Fast alle elektronischen Geräte benötigen Strom, um zu funktionieren. Wir sind es gewohnt, Netzkabel in Steckdosen zu stecken, um Lichter, Computer oder Küchengeräte zu betreiben. Auch Mikrofone sind elektrische Geräte, die Audiosignale über Kabel an Eingänge übertragen. Doch benötigen Mikrofone immer Strom, um korrekt zu arbeiten? Die Antwort ist nicht ganz so einfach, wie man vielleicht denken könnte.
![Das richtige Mikrofon für deine Kamera? | JOBY Wavo PRO im Test [deutsch]](https://i.ytimg.com/vi/46W14ov9HUE/hqdefault.jpg)
Es gibt Mikrofone, die Strom benötigen (sogenannte aktive Mikrofone), und solche, die ohne auskommen (passive Mikrofone). Diese Unterscheidung ist entscheidend für die Auswahl des richtigen Mikrofons und des passenden Equipments zur Aufnahme. Während viele denken, es läge am Mikrofontyp – Kondensator versus Dynamisch – ist die tatsächliche Unterscheidung subtiler und hängt von den internen Komponenten ab.

Ein weit verbreitetes Missverständnis, selbst in der Audiobranche, ist, dass alle dynamischen Mikrofone keinen Strom benötigen und alle Kondensatormikrofone ihn brauchen. Obwohl dies oft zutrifft, ist die korrekte Unterscheidung die zwischen aktiven und passiven Mikrofonen. Aktive Mikrofone benötigen eine externe Stromversorgung, passive nicht.
Passive Mikrofone: Funktion ohne externe Energie
Passive Mikrofone sind so konstruiert, dass keines ihrer internen Bauteile Strom benötigt, um ihre grundlegende Funktion – die Umwandlung von Schallwellen in elektrische Signale – auszuführen. Die überwiegende Mehrheit der dynamischen Mikrofone gehört zu dieser Kategorie. Ein klassisches Beispiel ist das dynamische Tauchspulenmikrofon.
Bei einem dynamischen Tauchspulenmikrofon bewegt sich eine Membran, die an einer leitenden Drahtspule befestigt ist, als Reaktion auf die eintreffenden Schallwellen. Diese Spule ist in einem starken Magnetfeld aufgehängt. Wenn sich die Spule im Magnetfeld bewegt, wird durch das Prinzip der elektromagnetischen Induktion eine elektrische Spannung in der Spule erzeugt – das Audiosignal.
Ein prominentes Beispiel für ein passives dynamisches Mikrofon ist das berühmte Shure SM57. Es besteht aus einer Membran, der beweglichen Spule, Magneten und einem Aufwärtstransformator. Der Aufwärtstransformator dient dazu, die Signalstärke am Ausgang zu erhöhen und gleichzeitig Gleichspannungseingänge (wie Phantomspeisung) zu blockieren. Dies bedeutet, dass passive dynamische Mikrofone nicht nur keinen Strom benötigen, sondern oft so konzipiert sind, dass sie eingehenden Strom zurückweisen.
Die Einfachheit und Robustheit passiver dynamischer Mikrofone, gepaart mit ihrer Unabhängigkeit von externer Stromversorgung, machen sie zu einer beliebten Wahl für Live-Auftritte und in rauen Umgebungen.
Aktive Mikrofone: Wenn Strom unverzichtbar wird
Ein Mikrofon wird als aktiv eingestuft, wenn es interne elektronische Komponenten enthält, die für ihren Betrieb Strom benötigen. Diese Komponenten sind typischerweise dazu da, das von der Kapsel erzeugte Signal zu verarbeiten, zu verstärken oder zu wandeln. Zu diesen Komponenten gehören:
- Interner Impedanzwandler/Vorverstärker: Diese Schaltungen, oft basierend auf Transistoren (wie JFETs), wandeln das hochohmige, niederpegelige Signal der Kapsel in ein niederohmiges, stärkeres Signal um, das über längere Kabelwege übertragen werden kann, ohne an Qualität zu verlieren.
