Casio Exilim. Ein Name, der bei vielen Hobbyfotografen Erinnerungen weckt. Diese Digitalkameras waren einst bekannt für ihre kompakte Bauweise, innovative Funktionen und ihr stilvolles Design. Doch in den letzten Jahren sind sie still und leise vom Markt verschwunden, was bei vielen die Frage aufwirft: Was ist mit Casio Exilim passiert?
Das Ende einer Ära: Warum die Produktion eingestellt wurde
Die Geschichte der Casio Exilim Kameras fand ihr offizielles Ende am 24. April 2018. An diesem Tag stellte Casio die Produktion seiner Digitalkameras, einschließlich der beliebten Exilim-Reihe, ein. Dieser Schritt war eine direkte Folge der wirtschaftlichen Realität des Marktes für Kompaktkameras. Im Geschäftsjahr, das im März 2017 endete, verzeichnete Casio im Kamerageschäft einen erheblichen finanzieller Verlust von rund 500 Millionen Yen.

Die Gründe für diesen Verlust und die Einstellung der Produktion sind vielfältig, spiegeln aber vor allem den Wandel in der digitalen Fotografie wider. Mit der rasanten Entwicklung und Verbreitung von Smartphones, die immer leistungsfähigere Kameras integrierten, schwand die Nachfrage nach dedizierten Kompaktkameras zusehends. Viele Gelegenheitsfotografen waren mit der Qualität und den Funktionen ihrer Smartphone-Kameras zufrieden und sahen keinen Bedarf mehr für eine zusätzliche Digitalkamera. Dieser Marktdruck machte es für Unternehmen wie Casio zunehmend schwierig, im Kompaktkamerasegment profitabel zu bleiben.
Was machte Exilim besonders? Innovationen und Design
Obwohl die Marke nicht mehr existiert, hinterließ Casio Exilim einige bemerkenswerte Spuren in der Welt der Digitalkameras. Die Kameras waren bekannt für ihre Mischung aus Design, Innovation und Benutzerfreundlichkeit.
Das Design: Ästhetik durch den Goldenen Schnitt
Ein interessantes Detail vieler Exilim Modelle war die subtile Integration des Goldener Schnitts in ihr Design. Dieses mathematische Verhältnis, das oft in Natur und Kunst als besonders harmonisch und ästhetisch ansprechend empfunden wird, wurde bei der Gestaltung der Kameradimensionen berücksichtigt. Dies verlieh vielen Exilim Kameras ein visuell ausgewogenes und ansprechendes Erscheinungsbild, das sie von der Konkurrenz abhob.
Revolutionäre Schlankheit: Die Exilim Card Serie
Besonders prägend für die Marke war die Exilim Card Serie. Diese Kameras waren bei ihrer Einführung deutlich dünner als die meisten anderen Kompaktdigitalkameras auf dem Markt. Mit einer typischen Dicke von nur 10–15 Millimetern waren sie im Vergleich zu den damals üblichen 25–35 Millimetern extrem dünn. Dies war eine kleine Revolution im Kompaktkamerasegment und löste einen Wettbewerb unter den Herstellern aus, immer schlankere Kameras zu entwickeln. Die Exilim Card Kameras wurden ursprünglich als „Wearable Card Cameras“ beworben und hatten etwa die Größe einer Kreditkarte. Frühe Modelle verfügten nur über Digitalzoom, während spätere Modelle auch mit optischem Zoom ausgestattet waren.

Vielfalt für jeden Zweck: Die Modellreihen
Neben der ultra-kompakten Card Serie bot Casio Exilim auch andere Modellreihen an, die unterschiedliche Bedürfnisse abdeckten:
- Exilim Card Serie: Wie erwähnt, die ultra-kompakten Modelle, ideal für die Hosentasche.
- Exilim Zoom Serie: Die Allzwecklinie, die typischerweise einen optischen Zoom bot und für den alltäglichen Gebrauch konzipiert war. Einige neuere Modelle unterstützten die effiziente H.264-Videokompression.
- Exilim Professional Serie: Die Bridge-Kamerareihe, die sich an ambitioniertere Fotografen richtete. Diese Modelle zeichneten sich durch hochwertigere Optiken und einen größeren Zoombereich aus.
