurfotografen nicht nah genug herankamen und professionelles Equipment zu teuer war. Seine Vision war es, eine erschwingliche Kamera zu schaffen, die es jedem ermöglichte, sich wie ein Held zu fühlen und seine sportlichen Leistungen aus einzigartigen Blickwinkeln zu dokumentieren. Der Name 'GoPro' selbst leitet sich von dem Wunsch Woodmans und seiner Freunde ab, 'profi zu werden' ('going pro') – das ultimative Ziel im Surfen, das damals die einzige Möglichkeit war, auf dem Wasser gefilmt zu werden. Die Kameraserie wurde später 'Hero' genannt, um die Nahaufnahmen von Action zu betonen, die das Motiv heldenhaft aussehen ließen.
Von der 35-mm-Kamera zur digitalen Revolution
Die ersten Schritte des Unternehmens waren bescheiden. Nick Woodman sammelte einen Teil seines Startkapitals, indem er Perlen- und Muschelgürtel sowie Kameragurte aus seinem VW-Bus verkaufte. Er erhielt auch finanzielle Unterstützung von seinen Eltern. Im Jahr 2004, zwei Jahre nach der Gründung, verkaufte das Unternehmen sein erstes Kamerasystem. Dabei handelte es sich noch um eine 35-mm-Film-Kamera, die GoPro 35mm HERO Waterproof Film Camera. Sie wurde erstmals auf der Action Sports Retailer Fachmesse in San Diego vorgestellt. Im ersten Jahr verkaufte GoPro Produkte im Wert von 150.000 US-Dollar.
Der entscheidende Schritt in die Zukunft erfolgte 2006 mit der Einführung der ersten Digital HERO. Diese Kamera konnte zwar nur 10 Sekunden Video aufnehmen, aber sie markierte den Beginn der digitalen Ära für GoPro. Der Umsatz stieg rapide an, von 800.000 US-Dollar im Jahr 2006 auf 3,4 Millionen US-Dollar im folgenden Jahr. Spätere Modelle der Digital HERO, wie die Digital HERO3 und Digital HERO5, verbesserten die Fotoauflösung und Videofunktionen. Die Einführung der Wide HERO mit einem extremen Weitwinkelobjektiv von 170° war ein weiterer Meilenstein, der die charakteristische GoPro-Ästhetik prägte.
Die Ära der HD HERO Kameras
Die zweite Generation der HERO Kameras (2010–2011) trug den Namen HD HERO, was auf ihre verbesserte Auflösung hinwies – sie boten nun bis zu 1080p High-Definition-Video. Mit der HD HERO-Generation ersetzte GoPro den optischen Sucher durch einen optionalen LCD-Monitor. Die grundlegende HD HERO konnte maximal 1080p-Video mit einem reduzierten Sichtfeld (127°) auf ihrem 5-MP-Sensor aufnehmen. Alternative Auflösungen boten das gleiche Weitwinkel (170°) wie die Vorgängergeneration Wide HERO.
Ein wichtiges Feature, das mit der HD HERO eingeführt wurde, war der HERO Bus, ein Erweiterungsport auf der Rückseite der Kamera. Über diesen Port konnten optionale Zubehörteile wie das LCD Bakpac (ein kleiner Monitor) und das Battery Bakpac (zur Verdoppelung der Akkulaufzeit) angeschlossen werden. Eine kostengünstigere Version, die HD HERO 960, wurde ebenfalls veröffentlicht, jedoch ohne den HERO Bus Port.
Die HD HERO2, eingeführt im Oktober 2011, brachte weitere Verbesserungen. Sie verfügte über einen 1/2,3-Zoll-11-MP-Bildsensor, verbesserte Low-Light-Fähigkeiten und konnte mit bis zu 120 fps aufnehmen.
HERO3 und HERO3+: Kleinere, leichtere, leistungsfähigere Kameras
Ende 2012 kündigte GoPro die HERO3-Kameraserie an, die in drei Editionen erhältlich war: Black, Silver und White. Diese unterschieden sich in ihren Fähigkeiten, wobei die Black Edition die leistungsfähigste war. Äußerlich waren die Modelle durch die Farbe der gedruckten Nummer '3' auf der Vorderseite zu erkennen.