- Nicht-Elektret-Kondensatorkapseln: Diese "echten" Kondensatorkapseln benötigen eine externe Gleichspannung, um ihre Membran und Gegenelektrode aufzuladen und so als Kondensator zu funktionieren, dessen Kapazität sich mit den Schallwellen ändert.
- Vakuumröhren: Röhren werden traditionell zur Signalverstärkung in hochwertigen Mikrofonen eingesetzt. Sie benötigen eine Heizspannung für die Kathode und eine Betriebsspannung für die Anode, was einen erheblichen Strombedarf verursacht.
- Analog-Digital-Wandler (ADC): In USB-Mikrofonen wandeln ADCs das analoge Audiosignal in ein digitales Format um. Dieser Prozess erfordert elektrische Energie.
Das Vorhandensein auch nur einer dieser Komponenten macht ein Mikrofon zu einem aktiven Mikrofon. Aktive Mikrofone bieten oft Vorteile wie höhere Empfindlichkeit, niedrigere Ausgangsimpedanz oder die Möglichkeit digitaler Ausgänge, was sie für Studioaufnahmen oder spezielle Anwendungen prädestiniert.
Verschiedene Arten aktiver Mikrofone und ihre Strombedürfnisse
Die Welt der aktiven Mikrofone ist vielfältig, und die Art der benötigten Stromversorgung hängt von den spezifischen aktiven Komponenten im Inneren ab:
- Elektret-Kondensatormikrofone: Diese Mikrofone verwenden eine Kapsel, deren Material permanent elektrisch polarisiert ist (Elektret). Sie benötigen daher keine externe Spannung zur Polarisierung der Kapsel selbst. Der benötigte Strom dient ausschließlich dem internen Impedanzwandler/Vorverstärker, typischerweise einem JFET. Beispiele sind das Sennheiser ME2 oder das Rode NT1-A.
- "Echte" (Nicht-Elektret-) Kondensatormikrofone: Diese Solid-State-Mikrofone (ohne Röhren), die vor der Ära der Elektrete populär waren und auch heute noch in High-End-Mikrofonen zu finden sind, benötigen Strom für zwei Zwecke: zur Polarisierung der Kondensatorkapsel und für den internen Impedanzwandler. Ein bekanntes Beispiel ist das Neumann U87AI.
- Aktive Bändchenmikrofone: Traditionelle Bändchenmikrofone sind passiv und geben ein sehr schwaches Signal ab. Moderne aktive Bändchenmikrofone integrieren einen Vorverstärker, der Strom benötigt, um das Signal auf ein nutzbares Niveau zu verstärken und die Ausgangsimpedanz anzupassen. Dies macht sie vielseitiger und weniger anfällig für Rauschen bei der Verwendung von Standard-Mikrofonvorverstärkern. Ein Beispiel ist das SAA R84A.
- Röhren-Kondensatormikrofone: Diese Mikrofone verwenden eine Vakuumröhre zur Verstärkung des Signals. Röhren benötigen im Vergleich zu Transistoren deutlich mehr Strom, sowohl für die Heizung der Kathode als auch für die Betriebsspannung. Zusätzlich benötigen sie Strom zur Polarisierung ihrer "echten" Kondensatorkapsel. Aufgrund des hohen Strombedarfs werden Röhrenmikrofone fast immer über ein spezielles externes Netzteil versorgt. Das Neumann U47 ist ein legendäres Beispiel.
- USB-Mikrofone: Diese Mikrofone enthalten einen integrierten Analog-Digital-Wandler (ADC), der das analoge Signal in ein digitales Signal umwandelt, das direkt von einem Computer verarbeitet werden kann. Der ADC benötigt Strom für seinen Betrieb. Viele USB-Mikrofone sind zudem Elektret-Kondensatoren und benötigen somit auch Strom für ihren JFET-Impedanzwandler. Die Stromversorgung erfolgt bequem über den USB-Anschluss des Computers. Der Blue Yeti ist ein populäres Beispiel.
Wie diese Übersicht zeigt, ist die Notwendigkeit von Strom bei Mikrofonen eng mit ihrer internen Technologie und ihrem Design verbunden. Es ist nicht einfach der Kapseltyp, sondern die Frage, ob aktive Elektronik zur Signalverarbeitung oder Kapselvorbereitung benötigt wird.
