Filme leben nicht nur von ihren Geschichten und Schauspielern, sondern auch maßgeblich von ihren Schauplätzen. Ein gut gewählter Drehort kann die Atmosphäre eines Films entscheidend prägen und ihn für das Publikum unvergesslich machen. Im Falle des Spielfilmdebüts "Raus" von Regisseur Philipp Hirsch war die Wahl des Drehorts nicht nur eine praktische Entscheidung, sondern eine, die tief mit der Thematik des Films verbunden zu sein scheint und die Macher sichtlich inspirierte.

Die Suche nach dem idealen Setting für eine Geschichte über eine Gruppe von Aussteigern, die sich auf den Weg zurück zur Natur begeben, führte das Filmteam in eine Region Deutschlands, die für ihre ursprüngliche Schönheit und landschaftliche Vielfalt bekannt ist: den Harz. Dieses Mittelgebirge bot genau das facettenreiche Panorama, das für die visuellen Anforderungen des Films benötigt wurde. Seit dem 12. August 2016 wurde hier intensiv gedreht, und die Begeisterung des Teams der ostlicht filmproduktion für die Kulisse war unübersehbar.

Der Harz als Hauptdarsteller: Spezifische Drehorte von "Raus"
Die Dreharbeiten für "Raus" konzentrierten sich auf verschiedene Orte im West- und Ostharz. Einer der prominentesten Schauplätze, der auch im Rahmen eines Setbesuchs am 7. September 2016 im Fokus stand, war der Prinzenteich bei Clausthal-Zellerfeld. Dieser idyllische Teich, eingebettet in die Landschaft des Harzes, diente als eine der Hauptkulissen für den Film. Die Wahl fiel jedoch nicht nur auf den Prinzenteich. Das gesamte Team erkundete die Region und fand an vielen weiteren Orten im Harz die passenden Motive für die verschiedenen Szenen des Films. Die Vielfalt der Landschaft innerhalb des Gebirges ermöglichte es, unterschiedlichste visuelle Eindrücke zu sammeln, ohne weite Reisen unternehmen zu müssen.
Szenenbildner Stephan von Tresckow hob hervor, dass Clausthal-Zellerfeld mit seinen charakteristischen Holzhäusern eine ganz besondere Anmutung bot, die ihn an skandinavische Landschaften erinnerte. Diese Beobachtung unterstreicht die bemerkenswerte Bandbreite an visuellen Eindrücken, die der Harz für Filmemacher bereithält. Die Fähigkeit, innerhalb einer relativ kompakten Region so unterschiedliche Stimmungen und Settings zu finden, war ein entscheidender Vorteil für die Produktion.
Eine Landschaft voller Möglichkeiten: Warum der Harz überzeugte
Die Entscheidung, "Raus" im Harz zu drehen, war wohlüberlegt und basierte auf den spezifischen Anforderungen des Drehbuchs und der Vision des Regisseurs. Produzent Marcel Lenz und Szenenbildner Stephan von Tresckow äußerten sich gleichermaßen begeistert über die vorgefundenen Bedingungen. Marcel Lenz beschrieb den Harz als ein "unfassbar breites Potpourri von unterschiedlichen Landschaften mit visuell hohen Schauwerten". Diese Einschätzung ist zentral, denn sie erklärt, warum die Region so attraktiv für die Filmproduktion war. Es ging nicht nur darum, *irgendeine* Naturkulisse zu finden, sondern eine, die eine reiche Palette an visuellen Möglichkeiten bot.
Von dichten Wäldern über klare Seen und historische Bauten bis hin zu imposanten Gebirgslandschaften – der Harz vereint all diese Elemente auf engstem Raum. Diese Nähe der verschiedenen Landschaftstypen zueinander wurde von Marcel Lenz als "eine Fundgrube und ein Glücksfall" für das Projekt bezeichnet. Sie reduzierte den logistischen Aufwand für die Produktion erheblich und ermöglichte es dem Team, effizient zwischen den verschiedenen Schauplätzen zu wechseln. Stephan von Tresckow ging sogar so weit zu sagen, dass sie im Harz Motive gefunden hätten, die "besser sind, als das Drehbuch sie vorgegeben hatte". Das ist ein starkes Kompliment für die Region als Drehort und zeigt, wie sehr die natürliche Umgebung die kreative Umsetzung des Films bereicherte.

