Für was steht die Abkürzung BLS?

BLS: Züge, Technik und Sicherheit im Fokus

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Die BLS, bekannt als Berner Alpenbahngesellschaft Bern–Lötschberg–Simplon, spielt eine wichtige Rolle im Schweizer Bahnverkehr. Ihre Geschichte ist eng mit dem Wunsch des Kantons Bern nach einer eigenen Nord-Süd-Achse verbunden. Doch nicht nur die historische Entwicklung ist spannend, auch die eingesetzte Technik und die modernen Sicherheitsmassnahmen sind von grossem Interesse.

Im folgenden Artikel beleuchten wir verschiedene Aspekte der BLS: von ihrer Entstehung und der Bedeutung ihres Namens über die technischen Details einer ihrer prägnanten Lokomotiven bis hin zur wachsenden Präsenz von Überwachungskameras in ihren Zügen und denen anderer Schweizer Verkehrsbetriebe. Zudem werfen wir einen Blick auf das Angebot an Tageskarten.

Wie viel kostet ein BLS Zug?
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Die Gründung der BLS: Eine Antwort auf die Gotthardbahn

Die Geschichte der BLS beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. Nach der Inbetriebnahme der Gotthardbahn im Jahr 1882 sah sich der Kanton Bern vom wichtigen Nord-Süd-Verkehr abgeschnitten. Um dem entgegenzuwirken, nutzte Bern seine föderalistischen Rechte, um eine eigene Transitbahn zu realisieren. Das Vorhaben war ambitioniert, insbesondere da keine finanzielle Unterstützung vom Bund zu erwarten war. Die Bundesbehörden standen einer konkurrierenden Transitachse ablehnend gegenüber.

Die notwendigen Geldmittel mussten daher auf anderem Wege beschafft werden. Unerwartete Hilfe kam dabei aus Frankreich. Nach dem Verlust von Elsass und Lothringen mitsamt dem Grenzübergang Basel an Deutschland im Jahr 1871, suchten französische Wirtschaftskreise nach neuen attraktiven internationalen Transitrouten durch die Schweiz. Der Grenzort Delle sollte dabei als neues Tor zur Schweiz und nach Italien dienen. Dieses Interesse führte zu finanzieller Beteiligung an einem Schweizer Bahnprojekt.

Alt-Regierungsrat Wilhelm Teuscher projektierte daraufhin verschiedene Trassenvarianten für eine solche Bahn, insbesondere über Frutigen und den Lötschberg. Eine konkurrierende Variante über den Wildstrubel stand ebenfalls zur Diskussion. Diese unterschiedlichen Linienführungen spalteten die Berner Kantonsregierung in zwei Lager. Letztendlich setzte sich das Initiativkomitee Pro Lötschberg durch. Am 27. Juli 1906, kurz vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten, wurde die Berner Alpenbahngesellschaft Bern–Lötschberg–Simplon BLS gegründet. Die Abkürzung BLS steht also für die geografische Achse, die die ursprüngliche Gesellschaft erschliessen wollte: Bern–Lötschberg–Simplon.

Die BLS Re 425: Ein technisches Porträt

Eine der prägenden Lokomotiven der BLS ist die Baureihe Ae 4/4 II, später als Re 4/4 bezeichnet und seit 1995 unter der Bezeichnung Re 425 bekannt. Diese elektrische Universallokomotive wurde zeitgleich mit der SBB Re 4/4 II in Betrieb genommen. Nach der Unternehmensfusion im Jahr 1996 kamen die Lokomotiven bei der BLS Lötschbergbahn, der heutigen BLS AG, zum Einsatz.

Die Beschaffung der BLS Ae 4/4 II erfolgte zwischen 1964 und 1983 mit dem Ziel, eine leistungsstarke Universallokomotive mit guter Bergleistung zu erhalten. Sie sollte Züge mit höheren Geschwindigkeiten befördern und ältere Lokomotiven ablösen. Die Entwicklung basierte auf der sehr erfolgreichen Ae 4/4 der BLS, die als erste laufachslose Hochleistungslokomotive der Welt galt. Die Ähnlichkeit in der Kastenform, insbesondere die Anordnung der Einstiege an der Lokfront, zeugt von dieser Abstammung. Das Fahrgestell ähnelt dem der SBB Re 4/4II, doch es gibt entscheidende Unterschiede in der Kraftübertragung. Die Re 425 bringt die Kraft mittels einer anders konstruierten Tiefzuganlenkung und Seilzug auf die Schienen und verfügt über Schienendüsen anstelle von Sandereinrichtungen.