Wie aktive Mikrofone mit Strom versorgt werden
Aktive Mikrofone benötigen eine zuverlässige Stromquelle. Es gibt verschiedene Methoden, diese Energie bereitzustellen, abhängig vom Mikrofontyp und der Anwendung:
Phantomspeisung (Phantom Power)
Die Phantomspeisung, standardisiert als P48 oder +48V, ist die gebräuchlichste Methode zur Stromversorgung professioneller Studiomikrofone. Sie liefert eine Gleichspannung von 48 Volt (± 4V) über das symmetrische XLR-Kabel. Die Besonderheit der Phantomspeisung ist, dass sie auf den Pins 2 und 3 des XLR-Steckers anliegt (relativ zu Pin 1, Masse), ohne das symmetrische Audiosignal zu beeinträchtigen – daher der Name "Phantom".
Moderne Mikrofonvorverstärker, Audio-Interfaces und Mischpulte bieten in der Regel Phantomspeisung auf ihren XLR-Eingängen an. Mikrofone, die Phantomspeisung benötigen, sind so konstruiert, dass sie genau die Menge an Strom ziehen, die sie benötigen. Passive Mikrofone sind in der Regel immun gegen Phantomspeisung, da ihre internen Transformatoren die Gleichspannung blockieren. Vorsicht ist jedoch bei einigen älteren oder empfindlichen Bändchenmikrofonen geboten, die durch Phantomspeisung beschädigt werden könnten, insbesondere beim Ein- oder Ausstecken bei aktivierter Speisung.
Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Geräte die vollen 48V liefern. Manche Mikrofone funktionieren bereits ab etwa 11V, andere benötigen die vollen 48V, um ihre volle Leistung (insbesondere den maximalen Schalldruckpegel) zu erreichen. Die Qualität der Phantomspeisung kann also einen Unterschied machen.
DC-Vorspannung (Bias Voltage)
Die DC-Vorspannung, typischerweise im Bereich von 1,5 bis 9,5 Volt Gleichspannung, wird häufig zur Stromversorgung der JFET-Transistoren in Elektret-Kondensatormikrofonen verwendet. Diese Methode ist besonders verbreitet bei kleineren Mikrofonen wie Lavaliermikrofonen oder den integrierten Mikrofonen in Smartphones, Laptops und Kameras. Die Vorspannung kann über denselben Draht wie das Audiosignal oder über einen separaten Draht im Kabel geliefert werden. Sie ist nicht auf symmetrische Leitungen angewiesen.
Die DC-Vorspannung versorgt den JFET, der als Impedanzwandler dient. Dies ist entscheidend, da die Kapsel eines Elektret-Mikrofons ein sehr hochohmiges Signal erzeugt, das ohne Wandlung schnell an Qualität verlieren würde. Der JFET wandelt dieses Signal in ein niederohmigeres Signal um, das über längere Kabelwege übertragen und von Standard-Audioeingängen verarbeitet werden kann.
Batteriestrom
Batterien sind eine praktische Stromquelle für Mikrofone, insbesondere dort, wo keine Kabelverbindung möglich oder erwünscht ist. Es gibt zwei Hauptanwendungsbereiche:
- Drahtlose Mikrofone: Die Sender von drahtlosen Mikrofonsystemen werden fast immer mit Batterien (AA, AAA, 9V oder spezielle Akkus) betrieben. Wenn das Mikrofon selbst ein aktives Mikrofon (z.B. ein Kondensator-Lavalier) ist, versorgt die Batterie im Sender auch dessen interne Elektronik (oft mit einer DC-Vorspannung).
- Mikrofone mit Batterieoption: Einige Studiomikrofone bieten die Möglichkeit, sowohl über Phantomspeisung als auch über interne Batterien betrieben zu werden. Dies bietet Flexibilität, wenn die Phantomspeisung am Mischpult oder Interface nicht verfügbar ist. In diesem Fall liefert die Batterie eine Spannung, die oft der Phantomspeisung ähnelt.
