Die Leica M (Typ 240) nimmt einen besonderen Platz in der langen und berühmten Geschichte der Leica M-Kameras ein. Sie repräsentiert einen entscheidenden Schritt in die digitale Ära, indem sie das zeitlose Konzept der Messsucherkamera mit modernen technologischen Möglichkeiten verbindet. Für viele Fotografen verkörpert sie das ideale Werkzeug, um die Welt auf eine bewusste und entschlossene Weise zu dokumentieren, und führt dabei das Erbe ihrer analogen Vorgänger fort, während sie neue Fähigkeiten hinzufügt.

Eine spiegellose Kamera mit Tradition?
Ja, die Leica M (Typ 240) kann tatsächlich als spiegellose Kamera betrachtet werden, auch wenn sie sich grundlegend von den meisten modernen spiegellosen Systemkameras unterscheidet. Sie ist eine Messsucherkamera, was bedeutet, dass sie über ein separates optisches System zur Bildkomposition und Fokussierung verfügt – den namensgebenden Messsucher. Bei einer traditionellen Spiegelreflexkamera wird das Bild über einen Spiegel und ein Prisma direkt durch das Objektiv im Sucher angezeigt. Spiegellose Kameras hingegen nutzen den Sensor, um ein digitales Bild für den elektronischen Sucher oder das Display zu erzeugen. Die Leica M (Typ 240) nutzt zwar primär den optischen Messsucher (mit 0,68-facher Vergrößerung und automatisch wechselnden Leuchtrahmen für verschiedene Brennweiten), bietet aber zusätzlich eine Live View-Funktion über den rückseitigen Bildschirm. In diesem Live View-Modus agiert sie wie eine moderne spiegellose Kamera, indem sie das Bild direkt vom Sensor auf dem Display anzeigt. Diese Kombination aus klassischem Messsucher und digitalem Live View macht die M (Typ 240) zu einer einzigartigen Brücke zwischen den Welten.
Das Herzstück: Sensor und Bildqualität
Im Inneren des robusten Gehäuses der Leica M (Typ 240) schlägt ein Vollformat-CMOS-Sensor mit einer Auflösung von 24 Megapixeln (5952 x 3976 Pixel). Dieser Sensor, der speziell für Leica von der belgischen Firma CMOSIS entworfen und von STMicroelectronics in Grenoble gefertigt wurde, verfügt über Pixel von 6 x 6 μm². Gepaart mit dem leistungsstarken MAESTRO Bildprozessor, der auf dem Fujitsu Milbeaut basiert, liefert die Kamera herausragende Bildergebnisse. Die hohe Auflösung des Sensors ermöglicht detailreiche Aufnahmen, während die CMOS-Technologie in der Regel gute Eigenschaften bei höheren ISO-Werten bietet. Die Leica M (Typ 240) unterstützt ISO-Empfindlichkeiten bis zu 6400, was sie auch für Available-Light-Situationen geeignet macht, obwohl ihre Stärken oft in den niedrigeren ISO-Bereichen voll zur Geltung kommen, wo die Bildqualität und der Dynamikumfang am besten sind. Die Farben und der Bildlook, die mit dem MAESTRO Prozessor und den hervorragenden Leica M-Objektiven erzielt werden können, werden von vielen Fotografen sehr geschätzt und tragen zum einzigartigen Charakter der Kamera bei.
Klassische Bedienung trifft Moderne: Sucher und Live View
Die Bedienung einer Leica M ist legendär und unterscheidet sich von der vieler anderer Digitalkameras. Die M (Typ 240) behält diesen Kern bei, erweitert ihn aber um moderne Annehmlichkeiten. Das primäre Werkzeug zur Bildkomposition und Fokussierung ist der optische Messsucher. Er ermöglicht ein schnelles Erfassen der Situation und präzises manuelles Fokussieren über das Schnittbildverfahren. Die automatisch wechselnden Leuchtrahmen passen sich der verwendeten Brennweite an (z.B. 35mm/135mm, 50mm/75mm), sodass man stets den Bildausschnitt im Blick hat. Die traditionelle Messsucherfotografie fördert einen bewussten und entschleunigten Arbeitsstil. Für Situationen, in denen eine exakte Kontrolle der Schärfeebene oder die Verwendung von Objektiven über Adapter (wie Leica R-Objektive) erforderlich ist, bietet die M (Typ 240) erstmals in einer digitalen M-Kamera eine Live View-Funktion auf dem 3-Zoll-Monitor mit 920.000 Bildpunkten. Diese Live View-Ansicht kann durch Funktionen wie Focus Peaking und eine Fokus-Taste an der Vorderseite des Gehäuses unterstützt werden, was das manuelle Fokussieren auch auf dem Bildschirm erleichtert. Dies erweitert die Vielseitigkeit der Kamera erheblich und macht sie auch für Anwendungen nutzbar, die mit dem reinen Messsucher nicht oder nur schwer möglich wären.
