Die Panasonic Lumix DMC-LX10, oft einfach als LX10 bezeichnet, ist eine beliebte Kompaktkamera, die für ihre Kombination aus relativ großem Sensor und einem lichtstarken Objektiv geschätzt wird. Das Herzstück dieser Kamera ist zweifellos ihr integriertes Objektiv, dessen Eigenschaften maßgeblich die Bildqualität und die Einsatzmöglichkeiten bestimmen. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf das Objektiv der LX10, insbesondere auf seinen Zoombereich, seine Lichtstärke und seine Leistung in verschiedenen Situationen basierend auf vorliegenden Testergebnissen.

Das Objektiv der Panasonic LX10 hat eine Brennweite von 8,8-26,4 mm. Dies ergibt einen optischen Zoomfaktor von 3x. Um dies für Fotografen, die mit Kleinbildkameras vertraut sind, besser einordnen zu können, entspricht dieser Brennweitenbereich einem Äquivalent von etwa 24-72 mm im 35-mm-Format. Dies deckt einen nützlichen Bereich ab, der von einem moderaten Weitwinkel, ideal für Landschaftsaufnahmen, Architektur oder Gruppenfotos, bis hin zu einem leichten Telebereich reicht, der sich gut für Porträts oder das Heranholen entfernterer Motive eignet.

Verglichen mit einigen direkten Konkurrenten im Segment der Kompaktkameras mit 1-Zoll-Sensor, wie beispielsweise der Sony RX100 IV oder V, die typischerweise einen Telebereich bis 70 mm Äquivalent bieten, reicht das 72 mm Äquivalent der LX10 geringfügig weiter. Während ein 3x optischer Zoom für eine Kamera mit fest verbautem Objektiv als eher begrenzter Bereich gelten kann, ist die Stärke des LX10-Objektivs nicht nur im Zoomfaktor, sondern auch in seiner bemerkenswerten Lichtstärke zu finden.
Die Lichtstärke des LX10-Objektivs: f/1.4 bis f/2.8
Ein herausragendes Merkmal des Objektivs der Panasonic LX10 ist seine hohe Lichtstärke. Die maximale Blendenöffnung reicht von f/1.4 am weitesten Winkel (24 mm Äquivalent) bis zu f/2.8 am Teleende (72 mm Äquivalent). Eine maximale Blende von f/1.4 ist für eine Kompaktkamera außergewöhnlich und ermöglicht Aufnahmen bei schwachem Licht mit niedrigeren ISO-Werten oder kürzeren Belichtungszeiten, was hilft, Bildrauschen und Bewegungsunschärfe zu minimieren. Zudem erlaubt eine so offene Blende eine geringe Schärfentiefe, was ideal ist, um Motive vom Hintergrund abzuheben und ein angenehmes Bokeh (Hintergrundunschärfe) zu erzielen.
Verglichen mit den erwähnten Sony RX100-Modellen, die am Weitwinkelende oft eine maximale Blende von f/1.8 aufweisen, ist das LX10-Objektiv am Weitwinkelende um zwei Drittel Blendenstufen lichtstärker. Am Teleende ist die maximale Blende mit f/2.8 bei beiden Kameras gleich. Die minimale Blendenöffnung des LX10-Objektivs beträgt f/11 über den gesamten Brennweitenbereich. Dies ist nützlich, wenn man eine große Schärfentiefe wünscht oder längere Belichtungszeiten für Effekte wie fließendes Wasser bei hellem Licht erzielen möchte.
Die maximale Blende ändert sich schrittweise, wenn man durch den Zoombereich navigiert. Die vorliegenden Informationen zeigen, wie die Blende mit zunehmender Brennweite kleiner (weniger lichtstark) wird:
| Brennweite (Äquivalent) | Maximale Blende |
|---|---|
| 24mm | f/1.4 |
| 25mm | f/1.5 |
| 26mm | f/2.0 |
| 27mm | f/2.2 |
| 29mm | f/2.5 |
| 32-72mm | f/2.8 |
Diese Tabelle verdeutlicht, dass die beeindruckende Lichtstärke von f/1.4 nur im äußersten Weitwinkelbereich verfügbar ist und sich die Blende relativ schnell auf f/2.8 verkleinert, sobald man über ca. 32 mm Äquivalent hinauszoomt.