Technische Merkmale und Ausstattung
Casio Exilim Kameras nutzten standardmäßig Secure Digital (SD) oder Multi Media Card (MMC) Speicherkarten. Sie verfügten über einen kleinen internen Speicher, wurden aber in der Regel ohne Speicherkarte geliefert. Viele Modelle waren mit einer praktischen Lade- und Dockingstation ausgestattet. Diese Station diente nicht nur zum Aufladen des proprietären Lithium-Ionen-Akkus von Casio, sondern auch zur Verbindung der Kamera mit einem PC oder einem PictBridge-kompatiblen Drucker.
Bilder wurden im JPEG-Format mit Exif-Daten gespeichert. Die Rohdaten (Raw) vom CCD-Sensor waren standardmäßig nicht zugänglich, konnten aber bei einigen Modellen über ein spezielles Service-Menü aktiviert werden. Spätere Modelle verfügten über größere LCD-Bildschirme (2,5 Zoll oder breiter) und boten eine Vielzahl von Aufnahmemodi (oft mehr als 20), um verschiedene fotografische Situationen zu meistern.
Video mit H.264 und High-Speed-Aufnahmen
Seit 2007 integrierten einige Exilim Modelle Unterstützung für hochkomprimiertes MPEG-4 Video mit H.264 Kompression. Dies war ein Fortschritt gegenüber dem weit verbreiteten Motion JPEG-Format, da H.264 deutlich weniger Speicherplatz benötigte. Dies ermöglichte längere Videoaufnahmen auf denselben Speicherkarten. Interessanterweise gab es in einigen Regionen (wie China, DI und EU) eine bewusste Begrenzung der Videoaufnahmezeit auf 10 Minuten, um Zölle zu vermeiden, die zwischen reinen Fotokameras und Videokameras unterschieden.
Einige Exilim Kameras glänzten auch mit beeindruckenden High-Speed-Fotografie-Funktionen. Modelle wie die EX-FC100 und EX-FS10 konnten Serienaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde und Videos mit bis zu 1000 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Die EX-FH20 bot 40 Bilder pro Sekunde und ebenfalls 1000 fps Video, während das Topmodell EX-F1 sogar 60 Bilder pro Sekunde und 1200 fps Video schaffte. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Auflösung bei extrem hohen Bildraten drastisch abnahm. Während Serienaufnahmen bei voller Auflösung gemacht wurden, waren die Auflösungen bei 1000+ fps Video oft sehr gering (z.B. 336x96 Pixel bei 1200 fps auf der EX-F1). Die EX-FH25 konnte ebenfalls 1000 fps bei 224x64 Pixeln aufnehmen.
Die Exilim Modellreihen im Vergleich
Um die Unterschiede zwischen den Hauptreihen besser zu verstehen, hier eine Übersicht:
| Serie | Typische Eigenschaft | Schwerpunkt | Zoom |
|---|---|---|---|
| Card | Ultra-Kompakt, sehr dünn | Maximale Portabilität, Design | Digital oder Optisch (spätere Modelle) |
| Zoom | Standard-Kompakt | Alltagstauglichkeit, vielseitig | Optisch |
| Professional | Bridge-Kamera | Erweiterte Funktionen, bessere Optik | Größerer Optischer Zoom, mehr manuelle Kontrolle |
Häufige Probleme und Lösungen für bestehende Kameras
Auch wenn keine neuen Exilim Kameras hergestellt werden, nutzen viele Menschen noch immer ihre vorhandenen Modelle. Hier sind einige häufige Probleme und mögliche Lösungen:
Kamera lässt sich nicht einschalten
Wenn die Kamera beim Drücken des Einschaltknopfs nicht reagiert, prüfen Sie zuerst die Batterie. Ist sie vollständig geladen? Ist sie korrekt eingelegt (achten Sie auf die Pfeile)? Eine leere oder defekte Batterie ist eine häufige Ursache. Bei älteren oder stark genutzten Batterien kann ein Austausch notwendig sein. Stellen Sie auch sicher, dass die Kontakte an der Batterie und in der Kamera sauber sind.

Schlechte Bildqualität (unscharf/verwackelt)
Verwackelte oder unscharfe Bilder können verschiedene Ursachen haben. Casio Exilim Kameras hatten manchmal eine etwas längere Auslöseverzögerung. Halten Sie die Kamera ruhig und drücken Sie den Auslöser erst halb durch, um der Kamera Zeit zum Fokussieren zu geben, bevor Sie ihn ganz durchdrücken und die Kamera für eine Sekunde ruhig halten. Prüfen Sie auch die Bildqualitätseinstellungen und die Verschlusszeit im Kameramenü. Ein verschmutztes Objektiv kann ebenfalls die Bildqualität beeinträchtigen; wischen Sie es vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch ab. Bei anhaltenden Problemen kann das Objektiv defekt sein.