Hat es im Zug Kameras?
Aktuell gibt es laut SBB 2400 Videokameras an Bahnhöfen und anderen Immobilien sowie rund 22'300 Kameras in Zügen.5. März 2023

Die enorme Leistungsfähigkeit dieser Lokomotiven, besonders am Berg, hat sich in zahlreichen Versuchen und Vergleichen bewiesen. Eine Re 425 ist in der Lage, einen 630 Tonnen schweren Zug auf einer Steigung von 26 Promille mit einer Geschwindigkeit von 80 km/h zu befördern. Die Stundenzugkraft liegt bei 226 kN bei 77,5 km/h. Ihre Leistungsfähigkeit und die mit Thyristorsteuerung ausgerüstete Re 4/4 161 trugen sogar zur Entwicklung der österreichischen ÖBB 1044 bei.

Die Ansteuerung der Fahrmotoren erfolgt über einen BBC-Trafo, einen Stufenschalter mit Luftmotor und einen Diodengleichrichter. Die elektrische Bremse erreicht einen Bremsstrom von bis zu 600 A und nutzt Dachwiderstände. Die Lokomotiven können in Vielfachsteuerung unter sich oder mit Re 465 verkehren. Zeitweise war auch die Vielfachsteuerung mit den inzwischen ausrangierten Ae 8/8 und Ae 4/4 möglich, nachdem diese entsprechend ausgerüstet worden waren. Bei den Re 4/4 wurde die Vielfachsteuerung ab 1967 eingebaut.

Die ersten fünf Maschinen (ursprünglich Ae 4/4II 261–265) waren bei ihrer Ablieferung nur für 125 km/h zugelassen. Nach Änderungen an der Kastenabstützung (Umstellung auf Schraubenfedern) und ausgedehnten Versuchsfahrten wurden sie 1969 für die Reihe R zugelassen und ihre Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h erhöht. Seitdem tragen sie die Bezeichnung Re 4/4 161–165.

Ab der Nummer 174 erhielten die Lokomotiven eine für die automatische Kupplung vorbereitete Pufferbohle, was zu einer erhöhten Länge über Puffer führte.

Überwachung im öffentlichen Verkehr: Ein wachsender Trend

Die Frage, ob in Zügen Kameras installiert sind, kann klar mit Ja beantwortet werden. Recherchen zeigten eine deutliche Zunahme der Videoüberwachung nicht nur bei der BLS, sondern auch bei vielen anderen Schweizer Verkehrsbetrieben.

Diese Entwicklung ist Teil eines allgemeinen Trends zur Erhöhung der Sicherheit und zur Aufklärung von Vandalismus oder anderen Vorfällen. Die Zahl der Kameras hat sich in den letzten Jahren bei vielen Unternehmen vervielfacht.

Wie viel PS hat ein BLS Zug?
BLS Re 4/4BLS Re 4/4 BLS Re 425Höchstgeschwindigkeit:140 km/hDauerleistung:4980 kW (6770 PS)Anfahrzugkraft:314 kNTreibraddurchmesser:1'250 mm

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht das Ausmass dieser Entwicklung:

VerkehrsbetriebAnzahl Kameras (früher/Basisjahr)Anzahl Kameras (aktuell)Entwicklung
BLS630 (vor ca. 10 Jahren)2880Vervielfachung
Rhätische Bahn95 (vor ca. 10 Jahren)1723Starke Zunahme
Südostbahn380 (seit 2017)1910Starke Zunahme
Basler Verkehrsbetriebe (BVB)N/A1622 (Busse & Trams)Hohe Anzahl
Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ)N/A2688Hohe Anzahl
PostautoN/Aca. 1200Hohe Anzahl

Diese Zahlen zeigen eindrücklich, wie Videoüberwachung zu einem festen Bestandteil der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs geworden ist. Sie dient primär der Sicherheit der Fahrgäste und des Personals sowie der Prävention und Aufklärung von Straftaten.

