Was heißt fotografieren auf Deutsch?

Das älteste Bild der Welt: Kunst und Technik

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Die Frage nach dem ältesten Bild der Welt ist komplexer, als sie auf den ersten Blick scheint. Meint man die älteste künstlerische Darstellung, geschaffen von menschlicher Hand auf Fels oder Wand? Oder spricht man von der ersten Aufnahme der Realität mittels mechanischer und chemischer Prozesse, dem Beginn der Fotografie? Beide Bereiche haben ihre eigenen faszinierenden Geschichten und Meilensteine, die Tausende von Jahren voneinander trennen, aber denselben menschlichen Drang teilen: den Wunsch, Eindrücke festzuhalten und zu teilen.

Wie alt ist das älteste Bild der Welt?
Das älteste Bild der Welt zeigt – ein Tier. In einer Höhle im Regenwald von Borneo stießen Forscher auf Erstaunliches: Über Tausende von Jahren malten hier Menschen immer wieder Zeichnungen an die Wand. Eine davon ist 40.000 Jahre alt – und zeigt ein merkwürdiges Tier.

Unsere Reise beginnt in den Tiefen der Urzeit, in den feuchten Regenwäldern einer weit entfernten Insel.

Die älteste figürliche Höhlenmalerei der Welt

In einer abgelegenen Höhle im Regenwald auf der Insel Borneo machten Forscher eine Entdeckung, die unser Verständnis der prähistorischen Kunst revolutionierte. An den Wänden fanden sie zahlreiche Zeichnungen, die über Jahrtausende hinweg von frühen Menschen angebracht wurden. Eine dieser Zeichnungen stach besonders hervor: die Darstellung eines Tieres. Dieses Tier, dicklich und mit zwei Hörnern versehen, könnte ein Hirsch oder ein Rind darstellen. Was genau für ein Tier es ist, mag für die Datierung weniger entscheidend sein, aber sein Alter ist es umso mehr.

Forscher um Maxime Aubert von der Griffith University konnten diese spezielle Zeichnung sicher auf ein Alter von über 40.000 Jahren datieren. Dies macht sie zur ältesten bekannten figürlichen Darstellung der Welt. Bisher waren es vor allem Handabdrücke und abstraktere Zeichen, die ähnliche Alter erreichten, wie beispielsweise in der Höhle von El Castillo in Spanien, wo ebenfalls sehr alte Handabdrücke gefunden wurden.

Die Höhlenmalereien auf Borneo sind schon seit über zwanzig Jahren bekannt, doch erst verfeinerte wissenschaftliche Methoden ermöglichten eine präzise Altersbestimmung. Zum Einsatz kam die sogenannte Uran-Thorium-Methode. Bei dieser Methode wird die dünne Kalkschicht analysiert, die sich im Laufe der Jahrtausende über die Farbschicht gelegt hat. Das Alter dieser Kalkschicht – und damit das Mindestalter der darunterliegenden Farbe – lässt sich anhand des radioaktiven Zerfalls von Uranisotopen zu Thorium bestimmen. Je mehr Zerfallsprodukte vorhanden sind, desto älter ist die Schicht.

Die Forscher konnten nicht nur das hohe Alter der ältesten Bilder bestätigen, sondern auch verschiedene Schaffensperioden identifizieren. Die ältesten Bilder, zu denen die besagte Tierzeichnung gehört, sind rötlich-orangefarben und umfassen neben Tieren auch Handumrisse. Erstaunlicherweise konnten einige dieser Handumrisse sogar auf ein noch höheres Alter datiert werden, möglicherweise bis zu 51.800 Jahre. Diese Handumrisse entstanden wahrscheinlich, indem Farbe um die an die Wand gelegten Hände gesprüht oder gepustet wurde.

Deutlich jünger sind andere Darstellungen in denselben Höhlen. Dazu gehören dunkellilafarbene Handnegative, die etwa 20.000 bis 21.000 Jahre alt sind. Diese wurden geschaffen, indem Pigment über die auf den Fels gelegte Hand gepustet wurde, sodass die Hand selbst als Schablone wirkte und einen negativen Abdruck hinterließ. Einige dieser Handschablonen sind zusätzlich mit dunkler Farbe ausgemalt. Die Forscher spekulieren, dass dies vielleicht individuelle Markierungen oder sogar Tattoos darstellen könnte. Es gibt auch Hände, die durch gemalte Linien verbunden sind, was möglicherweise auf Verwandtschaft oder soziale Verbundenheit hindeutet.