Leistung bei verschiedenen Brennweiten
Die Leistung eines Objektivs, insbesondere in Bezug auf Schärfe und Kontrast, kann über den Zoombereich und je nach Blendenöffnung variieren. Betrachtet man die Leistung im Fernbereich bei einer Blende von f/5.6, so zeigen die Tests gute Ergebnisse:
Am maximalen Weitwinkel (24 mm Äquivalent) sind Schärfe und Kontrast bei f/5.6 über den größten Teil des Bildfeldes recht gut. Es gibt jedoch eine leichte Abnahme der Schärfe und sichtbare Koma-Verzeichnung in den Ecken. Chromatische Aberrationen (Farbsäume) werden gut kontrolliert, obwohl bei sehr hellen Objekten leichte Streulichteffekte (Flare) auftreten können.
Im mittleren Brennweitenbereich (50 mm Äquivalent) ist die Leistung bei f/5.6 lobenswert. Schärfe und Kontrast sind über das gesamte Bildfeld sehr gut. Dies deutet darauf hin, dass das Objektiv in diesem häufig genutzten Bereich eine starke Performance liefert.
Auch am vollen Teleende (72 mm Äquivalent) scheint die Leistung im Fernbereich bei f/5.6 über das gesamte Bildfeld hinweg recht gut zu sein. Dies ist wichtig, da Telebereiche oft anfälliger für Leistungsabfälle sein können.
Es ist zu beachten, dass diese Beobachtungen bei f/5.6 gemacht wurden, einer Blende, die oft einen guten Kompromiss zwischen Schärfe und Schärfentiefe bietet und bei der viele Objektive ihre optimale Leistung zeigen. Die Leistung bei offeneren Blenden, insbesondere bei f/1.4 am Weitwinkel, könnte sich in Bezug auf Schärfe und Verzeichnung in den Ecken unterscheiden.
Digitale und Erweiterte Zoom-Optionen
Neben dem optischen 3x-Zoom bietet die Panasonic LX10 zusätzliche Möglichkeiten zur Vergrößerung des Bildausschnitts, die jedoch mit Einschränkungen verbunden sind.
Die Kamera verfügt über einen 4x digitalen Zoom. Beim digitalen Zoom wird das Bild elektronisch vergrößert, indem die vorhandenen Pixel interpoliert werden. Dies führt in der Regel zu einem deutlichen Verlust an Bildqualität, da Details weichgezeichnet werden und Rauschen sichtbarer wird. Die Anwendung des 4x digitalen Zooms bei voller Bildgröße wird daher mit dem üblichen Qualitätsverlust aufgrund von Interpolationsartefakten und erhöhtem Rauschen einhergehen.
Eine weitere Option ist der 2x iZoom-Modus. Dieser Modus soll eine bessere Bildqualität als der reine digitale Zoom bieten, wahrscheinlich durch intelligentere Verarbeitung oder leichtes Cropping. Die vorliegenden Informationen legen nahe, dass der iZoom-Modus in der Tat eine bessere Bildqualität als der 4x digitale Zoom liefert.
Zusätzlich gibt es den Modus des erweiterten optischen Zooms (Extended Optical Zoom). Dieser Modus ist nur verfügbar, wenn kleinere Bildgrößen (Medium oder Small) ausgewählt sind. Er funktioniert, indem das Bild beschnitten wird. Bei einer geringeren Auflösung kann ein kleinerer Bereich des Sensors ausgelesen und als vergrößertes Bild dargestellt werden, ohne dass eine Interpolation wie beim digitalen Zoom im vollen Umfang erforderlich ist. Dieser Modus ermöglicht einen „optischen Zoom“ von bis zu 6x insgesamt, allerdings auf Kosten der Auflösung, die in diesem Fall auf 5 Megapixel begrenzt ist. Dies kann nützlich sein, wenn man eine größere Reichweite benötigt, aber nicht die volle Auflösung des Sensors von 20 Megapixeln benötigt.
Makro-Leistung
Die Fähigkeit, nahe an Motive heranzugehen, ist für viele Fotografen wichtig. Die Panasonic LX10 verfügt über einen Makromodus, der eine gute Leistung zeigt.