Ticketangebote: Flexibel unterwegs mit der BLS

Neben der Technik und Sicherheit ist für Reisende natürlich auch das Ticketangebot relevant. Für regelmässige Fahrten oder Ausflüge in bestimmten Zonen bieten sich Tageskarten an.

Eine Tageskarte ermöglicht freie Fahrt im gewählten Gültigkeitsbereich (Zonenkombination) für den ganzen Tag. Sie ist ab dem Zeitpunkt der Entwertung bis um 05.00 Uhr früh des Folgetages gültig. Insbesondere im Libero-Gebiet (Bern und Umgebung) kann sich eine Tageskarte bereits ab zwei Fahrten pro Tag lohnen.

Für Personen, die häufiger Tageskarten nutzen, gibt es die Multi-Tageskarte. Dabei handelt es sich um ein Paket von 6 Tageskarten, das einen Rabatt von 10% gewährt. Auch hier gilt, dass sich das Angebot im Libero-Gebiet oft schon bei zwei Fahrten pro Tag rechnet.

Häufig gestellte Fragen

Sind in den Zügen der BLS Kameras installiert?

Ja, die BLS hat die Anzahl der Überwachungskameras in ihren Zügen und Anlagen in den letzten Jahren stark erhöht. Laut Recherchen stieg die Zahl von 630 auf 2880 Kameras.

Hat es im Zug Kameras?
Aktuell gibt es laut SBB 2400 Videokameras an Bahnhöfen und anderen Immobilien sowie rund 22'300 Kameras in Zügen.5. März 2023

Wofür steht die Abkürzung BLS?

BLS steht für Berner Alpenbahngesellschaft Bern–Lötschberg–Simplon. Die Abkürzung leitet sich von der ursprünglichen geplanten und realisierten Transitachse Bern–Lötschberg–Simplon ab.

Wie viel Leistung (PS) hat eine BLS Re 425 Lokomotive?

Die Leistung einer Lokomotive wird oft in Kilowatt (kW) oder durch ihre Zugkraft und Geschwindigkeit angegeben. Obwohl die Quelle keine direkte PS-Zahl nennt, liefert sie Leistungsdaten: Die Lok kann einen 630-Tonnen-Zug auf 26‰ Steigung mit 80 km/h befördern. Die Stundenzugkraft beträgt 226 kN bei 77,5 km/h. Diese Werte zeigen eine sehr hohe Leistung, die für den Betrieb auf anspruchsvollen Alpenstrecken ausgelegt ist.

Wie viel kostet eine Fahrt mit der BLS oder ein BLS Zug?

Die Kosten für eine Fahrt mit der BLS hängen von der Strecke, der gewählten Ticketart und allfälligen Ermässigungen ab. Der Preis für einen ganzen BLS Zug (die Lokomotive und die Wagen) wird in der bereitgestellten Information nicht genannt, da dies komplexe Investitionskosten sind, die für den Endkunden nicht relevant sind. Die Information konzentriert sich auf Ticketpreise, insbesondere Tageskarten und Multi-Tageskarten im Libero-Gebiet, die sich oft ab zwei Fahrten pro Tag lohnen.

Fazit

Die BLS ist weit mehr als nur ein Transportunternehmen. Ihre Gründung war ein wichtiger Schritt für die verkehrstechnische Anbindung des Kantons Bern. Die eingesetzten Lokomotiven wie die Re 425 demonstrieren schweizerische Ingenieurskunst und Leistungsfähigkeit, insbesondere im Bergbahnverkehr. Gleichzeitig zeigt die signifikante Zunahme von Überwachungskameras das Bestreben, die Sicherheit im öffentlichen Verkehr kontinuierlich zu verbessern. Für Reisende bietet die BLS verschiedene Ticketoptionen wie Tages- und Multi-Tageskarten, die flexible und oft kostengünstige Reisen ermöglichen.

Die Entwicklung der BLS von einer Alpenbahngesellschaft hin zu einem modernen Verkehrsbetrieb mit Fokus auf Technologie und Sicherheit ist ein spannendes Kapitel in der Geschichte des Schweizer Verkehrs.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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