Die jüngsten identifizierten Zeichnungen in diesen Höhlen sind mit schwarzer Farbe gemalte menschliche Figuren, Boote und geometrische Muster. Diese Strichzeichnungen von Menschen werden auf ein Alter zwischen 13.600 und 20.000 Jahren datiert.

Diese Entdeckungen auf Borneo verschieben unser Wissen über die Anfänge der menschlichen Kunst und zeigen, dass komplexe figürliche Darstellungen viel früher entstanden, als bisher oft angenommen. Sie belegen die lange und reiche Tradition der Höhlenmalerei als eine der frühesten Formen menschlichen Ausdrucks.

Die Geburt der Fotografie: Das erste Foto der Welt

Jahrtausende nach den prähistorischen Künstlern auf Borneo begann eine völlig neue Ära der Bildgebung: die Fotografie. Nicht durch Pigmente und Pinsel, sondern durch Licht und Chemie wurde es möglich, die Welt in einem Augenblick festzuhalten. Der Weg dorthin war lang und erforderte den Einfallsreichtum verschiedener Pioniere.

Das älteste bekannte Foto der Welt wurde im Jahr 1826 von Joseph Nicephore Niépce aufgenommen. Es mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch seine historische Bedeutung ist immens. Niépce machte diese Aufnahme aus einem Fenster seines Anwesens in Saint-Loup-de-Varennes, Frankreich. Er verwendete eine Zinnplatte, die mit einer Mischung aus Bitumen und Wasser beschichtet war. Diese Platte platzierte er in einer Kamera.

Der Prozess, den Niépce als "Heliographie" (Sonnenzeichnung) bezeichnete, war äußerst langwierig. Über viele Stunden, vielleicht sogar zwei volle Tage, härtete das Licht das Bitumen auf der Platte in den Bereichen, die dem Blick aus dem Fenster ausgesetzt waren und architektonische Merkmale wie Gebäude zeigten. Die unbelichteten und damit ungehärteten Teile wurden anschließend abgewaschen, wodurch das Bild sichtbar wurde. Wenn man genau hinsieht, kann man schwache Umrisse von Gebäuden oder architektonischen Elementen erkennen.

Wie alt ist das älteste Bild der Welt?
Das älteste Bild der Welt zeigt – ein Tier. In einer Höhle im Regenwald von Borneo stießen Forscher auf Erstaunliches: Über Tausende von Jahren malten hier Menschen immer wieder Zeichnungen an die Wand. Eine davon ist 40.000 Jahre alt – und zeigt ein merkwürdiges Tier.

Niépces heliografische Technik war revolutionär, aber sie erzeugte Bilder von geringer Qualität und war unwirtschaftlich in der Herstellung. Die Entwicklung einer praktikableren Methode gelang erst, als Niépce in den 1830er Jahren eine Partnerschaft mit Louis Daguerre einging. Gemeinsam forschten sie an neuen Verfahren. Niépce verstarb 1833, noch bevor die neue Technik ausgereift war.

Die Ära der Daguerreotypie

Louis Daguerre perfektionierte das Verfahren, das auf versilberten Kupferplatten basierte, die mit Joddampf lichtempfindlich gemacht und nach der Belichtung mit Quecksilberdampf entwickelt wurden. Diese neue Technik wurde ihm zu Ehren als „Daguerreotypie“ benannt.

Einige der frühesten Bilder, die Daguerre mit dieser Methode aufnahm, stammen aus dem Jahr 1837. Eines davon zeigt mehrere Gipsabgüsse. Daguerre hielt sein Verfahren bis 1839 geheim. Erst als die französische Regierung ihm eine lebenslange Pension im Austausch für die Offenlegung seiner Methode zusprach, wurde die Daguerreotypie öffentlich bekannt und verbreitete sich schnell.

Eine weitere bedeutende Daguerreotypie nahm Daguerre 1838 auf. Sie zeigt eine Ansicht aus dem Fenster seines eigenen Hauses. Die frühen Daguerreotypien erforderten, ähnlich wie Niépces Heliographien, sehr lange Belichtungszeiten. Dies machte es extrem schwierig, bewegte Objekte oder Personen scharf abzubilden. Auch Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen waren kaum möglich.

Gerade wegen der langen Belichtungszeiten ist eine andere Aufnahme von Louis Daguerre aus dem Jahr 1838 historisch besonders bemerkenswert. Das Bild zeigt den Boulevard du Temple in Paris. Wenn man genau auf den unteren linken Bereich des Bildes blickt, entdeckt man eine Person, die einem Schuhputzer Modell sitzt. Da nur diese beiden Personen lange genug stillstanden, um von der Kamera erfasst zu werden, gilt dieses Bild oft als das erste Foto, das einen lebenden Menschen zeigt.