Batteriestrom ermöglicht die mobile Nutzung von Mikrofonen und ist unerlässlich für drahtlose Anwendungen.
Externe Netzteile
Externe Netzteile sind mikrofonspezifisch und liefern oft Spannungen, die über die standardmäßigen 48V der Phantomspeisung hinausgehen. Sie sind typischerweise für Mikrofone konzipiert, die einen höheren Strombedarf haben, wie z.B. Röhren-Kondensatormikrofone.
Röhren benötigen Heizspannungen (für die Kathode) und hohe Betriebsspannungen (für die Anode), die von einem externen Netzteil bereitgestellt werden. Diese Netzteile versorgen oft auch die Kapsel mit der nötigen Polarisationsspannung. Externe Netzteile verwenden oft spezielle mehrpolige Anschlüsse (wie 7-polige XLR-Stecker), da sie mehrere verschiedene Spannungen über das Kabel zum Mikrofon senden müssen (z.B. Heizspannung, Anodenspannung, Polarisationsspannung, Audiosignal und Masse).
Auch einige hochwertige Solid-State-Kondensatormikrofone, die mehr Strom als die Phantomspeisung liefern kann, benötigen ein externes Netzteil, wie z.B. bestimmte DPA-Mikrofone, die mit 130V betrieben werden.
USB-Stromversorgung
USB-Mikrofone beziehen ihre Energie direkt über den USB-Anschluss des angeschlossenen Geräts (Computer, Tablet etc.). Der USB-Standard liefert eine Gleichspannung von 5 Volt über Pin 1 des USB-Kabels. Diese 5V reichen aus, um den integrierten Analog-Digital-Wandler und, falls vorhanden, den JFET-Impedanzwandler des Mikrofons zu betreiben.
Die USB-Stromversorgung macht USB-Mikrofone sehr einfach in der Handhabung, da kein separates Interface oder Netzteil benötigt wird. Sie sind ideal für Podcasting, Home-Recording oder Online-Kommunikation direkt am Computer.
Zusammenfassung: Aktive versus passive Mikrofone
Ob ein Mikrofon Strom benötigt, hängt davon ab, ob es aktive elektronische Komponenten in seinem Signalweg oder zur Kapselvorbereitung verwendet. Passive Mikrofone, wie die meisten dynamischen Mikrofone, funktionieren rein mechanisch und elektromagnetisch und benötigen keinen Strom. Aktive Mikrofone, einschließlich aller Kondensatormikrofone, aktiver Bändchenmikrofone und USB-Mikrofone, benötigen Strom für ihre internen Schaltkreise (Vorverstärker, Impedanzwandler, Röhren, ADCs).
Die Art der Stromversorgung variiert: Phantomspeisung (48V DC über XLR) ist Standard für viele professionelle Studiomikrofone. DC-Vorspannung (niedrigere DC-Spannung) wird oft für Elektret-Mikrofone verwendet. Batterien bieten Mobilität und sind Standard für drahtlose Systeme. Externe Netzteile sind für Mikrofone mit hohem Strombedarf (insbesondere Röhrenmikrofone) erforderlich. USB-Mikrofone werden direkt über den USB-Anschluss versorgt.
Vergleichstabelle: Aktive vs. Passive Mikrofone
| Merkmal | Aktive Mikrofone | Passive Mikrofone |
|---|---|---|
| Benötigt externe Stromversorgung? | Ja | Nein |
| Funktionsprinzip | Aktive Elektronik zur Signalverarbeitung/Kapselvorbereitung | Elektromagnetische Induktion oder passive Wandlung |
| Typische Kapsel/Technologie | Kondensator (Elektret & Nicht-Elektret), Röhre, Aktive Bändchen, mit ADC (USB) | Dynamische Tauchspule, Passive Bändchen |
| Benötigt Phantomspeisung? | Oft (viele Kondensatoren, aktive Bändchen) | Nein (oft immun, aber Vorsicht bei alten Bändchen) |
| Andere Stromarten möglich? | Ja (DC-Vorspannung, Batterie, Externes Netzteil, USB) | Nein |
| Beispiele | Neumann U87, Rode NT1-A, Blue Yeti, Sennheiser ME2, SAA R84A | Shure SM57, Shure SM58, Royer R-121 (passiv) |
Das Verständnis dieser Unterschiede ist essenziell, um das richtige Mikrofon für Ihre Bedürfnisse auszuwählen und sicherzustellen, dass es korrekt betrieben wird. Ein aktives Mikrofon ohne Strom liefert kein oder nur ein extrem schwaches, unbrauchbares Signal, während Phantomspeisung bei bestimmten passiven Mikrofonen potenziellen Schaden anrichten kann, auch wenn dies bei modernen dynamischen Mikrofonen selten ein Problem darstellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum Thema Mikrofon-Stromversorgung:
Brauchen drahtlose Mikrofone Phantomspeisung?