Robustheit und Design: Gebaut für die Ewigkeit
Eine Leica M ist nicht nur ein Werkzeug, sondern oft auch ein Objekt der Begierde, bekannt für ihre außergewöhnliche Bauqualität und Langlebigkeit. Die Leica M (Typ 240) bildet hier keine Ausnahme. Ihr Gehäuse ist kompromisslos solide konstruiert. Die Deckkappe und die Bodenplatte sind aus massivem Messing gefräst, was nicht nur für ein angenehmes Gewicht und Gefühl sorgt, sondern auch extreme Robustheit garantiert. Der volle Metallkorpus ist aus einem einzigen Stück hochfester Magnesiumlegierung gefertigt. Diese Materialien und die präzise Verarbeitung machen die Kamera widerstandsfähig gegenüber den Strapazen des täglichen Gebrauchs. Speziell entwickelte Gummidichtungen schützen das Kameragehäuse zudem effektiv vor Staub und Spritzwasser, was die Einsatzmöglichkeiten der M (Typ 240) in verschiedenen Umgebungen erweitert. Das Deckglas des hochauflösenden Monitors besteht aus robustem und kratzfestem Corning Gorilla Glass, um den Bildschirm vor Beschädigungen zu schützen. All diese Merkmale tragen dazu bei, dass die Leica M (Typ 240) ein besonders widerstandsfähiges Werkzeug ist, das für eine lange und zuverlässige Lebensdauer konzipiert wurde.
Mehr als nur Fotos: Die Videofunktion
Eine der bemerkenswertesten Neuerungen bei der Leica M (Typ 240) war die Integration einer Videofunktion. Während dies für viele traditionelle Leica-Fotografen vielleicht zunächst ungewohnt war, erweiterte es die kreativen Möglichkeiten der Kamera erheblich. Die M (Typ 240) kann Videos in Full HD (1080p) mit Bildraten von 24 oder 25 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Es gibt eine dedizierte Taste für die Videoaufnahme. Allerdings war die Videofunktion oft ein eher übersehenes Feature. Dies lag zum Teil daran, dass die Kamera (und die M-Objektive) keine interne Bildstabilisierung bieten, was bei handgeführten Videos zu Verwacklungen führen kann. Zudem erfordert die Leica M manuelles Fokussieren und manuelle Blendensteuerung, was für die schnelle Videoaufnahme mit Autofokus-Gewohnheiten weniger geeignet ist. Viele Leica-Nutzer sahen die Videotaste kritisch, und Leica reagierte sogar mit einem Firmware-Update, das es ermöglichte, die Videofunktion komplett zu deaktivieren.
Trotzdem birgt die Videofunktion der M (Typ 240) Potenzial, insbesondere für Filmemacher, die einen spezifischen, filmischen Look suchen. Die manuelle Bedienung von Fokus und Blende entspricht der Arbeitsweise bei professionellen Filmproduktionen. Das Fehlen von Autofokus und Stabilisierung kann durch Zubehör wie Gimbals ausgeglichen werden. Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass die Bildqualität, die mit dem 24-MP-Sensor und den erstklassigen M-Objektiven erzielt wird, auch im Video beeindruckend sein kann. Im Vergleich zu kompakteren Kameras wie der Leica D-Lux 109 (die 1080p bei 60 fps oder 4K bei 30 fps bietet), liefert die M (Typ 240) bei 1080p/24fps eine höhere Bildqualität, bessere Details, Farben und eine höhere Bitrate (50 Mbit/s vs. ca. 30 Mbit/s bei der D-Lux bei 1080p/60fps). Dies unterstreicht das Potenzial der M (Typ 240) als Werkzeug für anspruchsvolle Videoaufnahmen, insbesondere wenn ein filmischer Look mit manuellen Objektiven gewünscht ist. Leicas lange Geschichte in der Filmindustrie, von den berühmten Panavision-Objektiven bis hin zu den modernen M 0.8 Cine-Objektiven, unterstreicht, dass die Integration von Video in die M-Serie durchaus im Einklang mit dem Erbe des Unternehmens steht.