Alle drei Versionen der HERO3 waren 30 % kleiner und 25 % leichter als ihre Vorgänger und verfügten über integriertes Wi-Fi. Die Black Edition nutzte einen neuen 12-MP-Sensor (Sony IMX117) und konnte 4K UHD-Video mit 15 fps, 2.7K mit 30 fps, 1080p mit 60 fps und sogar 240 fps bei WVGA aufnehmen. Die Silver Edition verwendete den Sensor der HD HERO2, während die White Edition den Sensor der HD HERO Original nutzte.
Im Oktober 2013 folgte die HERO3+, ebenfalls in Black und Silver Edition. Diese Modelle versprachen eine dramatisch verbesserte Low-Light-Performance und ein wasserdichtes Gehäuse, das 20 % leichter und 15 % kleiner war als das der HERO3. Auch die Bildschärfe und die Audiofunktionen wurden verbessert. Die Akkulaufzeit sollte durch höhere Effizienz und einen Akku mit größerer Kapazität um 30 % länger sein als bei der HERO3.
HERO4 und HERO Session: Neue Maßstäbe und Formfaktoren
Im September 2014 kündigte GoPro die HERO4 an, erhältlich in Black Edition und Silver Edition. Die HERO4 Black Edition behielt den 12-MP-CMOS-Sensor bei, fügte aber Bluetooth-Konnektivität, Highlight-Tags und einen neuen Prozessor hinzu, der laut GoPro doppelt so schnell war wie der der HERO3+ Black Edition. Sie konnte 4K UHD-Video mit 24, 25 und 30 fps aufnehmen. Die HERO4 Silver Edition ähnelte der HERO3 Black Edition, verfügte aber über einen integrierten Touchscreen – der erste bei einer GoPro Kamera.
Ebenfalls 2014 wurde ein Einstiegsmodell namens „HERO“ (2014) zum Preis von 130 US-Dollar veröffentlicht. Es war direkt in ein wasserdichtes Gehäuse integriert. Im Juni 2015 folgte die GoPro HERO+LCD, die 1080p mit 60 fps und 8-Megapixel-Fotos bot und ebenfalls über ein Touchscreen-Display verfügte.
Ein revolutionäres Modell war die HERO Session, die am 6. Juli 2015 auf den Markt kam. Sie war 50 % kleiner und 40 % leichter als andere HERO4-Modelle und zeichnete sich durch ihren würfelförmigen Formfaktor aus.
HERO5 und HERO6: Wasserdicht ohne Gehäuse und eigener Chip
Mit der Einführung der HERO5 Black und HERO5 Session im September 2016 erreichte GoPro einen weiteren wichtigen Meilenstein: Beide Modelle waren ohne separates Gehäuse bis zu 10 Meter wasserdicht. Sie unterstützten 4K-Videoaufnahmen mit bis zu 30 fps (1080p mit bis zu 120 fps), automatischen Upload von Aufnahmen in die Cloud und Sprachsteuerung. Die HERO5 Black verfügte zudem über GPS.
Am 28. September 2017 wurde die HERO6 Black vorgestellt. Diese Kamera versprach eine verbesserte Stabilisierung gegenüber den HERO5-Modellen und konnte 4K-Video mit 60 fps aufnehmen. Sie war die erste GoPro, die mit GoPros eigenem, speziell entwickeltem Chip, dem GP1, ausgestattet war. Dieser Chip ersetzte die zuvor verwendeten Ambarella SoCs und war für die Bildverarbeitung zuständig.
HERO7, HERO8 und HERO9: HyperSmooth und neue Features
Die HERO7 Serie, bestehend aus White, Silver und Black Edition, wurde im September 2018 vorgestellt. Die HERO7 Black führte eine stark verbesserte elektronische Bildstabilisierung ein, die als „HyperSmooth“ Video Stabilization bekannt wurde. GoPro bewarb diese Funktion als „Gimbal-ähnlich“. HyperSmooth ermöglichte auch eine neue Zeitraffer-Videofunktion namens „TimeWarp“. Die HERO7 Black bot zudem eine Live-Streaming-Funktion.