Im Makromodus kann die Kamera einen minimalen Bereich von etwa 2,12 x 1,41 Zoll (entspricht ca. 54 x 36 Millimeter) erfassen. Dies ist eine etwas kleinere als durchschnittliche minimale Fläche, was bedeutet, dass man relativ nah an kleine Objekte herangehen kann. Im Vergleich zu konkurrierenden Modellen mit 1-Zoll-Sensor wird diese Fähigkeit als recht gut bewertet.
Die Schärfe ist im Makromodus über den größten Teil des Bildfeldes gut. Allerdings zeigen die äußersten Ecken selbst bei einer Blende von f/8 eine leichte Unschärfe. Dies ist bei Makroaufnahmen mit den meisten Objektiven in der Nähe der minimalen Fokusdistanz typisch und kein ungewöhnliches Problem.
Die Leistung des eingebauten Blitzes im Makromodus wurde ebenfalls getestet. Die Belichtung mit dem Blitz war für eine so geringe Entfernung nicht schlecht, obwohl die Belichtung aufgrund der Position des Blitzes relativ zum Objektiv ungleichmäßig war. Dies führte zu einer Überbelichtung im oberen linken Bereich und einer Unterbelichtung im unteren rechten Bereich des Bildes.
Geometrische Verzeichnung
Geometrische Verzeichnung beschreibt die Tendenz eines Objektivs, gerade Linien zu krümmen, entweder nach außen (tonnenförmig, Barrel Distortion) oder nach innen (kissenförmig, Pincushion Distortion). Moderne Kameras korrigieren diese Verzeichnung oft digital in den erzeugten JPEG-Dateien.
Bei der Panasonic LX10 ist die Verzeichnung in den kameraintern erzeugten JPEG-Dateien dank digitaler Korrektur sehr gering. Am Weitwinkel (24 mm Äquivalent) wurde eine tonnenförmige Verzeichnung von knapp unter 0,3 % gemessen, was sehr gering, aber immer noch leicht sichtbar ist. Am Teleende (72 mm Äquivalent) ist die Verzeichnung mit etwas über 0,1 % tonnenförmiger Verzeichnung ebenfalls sehr gering. Normalerweise würde man am Teleende eher eine kissenförmige Verzeichnung erwarten, aber hier zeigt sich weiterhin eine leichte tonnenförmige Verzeichnung.
Um zu sehen, wie viel Korrektur in der Kamera stattfindet, wurden RAW-Dateien ohne Anwendung der eingebetteten Objektivkorrekturprofile konvertiert. Bei diesen unkorrigierten RAW-Dateien ist die Verzeichnung deutlich höher. Am Weitwinkel ist die tonnenförmige Verzeichnung mit etwa 3,6 % sehr ausgeprägt. Am Teleende zeigt sich eine tonnenförmige Verzeichnung von etwa 0,4 %.
Es ist nicht ungewöhnlich, bei schnellen, kompakten Objektiven eine signifikante Verzeichnung in unkorrigierten RAW-Dateien zu sehen. Die Möglichkeit, diese Verzeichnung digital zu korrigieren, gibt den Objektivdesignern mehr Flexibilität, um die Schärfe im Zentrum zu optimieren und gleichzeitig Größe, Gewicht und Kosten zu reduzieren. Der Nachteil der Verzeichnungskorrektur ist, dass sie zu zusätzlicher Unschärfe in den Ecken des Bildfeldes beitragen kann, insbesondere dort, wo Pixel während der Korrektur 'gestreckt' werden und wo Objektive oft ohnehin schon etwas weich sind. RAW-Konverter, die die RW2-Dateien der LX10 offiziell unterstützen, wenden die Verzeichnungskorrekturen automatisch an, wie von Panasonic im Objektivprofil in den RAW-Dateien festgelegt.
Zusammenfassung der Objektiv-Merkmale
Das Objektiv der Panasonic LX10 bietet trotz seines moderaten 3x optischen Zooms (24-72 mm Äquivalent) eine beeindruckende Lichtstärke von f/1.4 am Weitwinkel, die für Aufnahmen bei wenig Licht und kreative Schärfentiefe von Vorteil ist. Die Leistung im Fernbereich bei f/5.6 ist über den gesamten Zoombereich hinweg gut, mit den typischen geringen Schwächen in den äußersten Ecken am Weitwinkel. Die Makrofunktion ist solide und ermöglicht relativ nahe Aufnahmen. Während die Verzeichnung in den korrigierten JPEGs minimal ist, zeigen die unkorrigierten RAWs eine signifikante Weitwinkel-Verzeichnung, die durch die kamerainterne Verarbeitung effektiv behoben wird.