Nein, drahtlose Mikrofone benötigen keine Phantomspeisung über das Mikrofonkabel (das es ja nicht gibt). Der Sender des drahtlosen Systems und, falls es sich um ein aktives Mikrofon handelt (wie z.B. ein Kondensator-Lavalier), die interne Elektronik des Mikrofons, werden von Batterien oder Akkus im Sender gespeist. Diese Batterien liefern die notwendige Spannung (oft eine DC-Vorspannung) für den Betrieb der aktiven Komponenten.
Wie kann ich überprüfen, ob Phantomspeisung vorhanden ist und funktioniert?
Die meisten Geräte, die Phantomspeisung liefern (Mischpulte, Interfaces), verfügen über eine Anzeige (oft eine LED), die signalisiert, ob die Phantomspeisung aktiviert ist. Um die genaue Spannung zu überprüfen, können Sie ein Voltmeter verwenden. Messen Sie die Gleichspannung zwischen Pin 2 und Pin 1 sowie zwischen Pin 3 und Pin 1 des XLR-Eingangs. Bei korrekter P48-Phantomspeisung sollten Sie jeweils etwa 48 Volt messen. Zwischen Pin 2 und Pin 3 sollten Sie 0 Volt messen.
Kann Phantomspeisung ein passives dynamisches Mikrofon beschädigen?
Moderne passive dynamische Mikrofone sind durch ihren internen Transformator vor Phantomspeisung geschützt und nehmen in der Regel keinen Schaden. Bei passiven Bändchenmikrofonen ist Vorsicht geboten, da Phantomspeisung, insbesondere bei unsachgemäßem Anschließen oder Trennen des Kabels bei aktivierter Speisung, das feine Bändchen beschädigen kann. Es ist immer ratsam, die Phantomspeisung auszuschalten, bevor Kabel an Mikrofone angeschlossen oder getrennt werden, insbesondere wenn Sie sich nicht sicher sind, um welchen Mikrofontyp es sich handelt oder ob er empfindlich ist.
Warum benötigen Kondensatormikrofone Strom, dynamische Mikrofone aber meist nicht?
Es liegt nicht am Kapselprinzip allein, sondern daran, ob das Mikrofon als 'aktiv' oder 'passiv' konzipiert ist. Alle Kondensatormikrofone sind aktiv, weil ihre Kapseln (entweder zur Polarisierung oder weil sie permanent polarisiert sind, aber einen Impedanzwandler benötigen) und/oder ihre internen Vorverstärker Strom benötigen. Dynamische Mikrofone nutzen das Prinzip der elektromagnetischen Induktion, das ohne Strom auskommt, und sind daher meist passiv. Es gibt jedoch auch aktive dynamische Mikrofone mit eingebauten Vorverstärkern.
Kann ich ein aktives Mikrofon ohne Strom verwenden?
Nein. Die aktiven Komponenten im Mikrofon (Impedanzwandler, Vorverstärker, Röhre, ADC) benötigen Strom, um das Signal korrekt zu verarbeiten und auf ein nutzbares Niveau zu bringen. Ohne Strom wird das Mikrofon entweder gar kein Signal ausgeben oder nur ein extrem schwaches, hochohmiges Signal, das für Audioanwendungen unbrauchbar ist.
Hat dich der Artikel Mikrofone: Strom benötigt oder nicht? interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