Die M-P Variante: Dezente Verbesserungen
Im Sommer 2014 stellte Leica eine leicht verbesserte Version der M (Typ 240) vor: die Leica M-P (Typ 240). Unter dem Slogan „Perfektes Understatement“ bot diese Variante einige Weiterentwicklungen, die auf das Feedback von Anwendern reagierten. Die M-P (Typ 240) verfügte über einen größeren internen Puffer (2 GB RAM), was die Serienbildgeschwindigkeit und die Verarbeitung von Bildserien verbesserte und sie laut Leica doppelt so schnell wie die Standard-M (Typ 240) machte. Ein weiteres wichtiges Upgrade war die Abdeckung des rückseitigen Displays mit kratzfestem Saphirglas, was die Haltbarkeit in diesem Bereich erhöhte. Optisch unterschied sich die M-P (Typ 240) vor allem durch das Weglassen des roten Leica-Punkts auf der Vorderseite; stattdessen trug sie einen dezenten Leica-Schriftzug auf der Deckkappe. Dieses Designelement war eine Hommage an die analoge Leica MP von 2003 und die erste M-Kamera, die Leica M3 aus den 1950er Jahren, die ebenfalls kein rotes Logo trugen. Die M-P (Typ 240) war auch in Silber/Chrom erhältlich und wurde zu einem höheren Preis (initial 7950 $ vs. 6950 $) angeboten als die Standardvariante, was ihren exklusiven Anspruch unterstrich.
Zubehör und Vielseitigkeit
Die Leica M (Typ 240) ist nicht nur eine eigenständige Kamera, sondern Teil eines umfassenden Systems. Dank des bewährten Leica M-Bajonetts ist sie mit den legendären Leica M-Objektiven kompatibel, die für ihre optische Qualität und kompakte Bauweise bekannt sind. Darüber hinaus ist es mit entsprechenden Adaptern möglich, eine Vielzahl anderer Objektive zu verwenden, darunter nahezu alle Leica R-Objektive. Für die Verwendung von R-Objektiven oder für Situationen, in denen ein elektronischer Sucher bevorzugt wird, konnte der optionale Visoflex EVF2 Electronic ViewFinder an den Zubehörschuh angeschlossen werden.
Das Zubehörangebot erweiterte die Funktionalität und Ergonomie der Kamera:
- Leica Handgriff M für verbesserten Halt.
- Leica Makro-Adapter-M für Nahaufnahmen.
- Zusätzliche Akkus (BP-SCL2) und Ladegerät (BC-SCL2).
- Verschiedene Systemblitzgeräte (SF 26, SF 40, SF 64) mit TTL-Kontakten über den Hotshoe.
- Leica Mikrofon-Adapter-Set M für hochwertige Tonaufnahmen beim Filmen.
- Leica Ever-Ready Case M für Schutz und schnellen Zugriff.
- Leica R-Adapter sowie weitere Objektivadapter für maximale Objektivkompatibilität.
Diese Systemintegration macht die M (Typ 240) zu einem äußerst vielseitigen Werkzeug, das an eine Vielzahl von fotografischen Anforderungen angepasst werden kann.