Herausforderungen und Zusammenarbeit: Dreharbeiten am Prinzenteich
Die Wahl des Prinzenteichs bei Clausthal-Zellerfeld als Drehort brachte auch spezifische Herausforderungen mit sich. Der Prinzenteich gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe, was bedeutet, dass die Dreharbeiten unter strengeren Auflagen stattfanden, um den Schutz dieser wertvollen Naturlandschaft zu gewährleisten. Szenenbildner Stephan von Tresckow erwähnte dies ausdrücklich und zeigte sich beeindruckt von der Unterstützung, die das Filmteam trotz dieser Bedingungen von den örtlichen Behörden erhielt.
Die Hilfsbereitschaft der zuständigen Stellen war entscheidend, um die Dreharbeiten überhaupt zu ermöglichen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Filmproduktionen und lokalen Institutionen, insbesondere wenn in sensiblen oder geschützten Gebieten gedreht wird. Die Tatsache, dass die Dreharbeiten am Prinzenteich unter strengen Auflagen durchgeführt werden konnten, zeugt von der Professionalität des Teams und der Bereitschaft der lokalen Partner, Filmprojekte in der Region zu unterstützen, während gleichzeitig der Naturschutz gewährleistet blieb.
"Drehort Harz": Eine Initiative trägt Früchte
Das Filmprojekt "Raus" ist auch ein prominentes Beispiel für die Wirksamkeit der Drei-Länder-Initiative "Drehort Harz". Diese Initiative zielt darauf ab, die Region als attraktiven Standort für Filmproduktionen zu positionieren und zu fördern. Die Unterstützung für "Raus" kam unter anderem von der Mitteldeutschen Medienförderung, der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH sowie dem Deutschen Filmförderfonds. Diese Förderungen waren essenziell für die Realisierung des Films.
Die Initiative "Drehort Harz" wurde von verschiedenen Akteuren aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen getragen. Dr. Jörg Mielke, Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, betonte, dass das rege Interesse am Harz als Drehort zeige, dass die Initiative "genau zur richtigen Zeit" gekommen sei. Er sah den Film "Raus" als ideal geeignet, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf die landschaftlichen Vorzüge des Harzes zu lenken. Auch Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, begrüßte das Projekt im Rahmen der länderübergreifenden Initiative. Er hob hervor, dass die Thematik der Rückbesinnung zur Natur im Film perfekt zur ursprünglichen Landschaft des Harzes passe und die Region förmlich als Drehort anbiete. "Raus" steht damit exemplarisch für den Erfolg dieser regionalen Filmförderungsinitiative.
Die Geschichte von "Raus" und ihre Verbindung zur Natur
Der Inhalt des Films "Raus" (unter dem Arbeitstitel "Die Hütte") dreht sich um Glocke, der nach einem Zwischenfall flieht und sich einer Gruppe von Aussteigern anschließt. Diese Gruppe hat sich im Internet verabredet, um zu einer Person namens Friedrich zu ziehen, die in den Bergen lebt und einen Weg in die Zukunft in der Rückbesinnung zur Natur sieht. Die Hauptfiguren – Glocke, Judith, Steffi, Elias und Paule – erleben auf ihrem Trip zunächst Freiheit und Glück und glauben, dass Friedrichs Plan aufgehen kann. Die Geschichte, die das Streben nach einem alternativen Leben abseits der Zivilisation und die Suche nach Authentizität in der Natur thematisiert, findet im Harz die ideale visuelle Entsprechung.

Die unberührten Wälder, weiten Landschaften und die Abgeschiedenheit, die der Harz bietet, spiegeln die innere Suche und die äußere Flucht der Charaktere wider. Die Natur wird im Film nicht nur zur Kulisse, sondern zu einem wichtigen Element der Handlung und der Charakterentwicklung. Die Wahl des Harzes als Drehort war somit nicht nur eine logistische oder ästhetische Entscheidung, sondern eine, die den Kern der Geschichte visuell und atmosphärisch unterstützte. Die Hauptrollen wurden von Matti Schmidt-Schaller, Tom Gronau, Milena Tscharntke, Matilda Merkel und Enno Trebs verkörpert, die vor der Kamera von Ralf Noack standen.
Häufig gestellte Fragen zum Dreh von "Raus" im Harz
Wo genau wurde der Film "Raus" gedreht?
Der Film "Raus" wurde an verschiedenen Schauplätzen im West- und Ostharz gedreht. Ein wichtiger und oft genannter Drehort ist der Prinzenteich bei Clausthal-Zellerfeld. Es wurden aber auch viele weitere Orte in der gesamten Harzregion genutzt.
Wann fanden die Dreharbeiten statt?
Die Dreharbeiten für "Raus" begannen am 12. August 2016. Ein Setbesuch, bei dem über die Produktion informiert wurde, fand am 7. September 2016 am Prinzenteich statt.
Warum wurde der Harz als Drehort gewählt?
Der Harz wurde wegen seiner großen landschaftlichen Vielfalt gewählt, die Wälder, Seen, historische Bauten und Gebirgslandschaften umfasst. Die Produzenten und der Szenenbildner lobten die "visuell hohen Schauwerte" und die Nähe der unterschiedlichen Motive zueinander, was als "Fundgrube" für das Filmprojekt beschrieben wurde. Zudem passte die ursprüngliche Naturlandschaft gut zur Thematik des Films über eine Rückbesinnung zur Natur.

Gab es besondere Herausforderungen bei den Dreharbeiten?
Ja, insbesondere die Dreharbeiten am Prinzenteich waren mit besonderen Herausforderungen verbunden, da dieser zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört. Dies erforderte Dreharbeiten unter strengeren Auflagen, die jedoch durch die Hilfsbereitschaft der örtlichen Behörden ermöglicht wurden.
Ist "Raus" Teil einer regionalen Initiative?
Ja, der Film "Raus" wurde im Rahmen der Drei-Länder-Initiative "Drehort Harz" realisiert, die darauf abzielt, die Region als attraktiven Standort für Filmproduktionen zu fördern.
Wer hat das Drehbuch geschrieben und wer hat produziert?
Das Drehbuch wurde von Thomas Böltken und Philipp Hirsch verfasst. Produziert wurde der Film von Marcel Lenz und Guido Schwab von der ostlicht filmproduktion in Koproduktion mit dem SWR und Lightburst Pictures GmbH.
Die Wahl des Harzes als Drehort für "Raus" war offensichtlich ein Glücksfall, der dem Film nicht nur eine beeindruckende visuelle Kulisse verlieh, sondern auch die thematische Tiefe der Geschichte über die Rückkehr zur Natur unterstrich. Die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern und die Unterstützung durch regionale Filmförderinitiativen wie "Drehort Harz" zeigen das Potenzial der Region für zukünftige Filmprojekte.
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