Mit der HERO8 Black, die im Oktober 2019 erschien, wurde HyperSmooth auf Version 2.0 verbessert. Die HERO8 Black integrierte die Befestigungsösen direkt in das Kameragehäuse, sodass kein Rahmen mehr benötigt wurde. Es gab auch Verbesserungen bei der Bildqualität und neue Software-Funktionen wie Night-Lapse Video und voreingestellte Aufnahmemodi. Ein neues Zubehör, der „Media Mod“, richtete sich speziell an Vlogger.
Die HERO9 Black, angekündigt im September 2020, brachte HyperSmooth 3.0, eine maximale Auflösung von 5K für Videos und 20 MP für Fotos sowie ein neues, nach vorne gerichtetes Farbdisplay für Selfies. Die HERO9 war etwas größer als die Vorgängermodelle.
HERO10, HERO11, HERO12 und HERO13: Weiterentwicklung und eigener Prozessor
Die HERO10 Black, vorgestellt im September 2021, war ein weiterer großer Schritt, da sie den neuen GP2 Prozessor enthielt. Dieser Prozessor ermöglichte eine Verdoppelung der Bildrate bei 5,3K-Video (auf 60 fps), 4K-Video mit 120 fps und 2,7K mit 240 fps. Auch die Fotoauflösung wurde auf 23 MP erhöht und die HyperSmooth-Stabilisierung auf Version 4.0 verbessert. Das Gehäuse war identisch mit dem der HERO9 Black.
Die HERO11 Black (September 2022) führte einen größeren 1/1,9-Zoll-Sensor ein, der eine höhere vertikale Auflösung und neue Aufnahmeoptionen ermöglichte. Die Fotoauflösung stieg auf 27,13 MP und HyperSmooth wurde auf Version 5.0 aktualisiert. Sie unterstützte auch 10-Bit-Farbe.
Die HERO12 Black (September 2023) baute auf der HERO11 auf und verbesserte die Stabilisierung mit HyperSmooth 6.0. Sie brachte auch Funktionen wie längere Akkulaufzeit mit dem Enduro-Akku (der jetzt im Lieferumfang enthalten war) und drahtloses Audio-Pairing.
Die neueste Generation, die HERO13 Black (September 2024), bietet einen nochmals größeren Akku (1900 mAh), Wi-Fi 6 Unterstützung, verbesserte Zeitlupen-Optionen und neue Objektiv-Optionen, einschließlich Makro und ND-Filter, mit einem anamorphes Objektiv für 2025 geplant. Auch ein neues Einstiegsmodell, die HERO (2024), wurde angekündigt.
Software und Medienambitionen
Neben der Hardware entwickelte GoPro auch eigene Software zur Bearbeitung von Aufnahmen. Dazu gehörte früher GoPro Studio, ein einfaches Videobearbeitungsprogramm. Später wurde der Fokus auf die mobile App GoPro Quik verlagert, die das Bearbeiten und Teilen von Videos und Fotos vereinfachen sollte. Obwohl die Desktop-Unterstützung für Quik zwischenzeitlich eingestellt wurde, wurde im Februar 2024 eine neue Version für macOS veröffentlicht, eine Windows-Version soll folgen.
Ein Teil der Unternehmensstrategie, insbesondere vor dem Börsengang 2014, war die Absicht, sich zu einem Medienunternehmen zu entwickeln. GoPro wollte zusätzliche Einnahmen aus den Inhalten generieren, die mit seinen Kameras erstellt wurden. Dazu wurden zusätzliche Kanäle mit GoPro-Inhalten auf Plattformen wie YouTube, Virgin America und Xbox Live (später auch PlayStation Network) geschaffen. GoPro ist bekannt für seinen erfolgreichen YouTube-Kanal, der täglich Inhalte hochlädt.