Markteinführung und Erbe
Die Leica M (Typ 240) wurde am 17. September 2012 auf der Photokina in Köln der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Einführung war ein bedeutendes Ereignis, das sogar von einem Konzert des Künstlers Seal begleitet wurde. Die Kamera wurde schnell zu einem sehr erfolgreichen Modell und etablierte die digitale M-Serie fest am Markt. Ihre Produktion wurde erst im Jahr 2019 eingestellt, zeitgleich mit der Veröffentlichung eines neuen Firmware-Updates für die M (Typ 240). Während ihrer Produktionszeit festigte die M (Typ 240) den Ruf der digitalen Leica M als Kamera für Puristen, die dennoch nicht auf ausgewählte moderne Features verzichten wollen. Sie bewies, dass das klassische Messsucherkonzept erfolgreich in die digitale Welt übertragen werden kann, ohne seinen einzigartigen Charakter zu verlieren. Die M (Typ 240) und die M-P (Typ 240) bleiben beliebte Kameras auf dem Gebrauchtmarkt und werden von vielen Fotografen wegen ihrer Bildqualität, ihrer Bauweise und ihres einzigartigen Handling geschätzt.
Häufig gestellte Fragen zur Leica M (Typ 240)
Ist die Leica M (Typ 240) eine spiegellose Kamera?
Ja, im technischen Sinne ist sie spiegellos, da sie keinen Spiegelkasten wie eine DSLR hat. Sie nutzt primär einen optischen Messsucher, bietet aber auch eine digitale Live View-Funktion, bei der das Bild direkt vom Sensor auf dem Bildschirm angezeigt wird, ähnlich wie bei modernen spiegellosen Kameras.
Wann kam die Leica M (Typ 240) heraus?
Die Kamera wurde am 17. September 2012 auf der Photokina vorgestellt. Sie wurde im Jahr 2019 eingestellt.

Verfügt die Leica M (Typ 240) über eine Videofunktion?
Ja, sie kann Videos in Full HD (1080p) mit 24 oder 25 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Allerdings fehlt eine interne Bildstabilisierung, und die Bedienung ist komplett manuell (Fokus, Blende).
Welchen Sensor hat die Leica M (Typ 240)?
Sie ist mit einem 24-Megapixel-Vollformat-CMOS-Sensor ausgestattet.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen der Leica M (Typ 240) und der M-P (Typ 240)?
Die M-P (Typ 240) verfügt über einen größeren Puffer (2 GB), ein Display mit Saphirglas-Abdeckung und verzichtet auf den roten Leica-Punkt auf der Vorderseite zugunsten eines dezenten Schriftzugs auf der Deckkappe. Sie wurde auch zu einem höheren Preis angeboten.
Ist die Leica M (Typ 240) wetterfest?
Ja, sie ist durch spezielle Dichtungen gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
Vergleich: Leica M (Typ 240) vs. Leica M-P (Typ 240)
| Merkmal | Leica M (Typ 240) | Leica M-P (Typ 240) |
|---|---|---|
| Markteinführung | Sept. 2012 | Aug. 2014 |
| Sensor | 24 MP Vollformat CMOS | |
| Prozessor | MAESTRO | |
| Puffergröße | Standard | Größer (2 GB RAM) |
| Display-Abdeckung | Corning Gorilla Glass | Saphirglas |
| Logo | Roter Punkt auf Vorderseite | Dezenter Schriftzug auf Deckkappe, kein roter Punkt |
| Gehäuse | Messing-Deckkappe/-Bodenplatte, Magnesiumlegierungskorpus, Staub- und Spritzwasserschutz | |
| Live View / Video | Ja (1080p, 24/25 fps) | |
| Preis bei Einführung | ca. 6950 $ | ca. 7950 $ |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Leica M (Typ 240) ein Meilenstein in der digitalen Entwicklung der Leica M-Serie darstellt. Sie verbindet auf einzigartige Weise die traditionelle Erfahrung der Messsucherfotografie mit den Möglichkeiten der digitalen Welt, einschließlich Live View und Video. Ihre robuste Bauweise, die hohe Bildqualität und die Kompatibilität mit dem umfangreichen Leica M-System (und via Adapter auch R-System) machen sie zu einer Kamera für anspruchsvolle Fotografen, die Wert auf Handwerkskunst, Langlebigkeit und einen bewussten fotografischen Prozess legen. Die M-P Variante bot gezielte Verbesserungen für diejenigen, die eine noch unauffälligere Erscheinung und verbesserte Leistung bei Serienaufnahmen suchten. Beide Modelle bleiben wichtige Vertreter der digitalen Leica M-Familie und beweisen, dass klassisches Design und moderne Technologie Hand in Hand gehen können.
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