Zusätzliche digitale und erweiterte Zoom-Optionen bieten Flexibilität bei der Reichweite, allerdings auf Kosten der Bildqualität oder Auflösung. Das lichtstarke Objektiv ist zweifellos eines der Hauptargumente für die Panasonic LX10 und macht sie zu einer vielseitigen Kompaktkamera für verschiedene fotografische Anwendungen.
Häufig gestellte Fragen zum Objektiv der Panasonic LX10
Wie groß ist der optische Zoombereich der Panasonic LX10?
Der optische Zoombereich beträgt 3x. Dies entspricht einer Brennweite von 8,8-26,4 mm oder einem Äquivalent von etwa 24-72 mm im 35-mm-Format.
Wie lichtstark ist das Objektiv der LX10?
Das Objektiv ist sehr lichtstark. Die maximale Blendenöffnung reicht von f/1.4 am Weitwinkel (24mm Äquivalent) bis f/2.8 am Teleende (72mm Äquivalent).
Ändert sich die maximale Blende beim Zoomen?
Ja, die maximale Blende ändert sich. Sie beginnt bei f/1.4 am 24mm Äquivalent und verkleinert sich schrittweise, bis sie bei etwa 32mm Äquivalent f/2.8 erreicht und auf diesem Wert bis 72mm Äquivalent bleibt.
Welche minimale Blende hat das Objektiv?
Die minimale Blendenöffnung beträgt über den gesamten Brennweitenbereich f/11.
Wie ist die Bildqualität im Fernbereich?
Bei f/5.6 zeigt das Objektiv im Fernbereich über den gesamten Zoombereich hinweg gute Schärfe und guten Kontrast. Am Weitwinkel gibt es in den Ecken leichte Schwächen und Koma.
Gibt es digitalen Zoom?
Ja, es gibt einen 4x digitalen Zoom, der jedoch zu Qualitätsverlusten führt. Es gibt auch einen 2x iZoom-Modus mit besserer Qualität.
Was ist der erweiterte optische Zoom?
Der erweiterte optische Zoom ist ein Modus, der bei Auswahl kleinerer Bildgrößen (Medium oder Small) durch Bildbeschnitt einen größeren Zoombereich (bis zu 6x gesamt) ermöglicht, allerdings auf Kosten der Auflösung (begrenzt auf 5 Megapixel).
Wie gut ist der Makromodus?
Der Makromodus ist recht gut. Er ermöglicht Aufnahmen sehr nah am Motiv (minimaler Bereich ca. 54 x 36 mm). Die Schärfe ist gut, obwohl die äußersten Ecken bei f/8 leichte Unschärfe aufweisen können.
Hat das Objektiv Verzeichnungsprobleme?
In den kameraintern erzeugten JPEG-Dateien ist die geometrische Verzeichnung dank digitaler Korrektur sehr gering. Bei unkorrigierten RAW-Dateien ist die tonnenförmige Verzeichnung am Weitwinkel jedoch sehr stark (ca. 3,6 %), wird aber von RAW-Konvertern, die das Objektivprofil unterstützen, automatisch korrigiert.
Beeinflusst die Verzeichnungskorrektur die Bildqualität?
Ja, die digitale Verzeichnungskorrektur kann zu leichter zusätzlicher Unschärfe in den Ecken des Bildes beitragen, insbesondere dort, wo das Bild zur Korrektur 'gestreckt' wird.
Das Objektiv ist ein entscheidendes Element jeder Kamera, und bei der Panasonic LX10 trägt es maßgeblich zu ihrer Attraktivität bei. Seine Kombination aus einem brauchbaren Zoombereich und einer außergewöhnlich hohen Lichtstärke macht sie zu einem leistungsfähigen Werkzeug für eine Vielzahl von Aufnahmesituationen, insbesondere bei wenig Licht.
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