Weitere Produkte und Unternehmensentwicklungen
Neben den HERO Kameras wagte sich GoPro auch in andere Bereiche. Im Oktober 2016 wurde die Quadrocopter-Drohne Karma veröffentlicht. Sie war mit den HERO4-, HERO5-, HERO6- und HERO7-Kameras kompatibel und verfügte über einen abnehmbaren Stabilisator (Gimbal), der auch separat als Karma Grip verwendet werden konnte. Nach Berichten über Stromausfälle während des Betriebs musste die Karma-Drohne im November 2016 zurückgerufen werden. Eine überarbeitete Version kam im Februar 2017 auf den Markt, aber im Januar 2018 stellte GoPro das Drohnengeschäft endgültig ein.
Im Bereich der 360°-Fotografie und Virtual Reality erwarb GoPro 2015 das französische Startup Kolor. Basierend auf dieser Technologie wurden Kamerasysteme wie Odyssey (ein Rig für 16 HERO4 Black Kameras für Google Jump VR) und Omni (ein Rig für sechs HERO4 Black Kameras) entwickelt. Später brachte GoPro eigene 360°-Kameras auf den Markt: die Fusion (2017) und die MAX (2019), die die Fusion ablöste. Eine aktualisierte MAX wurde für 2025 angekündigt.
GoPro ging am 26. Juni 2014 an die Börse (NASDAQ: GPRO). Der Börsengang (IPO) bewertete das Unternehmen mit 2,95 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen hat im Laufe der Jahre auch andere Unternehmen übernommen, darunter CineForm (2011) für Videocodec-Technologie und Kolor (2015) für sphärische Medien und VR. Wirtschaftliche Herausforderungen führten jedoch zu mehreren Entlassungsrunden, unter anderem 2016, 2017 und Anfang 2018, sowie über 200 Mitarbeiter im Jahr 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie. Im Januar 2018 gab es kurzzeitig Spekulationen über einen Verkauf des Unternehmens, die jedoch vom CEO dementiert wurden.
Häufig gestellte Fragen zu GoPro
Hier sind einige häufig gestellte Fragen zu GoPro:
Welchem Land gehört GoPro?
GoPro, Inc. ist ein amerikanisches Technologieunternehmen. Es wurde in den USA gegründet und hat seinen Hauptsitz in San Mateo, Kalifornien.
Wann wurde GoPro gegründet?
GoPro wurde im Jahr 2002 von Nick Woodman gegründet.
Was war das erste Produkt von GoPro?
Das erste Produkt war die GoPro 35mm HERO Waterproof Film Camera, die 2004 auf den Markt kam.
Was ist HyperSmooth?
HyperSmooth ist GoPros hochentwickelte digitale Bildstabilisierungstechnologie, die mit der HERO7 Black eingeführt wurde und seitdem verbessert wird, um sehr flüssige Videos ohne Gimbal zu ermöglichen.
Stellt GoPro noch Drohnen her?
Nein, GoPro hat sein Drohnengeschäft eingestellt. Die Karma-Drohne wurde im Januar 2018 eingestellt.
Was sind die GP1 und GP2 Prozessoren?
Der GP1 und der GP2 sind kundenspezifische Prozessoren, die von GoPro in Zusammenarbeit mit Socionext entwickelt wurden. Sie werden seit der HERO6 Black (GP1) bzw. HERO10 Black (GP2) in GoPros Kameras verwendet und sind entscheidend für die Bildverarbeitung und Leistung der Kameras.
Was ist die aktuelle GoPro Kamera?
Die aktuellste Flaggschiff-Kamera ist die HERO13 Black, die im September 2024 angekündigt wurde. Es gibt auch ein neues Einstiegsmodell namens HERO (2024).
GoPro hat sich von einer einfachen Idee auf einem Surftrip zu einem weltweit führenden Anbieter von Actionkameras entwickelt. Obwohl das Unternehmen in den letzten Jahren mit Herausforderungen konfrontiert war, bleibt es eine treibende Kraft im Bereich der tragbaren und robusten Kameras für Abenteuer und kreative Inhalte.
Hat dich der Artikel GoPro: Herkunft, Entwicklung und Kameras interessiert? Schau auch in die Kategorie Fotografie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