Weitere frühe fotografische Meilensteine

Die rasante Entwicklung der Fotografie brachte schnell weitere „erste“ Bilder hervor.

  • Das erste Selfie? Im Oktober 1839 nahm der amerikanische Fotograf Robert Cornelius ein Selbstporträt in seinem Garten in Philadelphia auf. Auch hier erforderte die lange Belichtungszeit, dass Cornelius mehrere Minuten absolut stillstand, um sich selbst aufzunehmen. Es könnte das erste Selfie der Welt sein.
  • Das erste Foto des Mondes: Der englische Wissenschaftler und Historiker John William Draper machte 1840 einen der frühesten Versuche, den Mond zu fotografieren. Eine Nachtaufnahme unter schlechten Lichtbedingungen war zu dieser Zeit eine enorme Herausforderung, was sich in der Qualität des Bildes widerspiegelt. Später, im Jahr 1850, gelang Draper zusammen mit dem Astronomen William Cranch Bond eine Daguerreotypie des Sterns Wega.
  • Frühe Präsidentenfotos: Die früheste Daguerreotypie eines amtierenden US-Präsidenten zeigte William Henry Harrison im Jahr 1841, ist aber heute verschollen. Das älteste erhaltene Foto eines US-Präsidenten zeigt John Quincy Adams (Präsident 1825-1829), aufgenommen von Philip Haas im März 1843, nach Adams' Amtszeit. Dieses Bild wurde 2017 bei Sotheby's versteigert und erzielte einen hohen Preis.
  • Abraham Lincoln: Das früheste bekannte Foto von Abraham Lincoln wurde 1846 oder 1847 aufgenommen, kurz nachdem er in den US-Kongress gewählt worden war.

Vergleich: Höhlenmalerei vs. Fotografie

BildtypAlterOrtMethodeBedeutung
Figürliche Höhlenmalereica. 40.000 JahreBorneoPigmente auf Fels (Uran-Thorium-datiert)Älteste bekannte figürliche Darstellung der Welt
Handumrissebis zu 51.800 JahreBorneo, Spanien (El Castillo)Pigmente (Schablone)Älteste bekannte menschliche Markierungen/Bilder
Fotografie (Heliographie)1826 (ca. 200 Jahre)FrankreichChemischer Prozess auf Zinnplatte durch LichtÄltestes bekanntes Foto der Welt
Fotografie (Daguerreotypie)ab ca. 1837FrankreichChemischer Prozess auf versilberter KupferplatteErste kommerziell erfolgreiche Fototechnik

Häufig gestellte Fragen

Was ist das absolut älteste 'Bild' der Menschheit?
Basierend auf den vorliegenden Informationen sind die ältesten bekannten menschlichen Markierungen Handumrisse in der Höhle Lubang Jeriji Saléh auf Borneo, datiert auf bis zu 51.800 Jahre. Die älteste *figürliche* Darstellung ist das Tierbild in derselben Höhle mit ca. 40.000 Jahren.

Warum ist die Höhlenmalerei auf Borneo die älteste figürliche?
Weil sie eine erkennbare Darstellung eines Tieres ist. Ältere Funde wie die Handumrisse sind zwar auch Bilder, aber keine Darstellungen von Objekten, Tieren oder Personen im eigentlichen Sinne.

Warum sieht man auf dem ältesten Foto von 1826 so wenig Details?
Die verwendete Heliographie-Technik war sehr primitiv und erforderte extrem lange Belichtungszeiten (Tage). Das Ergebnis war ein grobes, kontrastarmes Bild.

Warum sieht man auf dem Foto vom Boulevard du Temple von 1838 kaum Personen?
Die Daguerreotypie benötigte zu dieser Zeit noch sehr lange Belichtungszeiten (mehrere Minuten). Nur Personen, die während der gesamten Belichtungsdauer absolut stillstanden (wie der Schuhputzer und sein Kunde), wurden auf dem Foto erfasst.

Von den tiefen Höhlen Borneos bis zu den frühen Laboren Frankreichs und Amerikas zeigt die Geschichte des Bildes die unermüdliche Kreativität und den Forschergeist der Menschheit. Ob als Ausdruck spiritueller Welt oder als wissenschaftliche Aufzeichnung der Realität – Bilder sind seit jeher ein zentrales Medium menschlichen Schaffens und Verständnisses.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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