Keine Anzeige auf dem LCD-Display
Stellen Sie sicher, dass die Kamera eingeschaltet ist (prüfen Sie die Power-LED) und die Batterie geladen ist. Wenn das LCD-Display schwarz bleibt, könnte das Display selbst defekt sein und muss möglicherweise ersetzt werden.
Objektiv fährt nicht ein
Ein häufiges Problem ist, dass das Objektiv nicht vollständig einfährt. Versuchen Sie zunächst, die Batterie zu entfernen, 5 Sekunden zu warten und sie dann wieder einzusetzen, bevor Sie die Kamera erneut einschalten. Manchmal kann auch Staub oder Schmutz das Objektiv blockieren; versuchen Sie, vorsichtig Druckluft zu verwenden, um Ablagerungen zu entfernen. Als allerletzte Möglichkeit und mit äußerster Vorsicht können Sie versuchen, die Objektivlamellen vorsichtig manuell zu öffnen, während Sie die Kamera einschalten. Seien Sie dabei sehr sanft, um keine Beschädigungen zu verursachen.
Probleme beim Speichern oder Aufnehmen
Wenn Sie keine Bilder aufnehmen oder speichern können, prüfen Sie zuerst, ob die Speicherkarte voll ist. Übertragen Sie gegebenenfalls Bilder auf Ihren Computer und löschen Sie sie von der Karte oder verwenden Sie eine neue Speicherkarte. Wenn eine Fehlermeldung wie "SD Card Error" erscheint, ist die SD-Karte möglicherweise gesperrt. Prüfen Sie den kleinen Schalter an der Seite der SD-Karte und stellen Sie sicher, dass er sich in der Position "unlocked" befindet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum lässt sich meine Casio Exilim Kamera nicht einschalten?
Dies kann an einer leeren oder falsch eingelegten Batterie liegen. Prüfen Sie, ob die Batterie geladen und korrekt eingesetzt ist. Stellen Sie sicher, dass die Kontakte sauber sind. Eine defekte Batterie muss eventuell ersetzt werden.

Warum sind meine Bilder unscharf?
Mögliche Ursachen sind eine langsame Aufnahme-Geschwindigkeit, falsche Bildqualitätseinstellungen, eine zu langsame Verschlusszeit oder ein verschmutztes Objektiv. Halten Sie die Kamera beim Fotografieren ruhig und drücken Sie den Auslöser erst halb durch, um zu fokussieren, bevor Sie ganz durchdrücken.
Was bedeutet "SD Card Error"?
Dieser Fehler tritt typischerweise auf, wenn die SD-Karte gesperrt ist. Überprüfen Sie den kleinen Schalter an der Seite der SD-Karte und stellen Sie sicher, dass er sich in der "unlocked"-Position befindet.
Mein Objektiv fährt nicht mehr ein. Was kann ich tun?
Entfernen Sie zuerst die Batterie für einige Sekunden und setzen Sie sie dann wieder ein. Versuchen Sie, die Kamera erneut einzuschalten. Manchmal kann Druckluft helfen, Staub zu entfernen. Als letzte Option können Sie versuchen, das Objektiv vorsichtig manuell zu unterstützen, während Sie die Kamera einschalten, aber seien Sie hierbei extrem vorsichtig, um keine Beschädigungen zu verursachen.
Fazit
Das Ende der Casio Exilim Kameras markiert das Aus für eine Marke, die das Kompaktkamerasegment mit Innovationen wie extrem dünnen Designs und beeindruckenden High-Speed-Fotografie-Funktionen mitgeprägt hat. Auch wenn sie neuen Technologien und Marktveränderungen zum Opfer fielen, bleiben viele Modelle in Erinnerung und werden von ihren Besitzern weiterhin geschätzt. Wer heute noch eine Casio Exilim besitzt, hält ein Stück Kamerageschichte in den Händen – eine Geschichte, die von Designästhetik, technischem Ehrgeiz und dem Versuch erzählt, im Wandel der Zeit relevant zu bleiben.
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